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  • 27.02.2015               Teilen:   |

"Oldschool"

Nena, die Berufsjugendliche

Artikelbild
Dreht auch als 54-jährige Großmutter noch die Musik auf und tanzt dazu: Gabriele Susanne Kerner alias Nena

Auf ihrem neuen Album "Oldschool" droht die Pop-Ikone der Achtziger, sie werde auch dann noch singen, wenn sie Rente bekomme.

Von Michael Thiele

Eine populäre Redewendung besagt, dass Quantität nicht gleich Qualität ist. Dies trifft auch auf das neue Nena-Album "Oldschool" zu. Das erscheint in verschiedenen Versionen, die hier besprochene enthält ganze 17 Lieder – das ist viel, eigentlich zu viel, wenn nur die Hälfte davon überzeugt.

Auch drängt sich die Redewendung beim Hören des ersten, des Titelsongs auf. Denn darin singt Nena unter anderem, sie sei seit 34 Jahren dabei. Das ist in der Tat eine besondere Leistung – aber heißt das auch, dass Nena 34 Jahre lang nur tolle Songs veröffentlicht hat? Sicher nicht.

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Nena singt erstaulich locker über ihr Leben

Das Album "Oldschool" ist in vier Versionen erhältlich – als Standard Jewel Case, als Deluxe-Edition Digi-Pack mit 5 Bonus-Tracks, als Doppel-Vinyl sowie als Fanbox
Das Album "Oldschool" ist in vier Versionen erhältlich – als Standard Jewel Case, als Deluxe-Edition Digi-Pack mit 5 Bonus-Tracks, als Doppel-Vinyl sowie als Fanbox

Worum geht es auf "Oldschool"? Zunächst handelt ein großer Teil der Songs von Musik und Karriere, von persönlichen Lieblingsliedern und auch von Kämpfen, die nötig waren, um voranzukommen, um sich weiterzuentwickeln. Nena singt hier erstaunlich locker über ihr Leben, etwa in "Ja das wars", wenn sie sich fragt, ob es das alles wert gewesen sei, um dann gleich ein Ja hinterher zu posaunen, zumal sie auch dann noch singen werde, wenn sie Rente bekomme.

Richtig trotzig wird es in "Berufsjugendlich" und "Mach doch was ich will". Hier wehrt die 54-Jährige jegliche Rollenerwartungen schreiend ab. Denn nur weil sie schon Großmutter sei, dürfe sie trotzdem noch Witze erzählen oder die Musik aufdrehen, dass es knalle.

Dann verschiebt sich der thematische Schwerpunkt; auf der zweiten Albumhälfte ergänzen Themen wie Liebe, Schicksal und Spiritualität das rein Autobiografische. Insgesamt geht es auf "Oldschool" um Identität.

Musikalisch – und da beginnt es kritisch zu werden – mangelt es Nenas 18. Longplayer an Kohärenz und Authentizität. Ob klassischer Radiopop, Synthie- und Electrosounds oder Punkrock-Anleihen, viele Songs werden mit Samples, Backing Vocals diverser Sänger oder Vocodereffekten geradezu überfrachtet. Dass der Rausschmeißer eine Live-Aufnahme ist, macht es nicht besser!

Youtube | Die Vorab-Single "Lieder von früher" erschien bereits Ende Januar

Nenas unverwechselbare Stimme haucht dem Album Leben ein

Mit ihrem neuen Album geht Nena im März auf Clubtour
Mit ihrem neuen Album geht Nena im März auf Clubtour

Im Gegenteil, das wirkt beliebig, das wirkt, als nasche man mal hier und nehme mal da, Hauptsache, der jeweilige Sound ist angesagt und zugleich gefällig. Klar, man könnte argumentieren, dieses Eklektische sei augenzwinkernd gemeint, Nena mache Musik über Musik und greife dabei auf die eigene künstlerische Vergangenheit zurück. Doch auf 17 Lieder verteilt, fehlt hier einfach der stilistische rote Faden.

Dennoch gibt es einige schöne Momente, etwa die basslastige Ballade "Genau jetzt". Ein Lied über eine Trennung, verbunden mit der Frage, ob sie zu früh, zu spät oder genau richtig sei hier und jetzt.

Oder "Sonnemond" über das Verschwimmen von Tag und Nacht, Gestern und Heute, immer angetrieben von dem Wunsch, aus jedem Moment den schönsten zu machen. Wie Bass, Gitarre und Schlagzeug hier miteinander harmonieren, ist wirklich klasse. Auch das bereits erwähnte "Mach doch was ich will" und "Ein Wort" gehören mit in diese Reihe gelungener Songs.

Und über all dem thront sowieso Nenas seit 34 Jahren unverwechselbare Stimme. Sanft und stark haucht sie den Liedern, denen ansonsten etwas die eigene Handschrift fehlt, Leben ein.

Youtube | Offizieller Album-Player
  Nena "Oldschool" Clubtour
04.03. Berlin – SO 36
06.03. Luxemburg – Atelier Club
07.03. Hagen – Pelmke Kulturhaus
09.03. Braunschweig – Music Hall
10.03. Bremen – Modernes
11.03. Frankfurt – Batschkapp
13.03. Basel – Rhypark Club
14.03. Zürich – Kaufleuten Club
15.03. München – Technikum
17.03. Wolfhagen – Kulturstadthalle
18.03. Würzburg – Postbahnhof
20.03. Stuttgart – Wagenhallen
21.03. Erfurt – Stadtgarten
22.03. Wien – Arena Club
24.03. Hamburg – Mojo
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» Homepage von Nena
» Fanpage auf Facebook
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Tags: nena, oldschool, pop
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