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  • 06.03.2015           108      Teilen:   |

"Ihr gehört vergast"

Saarland: Schwules Paar von Neonazis angegriffen

Artikelbild
Das Abzeichen der "Sturmdivision Saar" (Bild: indymedia)

In Merzig kam es zu einer regelrechten Hetzjagd auf zwei Schwule durch mutmaßliche Mitglieder der "Sturmdivision Saar".

In der saarländischen Kreisstadt Merzig haben offenbar drei Neonazis ein schwules Paar in einem Supermarkt beleidigt und angegriffen. Der Vorfall vom 4. Februar wurde erst jetzt durch Medienberichte publik.

Das Paar kaufte an jedem Mittwoch gegen 14 Uhr im Supermarkt "Kaufland" ein, als es von einem offensichtlichen Neonazi auf seine Sexualität angesprochen wurde. Dieser sei von einem weiteren Mann und einer Frau begleitet worden, ein Mann habe eine Bomberjacke mit der Aufschrift "Sturmdivision Saar"getragen.

"Sie folgten uns durch das ganze Kaufland, beleidigten und bedrohten uns, auch lautstark an der Kasse", zitiert die "Saarbrücker Zeitung" aus der Anzeige des Mannes. So sei das Wort "widernatürlich" gefallen. Und: "Wir gehörten vergast, er würde mir am liebsten den Schwanz abschneiden und so weiter", fasst eines der zum eigenen Schutz bislang anonym bleibenden Opfer zusammen. "Das gesamte Personal bekam das mit und niemand tat etwas."

Fortsetzung nach Anzeige


Schubeserei auf dem Parkplatz

Die Verfolgung durch die Neonazis ging laut der Anzeige auch auf dem Supermarkt-Parkplatz weiter. Dort begannen die Täter, die beiden Männer "herumzuschubsen". In der Anzeige schildert einer der beiden Attackierten: "Ich lenkte sie ab, während mein Partner das Auto aufschloss und den Motor startete. Als man mich wieder schubste, nutzte ich den Schwung, um die Autotür aufzureißen, mich ins Auto zu schmeißen und abzuschließen."

Später hätten die Angreifer an dem Häuschen gewartet, an dem man Einkaufswagen abgibt. Das Paar fuhr dann aber los, ohne sich noch um den Einkaufswagen zu kümmern. "Es war mehr als offensichtlich, dass sie uns ernsthaft verletzen wollten", so das Paar in der Anzeige. "Wir fürchteten beide um unser Leben."

"Neonazi-Schlägertruppe" verantwortlich?

Inzwischen hat auch der LSVD Saar Anzeige gegen Unbekannt wegen Volksverhetzung und unterlassener Hilfeleistung gestellt, die Polizei ermittelt. Laut einem Bericht der örtlichen Antifa wurde einer der Angreifer von dem Paar identifiziert; es soll sich um ein bekanntes (und von der Antifa benanntes) Mitglied der "Sturmdivision Saar" handeln.

Ein Infopaket der Antifa zu der Truppe aus dem Jahr 2012, in dem das Paar den Neonazi identifiziert haben will, bezeichnet die "Sturmdivision Saar" als "Nazi-Schlägertruppe", die vor allem auffalle "durch ihre Teilnahme an szenetypischen Demonstrationen" sowie durch "Übergriffe auf Menschen, die nicht in das rechte Weltbild passen". (nb)

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Tags: saarland, merzig, neonazis, überfall, homophobie
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Reaktionen zu "Saarland: Schwules Paar von Neonazis angegriffen"


 108 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
06.03.2015
16:24:32


(+15, 15 Votes)

Von Venice-89


So sehr ich Gewalt ablehne (sogar gegen Nazis) aber wir brauchen Antifas, man sieht ja das die Polizei nicht in der Lage ist Nazis zeitnah zu identifizieren und aus dem Verkehr zu ziehen.


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#2
06.03.2015
16:42:24


(+9, 13 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von Venice-89


Antifa ist doch nicht zwangsläufig gewalttätig, sondern vor allem gegen faschistische Gewalt gerichtet.
Wichtig ist auch darauf hinzuweisen, das die meisten Antifa-Gruppen allen faschistoiden, auch den sogennannten "religiiös motivierten Reaktionären gegenüber sehr anti drauf sind. Also nix mit 'auf dem "islamistischen" Auge blind', wie es den Antifagruppen von rechter Seite gerne dummerweise unterstellt wird.


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#3
06.03.2015
16:45:37
Via Handy


(+13, 19 Votes)

Von Alex


Es wird echt immer schlimmer in Deutschland.

Wann werden die Bundesregierung und die Landesregierungen endlich aktiv?!

Wir brauchen
- volle rechtliche Gleichstellung, damit wir nicht mehr als Menschen zweiter Klasse gelten. Dies beinhaltet z.B. Eheöffnung, Volladoption und Art. 3 GG.

- einen umfassenden Diskriminierungsschutz ohne Ausnahmen.

- Aufklärungs- und Bildungsprogramme an Schulen und anderen Jugendeinrichtungen. Insbesondere auch entsprechende Lehrpläne an den Schulen.

Jeder Politiker und jede Partei, die das verhindern oder auch nur verzögern, machen sich mitschuldig und haben genauso Blut an ihren Händen wie die Ausführer der Tat. Bei solchen Parteien und Politikern muss ich davon ausgehen, dass sie die Zustände gutheißen oder mindestens billigend in Kauf nehmen.


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#4
06.03.2015
16:45:49


(+14, 18 Votes)

Von Renn


Geht auch:

Ludwig Renn lehnte Gewalt gegen Nazis nicht ab.
Er war Kommandeur des Thälmann-Bataillons.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Th%C3%A4lmann-Bataillon


Er und seine Lebensgefährten wurden in einem gemeinsamen Grab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin beigesetzt, das unter Denkmalschutz steht.

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_Renn


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#5
06.03.2015
17:00:59


(+10, 14 Votes)

Von langstrecke
Antwort zu Kommentar #4 von Renn


rennen, verharren und angreifen sind kombinierbare elemente der antifaschistischen aktion. (r)evolutionär!


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#6
06.03.2015
17:08:47


(-6, 20 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Alex


Das sind alles legitime Forderungen.
Neonazis wird das allerdings nicht weiter stören.

Zu beurteilen ob es schlimmer wird taugt der Fall aber nicht.
Wo es früher keine schwulen Paare in der Öffentlichkeit gab konnten sie auch nicht angegriffen werden, Schwule waren unsichtbar. Mehr Sichtbarkeit bietet auch mehr Angriffsfläche.


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#7
06.03.2015
17:12:52


(+14, 16 Votes)

Von Ukraine
Antwort zu Kommentar #5 von langstrecke


Matthias Treinen wurde als einer der Angreifer im Merziger Kau­fland identifiziert

Link:
antifa-saar.org/2015/03/02/uebergriffe-haeufen-sic
h-rechte-mobilisierungen-motivieren-neonazis/


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#8
06.03.2015
17:16:40


(+14, 14 Votes)

Von Diversity


Heutzutage hat doch eigentlich jede*r ein Handy in der Tasche. Wo wäre das Problem gewesen, wenn auch nur ein einziger Mensch in diesem Laden, der den Vorfall beobachtet hat, sofort die Polizei gerufen hätte? Wo ist nur die Zivilcourage hin in so einer Situation?


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#9
06.03.2015
17:24:20


(+11, 13 Votes)

Von Joel


Die Angreifer können sich doch im Saarland ganz sicher fühlen. Frau Krampf Karrenbauer sieht die Schwulen auch als Menschen zweiter Klasse. Also die Regierung bereitet solchen Aktionen noch einen Nährboden.


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#10
06.03.2015
17:50:19


(+17, 17 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Der Schoß ist fruchtbar noch. Zeit endlich gegenzusteuern.
Den beiden Opfern dieer Hassattacke wünsche ich, dass sie dieses traumatische Erlebnis einigermaßen verarbeiten können und ihnen solidarische und wenn gewünscht auch fachlich qualifizierte Hilfe angeboten wird.


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