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Barack Obama hat angeblich nur aus politische Erwägungen die Ehe-Öffnung abgelehnt

Der US-Präsident hat jahrelang gelogen, als er die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht ablehnte. Das behauptet Obamas früherer Spin-Doctor.

David Axelrod, ein früherer Berater des US-Präsidenten Barack Obama, gibt in seinen am Dienstag erschienenen Memoiren an, dass dieser während des Präsidentschaftswahlkampfs 2007/08 seine homofreundliche Haltung verschleiert habe, um keine religiösen afro-amerikanische Wähler zu verprellen.

Der 1955 geborene Axelrod war bis 2011 einer von Obamas Chef-Beratern. In "Believer: My Forty Years in Politics" behauptet er, der damalige Senator aus Illinois habe ihm vor rund acht Jahren im Wahlkampf gesagt, dass er die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht nie abgelehnt habe. Damals sprach sich Obama aber in der Öffentlichkeit für die Ehe als Verbindung von Mann und Frau aus, da diese "eine heilige Union" sei, und stellte Homosexuellen nur Eingetragene Lebenspartnerschaften in Aussicht. Diese Position war zu dieser Zeit Mainstream in der Führungsriege der Demokratischen Partei und wurde auch von Obamas schärfster Konkurrentin Hillary Clinton geteilt (queer.de berichtete).

Axelrod beschreibt in dem Buch eine Szene, in der Obama bei einer Veranstaltung die Gleichbehandlung abgelehnt hatte, ihm aber später vertraulich gesagt habe: "Ich bin nicht gut im Scheiße erzählen." Laut dem Buch habe sich Obama "mit dem Kompromiss nie anfreunden können". Er sei immer über die Frage "gestolpert", wenn sie in Debatten aufgekommen sei.

Dabei war Obama in den Neunzigerjahren schon weiter gewesen: Als Kandidat für den Senat von Illinois hatte er sich 1996 in einem Fragebogen für die Ehe-Öffnung ausgesprochen, wollte später aber nichts mehr von dieser Position wissen. Erst 2012 hat er sich ein halbes Jahr vor seiner Wiederwahl als Unterstützer der Gleichstellung geoutet (queer.de berichtete). Zu diesem Zeitpunkt hat sich – anders als 2007/08 – eine Mehrheit der Amerikaner für die Gleichstellung ausgesprochen.

Angst vor "schwarzer Kirche"


David Axelrod war Berater unter den Präsidenten Bill Clinton und Barack Obama (Bild: Veni / flickr / by 2.0)

Grund für die öffentliche Haltung Obamas sei die Kirche gewesen, schreibt der Ex-Berater: "Die Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Ehe war besonders stark in der schwarzen Kirche vertreten, und da er für ein höheres Amt angetreten ist, hat er widerwillig den Rat von Pragmatikern wie mir befolgt und seine Position geändert".

Schwarze Amerikaner, die überdurchschnittlich religiös sind und zu mehr als 90 Prozent Obama gewählt haben, waren in der Vergangenheit zu einem weit größeren Anteil gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Obamas Eintreten für die Ehe-Öffnung führte aber in dieser Gruppe zum Teil zu einem Umdenken: So zeigten Umfragen, dass viele schwarze Amerikaner ihre Meinung zum Thema schnell änderten, nachdem sich Obama auf die Seite der Ehe-Befürworter geschlagen hatte (queer.de berichtete).

Im Buch gibt es eine Reihe weiterer Enthüllungen. So habe Obama 2007 bei einem Treffen mit Apple-Gründer Steve Jobs vorausgesagt, dass das iPhone sehr erfolgreich werde. Außerdem soll der US-Präsident genervt sein von seinem Vizepräsidenten Joe Biden, weil der frühere Senator aus Delaware zu viel rede. (dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
#2 5ih33Anonym
  • 11.02.2015, 14:02h
  • Obama war ja auch schon als Regionalpolitiker in Illinois laut einem Dokument mit seiner Unterschrift für die Öffnung der Ehe.

    Er war jedoch zu feige um seine Überzeugung auch als Präsident 2008 durchzusetzen.
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#3 MonicaAnonym
#4 pipinessASusualAnonym
#5 real politicsAnonym
  • 11.02.2015, 14:46h
  • na und?? Obama ist ein PRAGMATIKER wie alle hochambitionierten Politiker, die grosse karriere machen wollen, und dreht immer sein meinungsfähnchen in die Richtung in die neueste wälerumfragen so zeigen.

    was ist so falsches daran, Hollande, Renzi oder Tsipras sind doch auch nicht besser??
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#6 ursus
  • 11.02.2015, 16:22h
  • Antwort auf #5 von real politics
  • falsch daran ist, dass er damit über einen langen zeitraum hinweg homophobe tendenzen in der bevölkerung gegen besseres wissen bekräftigt hat.

    falsch daran ist außerdem, dass politik nicht darin bestehen sollte, eigene überzeugungen zu verstecken, um erst einmal gewählt zu werden und dann zu tun, wozu man lust hat, sondern darin, die eigene position so zu vertreten, dass man die menschen überzeugt und dann WEGEN seiner überzeugungen gewählt wird und nicht TROTZ ihrer.

    politische glaubwürdigkeit sieht anders aus.

    ich sehe dabei durchaus, welche pragmatische perspektive hinter dieser entscheidung steht. alle politiker_innen, die sich diesem "pragmatismus" verschreiben und ihn als den normalfall verkaufen wollen, statt sich für eine politik der transparenz und der ehrlichkeit einzusetzen, schaden aber m.e. dem politischen system als ganzem.

    ich glaube nicht daran, dass wirklich eine mehrheit der menschen beschissen werden will. vielleicht ist das naiv...
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#7 priamos11Anonym
  • 11.02.2015, 16:46h
  • Antwort auf #3 von Monica
  • Bist Du da nicht etwas naiv? Nenne mir einen Politiker oder überhaupt irgend einen Menschen, der noch nie gelogen hat, außer Dir natürlich.
    Zudem ist das aus meiner Sicht eher eine Notlüge.
    Und hier zählt doch wohl das Ergebnis: Er wurde gewählt und konnte seine liberale Einstellung zu dem Thema erfolgreich einsetzen.
    Wie hätte es denn damit ausgesehen, wenn ein Republikaner Präsident geworden wäre?
    Oder wäre genau das Dir lieber gewesen?
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#8 lesezeitAnonym
#9 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 11.02.2015, 17:29h
  • Obama mußte einiges aufholen, was unter George W. Bush in Sachen Homorechte liegenblieb!
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#10 goddamn liberalAnonym
  • 11.02.2015, 17:54h
  • Antwort auf #6 von ursus
  • Man sollte an Politker nicht höhere Maßstabe anlegen, als an sich selbst.

    Obamas Vorgehen war zielorientiert und hat zum richtigen Ziel geführt.

    "Schwarze Amerikaner, die überdurchschnittlich religiös sind und zu mehr als 90 Prozent Obama gewählt haben, waren in der Vergangenheit zu einem weit größeren Anteil gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Obamas Eintreten für die Ehe-Öffnung führte aber in dieser Gruppe zum Teil zu einem Umdenken: So zeigten Umfragen, dass viele schwarze Amerikaner ihre Meinung zum Thema schnell änderten, nachdem sich Obama auf die Seite der Ehe-Befürworter geschlagen hatte."

    Obama kennt die Mentalität der 'Afro-Amerikaner' gut, obwohl er streng genommen keiner ist, sondern ein Amerikaner afrikanischer und europäischer Herkunft, der eben nicht von Sklaven abstammt, sondern väterlicherseits aus der Oberschicht Afrikas.

    Er wußte, dass er erst mit der Autorität des ersten afrikanisch-stämmigen Präsidenten einen Meinungsunschwung erreichen konnte.

    Er hat nie homphobe Gesetze unterstützt, wie es Clinton aus Taktik in den 90ern tat.

    Er hat gleich bei seiner ersten Vereidigung Pro-LGTB-Signale gesetzt. Vor seiner Wiederwahl hat er sich für das Eherecht eingesetzt.

    Der Meinungsumschwung ist ihm gelungen. Wo ist das Problem?
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