Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?23135

Szene aus dem Film: Die zeitgenössische russische Liedermacherin Elena Frolowa lässt die Poesie der Dichterin Marina Zwetajewa durch ihre Musik lebendig werden

Der Film "Patriotinnen" nähert sich der Poetin Marina Zwetajewa ab, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts offen lesbisch lebte. Chansonsängerin Elena Frolowa sieht in ihr noch heute ein Vorbild.

Von Elke Koepping

Marina Zwetajewa gilt als bedeutendste europäische Lyrikerin des 20. Jahrhunderts. Sie teilte das Schicksal vieler russischer Intellektueller der Revolutionszeit, die den politischen Säuberungen der Stalin-Ära zum Opfer fielen, wie Anna Achmatowa oder Joseph Brodskij: Publikationsverbot, Exil und spätere Deportation nach Sibirien.

Überwiegend lebte die 1892 in Moskau geborene Dichterin das klassische Rollenbild der Ehefrau und Mutter. Doch gab es zwei Jahre, von 1914 bis 1916, die von einer leidenschaftlichen und öffentlich bekannten Liebesbeziehung zu einer Frau geprägt waren, die selbst offen lesbisch lebte – der Übersetzerin und Dichterin Sophia Parnok.

Drei Frauenbiografien aus 100 Jahren


Marina Iwanowna Zwetajewa (1892-1941) gehört zu den bedeutendsten russischen Dichtern im 20. Jahrhundert

Der im September 2014 in Berlin uraufgeführte Dokumentarfilm "Patriotinnen" von Irina Roerig nähert sich Zwetajewas Leben und Werk durch die Augen der zeitgenössischen russischen Liedermacherin Elena Frolowa. "Mein wichtigster Reiseführer, mein Dantescher Vergil, war und bleibt immer Zwetajewa. Sie führt mich, seit ich 15 bin", sagt Frolowa zu Beginn des Films. Über sechzig Gedichte von Zwetajewa hat sie vertont, einen Großteil auf Tonträgern veröffentlicht, die auch im Film Gehör finden.

Regisseurin Irina Roerig verschränkt darin im Grunde drei Frauenbiografien über die Dauer einer rund einhundertjährigen Zeitspanne. Elena Frolowa ist der Katalysator, sie lässt Zwetajewas Poesie durch ihre Musik lebendig werden, ihr Leben und ihre künstlerische Arbeit dienen als Anker für Rückblenden in die Biografie Zwetajewas.

"In meinem Leben gab es einige Begegnungen, die mir geholfen haben, ich selbst zu bleiben. Marina Zwetajewa war eine solche Begegnung", sagt sie. Neben historischen Dokumenten werden kurze Spielsequenzen gezeigt – Iris Berben leiht darin Zwetajewa ihre Stimme, eine überraschend passende Besetzung. Aber auch die Mutter Frolowas als Teil der älteren Generation, die Krieg und Kommunismus durchlebt haben, kommt zu Wort.

"Ich hasse mein Jahrhundert"


Poster zum Film: "Patriotinnen" ist vom 1. bis 4. Februar in Köln zu sehen, am 8. März in Potsdam (siehe Infokasten unten)

"Die Welt schreitet voran. Ich aber will nicht. Das passt mir nicht. Ich habe das Recht, nicht mein Zeitgenosse zu sein. … Ich hasse mein Jahrhundert", schrieb Zwetajewa einst. Das Gefühl, aus ihrer Zeit gefallen zu sein, war geprägt von den extremen Erfahrungen in Revolution und Krieg. Wie viele Künstlerinnen und Künstler hielt sie die beruflichen Einschränkungen, den ständigen Hunger und den Kampf ums Überleben am Ende nicht mehr aus: Im Jahr 1941, dem Jahr, in dem ihre Tochter in Haft geriet und ihr Ehemann hingerichtet wurde, wählte sie den Freitod.

Wohl wissend, dass es für sie und ihre Familie den Untergang bedeutet, hatte Zwetajewa 1939 ihre 17 Jahre andauernde Emigration beendet (u.a. lebte sie in Berlin, Prag, zuletzt in Paris) und war in ihre Heimat zurückgekehrt. Und so gibt es an den Heimatbegriff im Film "Patriotinnen", wie schon der Titel andeutet, eine ungewöhnliche Annäherung, jenseits politisch rechter Gesinnungen. Denn auch Elena und ihre Mutter Maja Stepanowna Frolowa, die aus Lettland stammen, das seit 1991 nicht mehr Teil der Sowjetunion ist, treibt die Frage nach der Heimat um.

Mutter und Tochter erzählen von einem Russland der Legenden und Märchen, das durch die Poesie lebendig gehalten wird. Und so gelingt Irina Roerig nicht nur eine außergewöhnliche Annäherung an das Werk Zwetajewas, sondern auch an die Schönheit eines Landes, das in den letzten Jahren eher durch unrühmliche politische Entscheidungen und gewalttätige gesellschaftliche Ausgrenzung aufgefallen ist.

Russland ist wie jedes Land geprägt durch seine Geschichte und Literatur, aber auch die Summe der Erfahrung aller Menschen, die dort lebten und heute leben. Und ein Teil von ihnen dort ist oder war auch schon immer schwul oder lesbisch (bzw. bi-, trans*).

Youtube | Offizieller Trailer zum Film
Infos zum Film

Patriotinnen. Dokumentation. Deutschland 2014. Regie: Irina Roerig. Darstellerinnen: Elena Frolowa, Maja Stepanowna Frolowa, Tanja Kuprianowa. Srrecherinnen: Katharina Spiering, Ursula Karusseit, Carmen-Maja Antoni, Iris Berben. Laufzeit: 84 Minuten. Sprachen: Deutsch, Russisch (mit deutschen Untertiteln. Axel-Brandt-Filmproduktion. Nächste Termine: Köln (01.02. 15h Filmforum im Museum Ludwig; 02.-04.02. jeweils 17.30h Filmpalette), Potsdam (08.03. Thalia)


#3 54v26z45Anonym
  • 31.01.2015, 21:57h
  • Hoffentlich kann man patriotischen ukrainischen LGBTs helfen, die nach Deutschland flüchten, um nicht für Oligarchgendreck aller Länder verrecken zu müssen.

    "Die angekündigte Mobilmachung in der Ukraine ist zwar im Gange, viele Ukrainer sind aber laut der polnischen Zeitung Polska Niepodlegla bemüht, dem Wehrdienst auf verschiedenen Wegen zu entgehen."

    de.sputniknews.com/politik/20150131/300895810.html#ixzz3QR0m
    PSCs
  • Antworten » | Direktlink »
#4 the day afterAnonym
  • 01.02.2015, 15:01h
  • Antwort auf #3 von 54v26z45
  • "Oligarchgendreck aller Länder"

    Auch heute würden bei Donezk täglich immer weitere Menschen sterben, so der Experte weiter. Wofür sterben sie? Für die Clans und Oligarchenbanden?

    Der promovierte Volkswirt Oleg Soskin (60) war in den 1990er-Jahren Berater der ukrainischen Präsidenten Leonid Krawtschuk und Leonid Kutschma. Jetzt leitet er das von ihm gegründete Institut für Transformation der Gesellschaft in Kiew. Soskin gilt als Russland-Kritiker und setzt sich für einen Beitritt der Ukraine zur Nato ein.

    de.sputniknews.com/politik/20150201/300901416.html#ixzz3QVBC
    qt5T
  • Antworten » | Direktlink »
#5 na jaAnonym
  • 01.02.2015, 17:36h
  • Antwort auf #1 von Bastei
  • "Sie schrieb sechs Versdramen und Gedichterzählungen, wie Das Mädchen des Zaren (????-??????), und ihr Epos über den Bürgerkrieg, Schwanenlager (????????? ????, 1917-1921), glorifizierte die Kämpfer gegen den Kommunismus. Der Gedichtzyklus im Tagebuchstil beginnt am Tag der Abdankung Zar Nikolaus' II. im März 1917, und endet spät im Jahr 1920, als die antikommunistische Weiße Armee endgültig bezwungen wurde. Die "Schwäne" aus dem Titel des Gedichts stehen für die Freiwilligen der Weißen Armee wie ihren Mann Efron."

    _______________

    Lest you think that Byzantium is some minor cultural influence on Russia, it is, in fact, rather key. Byzantine cultural influences, which came along with Orthodox Christianity, first through Crimea (the birthplace of Christianity in Russia), then through the Russian capital Kiev (the same Kiev that is now the capital of Ukraine), allowed Russia to leapfrog across a millennium or so of cultural development.

    cluborlov.blogspot.ca/2015/01/peculiarities-of-russian-natio
    nal.html


    de.wikipedia.org/wiki/Zarenkanone

    de.wikipedia.org/wiki/AN602
  • Antworten » | Direktlink »