Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?23266

Bischof Heiner Koch: "Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben." (Bild: Pressestelle Bistum Dresden-Meißen)

Einst untersagte er einem schwulen Schützenkönig, mit seinem Freund aufzutreten – jetzt fordert der Bischof von Dresden-Meißen ein "gutes Miteinander".

Diesen katholischen Bischof sollten wir beim Wort nehmen. Es sei "verletzend", Homosexualität als Sünde darzustellen, erklärte Heiner Koch, der Bischof von Dresden-Meißen in einem am Samstag veröffentlichen Interview mit der Oldenburger "Nordwest-Zeitung": "Die Kirche braucht eine andere Sprache, wenn es um Homosexuelle geht", forderte der 60-Jährige, der vor zwei Jahren von Papst Benedikt XVI. ernannt worden war.

"Wichtig ist vor allem ein gutes Miteinander, vor Ort in den Pfarreien", erklärte Koch. "Vieles lässt sich nicht über Thesen in Zeitungen lösen, sondern im Gespräch und Austausch." Der Bischof, der auch Vorsitzender der Kommission Ehe und Familie der Bischofskonferenz ist, meinte weiter: "Ich kenne homosexuelle Paare, die Werte wie Verlässlichkeit und Verbindlichkeit in vorbildlicher Weise leben."

2011 war für Koch offen gelebte Homosexualität noch "Missbrauch"

Vor vier Jahren gab es von Heiner Koch, damals Weihbischof in Köln, noch ganz andere Töne zu hören. So hatte er als Bundespräses des Dachverbands Bund der historischen deutschen Schützenbruderschaften einem schwulen Schützenkönig verboten, gemeinsam mit seinem Partner aufzutreten (queer.de berichtete). Ein schwules Königspaar sei ein "Missbrauch zu Demonstrationszwecken", erklärte er im Interview mit Domradio, da der Eindruck entstehen könne, dass deren Beziehung gleichwertig mit einer heterosexuellen Ehe sei: "Wir möchten verhindern, dass das öffentliche Auftreten als 'Schützenkönig und -königin' als Demonstration missbraucht wird, dass jede partnerschaftliche Beziehung gleichwertig und gleichartig ist" (queer.de berichtete).

Viel mehr als den Ton gegenüber Homosexuellen scheint Koch allerdings nicht ändern zu wollen. So schwärmte er im vergangenen Jahr im Interview mit dem Portal katholisch.de weiterhin von einer Überlegenheit heterosexueller Beziehungen: "Die Kirche versteht unter der Ehe die Verbindung von Mann und Frau, von zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts. Geschlechtlichkeit ist nicht nur eine Frage der Sexualität. Psyche, Körperlichkeit, kulturelle Prägung beider Geschlechter ergänzen sich. Deshalb betonen wir den besonders weiten Wert der Ehe als zweigeschlechtliche Gemeinschaft, die auch zur Zeugung neuen Lebens führt."

Heiner Koch wurde 1954 in Düsseldorf geboren und studierte Theologie, Philosophie und Erziehungswissenschaften. Bereits an seinem 26. Geburtstag wurde er zum Priester geweiht. Im Jahr 2006 wurde er vom Kölner Erzbischof Joachim Kardinal Meisner zum Weihbischof ernannt. Am 18. Januar 2013 berief ihn Benedikt XVI. schließlich zum Bischof von Dresden-Meißen. (cw)



#1 Julian SAnonym
  • 21.02.2015, 10:20h
  • Er hat halt vom kreidefressenden Papst gelernt:
    wahrscheinlich will er für uns Mitleid haben und für unser "Seelenheil" beten. Mit solchen Formulierungen kann man uns als minderwertig hinstellen, ohne dass viele Leute das kapieren. Und so kann er sich dann auch noch als ach so barmherzig und gutmütig hinstellen.

    Aber in Interviews mit katholisch.de kann er dann wieder den Hardliner raushängen lassen und von der Überlegenheit der Heterosexualität phantasieren.

    Das Gedankengut, dass manche Menschen anderen "überlegen" seien, hatten wir schon mal in der deutschen Geschichte. Wie das ausgegangen ist, wissen wir alle.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 HonestAbeProfil
  • 21.02.2015, 10:24hBonn
  • "Die Kirche braucht eine andere Sprache, wenn es um Homosexuelle geht"

    Herzlichen Glückwunsch für das Einschwenken auf die Franziskus-Linie, Heiner!
    Eine "andere Sprache" meint ja eben nur das: Die Sprache so verändern, dass sie aus Marketing-Gesichtspunkten verträglich wird. Hinterrücks wird dann natürlich absolut nichts an der kirchlichen Lehre geändert und schön weiter diskriminiert. Dennoch steht die RKK in der Öffentlichkeit plötzlich in einem viel besseren Licht da, da der Bischof ja was "nettes" über Schwule gesagt hat ...

    Was für ein ekelhaftes, verlogenes Pack!
  • Antworten » | Direktlink »
#3 HeinerAnonym
  • 21.02.2015, 10:29h
  • "So schwärmte er im Interview mit dem Portal katholisch.de, ebenfalls erst im vergangenen Jahr, von einer Überlegenheit heterosexueller Beziehungen"

    Und wieso werden Priestern, Mönchen, Nonnen, etc. dann heterosexuelle Beziehungen verwehrt, wenn die so toll sind?

    -------------------------------------------------------

    "Wir möchten verhindern, [...] dass jede partnerschaftliche Beziehung gleichwertig und gleichartig ist"

    Klar, wo käme man dann hin...

    Mitleid haben ist okay. Aber Schwule und Lesben auch noch als gleichwertige Menschen ansehen, geht nun echt zu weit. Das wäre ja schon fast das demokratische Gleichheitsprinzip. Nein, das geht nun wirklich nicht.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 LucaAnonym
  • 21.02.2015, 11:02h
  • "Die Kirche versteht unter der Ehe die Verbindung von Mann und Frau, von zwei Menschen unterschiedlichen Geschlechts."

    Okay, dann sollen sie halt in ihren Sekten-Zeremonien nur Hetero-"Ehen" schließen. Wer da Mitglied ist und sich deren Ideologie des Hasses unterwirft, ist selbst Schuld.

    Aber sie sollen aufhören, sich in staatliche Rechtsinstitute einzumischen! Und sie sollen aufhören, in ihrer Allmachtsphantasie auch Regeln für Menschen zu diktieren, die nicht mal Mitglied in deren menschenverachtendem, scheinheiligem Verein sind!
  • Antworten » | Direktlink »
#5 GeorgGAnonym
  • 21.02.2015, 11:19h
  • "Viel mehr als den Ton gegenüber Homosexuellen scheint Koch allerdings nicht ändern zu wollen."

    Das könnte er auch gar nicht, selbst wenn er es wollte. Grundsätzliche moraltheologische Fragen werden in der RKK ausschließlich in Rom entschieden.
    Dennoch geht Koch mit dieser Aussage bis zur Grenze des ihm Möglichen. Unter Ratzinger wäre eine solche Aussage nicht möglich gewesen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 kuesschen11Profil
  • 21.02.2015, 11:23hDarmstadt
  • Traue keinem kreidefressenden Weihbischof über den Weg.

    Die Menschenverachtung der RKK in der Historie wiegt zu schwer, um solch einen klitzekleinen liberalen Lichtblick in der Aussage eines Bischofs für gut zu heißen.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 hypathiaProfil
  • 21.02.2015, 12:12hBaden
  • Ich habe das folgende schon einmal hier geschrieben.

    Die Regierungen sollten den Wünschen der Kirche nachkommen und Gesetze erlassen wie:
    1) Standesbeamten wird untersagt geschiedene Personen wieder zu verheiraten
    2) sowie Personen des gleichen Geschlechts zu einer eingetragenen Partnerschaft bzw. einer Ehe zuzulassen.
    3) Ärzten wird untersagt Verhütungsmittel jeglicher Art abzugeben, sowie Abtreibungen oder Sterilisationen vorzunehmen.
    usw.
    Die oben angeführten Punkte gelten aber nur für Mitglieder der röm.kath. Kirche.
    Die Religionszugehörigkeit wird zum Zweck der Überprüfbarkeit auf der E-Card vermerkt.

    Mich würde wahnsinnig interessieren, wie die Bischöfe und Kleriker auf diesen Vorschlag reagieren würden.
    Eigentlich müssten sie jubeln, denn von einem auf den anderen Tag könnten ihre Schäfchen fast nicht mehr sündigen. Bleibt nur die Frage, wie viele Schäfchen dann noch übrig bleiben.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 21.02.2015, 12:20h
  • Raus aus den Kartoffeln - rein in die Kartoffeln: die Katholische Kirche soll sich endlich mal die Augen vor der Realität nicht mehr verschließen!
  • Antworten » | Direktlink »
#9 FennekAnonym
  • 21.02.2015, 13:07h
  • Antwort auf #8 von FoXXXyness
  • Es geht nicht darum, dass die irgendwas nicht kapieren.

    Es geht vor allem darum, dass die unterdrücken müssen und Feindbilder brauchen, um ihr Geschäftsmodell zu erhalten.

    Deren Einkommen basiert auf dem Schüren von Hass, also muss der weltgrößte Supra-Konzern das auch weiterhin so machen.

    Alles, was die an angeblichem Fortschritt zeigen, dient letztendlich nur einem liberaleren Image, wo es sinnvoll ist, aber anderswo kann man weiterhin sein wahres Gesicht zeigen. Und das basiert auf Hass und Unterdrückung.

    Hass und Unterdrückung sind die DNA dieser Organisation.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 ursus
  • 21.02.2015, 14:06h
  • Antwort auf #2 von HonestAbe
  • danke, das wollte ich auch schreiben.

    auffällig ist ja die formulierung, dass man eine neue "sprache" brauche. und nicht etwa ein neues denken, neue regeln oder eine andere haltung. all das kommt nämlich weiterhin gar nicht in frage.

    es geht offenbar nur darum, die alte verachtung in neue wort zu kleiden, damit sie für die katholischen buckel-homos angenehmer zu schlucken ist und der öffentlichkeit nicht so peinlich auffällt.
  • Antworten » | Direktlink »