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Ende einer Ära in Berlin: Robert Kastl organisierte über viele Jahre Deutschlands größten CSD – am Ende mangelte es ihm jedoch an Fingerspitzengefühl

Der ehemalige Geschäftsführer des Berliner CSD e.V. ist aus dem operativen Team ausgeschieden und nicht mehr Mitglied des Vereins. Über das nach monatelanger ignorierter Kritik überraschende Ausscheiden von Robert Kastl informierte der hauptstädtische CSD-Veranstalter am Donnerstag seine Mitglieder per Email.

Kastl gilt als einer der Hauptverantwortlichen für die Spaltung des Berliner CSD im vergangenen Jahr, die dazu geführt hatte, dass es (neben dem zusätzlichen CSD in Kreuzberg) zwei parallele CSD-Demonstrationen gegeben hatte (queer.de berichtete). Mit seinem Plan, den CSD in "Stonewall" umzubenennen, und seinem arroganten Auftreten war der ehemalige Geschäftsführer bei Teilen der Community auf heftigen Widerstand gestoßen.

Ein Mitgliederforum vor dem letzten CSD führte zu tumultartigen Szenen, die Szene schien unnötig gespalten wie seit Jahren, Jahrzehnten nicht mehr. Für Unruhe sorgte dabei auch, dass Kastl am Morgen bei einer Pressekonferenz städtische Politiker auf Fahndungsplakaten geradezu als Verbrecher dargestellt hatte .

Zusätzlich war kritisiert worden, dass Kastl als CSD-Geschäftsführer mit seiner eigenen Firma Publicom GmbH Verträge abgeschlossen hatte. Vom Vorwurf der unzulässigen Verquickung und Bereicherung war Kastl jedoch im Herbst 2014 von einer Transparenzkommission entlastet worden (queer.de berichtete).

"Die Zusammenarbeit mit der Publicom GmbH ist ebenfalls beendet worden", heißt es nun in der Mitteilung des CSD-Vereins. "Die Publicom GmbH wird aus den Geschäftsräumen des Berliner CSD e.V. ausziehen". Über Einzelheiten der Trennung stünden beide Seiten noch in Verhandlungen.

In der Email an die Vereinsmitglieder heißt es weiter: "Der Berliner CSD e.V. bedankt sich bei Herrn Robert Kastl und der Publicom GmbH für die langjährige Zusammenarbeit und wünscht ihnen für die Zukunft alles Gute". Bereits zum 30. November war Kastl vom Verein aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt worden. (cw)