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Eine Boulevardzeitung veröffentlichte Bilder der Verhafteten

Erneut geht die ägyptische Polizei gegen sexuelle Minderheiten vor: In einem Nachtclub sind sieben Personen wegen Homosexualität verhaftet worden.

Die ägyptische Polizei hat am Donnerstag in Kairo sieben Personen wegen angeblich homosexueller Aktivitäten verhaftet, wie die ägyptische Boulevardzeitung "Al-Yum el-Saba" berichtet. In der Zeitung wurden die Verhafteten als "transsexuell" bezeichnet, allerdings gibt es dafür keine Bestätigung. Die Zeitung veröffentlichte Bilder der Verhafteten, bei denen nur teilweise ihre Gesichter unkenntlich gemacht worden sind.

Dies ist die erste Verhaftung wegen Homosexualität, über die in Ägypten berichtet wird, seitdem Mitte Januar in einem international beachteten Prozess 26 mutmaßliche Schwule freigesprochen worden sind (queer.de berichtete). Die Männer waren zuvor in einem Hamam verhaftet worden, nachdem die Fernsehjournalistin Mona Iraqi den Behörden einen Tipp gegeben hatte und die Festnahme anschließend filmte. Gegen die Reporterin wurde daraufhin eine Verfahren wegen Verleumdung und der Verbreitung von Falschmeldungen eingeleitet (queer.de berichtete).

"Perverse" im Nachtclub verhaftet

Magdy Moussa von der ägyptischen Moralpolizei erklärte, die Verhafteten seien "Perverse" und Teil eines "Netzwerks der Ausschweifungen". Die Personen sollen im Internet Nacktbilder veröffentlicht haben. Er erklärte, Beamte hätten über gefälschte Online-Profile Kontakt mit den Verhafteten aufgenommen und sich mit ihnen zum Sex verabredet. Sie hätten sie in einem Nachtclub in Kairo getroffen und anschließend festgenommen.

Menschenrechtsaktivisten haben bereits wiederholt die Militärregierung unter Präsident Abdel Fattah al-Sisi für die Verfolgung von Homosexuellen kritisiert. Die Organisation "Egyptian Initiative for Human Rights" (EIPR) erklärte im November letzten Jahres, dass seit der Machtübernahme der Militärs bereits über 150 Menschen wegen ihrer Homosexualität verhaftet worden seien (queer.de berichtete). Es gibt auch Berichte, dass mutmaßliche Homosexuelle in Gefängnissen durch Anal-"Untersuchungen" gefoltert werden.

Zwar ist Homosexualität in Ägypten nicht direkt strafbar, Schwule werden allerdings mit Gummiparagrafen verurteilt. Ihnen wird zur Last gelegt, dass sie die öffentliche Ordnung gefährdeten oder sich der "moralischen Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht hätten. Für die Regierung sind derartige Verurteilungen auch heute noch eine willkommene Gelegenheit, Stärke zu zeigen, denn laut einer Umfrage des "Pew Research Global Attitudes Project" aus dem Jahr 2013 glauben 95 Prozent der Ägypter, dass Homosexualität in der Gesellschaft nicht geduldet werden dürfe. (dk)



#1 PelayoProfil
#2 NicoAnonym
  • 02.03.2015, 12:47h
  • Wann wird bei Flüchtlingen aus solchen Staaten endlich ihre Homosexualität als Asylgrund anerkannt?

    Stattdessen behauptet unsere schwarz-rot-braune Bundesregierung weiterhin, die könnten sich ja in ihrer Heimat verstellen. Das ist an Zynismus echt nicht mehr zu überbieten...
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 02.03.2015, 12:49h
  • Das spannende Reiseland Ägypten ist auch auf der diesjährigen Internationalen Tourismusbörse in Berlin vertreten. Eine gute Gelegenheit also, spontan und laut gegen #Staatshomophobie zu protestieren. Das Militär Ägyptens ist traditionell stark im Tourismussektor engagiert und steht zudem seit dem Putsch an der Spitze einer totalitären Junta.
    Wann und wo? Ab dem 4. März, Messe Berlin, Egyptian Tourist Authority, Cairo, Ägypten, Halle 23.a, Stand: 100
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#4 KnisfoAnonym
  • 02.03.2015, 13:02h
  • "Dies ist die erste Verhaftung wegen Homosexualität, über die in Ägypten berichtet wird, seitdem [...]"

    Aegyptische Medien berichten jeden Tag von Verhaftungen sog. nichtregierungstreuer Menschen. Schwule sind ein integraler Bestandteil dessen.

    ---

    "[...] von der ägyptischen Moralpolizei [...]"

    Aegypten hat keine "Moralpolizei". Es gibt mehrere Arten von Polizisten - doch eine "Moralpolizei" gehoert nicht dazu.

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    "[...] erklärte im November letzten Jahres, dass seit der Machtübernahme der Militärs bereits über 150 Menschen wegen ihrer Homosexualität verhaftet worden seien [...]"

    An die Zahl kann mittlerweile leider eine weitere "0" angefuegt werden.

    ---

    "Zwar ist Homosexualität in Ägypten nicht direkt strafbar, Schwule werden allerdings mit Gummiparagrafen verurteilt"

    In Aegypten ist jeder aussereheliche Sex "direkt strafbar". Schwule werden u.a. unter den gleichen Gesetzen verurteilt, wie Ehebrecher, Prostituierte etc.

    ---

    "[...] Verletzung der Lehren der Religion [...]

    Seit Sommer letzten Jahres werden keinerlei Verhaftungen mehr mit "Verletzung der Religion" begruendet. Heute geht es mehr in Richtung "Verletzung des Praesidenten / der oeffentlichen Ordnung" etc.
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#5 HeinerAnonym
  • 02.03.2015, 13:09h
  • Antwort auf #2 von Nico
  • Tja, wenn Schwule in Staaten, wo sie verfolgt, schikaniert, verprügelt, gefoltert, inhaftiert oder gar ermordet werden, zurückgeschickt werden, ist das für die SPD wohl auch Teil ihrer Version von "100% Gleichstellung".

    Das kommt halt raus, wenn Menschen auf eine Partei reinfallen, die uns das Blaue vom Himmel vorlügt und nach Strich und Faden verarscht, die aber letztendlich nur aus machtgeilen Opportunisten besteht, die für Macht und Geld ihre Kinder verkaufen würden. Und wo irgendein Gelaber erst recht nichts wert ist.

    Solange immer noch genug Leute auf die Lügner- und Betrügerpartei SPD reinfallen, werden die sich auch nicht ändern.
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#6 KnisfoAnonym
  • 02.03.2015, 13:15h
  • Antwort auf #3 von reiserobby
  • Da Europaeer und Nordamerikaner das Land seit einigen Jahren meiden (wegen der Unruhen - weniger wegen der Menschenrechtslage; fuer Menschenrechtsverletzungen am Arsch der Welt interessiert sich eh kein Mensch), hat Aegypten einfach die Visapflicht fuer Russen, Inder, Chinesen u.w. entweder aufgehoben oder zumindest gelockert.
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#7 Julian SAnonym
  • 02.03.2015, 13:16h
  • Antwort auf #2 von Nico
  • Die Bundesregierung sollte das Geld, was sie investiert um homophobe Diktatoren wie Mugabe im Amt zu halten, lieber nutzen, um Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle aus solchen Staaten zu retten und ihnen hier ein sicheres Leben zu ermöglichen!

    Aber der Homohass und die Gleichgültigkeit/ Ignoranz unserer Regierung schreckt wohl nicht mal vor sowas zurück, wo es um Gesundheit und Leben von Menschen geht.
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#8 PeerAnonym
  • 02.03.2015, 13:18h
  • Barbarenstaat!

    Und wenn ich dann überlege, dass das für manche ein Urlaubsziel ist...

    Wir sollten diesen Staat boykottieren, denn da der Tourismus deren wichtigster Wirtschaftszweig ist, würde das wirklich Wirkung zeigen...
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#9 XDASAnonym
#10 TimonAnonym
  • 02.03.2015, 13:43h

  • Schlimm, was so alles los ist in der Welt. Der konservative Rollback ist in vollem Gange und wenn wir nicht schnell etwas unternehmen, wird es auch in Deutschland noch schlimm werden. Union und SPD stellen ja gerade die Weichen dafür.
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