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Szene aus dem Film: Seine Freundin hatte die Party bereits früh verlassen - es selbst wacht am nächsten Morgen im Bett eines anderen jungen Mannes auf (Bild: queerblick e.V.)

Mit dem Kurzfilm "Dare the gap" will die Leipziger Jugendgruppe J.u.n.g.S. dem Thema Bisexualität zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen – jetzt anschauen auf queer.de.

Eine Hausparty, Wodka, Armdrücken und noch mehr Wodka – das ist alles, woran sich der Protagonist im Kurzfilm "Dare the gap" erinnern kann. Sein Gedächtnis ist vage und lückenhaft. Was noch alles passiert ist, davon hat er keine Ahnung – zumindest zunächst. Denn alsbald ahnt er, dass da noch etwas sein könnte, was sein Leben auf den Kopf stellt.

Einzigartig ist diese Geschichte, die von der Jugendgruppe J.u.n.g.S. aus Leipzig erdacht wurde, nicht. Das Abschleppen vermeintlicher Heteros und das Entdecken der Lust am gleichen Geschlecht im Rausch sind häufige Momente in vielen schwulen Spielfilmen und Coming-out-Geschichten. Neu ist hingegen die Ebene, die die Jugendgruppe dem Ganzen hinzugefügt hat. Für sie ist es kein Kurzfilm über einen schwulen, sondern über einen bisexuellen jungen Mann.

Wage den Zwischenraum!


Dreh auf dem Balkon (Bild: queerblick e.V.)

Getreu dem Motto "Dare the gap" (Wage den Zwischenraum) bedeutet für sie das Begehren anderer Männer nicht, dass Frauen dadurch automatisch uninteressant werden. Im Gegenteil. Es gibt noch etwas zwischen Homo- und Heterosexualität.

"Wir haben uns für das Thema Bisexualität entschieden, weil dieser Form zu lieben unseres Erachtens nach viel zu wenig Aufmerksamkeit zukommt und sie zudem sogar oft unterschätzt bzw. nicht ernst genommen wird. Das nicht nur von heterosexuellen, sondern eben auch von LGBTI*-Menschen", sagt Sebastian Thiele.

Der 22-jährige Leipziger leitet die Jugendgruppe J.u.n.g.S. und hat mit fünf weiteren Mitstreitern den Kurzfilm kreiert. Er entstand im Rahmen eines Workshops des Medienprojektes queerblick e.V. unter dem Motto "Wir sind hier, wir sind queer". Der Workshop wurde von der Aktion Mensch finanziell gefördert.

"Neben dem Spaß beim Dreh, der Möglichkeit ein ganzes Wochenende gemeinsam an einem Projekt zu arbeiten und sich so auch besser kennenzulernen, bietet ein Filmworkshop zudem am Ende das wunderbare Gefühl etwas geschaffen zu haben", sagt Sebastian. Er und die gesamte Jugendgruppe hoffen nun, dass sie mit ihrem Film, welcher in nur zwei Tagen erdacht, gedreht und geschnitten wurde, möglichst viele Jugendliche erreichen. (cw/pm)

Youtube | Der komplette Kurzfilm der Jugendgruppe J.u.n.g.S.


#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.02.2015, 08:48h
  • Danke für diesen wunderbaren Kurzfilm! Da haben die Produzenten gute Arbeit geleistet!
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#2 MichaelTh
  • 07.02.2015, 10:17h
  • Naja, umwerfend finde ich den kleinen Film nicht.

    Ich würde auch nie einen Besoffenen abschleppen. Erstens verbietet es der Anstand, die Situation eines "Hilflosen" auszunutzen, und zweitens hab ich keine Lust, morgens neben jemandem aufzuwachen, dem das dann peinlich sein könnte. Das geht dann gegen MEINE Würde.
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#3 RespektAnonym
  • 07.02.2015, 11:24h
  • Antwort auf #2 von MichaelTh
  • > Ich würde auch nie einen Besoffenen abschleppen. Erstens verbietet es der Anstand, die Situation eines "Hilflosen" auszunutzen, und zweitens hab ich keine Lust, morgens neben jemandem aufzuwachen, dem das dann peinlich sein könnte. Das geht dann gegen MEINE Würde.

    Dem ist nichts hinzuzufügen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 stromboliProfil
  • 07.02.2015, 11:48hberlin
  • Antwort auf #2 von MichaelTh
  • vieleicht hätte man den film mehr auf die alternativfrage hin entwickeln sollen..
    was wenn die freundin weg, und da ein schnuckel einem hoffiert und um den bart schmiert.

    Früher selbst im hetenteisch gefischt und oft diese "brücke" genutzt um das objekt meiner wünsche ins bett zu kriegen, aber nie bis zum komasaufen.
    Das danach beim "hetero selbstzweifel in klassischer manier ausgebügelt werden.. "mensch was war ich zu", hat mich in meiner "würde allerdings nicht berührt...
    Meist war es saugeiler sex wo dampf abgelassen wurde.
    Einige- nicht wenige- hatten ihre wiederholung, weil eben doch was anderes geboten wurde als nur dieses heten-reinraus/trutelmäuschen spiel.

    Und ums ehrlich zu sagen: männer verstehen sich halt doch besser miteinander als mann und frauAntworten » | Direktlink »
#5 LarsAnonym
  • 07.02.2015, 12:55h
  • Antwort auf #2 von MichaelTh
  • Dein EInwand ist schon richtig. Man könnte aber auch sagen, dass hier der Alkohol dramaturgisch für den Rausch von Sex steht, auf den sich nicht selten eine gewisse Ernüchterung einstellt. Ich finde aber, der Film deutet schon an, dass der Bi-Mann auch emotional eine neue Erfarhung gemacht hat: Seine Bewegungen sind langsam, er scheint bei dem Erlebnis gedanklich zu verweilen, bei dem Gespäch mit seiner Freundin ist er verlegen und deutet an, dass er mit ihr reden möchte. Und die Umarmung des Mannes am Schluß lässt er zu - wenn auch mit einem fragenden Blick.

    Um das Thema Bisexualität ganz zu erfassen, bräuchte es aber mehr Filme - und zwar mit einer lesbischen Frau und einem schwulen Mann und einer Heterofrau. Es wäre spannend, ob die Geschichte dann anders erzählt würde.
    Sicher würde ich als schwuler Mann auch instinktiv anders reagieren, wenn die Heterofrau die Bisexuelle Affäre für den Mann wäre.
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#6 gatopardo
  • 07.02.2015, 16:02h
  • Antwort auf #4 von stromboli
  • Da sachste wat, mein Guter ! Du hast ja dann auch eine gewisse Zeitspanne in Italien verbracht und da läuft das mit Heteros, wie auch sonst im mediterranen Raum, alles etwas weniger dramatisch ab. Das mag u.U. daran liegen, dass Berührungsängste nicht so gross sind wie in Mittel- und Nordeuropa. Hierzulande küssen sich auch ganz gestandene und vermeintliche Hetero-Kerle ab, was z.B. in Deutschland gar nicht möglich ist. Ja und da kann man sich über den Kuss leichter näherkommen, falls man sich gegenseitig smpathisch ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 ----Anonym
#8 uberhammermutigAnonym
  • 07.02.2015, 18:11h
  • Zitat:
    "Getreu dem Motto "Dare the gap" (Wage den Zwischenraum) bedeutet für sie das Begehren anderer Männer nicht, dass Frauen dadurch automatisch uninteressant werden."

    Aha.

    Schwule haben also einfach nur "keinen Mut", den "Zwischenraum" zu "wagen"...

    Heteronormativität und Heterosexismus haben viele Gesichter.

    Was die Verbreitung eines solchen Mülls, der übrigens nicht selten von denen kommt, die ihre mindestens anteilige Konformität mit der gesellschaftlich erzeugten und erzwungenen Norm in eine vermeintliche Überlegenheit umdeuten wollen (gewiss einfacher als die tatsächliche Auseinandersetzung mit allgegenwärtiger, aggressiver Heteronormierung und -programmierung durch die Gesellschaft), mit Respekt und Akzeptanz zu tun haben soll, ist mir ein Rätsel.

    Wenn in dieser Gesellschaft irgendetwas "Mut" erfordert, dann ist es das selbstverständliche und -bewusste Ausleben von HOMOsexualität im Alltag, im öffentlichen Raum, in jedem Moment.

    Also, seid mutig, Jungs!
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#10 LarsAnonym
  • 07.02.2015, 18:55h
  • Antwort auf #8 von uberhammermutig
  • Sehr einseitig interpretiert. Aber es stimmt schon, der Titel ist missverständlich oder mehrdeutig.

    Ich meine, für jede Form der Sexualität braucht es Mut. Sexualität ist nie ganz eindeutig, sondern hält eine Palette von Gefühlen und Beziehungsaufgaben bereit. Wer kennt sich schon von anfang an so genau? Sexualität kann changieren zwischen Mann und Frau, zwischen Liebe und Lust, zwischen Affäre und Beziehung, zwischen einem oder mehreren Partnern, Hardcore und Zärtlichkeit, Geborgenheit und Abenteuer etc. Niemand, egal ob Homo, Bi oder Hetero fände da so ganz easy einen liebevollen Umgang - auch wenn es keine Heteronormativität gäbe. Freiheit ist nichts für Feiglinge, denn sie erfordert Verantwortung.
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