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LGBT-Aktivisten feierten die Entscheidung in Rom enthusiastisch

Der Stadtrat von Rom will Druck auf die italienische Regierung ausüben – und erlaubt fortan die symbolische Registrierung von gleichgeschlechtlichen Paaren.

In der italienischen Hauptstadt haben künftig auch gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit, ihre Partnerschaft registrieren zu lassen: Der Stadtrat von Rom hat am Mittwoch der Einführung von "Unioni Civili" mit 32 zu zehn Stimmen bei einer Enthaltung befürwortet. Dem Antrag zugestimmt haben die regierenden Sozialdemokraten, die Linkspartei "Sinistra Ecologia Libertà" sowie die populistische Fünf-Sterne-Bewegung, während Forza Italia und zwei kleinere konservative Parteien die Lebenspartnerschaften ablehnten.

Der Stadtrat hat zur selben Zeit auch einem Antrag zugestimmt, nach dem im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehen automatisch in das Lebenspartnerschaftsregister eingetragen werden.

Die Abstimmung war bereits einen Tag zuvor geplant gewesen, allerdings stürmten mehrere Homo-Gegner die Sitzung, die daraufhin unterbrochen wurde. Sie hielten unter anderem Schilder mit Bibel-Zitaten in die Höhe.

Ins Lebenspartnerschaftsregister können sich sowohl hetero- als auch homosexuelle Paare eintragen lassen, sofern sie ein Jahr zusammengelebt haben. Die Lebenspartnerschaft ist symbolischer Natur und enthält keine Rechte, sie wird aber vor einem Standesbeamten in einer offiziellen Zeremonie eingetragen. Mit dem Gesetz soll Druck auf die italienische Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi ausgeübt werden, der die landesweite Einführung von Lebenspartnerschaften nach deutschem Vorbild versprochen hat (queer.de berichtete).

LGBT-Aktivisten feiern

Bei der feierlichen Zeremonie im Stadtrat waren auch die LGBT-Aktivistin Vladimir Luxuria, die erste transsexuelle Abgeordnete in Italien, sowie der schwule Spitzenpolitiker Nichi Vendola anwesend. Vor dem Rathaus feierten LGBT-Aktivisten mit Luftballons die Entscheidung. Der sozialdemokratische Bürgermeister Ignazio Marino erklärte nach der Abstimmung: "Wir geben das Signal, dass in dieser Stadt die Liebe für alle gleich ist."

Bereits zuvor hatten andere Städte die symbolische Registrierung von Homo-Paaren eingeführt. Den Anfang hatte Padua im Jahr 2006 gemacht (queer.de berichtete). Insgesamt bieten nach Angaben von Arcigay 160 Gemeinden ein derartiges Register an. Mehrere Städten hatten in den letzten Monaten außerdem angekündigt, im Ausland geschlossene Ehen anzuerkennen, was vom Innenministerium als illegal bezeichnet wird (queer.de berichtete).

Alle Nachbarländer Italiens – mit Ausnahme der Kleinstaaten San Marino und Vatikan – haben bereits die Ehe geöffnet oder bieten auf nationaler Ebene eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare an. (dk)



#1 Robby69Ehemaliges Profil
#2 panzernashorn
  • 28.01.2015, 19:34h
  • Oh, da werden die Kirchen und die übrigen Ewiggestrigen aber wieder rennen und wettern.............



    Der Untergang der westlichen Zivilisation droht.............

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#3 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 28.01.2015, 19:51h
  • Eine gute Entscheidung und für die italienische Regierung der Startschuß zum Handeln!
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#4 David77Anonym
  • 28.01.2015, 20:22h
  • Mal schauen, wie groß der Andrang aus dem Vatikan sein wird...
    Und wann die einen Katholiken poltern und die anderen den Vatikan als Vorreiter von LGBT-Rechte hochpreisen...
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#5 goddamn liberalAnonym
#6 kuesschen11Profil
  • 29.01.2015, 10:43hDarmstadt
  • Na endlich schreiten die LGBT-Rechte in Italien einen Schritt voran.

    Es ist natürlich lächerlich, wenn die eingetragene Lebenspartnerschaft dort zunächst nur "symbolische Natur" hat, aber ein Anfang für all die gleichgeschlechtlichen Paare, die in Italien leben und auf ihre Gleichstellungsrechte schon lange warten, ist gemacht.

    Die Störenfriede mit den Bibel-Zitaten sollten sich in der Sitzung mal an die eigene Nase greifen und mit demokratischem Recht auseinandersetzen.

    Die mittelalterliche Belehrung vom Vatikanstaat braucht auch kein Mensch, denn die Diskriminierung muss endlich mal ein Ende haben.
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#7 WegeAnonym
  • 30.01.2015, 14:04h
  • "Sie hielten unter anderem Schilder mit Bibel-Zitaten in die Höhe."

    Na ja, vor Missbrauch ist keine Religion sicher, also auch das Christentum bzw. die Heilige Schrift. Dabei ist eine moderate, mit Respekt für religiöse Werte einer Gesellschaft wie italienische gestaltete Partnerschaft genau das passende zum papstreuen katholischen Italien - oder auch zu fast allen osteuropäischen Ländern: so werden Rechte von Homopaaren endlich garantiert, ohne kulturelle Identität einer tiefreligiösen Gesellschaft drastisch zu verletzen.

    Denselben Weg wird u.a. auch linksradikale "Syriza" in Griechenland gehen, die eine Partnerschaft, nicht aber Ehe-Öffnung plant (so lehnt z.B. Alexis Tsipras Homoadoption ab).
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#8 ursusAnonym
#9 Patroklos