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  • 20.02.2015           9      Teilen:   |

Preview im Schwulen Museum*

Das erste schwule Porno-Musical

Artikelbild
Musicalautor Florian Klein überträgt in "Porn - The Musical" die Erfahrungen seines Porno-Alter-Ego Hans Berlin auf die Abenteuer des fiktionalen 20-jährigen Einsteigers Taylor Trent

Ur-Uraufführung am Sonntag in Berlin: Pornostar Florian Klein alias Hans Berlin präsentiert im Schwulen Museum* den Prototyp eines Pornbiz-Musicals.

Von Robert Niedermeier

Das gab es noch nie: ein schwules Porno-Musical. Im April beginnt der Erfinder in New York mit der Umsetzung der Bühnen-Inszenierung von "Porn – The Musical": "Drei bis vier Jahre kann es noch dauern, bis das Stück in einem Off-Broadway-Theater zur Aufführung kommt", dämpft Florian Klein alias Hans Berlin vorschnelle Jubelstürme.

Dafür trumpft der musikalische Erotik-Darsteller mit einer Überraschung auf: Statt der für diesen Sonntag geplanten schnöden Lesung aus seinem Musical-Skript präsentiert Florian Klein in Berlins Schwulem Museum* eine Art Ur-Uraufführung mit hochkarätiger Besetzung im Hollywood-Format. Stars der Musical-Szene wie Ben-Hur-Darsteller Michael Knete oder der Schauspieler und Produzent Frank Christian Marx ("Männer zum Knutschen") proben bereits vor Ort in Schöneberg mit weiteren erlesenen Fachkräften der Kulturbranche.

Die Regieanweisung liest im fließenden Englisch Johannes Oertel, der 18-jährige Sohn der Komische-Oper-Sängerin Christiane Oertel. Die Regie führt Ulrich Wiggers, der zurzeit in Potsdam "La Cage aux Folles" aufführt (queer.de berichtete).

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Ein Spin-off der Ausstellung "Porn that Way"

Florian Klein beim Vortrag "Naked Opera – Die Pornographie des Musiktheaters" Ende Januar in der Berliner Humboldt-Uni
Florian Klein beim Vortrag "Naked Opera – Die Pornographie des Musiktheaters" Ende Januar in der Berliner Humboldt-Uni

Die englischsprachige Veranstaltung ist ein Spin-off der bis zum 24. Mai verlängerten Ausstellung "Porn that Way" (queer.de berichtete). Kurator Kevin Clarke zeigt sich über das überraschende Staraufgebot begeistert: "Damit haben wir nicht gerechnet, dass Florian ein komplettes Szenenspiel auf die Beine stellt."

Clarke traf Klein zuletzt am 22. Januar persönlich. Das LGBTI-Referat der Berliner Humboldt Universität organisiert und finanziert die parallel zur Porno-Ausstellung laufende akademische Veranstaltungs-Reihe "Screening Desires". Der Porno-Performer lauschte vor einem Monat wie etwa 80 weitere Gäste aus Wissenschaft und Unterhaltung Kevin Clarkes Vortrag über die Einflüsse von Oper und Operette auf die queere Porno-Kultur. Ein Steckenpferd des britisch-deutschen Publizisten und queer.de-Autors.

Sein Faible machte Clarke bereits im Vorfeld der erfolgreichen "Porn that Way"-Ausstellung zum Dogma: "Ohne eine Opern-Wand mache ich nicht mit", überzeugte der Journalist und Buchautor die drei anderen Kuratorinnen. Widerstand war zwecklos und auch gering.

In der Tat gibt es viel zu erzählen über Musiktheater-Werke mit pornografischen Elementen oder Pornos, die dramaturgische Fragmente des Musikgenres aufgreifen: "Der Pornofilm ist bis zu einem gewissen Grad eine Art Musical, bei dem die Sex-Nummer an den Platz der Musiknummer tritt", referierte Kevin im Uni-Vorlesungsaal. Florian Kleins Musicalprojekt stieß auf derselben Veranstaltung gleichfalls auf reges Interesse.

Keine Sexshow mit Gesang

"Porn – The Musical", das macht Klein auch im queer.de-Gespräch deutlich, ist keine Sexshow mit Songs. Vielmehr ein kaleidoskopischer Blick auf die internationale Porno-Industrie, erzählerisch angesiedelt zwischen Drama und bizarren Momentaufnahmen im Alltag eines Pornodarstellers. Inspiriert habe ihn das von Richard Attenborough filmisch umgesetzte Broadway-Musical "A Chorus Line". Doch statt um Tanzschritte dreht es es sich in seinem Stück um Erektionsspritzen, unangenehme Produzenten und Stress am Set.

"Porn – The Musical" soll unterhaltsam sein, aber nicht trivial. Florian Klein überträgt die Erfahrungen seines Alter Ego Hans Berlin auf die Abenteuer des fiktionalen 20-jährigen Porno-Einsteigers Taylor Trent. Er begegnet Mr. Su, eine der wenigen Produzentinnen schwuler Pornoerzeugnisse. Die Vorlage für diese schillernde Figur der US-amerikanischen Szene ist die Gay Porn Mum Mr. Pam.

Die Schattenseiten hinter den Kulissen der auf Zelluloid gebannten Sexmärchen lässt der Autor nicht aus: Der Selbstmord eines alternden Darstellers, schmierige Typen, die sich an junge Models heranmachen, oder unkontrollierter Drogenkonsum gehören zum Plot. "Die Songs habe ich bereits geschrieben, doch der Sound muss noch entwickeln werden", sagt der charmante Erotikdarsteller. Die Arbeit dafür beginnt im Frühling in New York City.

Erst mit 40 ins Pornogeschäft eingestiegen

Florian Klein zeigt am Brandenburger Tor sein zweitbestes Stück
Florian Klein zeigt am Brandenburger Tor sein zweitbestes Stück (Bild: Mirko Nagel)

Florian Klein selbst stieg erst zu seinem 40. Geburtstag ins Pornogeschäft ein. Doch bereits als Twen lockte ihn die Show-Branche. Aufgewachsen in Garmisch-Partenkirchen schloss sich der 1972 geborene, gebürtige Bayer nach einer Gesangsausbildung der Popformation F.A.M. an. Erfolglos. "Seither habe ich in diversen kleinen Musical-Produktionen mitgemacht. Aber mich zog's dann doch zum Schauspiel", erzählt Klein. Jetzt möchte er beide Stränge wieder zusammenführen.

Im vergangenen Jahr wurde sein Einakter "Positive Negativity" auf einem New Yorker Theaterfestival aufgeführt. "Mit Regisseur Alan Souza möchte ich auch 'Porn – The Musical' umsetzen", sagt Florian Klein.

Nach Amerika ging er 2003, um Karriere zu machen, verliebte sich, zog 2006 von New York nach Los Angeles und führte in Hollywood das typische Leben eines frustrierten, zumeist arbeitslosen Schauspielers. Der Griff zu Antidepressiva und der Gang zum Therapeuten gehörten zum tristen Alltag im sonnigen Kalifornien dazu.

"Porno hat mich zu einem zufriedenen Menschen gemacht", gibt Florian zu. Der passive und aktive Porno-Darsteller mimt im reellen Sexschauspieler-Leben oftmals den scharfen dominanten Daddy. "Aufgrund meines Alters", weiß Florian. Das passiert dem jungen Twink im "Porn – the Musical"-Drehbuch nicht. Vielmehr machen sich die Protagonisten Sorgen, ob der junge Mann die vielen Drogen am Set auch überlebt.

Illustres Staraufgebot im Schwulen Museum*

Für Florian Klein mündet die von ihm erfundene Coming-of-Age-Geschichte im echten Leben in ein Coming-out als Hans Berlin gegenüber seinen Eltern. "Ich habe ihnen erst vor ein paar Wochen erzählt, dass ich auch Pornos drehe", erzählt er. Neben Sexfilmen und Porno-Performances im Internet und auf Shows wirkt Florian nach wie vor auch in Produktionen deutscher Privatsender mit. Etwa in der SAT.1-Vorabendserie "In Gefahr." Nicht von Ungefähr verfügt Florian also über gute Beziehungen und einem großen Netzwerk im deutschen Unterhaltungskarussell.

Ein Vorteil, den er nun für die Präsentation von "Porn – The Musical" im Schwulen Museum* nutzt, um ein illustres Staraufgebot zusammenzutrommeln. Mit von der Partie sind etwa Christian Miebach vom Theater des Westens oder Dennis Grabosch und Michael Nathaniel Kuehl aus der Soap "Alles was zählt". Joachim Villegas spielt die Dialoge des blutjungen Pornoaspiranten Taylor Trent.

Innerhalb weniger Tage stellt Florian quasi einen kompletten Prototypen seines Musicals auf die Minibühne des Schwulen Museums*. Ohne Fleischbeschau, dafür aber mit viel Charme und Charisma trifft am Sonntag prickelnde Erotik auf sprachliche Eleganz. Fehlt halt nur noch die Musik.

  Infos zur Veranstaltung
Exklusive Lesung Porn – The Musical am Sonntag. den 22. Februar 2015 um 16 Uhr im Schwulen Museum*, Lützowstraße 73, 10785 Berlin. Eintritt: 7,50 € (ermäßigt 4 €) Euro. Frühes Erscheinen wird empfohlen. Darsteller: Joachim Villegas (Taylor Trent), Frank Christian Marx (Jesse Apollo), Michael Knese (James Grant), Raymond Green (Tiger Black), Patricia (Mr. Sue), Dennis Grabosch (Adrian Ryker), Michael Nathaniel Kühl (Butch O'Neal), Kaan Taback (Washington), Christian Miebach (Sam Santos), Johannes Brüssau (Jr Andrews), Tim Olcay (Martin Lords). Die Regieanweisungen liest Johannes Oertel.
Links zum Thema:
» Ausführliches Interview mit Florian Klein zu "Porn - The Musical"
» Homepage des Schwulen Museums*
Mehr zum Thema:
» Eine queere Orgie für den Kopf (01.01.2015)
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Tags: porn - the musical, schwules museum, hans berlin, florian klein, musical, kevin clarke
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Reaktionen zu "Das erste schwule Porno-Musical"


 9 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
20.02.2015
08:49:22


(0, 6 Votes)

Von ehemaligem User FoXXXyness


Toll, daß auch der Roman-Darsteller aus der Soap "Alles was zählt" auch mit dabei ist! Lange nichts mehr von ihm gehört!


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#2
20.02.2015
09:12:38


(+2, 6 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


ein tolles Lächeln hat er, Hans Berlin/Florian Klein. Hab mal ein Interview gesehen mit ihm . Er kam da total sympathisch rüber. Drücke die Daumen, auf dass das Projekt gut gelingen möge.


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#3
20.02.2015
10:00:51


(+1, 5 Votes)

Von ehemaligem User Mafra7wfn


Dann mal viel Erfolg!


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#4
20.02.2015
13:42:16


(0, 8 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Yeeee-ha!


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#5
21.02.2015
15:14:49
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von mark40


Das klingt toll. Ich werde auf jeden Fall kommen. Florian alias Hans Berlin mag Ich sehr und Frank Christian Marx" ist super heiss. Und dann auch noch der Typ von "Alles aus Liebe". Toller Cast. Die sollten einen Film zusammen machen.


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#6
21.02.2015
19:54:32


(+7, 7 Votes)

Von Reiner_R


Ich habe die vorhin zufällig im Museum bei der Probe gesehen/gehört, und war überrascht..... definitiv Hingucker. Und das gleich 13 Mal.


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#7
15.05.2015
17:24:26


(0, 0 Vote)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


ja... ein richtig schnuckeliger Kerl Hans Berlin, alias Florian Klein alias Florian Suldinger auf Farchant im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Ich kenne jemand, der ihn noch aus Schulzeiten kennt... Schade, dass er nicht in Deutschland Karriere gemacht hat. Wünsche ihm in den Staaten alles Gute.


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#8
17.01.2016
15:29:01


(0, 0 Vote)

Von wiking77
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ich hoffe der Termin in München steht:

Link zu www.subonline.org


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#9
20.01.2016
00:17:23


(0, 0 Vote)

Von wiking77
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extra nach Muc. gefahren um an der Veranstaltung im Sub teilzunehmen. Hat sich in gewisserweise gelohnt einer meiner Lieblings-Pornstars mal live zu sehen. Kam sympathisch rüber, Thema HIV, Pornbusiness, Umgang von HIV-Infektion in Familie und Partnerschaft. Hat übrigens seinen doch recht sympatischen und attraktiven Partner mitgebracht.

Ich würde ja gerne mehr schreiben, aber vielleicht gibt's ja hier mal einen Bericht und da will ich nix vorwegnehmen.


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