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Diskriminierung gegen lesbisches Paar

USA: Strafe für homophobe Bäcker


Aaron und Melissa Klein beklagten in einer konservativen Veranstaltung, dass sie trotz ihres Glaubens auch Homosexuelle bedienen müssen

Bis zu 150.000 Dollar müssen zwei christliche Bäcker zahlen, weil sie nur für Hetero-Paare Hochzeitskuchen backen wollten.

Die ehemaligen Besitzer einer Bäckerei und Konditorei in Gresham (US-Bundesstaat Oregon) haben gegen Gleichbehandlungsrichtlinien verstoßen, als sie im Januar 2013 aus religiösen Gründen einem lesbischen Paar wegen dessen sexueller Orientierung keinen Hochzeitskuchen verkaufen wollten. Eine für Gleichbehandlung verantwortliche Behörde hat am Montag bekannt gegeben, dass Melissa und Aaron Klein das Antidiskriminierungsgesetz des Staates Oregon missachtet haben, das festlegt, dass Homosexuellen wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht der Zugang zu Dienstleistungen verwehrt werden darf.

Die ehemaligen Ladenbesitzer müssen nun dem lesbischen Paar ein Schmerzensgeld von bis zu 150.000 Dollar (130.000 Euro) zahlen. Der genaue Betrag soll bei einer Anhörung am 10. März festgelegt werden.

Bäcker wurden zum Symbol der Homo-Gegner

Der Fall wurde in den letzten zwei Jahren unter konservativen Homo-Gegnern als "Beweis" angeführt, wie die Gleichbehandlung von Homosexuellen zur "Diskriminierung" von Christen führe. Es wurde mehrfach in entsprechenden Medien darüber berichtet, etwa im "Christian Broadcasting Network" (queer.de berichtete). Außerdem traten die Kleins bei erzkonservativen Veranstaltungen wie dem "Values Voter Summit" auf und beklagten wiederholt, dass sie von Homo-Aktivisten ruiniert worden seien. Sie hätten ihre Bäckerei geschlossen, damit sie in Zukunft nicht dazu gezwungen werden könnten, Homosexuelle zu bedienen.

Homo-Gegner hatten argumentiert, dass eine Ausnahmeregelung für religiöse Institutionen dem Paar erlaubt habe, das lesbische Paar nicht zu bedienen. Schließlich sei Homosexualität im Christentum verwerflich. Charlie Burr, ein Sprecher des Bundesstaates, erklärte jedoch, dass sich "privat geführte Läden" nicht auf diese Ausnahmeregelung berufen dürften, sondern lediglich Religionsgemeinschaften.

In mehreren Bundesstaaten, insbesondere im Süden des Landes, gibt es bereits Initiativen von religiös motivierten Homo-Gegnern, die Ausnahmeregelungen erweitern wollen, um Homosexuelle diskriminieren zu dürfen. Allerdings hat es bislang keine der Initiativen ins Plenum geschafft.

Colorado: Fundamentalistischer Christ verklagt Bäckerei

In Colorado hat derweil ein christlich-fundamentalistischer Aktivist mit einer Klage gegen eine Bäckerei für Aufsehen gesorgt. Der Mann hate sich von der "Azucar Bakery" als Christ diskriminiert gefühlt. Er hatte einen Kuchen in Form einer Bibel bestellt, auf dem ein homofeindlicher Spruch stehen sollte. Außerdem wollte er das Bild eines Homo-Paares auf dem Kuchen abgebildet sehen, das mit einem roten X durchgestrichen ist. Die Besitzerin lehnte jedoch ab, einen Kuchen mit hasserfüllten Aussagen zu backen.

Die Bürgerrechtsorganisation ACLU glaubt, dass diese Klage abgewiesen werden muss: "Es gibt kein Gesetz, dass einen Kuchenmacher zwingt, obszöne Botschaften auf Kuchen zu schreiben". (dk)



#1 HonestAbeProfil
  • 04.02.2015, 15:37hBonn
  • Die USA hängen uns bald völlig ab, was LGBT-Rechte angeht.

    www.youtube.com/watch?v=mDQbb6hjTQg

    Das Urteil ist natürlich ganz wunderbar! Homohasser müssen in ihre Schranken verwiesen werden! Es haben auch Leute geheult, weil sie plötzlich nicht mehr ihre "Negersklaven" haben durften. Dafür gibt es von mir aber keinerlei Verständnis! Vielleicht hat sogar Hitler eine Träne kullern lassen, kurz bevor er sich selbst seiner Verantwortung entzog. Dafür gibt es genauso wenig Verständnis oder Mitgefühl. Nicht ein Iota!
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#2 torbyAnonym
#3 ZaunfinkAnonym
  • 04.02.2015, 16:24h
  • "Er hatte einen Kuchen in Form einer Bibel bestellt, auf dem ein homofeindlicher Spruch stehen sollte."

    Diese Aktion ist natürlich auf eine sehr durchsichtige Weise als Retourkutsche gedacht. Es soll aussehen, als ginge es hier nicht um die Menschenwürde oder das Gleichheitsgebot, sondern nur um zwei "Meinungen", die auf "Augenhöhe" verhandelt werden müssten.

    Dass das ein lügnerisches Spielchen ist, wird glücklicherweise trotzdem offenbar. Hier stehen eben nicht zwei gleichwertige Meinungen gegenüber, sondern auf der einen Seite geht es um das Zeigen von Liebe, auf der anderen um die Verbreitung von Hass.

    Wer diesen Unterschied nicht begreift, der*dem ist nicht zu helfen.
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#4 igittAnonym
  • 04.02.2015, 16:34h
  • Jetzt, da Kuchen gebacken werden müssen , Ich will nicht wissen, was die mit dem Teig anstellen, wenn die wissen, dass der Kuchen für eine Hochzeit zweier Männer/Frauen bestimmt ist.
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#5 MeineFresseAnonym
  • 04.02.2015, 16:45h
  • Ich hatte es ja schon bei dem ersten Artikel zu dem Fall geschrieben, ich finde Bestrafung in so einem Fall unangemessen.
    Wenn diese Leute die Ehe im christlichen Sinne betrachten, sollte man das akzeptieren. Man muss es ja nicht schön finden. Es gibt tausend Konditoreien, die liebend gerne das Geld von Schwulen und Lesben annehmen und die Hochzeit in Zusammenhang mit juristischem Zwang zu setzen, ist bestimmt auch nicht schön.
    150.000 sind auch völlig krank als Strafe.
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#6 MiepmiepAnonym
  • 04.02.2015, 17:09h
  • Antwort auf #5 von MeineFresse

  • Es geht hierum Diskriminierung von Kunden durch im privatwirtschaftlichen, aber öffentlichen Dienstleistungsgewerbe. Nicht um eine rein private Ansichtssache...
    Immer den Lackmus-Test machen: Was wäre, wenn die Zurückgewiesenen behindert gewesen wären, ein bestimmtes Aussehen oder eine bestimmte Hautfarbe gehabt hätten?
    Wäre dann denn eine "religiöse" Begründung für die Zurückweisung akzeptabel gewesen? Wohl kaum.

    150 k$$ finde ich allerdings auch sehr krass. Achtung Kalauer: Dafür müssen KLEINe Bäcker viele Torten... ähhh... ^^ Aber man muß bedenken: Bei solchen oder ähnlichen Strafmaßen geht es immer auch um die Signalwirkung (Abschreckung), nicht nur um Rache!
    Und Diskriminierungen bzw. HATE CRIMES sollten auch nicht als "Kavalliersdelikte" durchgehen...

    Vermutlich wird das Strafmaß bei der Urteilsrevision in der nächsten Instanz deutlich reduziert werden. US-Justiz halt...
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#7 daVinci6667
  • 04.02.2015, 17:18h

  • "Der Fall wurde in den letzten zwei Jahren unter konser­vativen Homo-Gegnern als "Beweis" angeführt, wie die Gleich­be­handlung von Homose­xuellen zur "Diskri­mi­nierung" von Christen führe."

    Ach was? Früher wurden auch noch Schwarze oder Juden aus religiösen Gründen diskriminiert, heute wollen die wenigstens noch uns diskriminieren dürfen. Deshalb muss Frau Klein auf dem Bild so herzzerreissend weinen.

    Wo kämen Religioten denn hin, wenn sie niemandem mehr hätten an dem sie ihre Wut und Agression ausleben können?

    Da droht am Ende noch die Gefahr dass sie sich beginnen mit dem auseinanderzusetzen was sie WIRKLICH GANZ PERSÖNLICH massiv stört und einschränkt. Ihre Religion. Das geht natürlich ganz und gar nicht!
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#8 Harry1972Profil
  • 04.02.2015, 17:20hBad Oeynhausen
  • 150.000 $ sind eher noch zu wenig.
    Bei ner Million würde ich da mal loslegen, denn die Christenmenschen sind gut vernetzt und können dann ja den Hut in der Gemeinde rumgehen lassen, wenn das Privatvermögen nicht reicht.
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#9 TimonAnonym
  • 04.02.2015, 17:20h

  • Bravo!

    In einer Demokratie darf auch Religion keine Ausrede für Diskriminierung sein.

    Da hat die EU und vor allem Deutschland noch sehr viel zu lernen und Gesetze zu ändern.
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#10 FoXXXynessEhemaliges Profil