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  • 03.03.2015, Autor: Dennis Klein           82      Teilen:   |

"Hart aber fair"

Alberne ARD-Debatte um Gender Mainstreaming


Birgit Kelle malt das Bild vom bedrohten Hetero in einer queeren Welt an die Wand.


Homo-Hasserin Birgit Kelle durfte bei "Hart aber fair" wieder vor der diffusen Gefahr des "Gender Mainstreaming" warnen.

Das Wort "Gender Mainstreaming" bedeutet vereinfacht, dass die gesellschaftliche Gleichstellung von Frauen und Männern angestrebt werden soll. Bei Frank Plasbergs "Hart aber fair" wurde das Thema am Montagabend unter die alberne Überschrift "Nieder mit den Ampelmännchen – her mit den Unisextoiletten" gestellt – und die Show hielt das Niveau der Überschrift.

Schon die Einleitung von Frank Plasberg war seltsam. Er fragte, warum in Zeiten der Ukraine-Krise oder des IS-Terrors über so etwas Unwichtiges diskutiert wird. Nach dieser Logik dürfte man auch nicht über Themen wie die Ausländer-Maut oder den Piloten-Streit reden. "Gender Mainstreaming" wurde danach in der gesamten Sendung von der Redaktion eher ins Lächerliche gezogen, anstatt sich wirklich mit dem Thema zu beschäftigen.

Besonders problematisch war die Teilnahme von Birgit Kelle. Die 40-Jährige lästerte in dieser Sendung zwar zur Abwechslung nicht direkt über Homosexuelle, versuchte aber, jedes nichtkonforme Verhalten von Männern und Frauen als mögliche Gefahr darzustellen. Die erzkonservative Aktivistin, die gerade im "Focus" beklagt hatte, dass böse Genderisten "Hetero" bald zum Schimpfwort machen, schimpfte etwa wieder darüber, dass man bei Facebook mehr als zwei Geschlechter wählen kann. In ihrer Welt gibt es eben nur das Klischeebild von Mann und Frau ("Jungs sind Jungs und Mädchen sind Mädchen"). Und sie äußerte die alberne Befürchtung, dass künftig die Minderheit entscheidet, "wie die große Mehrheit zu leben hat". Wie vor gut zwei Jahren, als sie sich bei "Hart aber fair" wegen schwuler Weihnachtsmärkte in ihrer Heterosexualität bedroht gefühlt hatte (queer.de berichtete).

In der Show gab es ansonsten wieder die üblichen Auseinandersetzungen um die Sprache, die seit Jahrzehnten die Gemüter erregt. Man diskutiert zwar nicht mehr wie in den Achtzigerjahren, ob ein weibliches Mitglied einer Regierung nun "Frau Minister" oder "Frau Ministerin" genannt werden soll, sondern ob es ein Studentenwerk oder ein Studierendenwerk gibt. Es wäre schön gewesen, wenn hier ein echter Wissenschaftler mal einen Einblick in die Materie gegeben hätte als nur Politiker und Aktivisten.

Aber leider war Gästeauswahl wieder sehr holzschnittartig: Die feministische Bloggerin Anne Wizorek mit Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter auf der einen Seite, auf der anderen FDP-Vize Wolfgang Kubicki, die intellektuell überforderte Schauspielerin Sophia Thomalla und eben Kelle. Kubicki durfte sich als freundlicher Macho mit Altherrenwitzen darstellen, während Thomalla mit Sätzen wie "Ich bin gerne Frau" oder "Vorher hab ich das noch nie gehört, und deswegen ist das für mich totaler Schwachsinn" glänzte. Mit solchen Argumenten liegt der Erkenntnisgewinn automatisch bei Null.

Wer freie 75 Minuten hat und schmerzfrei ist, kann die Sendung in der ARD-Mediathek jederzeit selbst anschauen.

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Tags: birgit kelle, hart aber fair, frank plasberg
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Reaktionen zu "Alberne ARD-Debatte um Gender Mainstreaming"


 82 User-Kommentare
« zurück  12345...89  vor »

Die ersten:   
#1
03.03.2015
11:47:05


(+13, 15 Votes)

Von Timmytoby
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Schmerzhaft" trifft es sehr gut. Das Amüsanteste waren noch die Kommentare bei Twitter.
Selten so eine dämliche Sendung zum Thema gesehen und das will was heißen. Der Einzige, der komplett sachlich blieb und wenigstens versucht hat rationale Argumente anzubringen, war Anton Hofreiter.
Anne Wizorek hat glaube ich irgendwann einfach die Lust verloren, sich den Blödsinn anzuhören und wirkte nur genervt.

Und was gibt es zur Thomalla zu sagen? Wer überhaupt auf die Idee gekommen, die einzuladen, ist mir ein Rätsel. Sowas von kompetent.


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#2
03.03.2015
12:10:41


(-3, 7 Votes)

Von Danny387
Aus Mannheim (Baden-Württemberg)
Mitglied seit 06.07.2014


Über die Kelle braucht man wohl rein Wort mehr zu verlieren, aber ehrlich gesagt: Anne Wizorek fand ich NOCH widerlicher. Die saß ja noch mehr auf dem Opfertöpfchen und jammerte in der Gegend rum wie schlecht es Frauen geht. Meine Güte!


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#3
03.03.2015
12:11:02


(+13, 13 Votes)

Von Finn


"lästerte etwa wieder darüber, dass man bei Facebook mehr als zwei Geschlechter wählen kann."

Tja, würde sich diese Dame zur Abwechslung auch mal mit Wissenschaft beschäftigen, wüsste sie, dass es eben mehr als zwei Geschlechter gibt!!


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#4
03.03.2015
12:11:28


(+3, 9 Votes)

Von Harkness


Ich muss sagen, ich war vom Hofreiter positiv überrascht. Er ist tatsächlich ruhig geblieben, trotz der permanenten Angriffe auf ihn und konnte halbwegs kompetent zum Thema reden und kannte auch diverse Studien.

Diese Sophia Thomalla dagegen... Warum war sie da? Ich fand die schlimmer als Kelle ehrlich gesagt, denn sie ist 25, hat im Leben außer "Schauspielerin" und "für den Playboy ausziehen" nichts geschafft und behauptet dann noch, dass sie seit 10 Jahren (also schon mit 15!) hart an ihrer Karriere arbeiten würde... und sie von alldem, was erzählt wurde, noch nie was gehört hat. Studien wurden mit Anekdoten ausgehebelt, was sie nicht kannte, existierte nicht. Intellektuell total reif also. Ansonsten hat sie nur "Schwachsinn" rumgebrüllt und hat den Kubicki angemacht. SIE zeigte eigentlich am deutlichsten, warum Feminismus noch wichtig ist.

Lustig fand ich dagegen die Kelle, als sie am Ende unwissentlich und unabsichtlich FÜR die Sozialisation der Geschlechter argumentierte... obwohl sie daran gar nicht glaubt.


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#5
03.03.2015
12:13:56


(+8, 10 Votes)

Von Heiner


Ich konnte das nur auszugsweise ansehen, weil die Sendung wirklich auf unterstem Niveau war.

Was für eine Verschwendung von Gebührengeldern.

Aber die meisten Talkshows sind ja auf diesem Niveau. Es gibt nur ganz wenige Talkshows, die echt gut sind, z.B. "Unter den Linden" auf Phoenix. Aber der ganze Rest ist Schrott.

Und bei Hart aber fair kommt noch dazu, dass der Moderator sich gerne als knallharter Journalist gibt, eigentlich aber völlig unfähig ist. Nur dass die meisten Zuschauer das nicht kapieren - ähnlich wie bei Günther Jauch.


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#6
03.03.2015
12:17:53


(+8, 10 Votes)

Von Julian S


"auf der anderen FDP-Vize Wolfgang Kubicki, [...] Kubicki durfte sich als freundlicher Macho mit Altherrenwitzen darstellen"

FDP halt. Auf dem Niveau ködern die immer ihre Wähler.

Wie damals Guido Westerwelle, der sich mit einer 18 unter der Schuhsohle in den Big-Brother-Container setzte oder mit seinem Guidomobil durch Deutschland fuhr.

Oder wie Fipsi Rösler, der Witze von Oma Gretchen erzählt.

Die FDP versucht den Mangel an Inhalten und Kompetenz mit Witzen und Show zu kaschieren...


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#7
03.03.2015
12:21:38


(0, 8 Votes)

Von Hinnerk
Antwort zu Kommentar #5 von Heiner


Talkshows sind aus Prinzip sinnlos, weil da einfach jeder Politiker seine eigene Position vertreten will und es überhaupt keine sachliche Kontrolle der Aussagen gibt.

Ein investigatives Reportage-Magazin wie z.B. Monitor ist tausendmal informativer, weil da wirklich alle Seiten zu Wort kommen, aber das auch immer auf Richtigkeit geprüft wird. Und weil da auch Hintergründe und Zusammenhänge gecheckt und journalistisch aufbereitet werden, die man in einer Talkshow gar nicht erörtern kann.

Es wäre überhaupt kein Verlust, wenn Talkshows abgeschafft werden, aber die Zuschauer wollen halt lieber Krawall und Show als echte Information.


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#8
03.03.2015
12:25:25


(+13, 13 Votes)

Von Robin


"die intellektuell überforderte Schauspielerin Sophia Thomalla [...] während Thomalla mit Sätzen wie 'Ich bin gerne Frau' oder 'Vorher hab ich das noch nie gehört, und deswegen ist das für mich totaler Schwachsinn' glänzte."

Aha, weil irgend so ein drittklassiges Schauspielsternchen noch nie von einer Sache gehört hat, gibt es das auch nicht... Das ist eher ein Argument, dass die mal etwas mehr für ihre Bildung tun sollte...

Und nur weil sie "gerne Frau ist", muss es bei anderen genauso sein. Was für ein egomanisches Weltbild, das vor Ungebildetheit nur so strotzt.


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#9
03.03.2015
12:46:10


(+12, 12 Votes)

Von Bleibt die Frage


Wie lange lässt sich die LGBTI-Community diesen Dauermüll vom Zwangsgebührenfernsehen und überhaupt in den BRD-Medien noch gefallen?

Wie lange noch jagt unwidersprochen eine Inszenierung des (Hetero-) Sexismus die andere?

Wann kommen wir von lauwarmen LSVD-Briefchen an Ministerpräsidenten bezüglich Rundfunkrat endlich zu tatsächlichem Protest und Widerstand?

In anderen Ländern war man spätestens mit der - auch hierzulande nicht gerade harmlosen - Hetze und Diffamierung im Zuge der "Aids-Krise" vor 30 Jahren so weit!


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#10
03.03.2015
12:49:43


(+12, 12 Votes)

Von alex76
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Frau Thomalla hat wieder einmal bewiesen, dass ihr Verstand irgendwo zwischen ihren Oberschenkeln sitzt. Schon ihr allererster Satz hat doch bewiesen, dass sie nur in der Medienbranche überlebt, weil sie sich selbst in ein sexistisches Frauenbild drängt, das auf ständige Bewunderung "richtiger Männer" und deren Komplimente ausgelegt ist. Zählt sowas nicht schon zur Prostitution? Ich kann auch einen Tag nach der Sendung nicht fassen, dass diese Dame tatsächlich der Meinung ist, Frauen würden im Job immer noch weniger Geld als Männer verdienen, weil sie einfach nicht in der Lage sind, dieses Geld einzufordern (so wie sie es wohl von ihrer Mutter gelernt hat)...und dass die sexuelle Belästigung der Frauen am Arbeitsplatz nur zustande kommt, weil diese scheinbar zu blöd sind, den Männern durch den richtigen Spruch einfach mal Paroli zu bieten (was ihr ihre Mutter sicher auch beigebracht hat). Aber das, was sie heute ist, hat ja sowieso rein gar nichts mit ihrem Promibonus zu tun. Unglaublich!


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