Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
 powered by
  • 02.03.2015           7      Teilen:   |

Berlin

Reisemesse ITB: Alle wollen gayfriendly sein

Artikelbild
Tourismuswerbung auf der ITB im Vorjahr: Thailand lockt zwar seit vielen Jahren zahlreiche LGBT-Touristen an, konnte sich in Deutschland aber - anders als in den USA - noch immer nicht zu einer aktiven Bewerbung als Gay-Reiseziel durchringen (Bild: ITB Berlin)

Am Mittwoch beginnt in Berlin die Internationale Tourismus-Börse – im traditionellen "Pink Pavillon" ist es so voll wie nie. Wir sprachen mit Organisator Thomas Bömkes über die Trends 2015.

Von Robert Niedermeier

Jubiläum der Superlative auf der weltweit größten Reisemesse: Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin, die am Mittwoch ihre Pforten öffnet, bietet in diesem Jahr im fünften Jahr in Folge einen lesbisch-schwulen Reisemarkt – mit so vielen Austellern wie nie zuvor und auf keiner anderen Tourismusmesse der Welt.

Im traditionellen "Pink Pavillon" sind in diesem Jahr viele neue Reise-Unternehmen dabei – wie das Mykonos Accommodation Center, das Stockholm Gay & Lesbian Network mit den EuroGames 2015, die Dorsett Hotel Group mit Hotels in Asien und UK, der Gay Reiseveranstalter Zenith Travel aus Ecuador oder das schwul-lesbische Reisemagazin "BonVoyage". Premiere feiern außerdem Key West, Fort Lauderdale und das kanadische Ontario mit Toronto mit einem eigenen LGBT-Stand auf der weltgrößten Reisemesse.



"Vorreiter des Gay-Tourismus weltweit"

"Das große Interesse macht die ITB Berlin nun zum Vorreiter des Gay-Tourismus weltweit", sagt Thomas Bömkes, Geschäftsführer der Diversity Tourism GmbH, der als "LGBT Consultant" die ITB berät. Bereits 1999, damals noch als Vorstand der International Gay and Lesbian Association (IGLTA), organisierte Bömkes zusammen mit der Stadt München den ersten lesbisch-schwulen Messestand auf der ITB. Seitdem schlossen sich jedes Jahr weitere gayfriendly Reiseanbieter und Fremdenverkehrsämter an.

Vor fünf Jahren etablierte die Messeleitung den vormals exotischen Gay-Reisemarkt als eigenständiges Segment auf der ITB. Kongresse und andere Rahmenveranstaltungen runden das Engagement ab. Auch auf internationaler Ebene. Bömkes Team ist beispielsweise auch auf der ITB Asia in Singapur vertreten und agiert global mit Workshops und Konferenzen im Rahmen der ITB Academy, beispielsweise in Indien oder Brasilien.

"Durch die globale Pressearbeit der ITB, werden Lesben und Schwule überall auf der Welt im Tourismus wahrgenommen, ob es gefällt oder nicht. Langfristig wird das einen enormen Entwicklungsschub geben und hoffentlich die Akzeptanz von Schwulen und Lesben in der Welt verbessern", glaubt Bömkes.

Wir haben den schwulen Reise-Experten nach dem Selbstverständnis des Gay-Tourismus und nach den queeren Reisetrends 2015 gefragt.

Fortsetzung nach Anzeige


Unser Interviewpartner Thomas Bömkes ist "LGBT Consultant" der Internationalen Tourismus-Börse - Quelle: privat
Unser Interviewpartner Thomas Bömkes ist "LGBT Consultant" der Internationalen Tourismus-Börse (Bild: privat)

Die Bezeichnung "gayfriendly" gefällt nicht allen – sie steht im Verruf, doch nur ein unseriöser Marketing-Trick zu sein, um an das Geld von Lesben und Schwulen zu kommen. Hat der Gay-Tourismus ein Imageproblem?

Nein, das ist ein generelles Problem. Unseriöse Angebote im Tourismus, die für viel Geld wenig oder schlechte Leistung bieten, gibt es nicht nur im Gay-Bereich. Und ob ein Hotel sich "gayfriendly" nennt oder nicht, ist natürlich dem Marketing geschuldet. Ob es sich wirklich auf die Klientel einstellt, hängt von jedem Hotel einzeln ab – egal, wie man das im Marketing hinausposaunt oder nicht. Und das Label "gayfriendly" ist bis heute nirgends wirklich geschützt. Grundsätzlich gilt, dass jedes Hotel gayfriendly ist, wenn es die Wünsche seiner Gäste versteht und ernst nimmt.

Was habe ich als Schwuler davon, mein Geld "schwul" auszugeben, anstatt meine Reise "normal" zu buchen?

Die Gegenüberstellung "normal" oder "schwul" ist so natürlich Blödsinn. Ich für meinen Teil reise immer normal, auch wenn es zum Gay Pride nach Maspalomas geht. Ob ich dort eine konventionelle Pension oder ein Fünf-Sterne-Hotel buche, hängt davon ab, was in mein Reisebudget passt. Und je nachdem, wie ich meinen Urlaub gestalten möchte, entscheide ich mich für eine Gay-Only-Anlage oder eben nicht. Es ist doch das Schöne, dass man heute als Schwuler in vielen Destinationen eine Palette an Möglichkeiten geboten bekommt. Aber jeder soll bitte für sich entscheiden, wie er es gerne hätte.

Ist Gay Travel nicht vor allem ein Konzept für Gruppenreisen?

Auf keinen Fall, aber in der Gruppe ist man sofort sichtbar. Schwul verreisen ist ohnehin ein schwieriger Ausdruck. Wenn man als homosexueller Mann offen lebt, ist man immer schwul, nicht nur am Wochenende, mein ganzes Leben richtet sich danach aus, und warum auch nicht? Und wenn ich verreise, sollte ich da auf einmal heterosexuell werden? Auch wenn ich eine Studienreise nach Usbekistan mache, bleibe ich schwul und zugleich auch an Kultur interessiert. Selbst wenn das irgendjemanden nicht passen sollte.

Dragqueen Mataina rührt seit mehreren Jahren im "Pink Pavillon" die Werbetrommel für das Reiseziel Wien
Dragqueen Mataina rührt seit mehreren Jahren im "Pink Pavillon" die Werbetrommel für das Reiseziel Wien (Bild: ITB Berlin)

Muss man zwischen sicheren und unsicheren Reiseländern für LGBT unterscheiden?

Auf jeden Fall. Da empfehle ich vor einer Reise, die einschlägigen Reiseseiten des Auswärtigen Amtes durchzulesen, wo ständig aktualisierte Warnhinweise veröffentlicht werden. Im Übrigen gelten für Schwule – wie für alle anderen Reisenden auf dieser Welt auch -, dass man sich doch bitte an Gesetze, Gebräuche und Sitten halten möge, die in dem Reiseland gelten. Wenn einem das nicht passt, muss man da nicht hinfahren. In Deutschland ist es auch schön.

Was legen Anbieter 2015 neu auf?

Neue Trends sind sicherlich zu beobachten, da fällt beispielsweise Kuba auf, das nun von Gay-Veranstaltern und individuellen, schwulen Reisenden immer mehr entdeckt wird. Die Sanktionslockerungen der USA werden den Trend befördern. Im asiatischen Markt fallen Reiseziele wie Japan oder Taiwan auf, Taipeh mit dem mittlerweile größten Gay Pride Asiens, ist bestimmt eine exotische Destination für Europäer. Aber auch Geheimtipps wie Panama mit einer sehr pulsierenden Gay-Szene – und das auch nonstop ab Deutschland angeflogen wird – sind eine Reise wert.

Wohin geht der Trend 2015 wirklich?

Schwule nutzen die gesamte Palette des Tourismus, das ist kein Trend, das war schon immer so. Aber schwule Reisende dürfen und werden selbstbewusster, suchen und fragen offensiv nach schwuler Infrastruktur vor Ort, nach Gay-Maps, nach spezifischen Angeboten für die Szene. Destinationen, die hier gezielt Produkte und Dienstleistungen anbieten und vermarkten, werden langfristig das Rennen machen. Andere werden in Vergessenheit geraten. Darüber können sich Besucher wieder sehr eindrucksvoll auf der diesjährigen ITB informieren.

  Infos zur ITB Berlin
Die ITB Berlin 2015 findet vom 4. bis 8. März in den Berliner Messehallen statt. Von Mittwoch bis Freitag ist die Messe nur für Fachbesucher geöffnet. Den Gay & Lesbian Travel Pavillon finden Besucher im zentral gelegenen Eingangsbereich der Karibikhalle 3.1b. Dort findet am Mittwoch von 16 bis 19 Uhr eine offizielle "LGBT Welcome Reception" statt. Im Rahmen der ITB wird am Donnerstagabend auch der "Mate Travel Award" verliehen.
Links zum Thema:
» Homepage der ITB Berlin
Mehr zum Thema:
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 7 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 144             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: itb, reisemesse, gay travel, touurismusbörse, gayfriendly, thomas bömkes
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Reisemesse ITB: Alle wollen gayfriendly sein"


 7 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
02.03.2015
15:37:20


(+4, 6 Votes)

Von Pascal


Unser Geld wollen immer alle... Geld stinkt nicht.

Aber wie homofreundlich die wirklich sind, kann man an der Gesetzgebung erkennen.

Ich würde auf jeden Fall nicht in ein Urlaubs-Land wie Ägypten, Marokko, o.ä. reisen, die zwar unser Geld wollen, wo Schwule aber eigentlich verachtet werden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
02.03.2015
21:31:05
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Dietrich Eiselo


Warum diese Bobei mit gayfriendly. Welcher Hotel er, der.noch einigermaßen bei Verstand ist,vergraezt zahlende Gäste? Und der Ruf, schwulenfeindlich zu sein, vergraeztt auch vielle andere. Vielleicht wäre es einfacher, einfach eine Liste der gay unfriendly Orte zu erstellen


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
02.03.2015
23:19:22


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User joshylein


Was Bringt es ein ein Hotel Gay Friendly zu Markieren wenn das Land nicht Gay Friendly ist ? Wäre das nicht die Richtige Bewertung ?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
03.03.2015
13:36:45


(+3, 3 Votes)

Von ehemaligem User LangsamLangsam
Antwort zu Kommentar #3 von joshylein


"Gayfriendly" ist insofern ganz nett, daß Du gleich weißt, ob es Probleme geben wird, wenn Du Deine nächtliche Eroberung mit aufs Zimmer nehmen willst. Dann ist der Service diskret aber korrekt. Der bekommt seine ID-Card, an der Rezeption erst zurück, wenn die Rezeption mich angerufen hat und ich bestätige, ich lebe noch und bin auch nicht ausgeraubt. Gut macht sich auch, wenn du liest, in den Gästebewertungen, daß das Hotel die besten Jahre schon hinter sich hat. Der Service ist dort besonders freundlich. Also in kalte Luxus-Klötze oder Ketten, vielleicht noch mit Animateur, buche ich nie. In einer Hotelbewertung meines Hotels in Bangkok, wo ich jedes Jahr hinfliege (2 Sterne mit Aussenpool), stand "Hilfe nur Männer" mit dicker Minus-Bewertung. Paßt doch oder ? Das Beste was dir passieren kann.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
04.03.2015
04:07:34
Via Handy


(+3, 3 Votes)

Von HBausB
Aus Berlin
Mitglied seit 03.02.2015


Da die Messe bei mir um die Ecke liegt, werde ich mal hin. Habe zwar keine Kohle zum Reisen, aber vielleicht gibts ja tolle Gewinnspiele. Etwas von der Welt zu sehen muss ja für Geringverdiener nicht zwangsläufig bedeuten, nur mit Google earth auf dem heimischen Bildschirm zu navigieren...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
04.03.2015
07:55:42


(+1, 5 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #4 von LangsamLangsam


Mal was ganz anderes.

Du hast im Thread über einen schwulen Schweden, der in Tunesien verhaftet wurde, einen Zusammenhang zwischen Pädosexualität und Schwulsein hergestellt und überdies noch behauptet, ältere Schwule seien eher geneigt, sich an Kindern zu vergehen.

Link zu www.queer.de

Trotz mehrfacher Nachfragen, drückst Du Dich vehement gegen die Antwort auf die Frage, wie Du zu sowas kommst.

Also nochmal. Wie kommst Du dazu?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
12.08.2015
16:39:25


(0, 0 Vote)

Von ehemaligem User mlthr


na klar sind jetzt alle gayfriendly. das geld nimmt mann halt gerne von den schwulen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 


 REISE - TIPPS & TRENDS

Top-Links (Werbung)

 REISE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Erste Folge online: Queer L-Vlog über das "Orgasmus-Muss" Queere Serie "Banana" im neuen Jugendangebot von ARD und ZDF Basels einst oberster Katholik outet sich als Transfrau Neue AfD-Hetze: Björn Höcke fürchtet sich vor Analverkehr
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt