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Tunesien hat einen schwulen Schweden wegen dessen sexueller Orientierung eingesperrt

Im beliebten Reiseziel am Mittelmeer muss ein EU-Bürger wegen homosexueller Handlungen zwei Jahre hinter Gitter.

Eine Sprecherin des Außenministeriums in Stockholm hat am Samstag bestätigt, dass ein schwedischer Staatsbürger in Tunesien wegen Homosexualität festgenommen und zu zwei Jahren Haft verurteilt worden ist. Demnach soll der Mann, der zwischen 50 und 60 Jahre alt sein soll, am vergangenen Mittwoch für "homosexuelle Akte" schuldig gesprochen worden sein. Schweden habe einen diplomatischen Protest gegen die Verurteilung übermittelt und erklärt, dass sich das Land für gleiche Rechte unabhängig von der sexuellen Orientierung einer Person ausspreche.

Nach Angaben der schwedischen Zeitung "Aftonbladet" haben tunesische Behörden die Verurteilung bestätigt, wollten aber keinen weiteren Kommentar dazu abgeben. Dem Bericht zufolge hat der Mann, der zuletzt in Frankreich lebte, Einspruch gegen seine Verurteilung eingelegt.

Homofeindliche Atmosphäre

In Tunesien stehen auf gleichgeschlechtlichen Sex im privaten Umfeld bis zu drei Jahre Haft. Im von traditionellen muslimischen Ansichten geprägten Land gilt Homosexualität als Tabu-Thema. Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 glauben 94 Prozent der Tunesier, dass Homosexualität in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden dürfe. Der vergleichenden Umfrage zufolge lehnten damit in Tunesien mehr Menschen Homosexualität ab als in Palästina oder Pakistan.

Die Politik macht sich die Homophobie im Lande zunutze, auch nach dem arabischen Frühling: So hatte Samir Dilou, der in der Übergangsregierung bis vergangenes Jahr Menschenrechtsminister war, Homosexuellen generell das Recht auf Redefreiheit abgesprochen (queer.de berichtete).

Die Menschenrechtsorganisation "L'Association tunisienne de soutien des minorités" (ATSM) hat die Verurteilung des Schweden scharf kritisiert. "Dieses Gesetz ist eine Einschränkung der Freiheit", erklärte Yamina Thabet, die Chefin der Organisation. "Die ATSM fordert weiterhin, Homosexualität zu entkriminalisieren." (dk)



#1 TimonAnonym
  • 09.02.2015, 14:54h

  • Das ist natürlich ein Skandal und ein schwerer Menschenrechtsverstoß.

    Aber ich verstehe auch nicht, wie man in solche Staaten reisen kann, wo man nicht sicher ist.

    Und es geht ja auch nicht nur um die eigene Sicherheit: würde keiner mehr in solche Staaten fahren, wäre der wirtschaftliche Schaden so groß, dass sich auch was ändern würde. Aber so lange die Leute weiterhin da hin reisen, gibt es ja gar keinen Grund etwas zu ändern.
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#2 Michael43Anonym
  • 09.02.2015, 14:59h
  • Dann sollte die EU Tunesien im Tourismussektor blockieren und keine EU-Touristen mehr nach Tunesien einreisen lassen.

    Wenn dies in Brüssel umgesetzt würde, wäre schnell Schluss mit der Strafbarkeit homosexueller Handlungen in Tunesien. Gleiches gilt für Ägypten, Algerien, Marokko und Vereinigte Arabische Emirate.

    Überdies würden hier schnell auch die Regierungen von Italien, Spanien, Portugal und Griechenland zustimmen, weil sie die EU Touristen lieber in ihre eigenen Länder haben wollen.
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
#4 FoXXXynessEhemaliges Profil
#5 Homonklin44Profil
  • 09.02.2015, 15:16hTauroa Point
  • Timon und Michael43 haben eigentlich schon alles dazu gesagt. Warum reist man als Gay ausgerechnet in solche Länder?
    Mit dem Druck auf den Tourismus-Faktor kann man da noch am Ehesten was ausrichten, denn davon hängen in solchen Ländern etliche Wirtschaftszweige ab, und ohne das Versiegen potenzieller Einnahmequellen kann man in diesen von religiösen Ansichten versperrten Gesellschaften nicht viel bewirken.

    Schlimm genug dürfte die Situation für die landeseigenen GLBTIQ-Menschen sein. Ob es denen was bringt, wenn ein Tourist aus EU über mediale Interessen hinaus dort zum Publik-Fall wird?
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#6 AlexAnonym
  • 09.02.2015, 15:18h

  • Wenn ein Land, das so sehr auf den Tourismus angewiesen ist, unschuldige Touristen inhaftiert, wollen die wohl gar keine Touristen haben.

    Da sollte niemand mehr hinfahren. Dann sähen die, was sie von diesem menschenunwürdigen Verhalten haben.
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#7 TheDad
  • 09.02.2015, 15:34h
  • Antwort auf #2 von Michael43
  • ""Dann sollte die EU Tunesien im Tourismussektor blockieren und keine EU-Touristen mehr nach Tunesien einreisen lassen.""..

    Am besten mit dem Entzug des Reisepasses..

    Oder noch besser, einfach eine Mauer um die EU..
    Damit haben wir ja gute Erfahrungen gesammelt, denn die letzte Mauer hat in den 28 Jahren ihres Bestehens die Leute 40 Jahre von der Ausreise bewahrt..
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#8 AdrienEhemaliges Profil
  • 09.02.2015, 15:45h
  • Alarmieren und manchen Träumer wachrütteln sollte die erwähnte Einstellung von 94% der Tunesier zum Thema Homosexualität.
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#9 burgerbergProfil
  • 09.02.2015, 15:52hberlin
  • "Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 glauben 94 Prozent der Tunesier, dass Homosexualität in der Gesellschaft nicht akzeptiert werden dürfe."

    Ja, Ja, die ach so weltoffenen friedlichen Muslime!

    Aber macht ja nichts - vermutlich haben sogar die 6% Unrecht, die die Homosexualität in der Gesellschaft akzeptieren - die Mehrheit hat ja recht.

    Ach so, bitte keine Kommentare in Form von man wartet auf solche Geschehnisse, um den Islam zu beschimpfen. Gleichfalls bitte keine Links von Reiserobby ich kenne den ganzen Kram und viel hilft viel stimmt nicht immer!!
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#10 lucdfProfil
  • 09.02.2015, 15:57hköln
  • Ich boykottiere grundsätzlich alle moslemischen Länder. Russland, das nicht moslemisch ist, und andere homophobe Länder werden ebenfalls mein Geld nie sehen. Ob das hilft, weiß ich nicht aber so riskiere ich nicht, als Schwuler erpresst oder verhaftet zu werden.
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