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  • 05.02.2015           5      Teilen:   |

Jugendliche, alte Bekannte und Dschungelcamper

Ein queerer Ausblick auf die Berlinale

Artikelbild
Coming-of-Age-Geschichten sind in diesem Jahr besonders stark vertreten: Im brasilianischen Film "Sea Shore" sind die langjährigen Freunde Martin und Tomaz auf dem Sprung ins Erwachsenenleben und entdecken dabei ihre Liebe (Bild: Berlinale)

Heute beginnen die 65. Internationalen Filmfestspiele in Berlin – mit vielen sehenswerten LGBT-Filmen im Programm.

Von Carsten Moll

Filme mit LGBT-Themen sind spätestens seit der ersten Verleihung des Teddy Awards 1987 nicht mehr aus dem Programm der Berlinale wegzudenken. Zehn Jahre später kam schließlich der Preis der "Siegessäule"-Leserjury hinzu, mit dem seitdem jedes Jahr Filmemacher und ihre Arbeiten ausgezeichnet werden, deren Umgang mit Homosexualität als vorbildlich gilt. Auch in diesem Jahr bietet die große Auswahl an aufgeführten Filmen wieder einmal aufschlussreiche sowie preisverdächtige Einblicke in das zeitgenössische queere Kino.

Die einzelnen Beiträge stammen aus der ganzen Welt und erweisen sich dabei in Sachen Thema und Genre ebenfalls als äußerst vielfältig: Der marokkanische Spielfilm "The Sea is Behind" etwa erzählt in surrealen Schwarzweiß-Bildern von verschleierten Schnauzbärten, alten Traditionen und gleichgeschlechtlichem Begehren.

Knallbunt und grell präsentiert sich hingegen "Dyke Hard" der schwedischen Regisseurin Bitte Andersson. Das trashige Sexploitation-Musical folgt der titelgebenden Lesbenband auf eine aberwitzigen Irrfahrt, bei der auch John Waters sicherlich gerne dabei gewesen wäre. Einem weitaus ernsterem Sujet widmet sich der tschechische Dokumentarfilm "Daniel's World", der einen jungen Pädophilen begleitet.

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Zahlreiche Blicke auf die queere Jugend

Rainer Werner Fassbinder, der in diesem Jahr 70 Jahre geworden wäre, schmückt das Plakat des diesjährigen Teddy Award
Rainer Werner Fassbinder, der in diesem Jahr 70 Jahre geworden wäre, schmückt das Plakat des diesjährigen Teddy Award

Besonders stark vertreten im diesjährigen Programm sind Coming-of-Age-Geschichten, die im queeren Kino schon immer eine wichtige Rolle gespielt haben. Sowohl das brasilianische Spielfilmdebüt "Sea Shore" wie auch der Kurzfilm "Blood Below the Skin" der US-Amerikanerin Jennifer Reeder beobachten voller Neugierde und Zärtlichkeit erste Annäherungsversuche zwischen Jugendlichen. Die Begegnung zweier japanischer Mädchen in "Wonderful World End" steht ganz im Zeichen moderner Kommunikationstechnologie: Chatfenster und Smartphone-Displays prägen hier nicht bloß das Leben der Teenager, sondern ebenso die eigenwillige Ästhetik des Films.

Als vergleichsweise unaufgeregt und konventionell, aber nicht weniger spannend erweist sich da der skandinavische Dokumentarfilm "Misfits", der eine Gruppe von queeren Jugendlichen im Herzen des US-amerikanischen Bible Belts porträtiert. In einem mindestens ebenso repressiven Umfeld wachsen die Protagonisten aus dem kenianischen Episodenfilm "Stories of Our Lives" auf. Für das in seiner Heimat verbotene Werk hat das Künstlerkollektiv NEST Interviews von jungen LGBT-Menschen gesammelt und zu diesem kunstvollen Schwarweiß-Film verdichtet, der ein Publikum verdient hat.

Neues von Marco Berger, Rosa von Praunheim und Peter Kern

Neben zahlreichen Erstlingswerken und unbekannten Namen geben sich bei den Filmfestspielen 2015 auch alte Bekannte die Ehre: Der argentinische Filmemacher Marco Berger, der 2011 für "Ausente" mit dem Teddy Award ausgezeichnet wurde, stellt seinen neuen Film "Mariposa" vor, der in zwei Parallelwelten (fast) unmögliche Liebesgeschichten entwirft.

Rosa von Praunheim blickt in "Härte" mit einer Mischung aus Interviews und nachgestellten Szenen auf die von Gewalt und Missbrauch geprägte Biografie des Kampfsport-Champions Andreas Marquardt und lässt unter anderem Katy Karrenbauer auftreten. Ein anderer ehemaliger Dschungelcamp-Teilnehmer, nämlich Winfried Glatzeder, spielt hingegen in Peter Kerns kapitalismuskritischem Sittengemälde "Der letzte Sommer der Reichen" eine wichtige Rolle.

  Infos zum Filmfestival
Berlinale – 65. Internationale Filmfestspiele Berlin vom 5. bis 15. Februar 2015. Gezeigt werden die Filme in 16 Berliner Kinos, dazu kommen noch weitere 6 Kinos aus der Rubrik "Berlinale goes Kiez". Das Herz des Festivals ist der Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz. Der 29. Teddy Award wird am Freitag, den 13. Februar in der Komischen Oper verliehen.
Links zum Thema:
» Homepage der Berlinale
» Homepage des Teddy Award
» Teddy-Blog mit allen Veranstaltungen
Mehr zum Thema:
» Special Teddy Award für Udo Kier (16.12.2014)
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Tags: berlinale, filmfestspiele, teddy award, marco berger, rosa von praunheim, peter kern
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Reaktionen zu "Ein queerer Ausblick auf die Berlinale"


 5 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
05.02.2015
13:48:17
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(+3, 7 Votes)

Von David77


Gibt es schon ein protestschreiben der afd, da es sich um eine nischenveranstaltung auf staatskosten für filmfans handelt, mit der man sicher nicht sympathisiert?


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#2
05.02.2015
15:19:38


(-5, 5 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Die Berlinale zeigt sich wieder vielseitig und wenn man sich die Filmtitel im Artikel ansieht, dann darf man(n)/frau schon gespannt sein, ob mehrere oder nur einer den begehrten Bären einheimst.


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#3
05.02.2015
18:20:45


(0, 2 Votes)

Von Hugo
Antwort zu Kommentar #1 von David77


Sag das ja nicht so laut, die kommen auf sollche dummen Gedanken, die müßen was tun gegen die Wählervergersslichkeit.


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#4
05.02.2015
20:39:49
Via Handy


(+5, 5 Votes)

Von HBausB
Aus Berlin
Mitglied seit 03.02.2015


Danke queer.de, eigentlich wollte ich mir die Berlinale schenken dieses Jahr aber jetzt wo ich das alles so lese: ich glaub ich schmeiße mich doch wieder in die Schlange vor der Kasse. Da sind interessante Begegnungen nie ausgeschlossen, letztes Jahr wartete ich zusammen mit einer Ex-Senatorin. Coming Out Geschichten kann man ja nie genug bekommen, ich zumindest. Es lohnt wie jedes Jahr auch ein Blick auf die Kurzfilme...


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#5
06.02.2015
21:47:32


(+3, 3 Votes)

Von DAnonym


Wie kann man denn den Film Sea-Shore anschauen wenn man es nicht auf die Berlinale schafft? Hat jemand einen Link hier ?
Sieht doch sehr vielversprechend aus!


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