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Diese Motive sind ab 2. Februar nun doch in allen Basler Straßenbahnen zu sehen (Bild: Anyway)

Nach heftigen Protesten findet die Baselland Transport AG (BLT) eine Akzeptanzkampagne mit homosexuellen Küssen nicht mehr "anstößig".

Erst stellte man sich bockig, 24 Stunden später kam der Rückzieher: Die Baselland Transport AG (BLT) will nun doch sämtliche Werbemotive einer Akzeptanzkampagne des queeren Jugendzentrums "Anyway" in ihren Straßenbahnen akzeptieren. Zuvor hatte das Verkehrsunternehmen sechs von insgesamt 14 Motiven als "anstößig" zurückgewiesen. Weil sich darauf lesbische und schwule Paare küssen, könnten sich Fahrgäste "gestört" fühlen, hatte die BLT argumentiert (queer.de berichtete).

"Aufgrund der zahlreichen Reaktionen haben wir nochmals unsere interne Beurteilung der Werbekampagne von 'anyway' hinterfragt", heißt es nun in einer Pressemitteilung vom Donnerstag. "Wir haben im Nachhinein realisiert, dass die Überlegungen, die zu diesem Entscheid geführt haben, falsch verstanden wurden. Vor diesem Hintergrund ist die BLT auf ihren Entscheid zurückgekommen und ermöglicht nun die Verwendung der vorgelegten Sujets." Weiter heißt es in der Pressemitteilung: "Die BLT ist ein Unternehmen, in dem gegenseitiger Respekt und Wertschätzung zentrale Werte sind, unabhängig von Religion, Nationalität und Geschlecht."

Noch am Mittwoch hatte das Unternehmen auf seinem Standpunkt beharrt: "Wir behalten uns weiterhin vor, Bilder, Aussagen und Kampagnen, welche unsere Kundschaft in irgendeiner Weise verletzten könnte, abzulehnen", hieß es in einer "Klarstellung" auf der BLT-Facebookseite. "Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um politische oder religiöse Aussagen, Suchtmittelwerbung (Tabak, Alkohol) oder Inhalte zur ethnischen Herkunft oder sexuellen Ausrichtung handelt."

Kiss-In am 4. Februar soll trotzdem stattfinden

Die Zensur der Akzeptanzkampagne hatte international für Kopfschütteln gesorgt – auch deshalb, weil die Basler Verkehrs-Betriebe (BVB) – ein zweites Verkehrsunternehmen, das die meisten Straßenbahnen in der Schweizer Grenzstadt betreibt – mit den Postern von Anfang an keine Schwierigkeiten hatte. Am Mittwoch war zudem ein Shitstorm über die Baselland Transport AG hereingebrochen.

Markus Schefer, Professor für Staats- und Verwaltungsrecht an der Universität Basel, hatte die Ablehnung der Werbemotive sogar als "klare Einschränkung der Meinungsfreiheit" verurteilt. Als Unternehmen, das eine öffentliche Aufgabe wahrnehme und der öffentlichen Hand gehöre, sei die BLT an die Grundrechte gebunden, so der Professor. "Wenn die BLT Plakate im Tram aufhängt, muss sie dies unabhängig vom politischen Inhalt tun."

Bastian Baumann, Geschäftsführer der Schweizer LGBT-Organisation Pink Cross, begrüßte den Rückzieher des Verkehrsunternehmens: "Ich freue mich, dass BLT unsere Ansichten von Respekt, Offenheit und Akzeptanz nun zu teilen scheint und auf die vielen Stimmen gehört hat." Damit sende der Straßenbahn-Betreiber "ein wichtiges Signal an alle junge Menschen, die unter Homophobie und Diskriminierung zu leiden haben". Für Baumann entscheidet jedoch erst die Zukunft, ob bei der Baselland Transport AG tatsächlich ein Wertewandel stattgefunden hat: "Ich bin gespannt, wie die BLT-Direktion nächste Kampagnen beurteilen wird und ob die Richtlinien hierzu transparenter werden und weniger von der moralischen Einschätzung eines einzelnen Menschen abhängig gemacht werden."

Ein für den 4. Februar geplantes Kiss-in in einer BLT-Straßenbahn soll trotzdem stattfinden, allerdings neu "unter dem Zeichen der Liebe und Vielfalt", teilte Pink Cross mit. Gleichzeitig lud die LGBT-Vereinigung BLT-Direktor Andreas Büttiker ein, dem Anlass beizuwohnen. Treffpunkt ist um 19 Uhr am Bahnhof Basel SBB. (cw)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 29.01.2015, 16:00h
  • Na bitte, es geht doch! Daß der Kiss-In trotzdem stattfindet, ist super und es werden sich mit der großen Sicherheit ganz viele daran beteiligen!
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#2 TimonAnonym
#3 NicoAnonym
  • 29.01.2015, 16:04h

  • Das können nur Faschisten sein, die einen gleichgeschlechtlichen Kuss anstößig finden.
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#4 seb1983
  • 29.01.2015, 16:36h
  • Antwort auf #3 von Nico
  • Genau,
    und vor 3 Wochen hat mir so ein Faschist meine Kopfhörer aus der Umkleide geklaut

    Bei diesem faschistischen Wetter heute bekommt man aber auch einfasch schlechte Laune, voll hetero
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#5 Robby69Ehemaliges Profil
  • 29.01.2015, 19:46h
  • Klasse! Genau die richtige Entscheidung!
    Schwule und lesbische Küsse sind schließlich genauso normal wie Heten-Küsse!
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#6 Harry1972Profil
  • 30.01.2015, 12:29hBad Oeynhausen
  • Ein bisschen Bauchschmerzen habe ich wegen der Formulierung "Wir haben im Nachhinein realisiert, dass die U?berlegungen, die zu diesem Entscheid gefu?hrt haben, falsch verstanden wurden..."

    Warum können die nicht einfach sagen "Wir haben im Nachhinein realisiert, dass die U?berlegungen, die zu diesem Entscheid gefu?hrt haben, homophob waren." und sie realisiert haben, daß Homophobie oft versteckt und reflexartig daher kommt und man daran arbeiten werde, alle Mitarbeiter dafür zu sensibilisieren.

    So klingt es leider eher danach, als wolle man nur den Shitstorm abwenden und sich ansonsten nicht mit dem Thema beschäftigen.
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