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Academy Awards verliehen

Ein Oscar für "The Imitation Game"


Moderator Neil Patrick Harris zeigte während der vierstündigen Live-Show viel Haut (Bild: ABC)

Der Biografiefilm um den wegen Homosexualität verurteilten Alan Turing musste sich der Komödie "Birdman" in der Kategorie "bester Film" geschlagen geben.

Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung in Los Angeles spielten schwul-lesbische Themen nur am Rand eine Rolle: Der für acht Academy Awards nominierte Film "The Imitation Game – Ein streng geheimes Leben" um den schwulen Mathematiker Alan Turing konnte am Sonntagabend nur einen Oscar gewinnen. In der Kategorie "bestes adaptiertes Drehbuch" setzte sich Graham Moore für das britische Biopic unter anderem gegen den kommerziell äußerst erfolgreichen Clint-Eastwood-Film "American Sniper" und die Stephen-Hawking-Biografie "Die Entdeckung der Unendlichkeit" durch.

Als bester Film wurde dieses Jahr die schwarze Hollywood-Komödie "Birdman oder (Die unverhoffte Macht der Ahnungslosigkeit)" ausgezeichnet. Die Produktion war mit insgesamt mit vier Auszeichnungen neben der britisch-deutschen Filmkomödie "Grand Budapest Hotel" der erfolgreichste Oscar-Film des Jahres. Als bester Hauptdarsteller wurde der Engländer Eddie Redmayne für "Die Entdeckung der Unendlichkeit" geehrt, den Preis für die beste Hauptdarstellerin erhielt Julianne Moore, die in "Still Alice – Mein Leben ohne Gestern" eine an Alzheimer erkrankte Professorin darstellt.

Zum zweiten Mal in Folge wurde die Gala nicht von einem Heterosexuellen moderiert: Nachdem die lesbische Komikerin Ellen DeGeneres im vergangenen Jahr an der Reihe war, präsentierte sich dieses Jahr Neil Patrick Harris ("How I Met Your Mother") als Gastgeber, der aber im Anschluss als zu hölzern kritisiert wurde. Viel Aufsehen erregte jedoch die Parodie einer Szene aus dem Film "Birdman", bei der Harris nur mit einem weißen Schlüpfer bekleidet ein Segment moderierte.

Youtube | Neil Patrick Harris in seiner Schlüpferszene

Bewegende Dankesrede


Szene aus "The Imitation Game" mit Benedict Cumberbatch (Mitte) (Bild: The Weinstein Company/Jack English)

Als Drehbuchautor Graham Moore in der vierstündigen Live-Sendung den Preis für "The Imitation Game" entgegennahm, erklärte er in einer bewegenden Rede, dass er sich als Jugendlicher selbst das Leben nehmen wollte: "Ich hatte einen Selbstmordversuch im Alter von 16 Jahren und jetzt stehe ich hier", sagte der 33-Jährige, der öffentlich mehrfach über Depressionen gesprochen hatte, sichtlich bewegt. "Ich möchte diesem Augenblick dem Kind widmen, das da draußen glaubt, dass es nirgendwo hin gehört. Das stimmt nicht. Bleib so, wie du bist! Bleib anders – und wenn du auf dieser Bühne stehst, dann gib diese Nachricht bitte an andere weiter."

Die Schauspielerin Patricia Arquette, die als beste Nebendarstellerin für "Boyhood" ausgezeichnet wurde, rief in ihrer Dankesrede Schwule und Lesben dazu auf, sich auch für Frauenrechte einzusetzen: "Die Wahrheit ist, dass es sich zwar anfühlt, als ob wir in Amerika Gleichberechtigung haben, aber dass es im Verborgenen noch große Probleme für Frauen gibt. Es ist an der Zeit, dass alle Frauen in Amerika, alle Männer, die Frauen lieben, alle homosexuellen Menschen und alle farbigen Menschen, für deren Rechte wir gekämpft haben, jetzt für uns kämpfen."

Homo-Hasser Kirk Cameron konnte sich derweil über eine andere Auszeichnung "freuen": Der 44-jährige christliche Fundamentalist, der als Kinderstar in der TV-Serie "Unser lautes Heim" bekannt geworden war, gewann bereits am Samstag vier "Goldene Himbeeren" für seinen religiösen Film "Saving Christmas", darunter den Preis als "schlechtester Film" des Jahres. Er wurde auch als "schlechtester Schauspieler" ausgezeichnet, nahm den Preis aber (wie alle anderen Nominierten) nicht persönlich entgegen. Cameron hat sich wegen seines Glaubens wiederholt gegen Rechte für Schwule und Lesben ausgesprochen und Homosexualität als "zerstörerisch" bezeichnet (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | Ausschnitt der Rede Graham Moores


#1 ecclesiaAnonym
  • 23.02.2015, 13:19h
  • Oscar voters are nearly 94% Caucasian and 77% male, The Times found.

    Blacks are about 2% of the academy, and Latinos are less than 2%.

    Oscar voters have a median age of 62, the study showed.

    People younger than 50 constitute just 14% of the membership.
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#2 big picAnonym
#3 Chelsea ManningAnonym
#4 DavidJacobEhemaliges Profil
  • 23.02.2015, 14:02h

  • Lady Gagas Auftritt war absolut grandios! Ich konnte erst gar nicht glauben, dass das wirklich ihre Stimme ist. Großartig.
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#5 toleranzAnonym
  • 23.02.2015, 14:08h
  • mir gefiel sehr, dass Grham Moore in seiner dankesrede anstatt "gay" oder "LGBT" einfach nur das wort "different" verwand, um niemanden auszuschliessen.
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#6 stromboliProfil
#7 stromboliProfil
  • 23.02.2015, 14:16hberlin
  • Antwort auf #5 von toleranz
  • ja, ein gelungener versuch das wortunding "glbt" & sonstigen anhanges auf sein wesentliches zu konzentrieren, statt den endlosen aneinanderreihungen miteinander konkurierender begrifflichkeiten
    "different"
    Ich wert mir das merken.
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#8 stromboliProfil
  • 23.02.2015, 14:36hberlin
  • Antwort auf #3 von Chelsea Manning
  • ps...
    immerhin hat der dokofilm "Citizenfour" gewonnen
    Ein trostpflaster trotz dem hässlichen sich anbiedern unseres quotenhomos.

    "Es war ein wichtiger, ein großer politischer Moment dieser 87. Oscar-Show. Und was machte Gastgeber Neil Patrick Harris? Er verballhornte diesen Moment mit einem miesen, wenn nicht infamen Wortspiel...
    Die ernsten Sujets der zu Recht für Oscars nominierten Filme kollidieren immer wieder mit dem Anspruch, eine möglichst harmlose, gegen jede Politik immune Show zu produzieren.
    Arquette, die hochverdient den Oscar als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in Richard Linklaters "Boyhood" gewann, forderte kämpferisch gleiche Bezahlung und gleiche Rechte für Frauen, nicht nur in der Filmbranche, sondern ganz allgemein, was nicht nur Meryl Streep von ihrem Sitz riss. Common und Legend, Preisträger in der Kategorie "Bester Song" für ihr Lied "Glory" aus dem Martin-Luther-King-Biopic "Selma", erinnerten daran, dass Afroamerikaner noch immer und vor allem im Lichte aktueller Ereignisse in Ferguson und New York unter Rassismus und Bürgerrechtsverletzungen zu leiden hätten.
    Es gab noch mehr dieser bedeutungsvollen Momente: Der Drehbuchautor Graham Moore, mit dem Oscar für das beste adaptierte Skript zu "The Imitation Game" geehrt, erzählte auf der Bühne sehr bewegend, wie er sich mit 16 umbringen wollte, weil er homosexuell war und unter seiner Andersartigkeit litt. "Stay weird, stay different!", rief er ins Publikum. Und auch der Gewinner des Abends, der mexikanische Filmemacher Alejandro González Iñárritu, der mit "Birdman" die Oscars für die beste Regie und den besten Film bekam, brachte noch ein kurzes Statement über die Lage der Zuwanderer in den USA unter. "

    Wenigstens die preisträger waren sich der bedeutung der themen und ihrer hervorhebung durch den preis bewusst.

    Nächstes jahr dann ein Jon Stewart als gastgeber , der vieleicht nicht singen und tanzen kann, aber politischen/sozialen respekt mit bringt!
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#9 VisibilityAnonym
  • 23.02.2015, 14:56h
  • Antwort auf #7 von stromboli
  • Grundsätzlich:

    Spezifische Unterdrückungsverhältnisse sollten auch als solche benannt werden. Soviel Zeit und Anstrengung muss sein. Dass ein gemeinsamer, solidarischer Kampf aller Unterdrückten notwendig ist, steht dabei außer Frage.
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#10 Patroklos