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Alt und jung, arm und reich in Trauer vereint. Ein Kommentar zur Gedenkveranstaltung am Samstag in München.

Von Jürgen Friedenberg

Tausende erwiesen ihm in München die letzte Ehre, Millionen waren am Fernseher landauf, landab dabei: nein, das war kein Medienspektakel, sondern ein Rudolph Moshammer würdiger Abschied. Sensationsgier, die die Berichterstattung über den ermordeten Modemacher zuweilen abscheulich geprägt hatte, wich am Samstag wenigstens für Stunden einer ruhigen Besinnung auf das Wesentliche, auf Leben und Tod - und dies auf eine Weise, die Moshammer zu Lebzeiten vorgegeben hatte.

Alt und Jung, Arm und Reich, Prominente und Menschen wie Du und ich waren in ihrer Trauer vereint. Ist es zu viel gesagt, zu viel gewagt, wenn man behauptet: ein Volk trauerte?

Wenn es so war, dann stimmt das hoffnungsvoll. Denn die Fähigkeit, zu trauern, setzt Gefühle und Kräfte frei, die trösten und über den Trauerfall hinaus belebend in die Zukunft wirken können. Zumal dann, wenn des Toten am Grabe ehrlich gedacht wird, wenn seine Stärken nicht überzeichnet, seine Schwächen nicht vertuscht werden. In der Trauerpredigt wurde Moshammers Zwiespältigkeit nicht verschwiegen, seine homosexuelle Orientierung angesprochen, sein Verhalten als die ihm gemäße Lebenswirklichkeit respektiert.

Vielleicht könnte der bewunderte und beliebte Münchener Modemann und Wohltäter noch am Leben sein, wenn er sich zu seiner Natur ebenso offen bekannt hätte wie zu seinem sozialen Engagement. Doch wie wenig kennen wir die Persönlichkeit der Prominenten, ihre Sehnsüchte, ihre Ängste, ihre Einsamkeit – obwohl ihre Namen in aller Munde sind.

Moshammer ist tot, was bleibt? Die dankbare Erinnerung an einen großen Menschenfreund, an einen Mitmann, der zu uns Schwulen gehörte, auch wenn er sich dies selber und anderen nicht einzugestehen vermochte.

23. Januar 2005



27 Kommentare

#1 andyAnonym
  • 23.01.2005, 16:11h
  • das war guter und armer mensch . selbst sagte , wenn man für sex zahlen mus , ist schon das ende . er war aber nicht fähig eine feste bindung einzugehen . schade , schade .er hat sich die ganze zeit nach aufrichtiger liebe gesehnt . wie schwer ist um die aufrichtige liebe unter den schwulen , wissen wir gescheid . es ist noch viel schwieriger als unter den heten , denn sie sind ganz einfach mehrere.

    andy
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#2 DavidAnonym
  • 23.01.2005, 16:46h
  • @Andy,

    ich weiss ja nicht, ob du das sarkastisch gemeint hast, aber ich hoffe ernstmal, das die Leute, die gestern getrauert haben, sich mal gedanken darüber machen, WARUM er so leben musste.
    Wen nicht, dann finde ich das sehr geheuchelt.
    Auf der einen Seite trauern, aber auf der anderen Seite homosexuelle Partnerschaften nicht anerkennen, oder gar zu verlangen das unsereins dies heimlich auslebt. Genau DAS! hat ihn erst dazu getrieben!
    Sicher wäre ein Outing für ihn ein Klacks gewesen, doch war das für ihn keine Frage des Bekanntheitsgrads, sondern seiner Generation.
    Die Leute sollen sich mal Gedanken machen, wie es älteren Schwulen ergeht, bzw. weshalb/wie diese unter ihrer Einsamkeit leiden.
    Und bevor nmilitasnte Christen wieder meinen, von wegen "gegen die Natur":
    Das der Mensch einsam lebt, ist noch weniger im Sinne der Natur!
    R.I.P.!
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#3 andyAnonym
  • 23.01.2005, 19:14h
  • hi david, zur doppelmoral, vorallem der katholischen kirche, habe ich mich schon ein paar male geäussrt . ich wiederhole das nicht mehr, denn ich habe dazu schon keinen bock.
    ich lebe allein mit meinem freund schon viele jahre zusammen .ich war immer offen und ich sage jedem , dass ich das erste mal mit meinem schulfreund geschlafen hatte als ich zehn war. niemad hat mich verführt-hahahahahhahaha sondern ich habe meinen schulkollegen "verführt". aber nicht jeder ist so wie ich . es gibt männer die an die achtzig sind und sich nicht dazu bekannten , dass sie schwul sind. daran ist unsere teilweise puritanische gesellschaft , aufgeheitzt von der katholischen kirche und anderen freien gemeinden, schuld . das ist für mich doppelmoral und ich stelle das auf pranger genauso wie jesus christus.er war über die schriftgelehrten empört genauso wie ich empöre ich mich über die kardinäle und macher in der katholischen kirche.

    dass , was mosi für andere arme leute machte , kann zum vorbild vielen christen sein.
    aber er war seelisch ein armer mensch , denn er war nicht beziehung fähig, er erfuhr niemals die echte liebe , vielleicht nur von der mutti.
    unter schwulen ist die echte liebe zu erfahren sehr schwer.fast alle laufen nur nach sehr jungen boys und nach schwänzen aber nicht nach liebe . viele wissen nicht , was die liebe ist.vielleicht sehnen sie sich danach? ich weiss es nicht.

    ältere menschen , wie mosi , haben da keine chance. schade. es gibt uns schwule weniger als heten. gerade unter heten eine aufrichtige liebe und das gefühl zu finden, ist auch sehr schwer.das weiss ich ganz genau bescheid.in unseren gesellschaften wissen viele leute nicht , was die liebe überhaupt ist. und dann werden sie älter und was dann?
    solche männer wie mosi , gibt es sehr viele.
    aber mosi war bekannt.wieviel sind schon in köln und in anderen städten umgekommen?!
    das verschlechtert noch die allgemein schlechte einstellung zu uns .
    die gesetze ebnen den weg . und das ist schon gut . die gesetze ändern aber nicht die mentalität und die einstellung vieler menschen .
    vielleicht nach 100 jahren ?
    mir persönlich ist für uns , schwule , sehr traurig , dass wir oft auch unter uns so lieblos und herzlos sind .
    dabei schneiden wir uns in eigenes leib!schade , schade um mosi und um andere männer . denen ähnlich, wie ihm , geht .
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#4 DavidAnonym
  • 23.01.2005, 19:31h
  • Ja, traurig finde ich das auch, das es soweit kommen musste. Trotzdem denken die Leute noch immer nicht darüber nach.
    Keine Liebe unter Schwulen?
    Nun, ich bin erst mit meiner Orientierung klar gekommen, als ich gemerkt habe, das es eben DAS ist, was es ausmacht. Und nicht einen "Fetisch" für Schwä...
    Und ich bin seit 4 Jahren in festen Händen.
    Dabei wurde ich anfangs belächelt, weil ich anders bin und nicht in das Bild eines Schwulen passe- letztendlich ist es aber das, was die Beziehung ausmacht!
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#5 andyAnonym
  • 23.01.2005, 19:55h
  • da hast du recht david.ich war immer belächelt , dass ich keine darkrooms besuche und nicht in pinten sitze.
    na ja . ich bin ein mann , der sehr nach liebe war und ich glaube , dass ich es ein wenig gefunden habe.ich wünsche dir david , dass du auch die aufrichtige liebe findest und so lebst , wie du fühlst. vergesse nie, ohne liebe ist alles umsonst.
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#6 davidAnonym
  • 23.01.2005, 20:02h
  • Ich denke mal, wenn man mit sich klar kommt braucht man keine darkrooms.
    Ist alles mit heimlichkeiten - ich will aber offen leben, so wie ich binm, und mich nicht verstellen.
    Leider war dies Mosi nicht gegönnt - aber was erwarten die Leute? Das er keusch lebt?
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#7 andyAnonym
  • 23.01.2005, 21:00h
  • david, was erwarten die leute ? das ist eine gute frage. ich frage schon lange nicht danach , was die leute erwarten. ich habe ein wenig schon die menschenkenntnisse . sie erwarten von uns sachen , die sie selbst nich einhalten.entweder wollen sie auch nicht oder können sie nicht. ich schaue nicht auf andere menschen . das ist mir so was von egal , was sie denken und machen. für mich ist nur wichtig , dass ich mit mir im klaren bin und ich kann das verantworten, was ich mache. es ist auch wichtig , immer nach liebe und mit liebe zu handeln.alles andere ist zweitrangig .vergesse es nicht , david.
    wenn du aus liebe handelst , dann wirst du keinem mann und sich selbst alleine schaden.und das ist das wichtigste.alles ist wichtig , sex , die geilheit aber die liebe ist aller wichtigste. vegesse es nie.ciao david.
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#8 GunnarAnonym
  • 23.01.2005, 21:26h
  • @ andy: Du hast geschrieben: " ältere menschen , wie mosi , haben da keine chance. schade. es gibt uns schwule weniger als heten."
    Ich bin nahezu 45 Jahre alt und fühle mich doch etwas betroffen. Als älterer Mensch (und das bin ich zweifellos) habe ich DEINER Meinung nach keine Chance. Oder besser, ALLE älteren Menschen haben keine Chance.
    Das ist falsch.
    Richtig ist, das (erwachsene) Menschen immer eine Chance haben. Auch ich hatte sie - und ich habe sie genutzt.
    Ja, es mag manchmal schwierig sein, aber es gibt IMMER einen Ausweg, wenn Mann bereit ist, die Konsequenzen zu tragen. Glaubst du allen Ernstes, weil du jünger bist, wärest du auch mutiger? Wo und wie würdest du leben, wenn nicht die "älteren" Schwulen und Lesben angefangen hätten, für ihre (und deine) Rechte einzutreten? Freiheit zu leben ist leicht. Dafür zu kämpfen nicht. Das haben die "chancenlosen" Älteren getan.
    Wir hatten - und haben(!) unsere Chancen, und wir nutzen sie.
    Es gibt weniger Schwule als Heten, schreibst du. Ich vermute, du meinst die Anzahl der gleichgeschlechtlich Liebenden und jene, die dem anderen Geschlecht zugeneigt sind.
    Ich bin mir sicher, dass diese Bemerkung über die Anzahl so nicht stimmt.
    Denn: Die überwiegende Mehrheit aller Menschen ist -- bisexuell. Der "reine" Homo oder die "reine" Hete - sie sind in der Minderheit. Das sieht auf den ersten Blick nicht so aus, ist aber statistisch erwiesen. Wer hat denn noch nicht von einem Schwulen gehört, der sich damit gebrüstet hat, eine "Hete" flachgelegt zu haben!
    Es liegt weder am Alter, noch an der Anzahl. Es liegt an den Menschen.
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#9 robertAnonym
  • 23.01.2005, 21:36h
  • @ andy: ich habe Deine bisherigen Kommentare über die christlichen Kirchen zwar nicht gelesen, aber einen Parallele zwischen Dir und Jesus zu ziehen ist nicht haltbar und ich keiner weise angebracht. Schönen Abend noch
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#10 DieterMucAnonym
  • 23.01.2005, 22:32h
  • Nun es ist traurig aber wahr.
    Jeder wußte es doch ,er brauchte da doch nichts zu sagen.
    Aber ich mein ,es war schon lange überfällig.Er suchte sich doch immer nur Stricher.Ich kannte ihn schon sehr lang wo er noch gelernt hat am Max Josef Platz.
    Man macht soviel Gerade mit seiner Großzügigkeit ,aber keiner schaut mal hinter die Kulissen.Nur mal beim Personal angefangen,die waren doch für ihm das Letzte.Manchmal liefen sie einige Zeit hinter die Gehälter nach(dies hab ich von einigen Bekannte gehört)
    Aber ich finde ,man solle ihm in Frieden Ruhen lassen.Vielleicht trifft er sich jetzt mit Rexy Hexy (Rex Gildo) er liegt ja nicht weit weg von ihm.
    Mosi Deine seele soll Frieden finden!!!!

    Er hat es genau so getan wie Sedlmayr.
    Da hat es auch jeder gewußt und hinterher waren sie alle erstaunt.
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