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Daniel Murphy hält Homosexualität für eine Sünde (Bild: Keith Allison / flickr / by-sa 2.0)

Daniel Murphy, der es mit Baseball zum Multimillionär gebracht hat, würde zwar mit einem Schwulen spielen, findet aber den homosexuellen "Lebensstil" unchristlich.

Baseball-Profi Daniel Murphy von den New York Mets hat am Dienstag nach einem Bericht von nj.com erklärt, dass er den homosexuellen "Lebensstil" zu "100 Prozent" ablehne. Als Grund nannte der 29-Jährige seinen christlichen Glauben. Anlass für die Aussage war ein Treffen mit dem ehemaligen Baseballspieler Billy Bean, der von 1987 bis 1995 in mehreren Profiteams gespielt hatte und sich schließlich nach dem Ende seiner Karriere im Jahr 1999 als schwul outete.

"Ich bin nicht einverstanden mit seinem Lebensstil", erklärte Murphy, der als "Second Baseman" der Mets dieses Jahr ein Gehalt von acht Millionen Dollar bezieht. "Ich bin nicht einverstanden mit der Tatsache, dass Billy ein Homosexueller ist. Das heißt nicht, dass ich ihn nicht kennenlernen kann. Ich denke nicht, dass man – wenn jemand homosexuell ist – die Tür gleich zuschlagen soll." Er könne zwar Homosexuelle als Menschen akzeptieren, aber er sei "nicht einverstanden mit dem Lebensstil – zu 100 Prozent."

Billy Bean hat Geduld


Billy Bean engagiert sich auch für Homo-Rechte – hier etwa in der Kampagne NOH8 (No Hate), die 2009 als Reaktion auf den Sieg des homophoben Volksentscheides "Proposition 8" in Kalifornien gegründet wurde

In einem offenen Brief erklärte der gescholtene Ex-Profi Billy Bean, dass er Murphy trotz der Aussagen respektiere: "Ich schätze, dass Daniel seine Meinung gesagt hat", schrieb der 50-Jährige. Und beschrieb den Vorfall: "Ich habe seine Mannschaft besucht und ein Reporter hat ihn nach seiner Meinung über mich gefragt. Er war mutig genug, seine Gefühle mitzuteilen. Das hat mich angespornt, noch mehr daran zu arbeiten, ein besseres Vorbild zu sein, damit er eines Tages vielleicht die Dinge aus meiner Perspektive sieht – vielleicht nur einen kurzen Augenblick lang."

Er selbst habe schließlich auch viel Zeit gebraucht, um offen mit seiner Homosexualität umzugehen: "Es hat 32 Jahre gebraucht, bis ich meine sexuelle Orientierung voll akzeptiert habe. Es wäre also heuchlerisch, wenn ich bei anderen keine Geduld habe."

Derzeit gibt es in der amerikanisch-kanadischen Baseballliga MLB keinen einzigen Spieler, der seine Homosexualität nicht versteckt. (dk)



#1 Just meAnonym
  • 05.03.2015, 13:39h
  • Zitat: "Er könne zwar Homosexuelle als Menschen akzeptieren, aber er sei 'nicht einverstanden mit dem Lebensstil zu 100 Prozent.'"

    Wow, wieder mal ein Musterbeispiel für 'christliche Toleranz'. Wieso fragt mich eigentlich niemand, ob ich mit dem Lebensstil dieses Religioten einverstanden bin? Wieso glaubt er, seine Meinung zum Thema 'Homosexualität' sei von so großer Wichtigkeit, dass er sie lautstark rausposaunt? Wieso ist es für manche queere Menschen wichtig, was solche Dumpfbacken von ihnen halten?
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#2 wiking77
  • 05.03.2015, 13:40h
  • .... ach Du meine Güte, ich finde auch so manchen Lebensstil nicht gut, na und? In China ist ein Sack Reis umgefallen.

    Solche dummen Ansichten sind doch wirklich nicht der Rede wert.
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#3 HonestAbeProfil
  • 05.03.2015, 13:56hBonn
  • Hey Murphy, ich lehne deinen "christlichen" Lebensstil zu 100 % ab! Und nun?

    Denn im Gegensatz zur Homosexualität ist Christsein - insbesondere eine derart dummdreiste Auslegung - ein Lebensstil, den man ändern kann und natürlich sollte.
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#4 SophiaAnonym
  • 05.03.2015, 14:01h
  • Ich wusste bisher gar nicht, dass es den 100 prozentigen homosexuellen Lebensstil gibt. Wie soll der denn aussehen, mit dem der Multimillionär nicht einverstanden ist?
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#5 ursus
  • 05.03.2015, 14:10h
  • >"Er war mutig genug, seine Gefühle mitzuteilen."

    im privaten kontakt ist es mir auch lieber, wenn ich weiß, was mein gegenüber für ein problem hat. besser, als wenn er nur komisch herumdruckst und mich schlecht behandelt und ich weiß nicht mal, warum. dann kann man wenigstens mal tacheles reden.

    das öffentliche (!) herausblasen gruppenbezogener menscheinfeindlichkeit muss man aber nicht auch noch als "mutige meinungsäußerung" adeln. es ist einfach nur schäbig, und so darf man es auch nennen.

    weshalb sollten ausgerechnet schwule homophobie derartig verharmlosen? warum sollte man die ekelhafte "man wird es ja wohl noch sagen dürfen"-strategie mitbefördern?
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#6 userer
  • 05.03.2015, 14:34h
  • Im Grunde bin ich jedem Christen dankbar, der deutlich macht, welche Hassreligion er ausübt, denn dann brauche ich nicht mehr zu erklären, warum ich seinen christlichen Lebensstil ablehne und im säkularen Leben verboten sehen möchte.
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#7 LorenProfil
  • 05.03.2015, 14:39hGreifswald
  • Mr. Murphy betätigt sich ja in Interviews gern und ausgiebig als christlicher Aktivist. "A Man on a mission" sozusagen mit sehr konservativen Ansichten. Von daher dürften seine Auswürfe über den herbeifantasierten "Lebensstil", den er nicht schätzt, in den USA kaum überraschen. Seine Vorbildfunktion für viele Kinder und Jugendliche nutzt er nicht für den gesellschaftlichen Frieden, sondern für Verurteilung und Abgrenzung. Das ist zu kritisieren. Barack Obama dürfte es sich zweimal überlegen, ob er ihn nochmal ins Weiße Haus einlädt.

    Dieser Kommentar auf outsports.com greift noch einen anderen bedenkenswerten Aspekt auf. Ob Mr. Murphy dafür offene Ohren hat?

    www.outsports.com/2015/3/4/8149985/daniel-murphy-gay-son-met
    s
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#8 RalfAnonym
  • 05.03.2015, 14:50h
  • Mir geht es da ganz anders als Herrn Murphy. Ich akzeptiere den christlichen Lebensstil nicht, weil dem Hass auf und Ausgrenzung von Menschen zu Grunde liegt, die sich nicht Regeln unterwerfen, die jahrtausendealten orientalischen Märchen und Mythen entspringen.
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#9 Patroklos
#10 JarJarAnonym
  • 05.03.2015, 16:30h
  • Und der reiche Baseballspieler sagte: "Mimimi"... Auch wenn ich mit seiner Aussage zu 100% nicht übereinstimme versuche ich ihn zu tolerieren.
    MfG
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