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  • 19.02.2015           84      Teilen:   |

Rechtspopulismus

Frauke Petry will an Schulen die "normale" Familie schützen

Artikelbild
Frauke Petry will dafür sorgen, dass Schüler möglichst nichts über die Existenz von Schwulen und Lesben erfahren

Die AfD-Sprecherin bezweifelt, dass Homophobie an Schulen ein Problem ist, obwohl Studien das Gegenteil beweisen.

Nicht Schwule und Lesben, sondern "normale" Familien sollten an Grundschulen geschützt werden, so die in rhetorische Fragen verpackte Forderung der sächsischen AfD-Chefin Frauke Petry am Dienstag auf ihrer Facebook-Seite.

Dort schrieb die Politikerin: "Ist denn Homophobie (Angst vor homosexuellen Menschen), hier speziell bei Grundschülern in den dritten und vierten Klassen so weit verbreitet, dass die Kinder dieses Alters in Schulen und Kindertagesstätten damit konfrontiert werden müssten?" Die 39-Jährige, die vor einem halben Jahr als Spitzenkandidaten der sächsischen AfD mit einem Wahlkampf gegen "Überfremdung" rund zehn Prozent der Stimmen gewinnen konnte, reagiert damit auf eine Auseinandersetzung um Aufklärungspläne in Schleswig-Holstein.

Petry deutete an, dass es besser sei, heterosexuelle Familien statt Schwule und Lesben zu schützen – und führte das Grundgesetz als Grund an: "[S]ollte der Staat nicht, gerade im Hinblick auf die demographische Entwicklung in unserem Land, viel eher die 'normale' Familie schützen, wie es auch Art. 6 GG vorsieht?"

Sie bezieht sich damit auf den besonderen Schutz von Ehe und Familie in der deutschen Verfassung. Der Artikel wird von Homo-Gegnern gerne als Argument gegen die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht angeführt. Allerdings hatte das Bundesverfassungsgericht mehrfach festgestellt, dass daraus keine Schlechterstellung von Lebenspartnerschaften abzuleiten ist, und zuletzt auch, dass auch Homo-Paare mit Kindern selbst Familie sind und unter den Schutz fallen.

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Studien: Mobbing gegen Schwule und Lesben an Schulen alltäglich

Studien haben in der Vergangenheit gezeigt, dass homosexuellenfeindliches Mobbing bereits unter jungen Schülern weit verbreitet ist. So kam eine Berliner Studie aus dem Jahr 2012 zu dem Ergebnis, dass fast zwei Drittel der Sechstklässler "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort benutzen (queer.de berichtete). Auch internationale Studien kommen zu dem Ergebnis, dass junge Schwule und Lesben überproportional Mobbing ausgesetzt sind, so etwa eine Untersuchung der renommierten Cambridge-Universität (queer.de berichtete). Laut einer US-Studie sind schwule und lesbische Schüler auch drei Mal so häufig Online-Mobbing ausgesetzt als andere Jugendliche (queer.de berichtete).

Anlass für die Äußerung Petrys, die auf der Facebook-Seite zahlreiche homophobe Kommentare ihrer Anhänger provozierte, ist ein Bericht des "Hamburger Abendblatts" über eine geplante Aufklärung über Homo- und Transsexualität an Grundschulen in Schleswig-Holstein. Mit der Veröffentlichung eines kleinen Teils der noch unfertigen Unterrichtsmaterialien erwecken einige Politiker und Medien seit Wochen den Eindruck, die heterosexuelle Familie würde damit an den Rand gedrängt (queer.de berichtete). Entsprechende Skandalisierungsversuche hatte es in den letzten Monaten immer wieder gegeben, wenn Bundesländer gezielter im Unterricht auf LGBT-Themen eingehen wollten.

Die AfD hatte zuletzt im Hamburger Wahlkampf versucht, mit Homophobie Stimmen zu sammeln (queer.de berichtete). Außerdem hat die AfD-Europaabgeordnete Beatrix von Storch Ende Januar zugegeben, dass sie persönlich die homophoben "Demos für alle" organisiert (queer.de berichtete). Diese richten sich gegen Schulaufklärung über "sexuelle Vielfalt". (dk)

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Tags: afd, frauke petry, schule
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Reaktionen zu "Frauke Petry will an Schulen die "normale" Familie schützen"


 84 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
19.02.2015
13:16:48


(+19, 19 Votes)

Von Voltaire


Gegen Minderheiten hetzen. Die Lieblingsbeschäftigung der AfD. "Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit" ist halt die Maxime dieser Partei. Einfach widerlich!


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#2
19.02.2015
13:30:29
Via Handy


(+18, 18 Votes)

Von Alex


AfD halt. Rechtspopulismus pur.

Da werden sogar wissenschaftliche Studien in Zweifel gezogen.


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#3
19.02.2015
13:41:43
Via Handy


(+16, 16 Votes)

Von Timon


AfD = Allianz faschistischer Deppen


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#4
19.02.2015
13:44:48
Via Handy


(+16, 16 Votes)

Von Nico
Antwort zu Kommentar #2 von Alex


Passt doch zu deren Klientel. Die lehnen alles ab, was deren Horizont übersteigt. Egal ob Homosexuelle, Migranten oder eben Wissenschaft.


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#5
19.02.2015
14:00:51


(-24, 32 Votes)

Von Michael43


Ich halte von der AfD nichts und auch nicht von Frauke Petry und Fra uvon Storch.

Aber Frau Petry hat in einem Punkt Recht, das es in der Tat noch nicht in der Grundschule des Themas "LGBT" als Lehrstoffinhalt bedarf.

Meines Erachtens gehört das Thema "LGBT" schwerpunktmäßig und altersgerecht in die Lehrpläne der Gymnasien/Realschulen/Hauptschulen und dort dann in die 8., 9. und 10. Schulklassen im Unterrichtsstoff behandelt.


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#6
19.02.2015
14:19:45
Via Handy


(+16, 16 Votes)

Von J-eye


Lalalalala... die Erde ist eine Scheibe! ... ich kann euch nicht hööören!
Die Frage ist da doch immer: Dummheit oder pure Boshaftigkeit (Populismus). Oder beides?


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#7
19.02.2015
14:39:41


(+15, 15 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #6 von J-eye


Beim derzeitigen Stand der Diskussion muss man von Boshaftigkeit sprechen, da die Leute, die sich derart gegen Lehrpläne aussprechen, ja nicht auf den Kopf gefallen sind. Sie wissen ja, daß sie einer Ideologie folgen.


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#8
19.02.2015
14:40:06


(+15, 15 Votes)

Von MeineFresse


Ich denke, dass auch 3 bis 4 jährige schon homophob sein können.
Auch in solchem Alter gibt es Leute die als "anders" wahrgenommen werden, speziell die feminineren, und auch die Beschimpfung schwul/lesbisch. Habe ich selbst erlebt bei der Betreuung von Kindern, ich konnte aber intervenieren.
Das lernen die Zuhause oder von älteren und machen es dann nach, selbst ohne konkret zu wissen, was Homosexualität bedeutet.

Zu wissen was es bedeutet, ist meiner Meinung nach auch kein Thema mit einer Altersgrenze. Das können nur Leute behaupten, die meinen Homosexualität = PornoDarkRoomSexBlasen SpermaSextoysund DieKinderMüssenDasImUnterrichtNachmachen.

In Geschichte könnte man über die Historie der Homosexualität sprechen, Nazideutschland, die liberale Zeit davor, Alan Turing usw.
In Sozialkunde über die politischen Rechte, vielleicht eine Diskussion starten über Eheöffnung vs Lebenspartnerschaft o.ä.
Und für die kleinen könnte eine Diktat lauten "Anna und Pia haben sich verpartnert und gehen zur Feier des Tages in den Zoo".

Die Frau ist gefährlich, es gibt doch keine Zeit in der Menschheitsgeschichte in der heteros von lgbt verfolgt oder diskriminiert wurden und es gibt auch kein entweder/oder, also entweder man "schützt" die "normale" Familie oder man schützt lgbt, das geht auch beides gleichzeitig.
Da einen Widerspruch zu sehen zeigt schon welches Gedankengut dahinter steht.


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#9
19.02.2015
15:02:20


(+7, 13 Votes)

Von liberalissimo


Auch Hans Olaf Henkel, den ich über Jahrzehnte verehrt habe, hat etwas überaus Dummes gesagt: "Kinder haben einen Anspruch auf Vater und Mutter."

Wo, Herr Henkel, kann dieser Anspruch eingeklagt werden? Und wie wird das Urteil vollstreckt?

Henkel insinuiert, daß bei der Adoption durch homosexuelle Paare Kinder aus intakten Familien herausgerissen würden. Diese unterschwellige Behauptung ist falsch, bösartig und dumm.

Warum klagen dann nicht die deutschen Heimkinder?

Zur Adoption stehen nur Kinder zur Verfügung, die weder Vater noch Mutter haben. Für sie bedeutet es ein ungeheures Glück, plötzlich zwei liebende Väter zu haben und nicht mehr allein zu sein.


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#10
19.02.2015
15:08:11


(+15, 15 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Mein Gott, schon wieder so eine Schnepfe, die einfach immer noch nicht geblickt hat, um was es geht!!!

Kinder sollen doch gerade NICHT nicht mit Homosex. "konfrontiert" werden, als ob es dabei um ein schwieriges Problemthema ginge wie Umweltschutz oder Kriegskonflikte, sondern sie sollen Homosex. genauso wie Heterosex. als ganz normale Lebensform kennenlernen. Einfach so. Ohne jede "Konfrontation". Wo ist das Problem??


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