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SPD-Fraktionschef Jan Lindenau hatte den Zorn der Community auf sich gezogen (Bild: SPD Lübeck)

Trotz ihrer Ablehnung, dem landesweiten Bündnis gegen Homophobie beizutreten, dürfen sich die Sozialdemokraten in Lübeck weiterhin beim CSD engagieren. Dies ist das Ergebnis eines klärenden Gespräches zwischen SPD-Fraktionschef Jan Lindenau und Christian Till, dem Vorsitzenden des CSD-Vereins.

Am 29. Januar hatte die Lübecker Bürgerschaft mit den Stimmen von SPD und CDU einen Antrag der Grünen abgelehnt, die "Lübecker Erklärung für Akzeptanz und Respekt" zu unterschreiben und dem "Bündnis gegen Homophobie in Schleswig-Holstein" beizutreten. CSD-Chef Till hatte daraufhin öffentlich eine weitere Zusammenarbeit mit den Sozialdemokraten in Frage gestellt (queer.de berichtete).

Am Mittwoch veröffentlichten Till und Lindenau nun eine gemeinsame Erklärung, die wir im Folgenden dokumentieren:

"Nachdem viel über die Entscheidung der Lübecker Bürgerschaft, nicht dem Bündnis gegen Homophobie beizutreten, diskutiert wurde, trafen sich am Donnerstag, 5. Februar 2015, Vertreter der SPD-Bürgerschaftsfraktion, des LSVD Schleswig-Holstein e.V. und des Lübecker CSD e.V. zu einem versöhnlichen und klärenden Gespräch im Rathaus.

Gemeinsam stellten die Gesprächspartner fest, dass die Auswirkungen von Homophobie und die unvollständige rechtliche Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Paaren täglich auch Menschen in Lübeck und Schleswig-Holstein betreffen. Um dem entgegenzuwirken, muss gerade auf Kommunal- und Landesebene an einem Strang gezogen werden. Damit ist auch die Hansestadt als Arbeitgeber, Dienstleister und Geschäftspartner in einer besonderen Verantwortung, die Akzeptanz für die vielfältigen Lebensweisen in Lübeck zu stärken.

Abschließend einigten sich die Vertreter aus Partei und Vereinen, den direkten Austausch zu vertiefen und sich weiter gemeinsam gegen Homophobie stark zu machen. Die Lübecker SPD machte deutlich immer für die Anliegen der schwul-lesbischen Community ansprechbar zu sein und weiter den Christopher Street Day und seine Inhalte zu unterstützen." (cw)



#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 18.02.2015, 16:30h
  • Wäre ich an Stelle des CSD Lübeck und des LSVD gewesen, hätte ich der SPD etwas gesch... und den Kontakt erst wieder nach dem Beitritt von Lübeck zum "Bündnis gegen Homophobie" aufgenommen! Da haben sich die beiden von der SPD ganz schön um den Finger wickeln lassen!
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#2 Rosa SoliAnonym
  • 18.02.2015, 17:23h
  • Antwort auf #1 von FoXXXyness
  • Das ist alles nur schwer verständlich, zumal einige Kilomter weiter in Flensburg die SPD vor wenigen Tagen den Beitritt zum Bündnis gegen Homophobie möglich gemacht hat.

    In Flensburg geht es, in Lübeck nicht!? Merkwürdige Politik. Wer soll das verstehen?

    Am Ende hat's nur daran gelegen, dass in Lübeck der Antrag von den Grünen eingebracht wurde. Was von denen aus der Opposition kommt, wird grundsätzlich abgeblockt, auch wenn man in der Sache eigentlich dafür ist. Das ist Politik auf Kindergarten-Niveau.

    Eine Blamage für die Lübecker SPD.
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#3 RobinAnonym
  • 18.02.2015, 20:34h
  • Da deutsche CSDs immer wieder den Bückling machen und homophobe Parteien mitlaufen lassen, wundert mich das nicht.

    Natürlich dürfen wir nicht mehr hoffen, noch ernstgenommen zu werden, aber offenbar wollen viele das ja so.
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#4 Dirk_in_Berlin
  • 18.02.2015, 21:01h
  • Antwort auf #3 von Robin
  • Du möchtest also behaupten, dass die SPD eine homophobe Partei sei?

    Das nicht alles Gold ist, was glänzt, ist klar, und auch innerhalb der SPD gibt es stark Veränderungsbedarf, auch das ist klar, aber die SPD ist weit weg von einer homophoben Partei à la "C"DU/"C"SU(Stichworte: Reiche, Steinbach, Kauder, etc.) oder sogar "AFD" (Stichwort: von Storch).
    Mich ärgert auch, dass man vollmundig "100% Gleichstellung- nur mit uns" verkündet hat, und dann nur die Umsetzung eines Urteils des BVerfG dabei herumkommt.
    Nur, wenn man realistisch ist, bei dieser Regierungskonstellation kommt man nicht mit allen Themen durch in den Koalitionsverhandlungen (und, ich gesteh's: diese fehlenden Punkte und noch so einiges anderes aus dem Programm haben mich veranlasst, gegen den Koalitionsvertrag bei der Mitgliederbefragung zu stimmen, nur das sahen 76 % der Genoss*innen anders, und so muss ich mich damit auseinandersetzen und kämpfen für mehr Interesse und Einsatz der Genoss*innen auch an Partikularinteressen)
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#5 RobinAnonym
  • 18.02.2015, 22:03h
  • Antwort auf #4 von Dirk_in_Berlin
  • " aber die SPD ist weit weg von einer homophoben Partei à la "C"DU/"C"SU "

    Und wieso ermöglicht die SPD dann genau diesen Parteien weiterhin GLBTI zu diskriminieren?

    Obwohl die CDU/CSU das ohne die SPD nicht könnte! Und obwohl die SPD "100% Gleichstellung" versprochen hatte und jetzt 0% abliefert!

    Merke:
    Homophob sind nicht nur diejenigen, die öffentlich hetzen, sondern auch diejenigen, die denen die Diskriminierung erst ermöglichen. Und man wird nicht weniger homophob, wenn man zwar labert und volle Gleichstellung verspricht, dann aber das genaue Gegenteil tut...
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#6 AlexAnonym
  • 18.02.2015, 22:42h
  • Antwort auf #4 von Dirk_in_Berlin

  • Fakt ist doch, dass die SPD (genau wie die FDP) uns immer wieder Gleichstellung verspricht, aber dann in der Realität kein bisschen verbessert und stattdessen für weitere Diskriminierung sorgt.

    Ich weiß nicht, ob das aus Homohass, Gleichgültigkeit, Machtgeilheit oder einer Kombination aus allem geschieht. Das ist aber auch egal, da das Ergebnis immer dasselbe ist.

    Und solche Parteien gehören auch für mich nicht auf CSDs. Dass die uns verarschen und für dumm verkaufen ist das eine. Aber dann brauchen wir denen nicht auch noch ein Forum dafür zu bieten.
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#7 Homonklin44Profil
  • 19.02.2015, 04:31hTauroa Point
  • Antwort auf #3 von Robin
  • Na dass die deshalb gleich alle homophob verortet denken, glaube ich auch nicht. Auch die ganzen Partei-Fritzen, da gibt es oft genug welche, die selbst schwul / lesbisch sind. Das verdammte System ist bloß derart behindert angelegt, sodass die ihre Denkströmungen nicht auf den Pott kriegen, und andere, ganz Deutschland oder je nach Ebene das Bundesland angehende Themata vorne an stehen.

    Ein bisschen Umdenken und systematische Erweiterungen könnten das ändern, ich bekomme aber schon lange das Reading, dass sowas in diesem Land nicht gefragt ist. Man biegt und bricht lieber die Menschen, bis ihre Denke zu den Anforderungen zu eng und zu blockierend gewordener Systeme passt.

    Nicht meine Schuld ... eine Maschine, die zu oft Rost ansetzt und in deren Hydraulik sich der Schmock fest frisst, bleibt irgendwann stehen.
    Egal, welche Partei-Farbe die trägt.
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#8 HeinerAnonym
  • 19.02.2015, 09:23h
  • Antwort auf #6 von Alex
  • Ja, Verlogenheit, Heuchelei und Scheinheiligkeit gehören eigentlich gerade auf CSDs kritisiert und nicht unterstützt.

    Ob Diskriminierung aus echter Überzeugung und tief sitzendem Hass geschieht oder "nur" aus Gleichgültigkeit gepaart mit Machtgeilheit ist am Ende ziemlich egal.

    Solange wir solchen Parteien erlauben, sich auf CSDs weiterhin als homofreundlich zu präsentieren, obwohl sie (egal aus welchen Motiven) das genaue Gegenteil tun, wird sich in Deutschland GAR NICHTS ändern...

    Würden nur mal bei einer einzigen Bundestagswahl alle GLBTI solchen Parteien einen Denkzettel verpassen, würden die uns nie mehr dermaßen verarschen. Und das betrifft ausdrücklich nicht nur die SPD, sondern auch die FDP. Und die Union ist ja eh unwählbar.
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#9 PeerAnonym
  • 19.02.2015, 16:48h
  • Antwort auf #4 von Dirk_in_Berlin
  • CDU, CSU und SPD sorgen GEMEINSAM dafür, dass wir weiterhin diskriminiert werden und sich rein gar nichts ändert.

    Willst Du jetzt tatsächlich behaupten, die SPD sei weniger homophob, nur weil die uns zusätzlich noch verarschen und uns vorgaukeln, sie wären auf unserer Seite.

    Nein: die SPD trägt genauso die Mitverantwortung dafür wie die Union.
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#10 JasperAnonym
  • 19.02.2015, 22:00h
  • Wer weitere Diskriminierung ermöglicht (egal ob aus Überzeugung oder aus Gleichgültigkeit) ist für mich unwählbar und hat meiner Meinung nach auch auf CSDs nichts zu suchen!

    Punkt!
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