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  • 30.01.2015           17      Teilen:   |

Konzerte in Frankfurt und München geplant

Widerstand gegen Elephant Man

Artikelbild
Seit Jahren gibt es Proteste gegen Auftritte des 39-jährigen Elephant Man (bürgerlich: O'Neil Bryan), weil er in seinen Liedern Gewalt gegen Homosexuelle verherrlicht

Der jamaikanische Sänger soll trotz seiner Mordaufrufe gegen Schwule in Deutschland auftreten. In Frankfurt erinnert deshalb das Stadtparlament daran, dass Hass-Lieder nicht geduldet werden.

Die Stadtverordnetenversammlung von Frankfurt am Main protestiert gegen den für kommende Woche geplanten Auftritt von Elephant Man. Das Parlament hat am Donnerstag mit großer Mehrheit einem dringlichen Antrag von CDU und Grünen zugestimmt, in dem die Stadtregierung aufgefordert wird, alle zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um die Aufführung von homophoben Liedern zu verhindern.

"Durch die Aufführung der homosexuellenfeindlichen Musiktitel werden aus unserer Sicht die Straftatbestände der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und der Volksverhetzung erfüllt. Das werden wir in Frankfurt nicht dulden", begründete die grüne Abgeordnete Jessica Purkhardt den Antrag.

Der Hasssänger will am 6. Februar im "Sky Club Frankfurt" in der Nähe des Hauptbahnhofes auftreten. Zu seinen Lieder gehören unter anderem die Titel "A Nuh Fi Wi Fault", "We Nuh like Gay" und "Log on", in denen er an seine Zuhörer appelliert, schwule Männer zu ermorden. Diese Songs werden zwar normalerweise nicht in Europa aufgeführt, auf Jamaika gehören sie aber zu Klassikern.

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München: Neuer Veranstaltungsort gefunden

Auch in Leipzig und München soll der Interpret auftreten. Zwar hatte in der bayerischen Hauptstadt der vorgesehene Veranstaltungsort nach Kritik des Lesben- und Schwulenverbandes das Konzert abgesagt, allerdings fanden die Veranstalter mit "MVO – Munich's Very Own" einen neuen Club, der offenbar keine Probleme mit den Mordaufrufen gegen Homosexuelle hat. Dort soll der Sänger am 20. Februar auftreten.

In einem Schreiben an queer.de verteidigen die Münchener Veranstalter von "Fresh to Death Entertainment" das Konzert. Sie erklärten, dass sie "absolut NICHTS gegen Homosexuelle oder Lesben haben". Vor dem "Booking" sei ihnen diese Problematik nicht bewusst gewesen. Weiter heißt es: "Wir sind der Ansicht, dass man das ganze eventuell nicht so heiß kochen sollte und irgendwann auch mal vergessen könnte. In der Musik vor allem auch bei Hip Hop/Rap-Musik sollte und darf man die Texte auf keinen Fall zu ernst nehmen. Leider sind diese oft sehr grenzwertig." Die Songs seien aber mit deutschen Interpreten wie Bushido oder amerikanischen Gangsta-Rappern zu vergleichen, über die sich "so gut wie keiner" aufrege.

Außerdem erklärte der Veranstalter, dass Elephant Man seine Ansichten zu Homosexualität "längst revidiert" habe und fügte ein Video aus dem Jahr 2011 bei. Allerdings verschweigen "Fresh to Death Entertainment", dass Elephant Man seine homophoben Songs auch nach derartigen Erklärungen, die er stets im Vorfeld von Europa-Tourneen abgibt, in seinem Heimatland weiterhin aufführt und sich nie von den Titeln distanziert hat. Auch verdient er weiter am Verkauf seiner Mordaufruf-Songs. Jamaikanische LGBT-Aktivisten machen ihn und andere Hasssänger mitverantwortlich für Lynchmorde an Homosexuellen.

2009 hatte der grüne Bundestagsabgeordnete Volker Beck Elephant Man mit Neo-Nazi-Bands verglichen. Man müsse verhindern, dass in Deutschland mit einer solchen Art von Musik Geld verdient werde, erklärte er damals (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Der Beschluss der Frankfurter Stadtverordnetenversammlung
Mehr zum Thema:
» Hamburger Konzert von "Elephant Man" abgesagt (29.05.14)
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Tags: elephant man, jamaika
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Reaktionen zu "Widerstand gegen Elephant Man"


 17 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
30.01.2015
14:02:44


(+6, 10 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Der darf niemals in Deutschland auftreten, solche Elemente sind hier unerwünscht!


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#2
30.01.2015
14:19:39
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von Nico


Wann gibt es für solche Hasssänger endlich ein generelles Auftrittsverbot?!

Wer zum Mord an Farbigen, Juden, Moslems, etc. aufruft, darf auch (zu Recht) nicht auftreten.


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#3
30.01.2015
15:02:26


(+12, 12 Votes)

Von ursus


>"Wir sind der Ansicht, dass man das ganze eventuell nicht so heiß kochen sollte und irgendwann auch mal vergessen könnte. In der Musik vor allem auch bei Hip Hop/Rap-Musik sollte und darf man die Texte auf keinen Fall zu ernst nehmen."

würden die das auch den angehörigen eines in jamaika gelynchten schwulen ins gesicht sagen?

ich bin fassungslos über diese ignoranz.


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#4
30.01.2015
15:33:10


(+11, 11 Votes)

Von ursus


an info@freshtodeath.de
Betreff: Euer Verantwortungsgefühl

Liebe Leute von fresh to death,

ihr bietet demnächst Elephant Man eine Bühne an. Wie ihr wisst, hat dieser Sänger mehrere Titel verfasst, in denen er unverhohlen zur Ermordung von Homosexuellen aufruft. Seine Absichtserklärung, diese Titel nicht mehr aufzuführen, hat Elephant Man bekanntlich inzwischen mehrere Male als unglaubwürdig entlarvt. Er führt diese Titel in Jamaika immer wieder auf und verdient nach wie vor Geld an ihrer Veröffentlichung.

In Jamaika werden schwule Männer auf offener Straße beleidigt, geschlagen oder sogar ermordet. Lesbische Frauen müssen zusätzlich noch mit Vergewaltigungen rechnen, die mit homofeindlichen Ansichten gerechtferigt werden. Diese alltägliche Gewalt ist nicht nur irgendjemandes Phantasie oder eine rhetorische Metapher, sie ist die furchtbare Realität, mit der Schwule und Lesben in Jamaika leben müssen.

Es wäre naiv und realitätsfern, davon auszugehen, dass die regelmäßigen verbalen Gewaltaufrufe in Teilen der jamaikanischen Musikszene mit dieser realen Gewalt nichts zu tun hätten. Solche öffentlichen Hasseskalationen tragen zur realen Gewalt ganz massiv bei.

Mit eurer Einladung von Elephant Man macht ihr euch an dieser Gewalt indirekt mitschuldig. Ihr finanziert, wenn auch indirekt, Aufrufe zur Ermordung von Menschen.

Aber ihr wollt eure Verantwortung offenbar nicht sehen. Ihr rechtfertigt eure Einladung gegenüber queer.de so: "Wir sind der Ansicht, dass man das ganze eventuell nicht so heiß kochen sollte und irgendwann auch mal vergessen könnte. In der Musik vor allem auch bei Hip Hop/Rap-Musik sollte und darf man die Texte auf keinen Fall zu ernst nehmen"

"Nicht ernst nehmen?" Würdet ihr euch trauen, das den Angehörigen eines in Jamaika ermordeten Schwulen ins Gesicht zu sagen?

Ich bin erschüttert über eure Ignoranz. Ganz ehrlich. Denkt einmal darüber nach, was in Jamaika derzeit geschieht. Nicht nur in irgendeinem Song, sondern ganz real. Dass dort reale Menschen auf bestialische Weise ermordet werden. Und dann fragt euch noch einmal, ob ihr daran wirklich mitschuldig sein wollt.

Gruß
...


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#5
30.01.2015
15:44:34


(+12, 12 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Es kann doch nicht sein, wer wie Elephant Man den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt, auch noch von irgendwelchen Musikveranstaltern hofiert wird. Jeder Veranstalter in Deutschland, der solch einem Sänger ein Forum für volksverhetzende, verbrecherische Texte bietet, ist ein Mittäter.

Wir brauchen hier erst gar nicht über Rassismus und Homophobie zu diskutieren oder zu debattieren.

Einreiseverbot für diesen Hass-Sänger ist die nahe liegende und beste Konsequenz.


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#6
30.01.2015
16:12:08
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Timon
Antwort zu Kommentar #2 von Nico


Volle Zustimmung. Gewalt- und Mordaufrufe gehören verboten. Egal gegen wen sie sich richten.

Solche Leute sollten Auftrittsverbot bekommen und deren Tonträger und Musikdownloads sollten auch verboten werden.


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#7
30.01.2015
19:04:56


(+3, 3 Votes)

Von XDAS


"Wir sind der Ansicht, dass man das ganze eventuell nicht so heiß kochen sollte und irgendwann auch mal vergessen könnte."

Mal angenommen irgendein Idiot würde fordern:
"Lasst uns zu der Veranstaltung hingehen und die Veranstalter und alle ihre Gäste angreifen."

Würden die dann auch sagen, man solle das nicht "so heiß kochen" und "auch mal vergessen können"?

Hoffentlich nicht.

Das ist doch nur wieder eine Scheinausrede, um die Veranstaltung zu retten. Aber sowas gehört abgesagt. Wenn die nicht wissen, wen sie einlasen und was der so fordert (was ich kaum glaube), dann müssen sie eben wenigstens für den Fehler geradestehen und das ganze absagagen...


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#8
30.01.2015
19:14:50


(+4, 4 Votes)

Von fritzrth
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Vor dem "Booking" sei ihnen diese Problematik nicht bewusst gewesen."

Man würde denken dass genau diese Debatte nie vorher in Deutschland gestritten wurde; dass die dortige Musikprofis nie vorher von Elephant Man gehört haben. Entweder lügen sie oder sind sie völlig unfähig. Meinetwegen, ziehe ich das erste vor.

"Fresh to Death"? Was soll das denn bedeuten?


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#9
30.01.2015
19:47:46


(+6, 6 Votes)

Von Roman Bolliger


Alle Jahre wieder...dasselbe Theater. Alle Jahre wieder geht's von vorne los. Elephant Man und Konsorten sind Schreibtischmörder, unzivilisierte Hassschleudern, keine Weihnachtsmänner. Die gehören endgültig und für immer aus Europa verbannt!


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#10
30.01.2015
20:00:42


(+4, 6 Votes)

Von Robby69
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Eine Schweinerei! Weiß einer von euch, ob es in München einen Protest gegen diesen perversen Schwulen-Hasser gibt?!


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