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  • 06.03.2015           1      Teilen:   |

Neues Album "Homage"

Jimmy Somerville als Disco-Diva

Artikelbild
Jimmy Somerville: Der "Smalltown Boy" und ehemalige Leadsänger von Bronski Beat und The Communards hat sein sechstes und vielleicht persönlichstes Album aufgenommen (Bild: James Kemmenoe)

"Homage", das sechste Soloalbum des britischen Sängers, bietet 49 wunderbare Minuten Realitätsflucht unterm Regenbogen.

Von Michael Thiele

Vielleicht spielen wir ein kleines Quiz: Jimmy Somerville bringt ein neues Album raus. Es heißt "Homage". Auf dem Cover sieht man eine rötlich eingefärbte Luftaufnahme Manhattans, davor den griechischen Titan Atlas, der aber nicht wie in der Überlieferung das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trägt, sondern eine große, schwere Glitzerkugel, die auch noch in den Farben des Regenbogens schimmert. Frage: Mit welchem Genre beschäftigt sich Somerville wohl auf "Homage"? Ist es Heavy Metal? Grunge? Klassik? Oder Gangster Rap?

Es ist natürlich Disco! Disco, Disco, Disco soweit das Ohr hört! Und es ist ein tolles Album geworden! Aufgenommen im vergangenen Jahr in London, erfüllt sich der 53-Jährige mit "Homage" einen Traum. Denn: "Ich habe eine riesige Discokugel im Kopf und sie hört nicht auf sich zu drehen", so Somerville, der im Verlauf seiner über dreißigjährigen Karriere ja immer wieder Disco-Hits neu interpretiert hat. Dementsprechend kann und muss man die zwölf neuen Songs als einen Tribut, als eine Verbeugung vor den 1970er-Jahren sehen.

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"Homage" kommt absolut retro daher

"Homage", produziert von John Winfield, wurde am 6. März 2015 beim Label Membran veröffentlicht.
"Homage", produziert von John Winfield, wurde am 6. März 2015 beim Label Membran veröffentlicht.

Alles ist sehr retro an Jimmys sechster Solo-Platte: der klassische, zeitlose Disco-Sound, die schlichte Typo im Booklet, die bpm-Angaben hinter den einzelnen Songs – es geht übrigens hoch bis auf 131 bpm, und zwar im wundervollen "Lights Are Shining", das die bunt leuchtenden, sich drehenden Discolichter tatsächlich hörbar macht.

Auf "Homage" geht es neben Scheinwerfern auch um Sehnsucht ("Learned To Talk"), um Zeit ("Some Wonder") und Selbstbestimmung ("Strong Enough"), um Trennung ("Taken Away") und Wiederkehr ("Back To Me"), es geht um Liebe ("This Hand") und Identität ("The Core").

Heraus sticht das schon 2014 als Single erschienene "Travesty", das mit Gesangsfanfaren glorios eröffnet wird, die umso stärker wirken, als der vorangegangene Song eine Ballade ist. Das nennt man Dramaturgie, und die funktioniert hier. In "Travesty" selbst wird immer wieder die Zeile "Life must mean more than this" ausgerufen – es müsse doch mehr geben als den profanen Alltag, bestehend aus Hektik, Liebeskummer oder Geldsorgen. Und natürlich gibt es mehr, und zwar "Believe in a better day, believe in a better, believe in a better way". Damit bringt Somerville die Wirkung von Travestie und die Hoffnung, die sie schenkt, ziemlich gut auf den Punkt.

Youtube | Lyric-Video zur Vorab-Single "Travesty"

Ein gelungenes Album für alle Disco-Fans

Auf "Homage" lässt sich kein Ausfall finden – vorausgesetzt, man mag Disco. Wer Disco nicht mag, der wird auf "Homage" natürlich einen Ausfall nach dem anderen konstatieren. Wer sich aber dennoch bezaubern lässt, der trifft auf klassische Genre-Zutaten wie Bläser, Streicher, Drums, und – nicht zu vergessen – hymnische Backing Vocals, weiter auf musikalische Leichtigkeit und Texte mit einem Hauch von Tiefgang.

Zusammen mit Jimmys unverwechselbarem Falsett ergibt das 49 wunderbare Minuten Realitätsflucht. Und wenn man die silberne Scheibe aus der Hülle nimmt und darauf einen Regenbogen entdeckt, dann ist das sogar, als käme man nach Hause.

Youtube | Im Song "Back To Me" geht es um die Wiederkehr
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Homepage von Jimmy Somerville
» Fanpage auf Facebook
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Tags: jimmy somerville, disco, homage, retro
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Reaktionen zu "Jimmy Somerville als Disco-Diva"


 1 User-Kommentar
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
12.03.2015
13:06:37


(+1, 1 Vote)

Von UweBerlin
Aus Berlin
Mitglied seit 20.06.2010


Sehr gute Kritik, die das neue Album von Somerville gut beschreibt.
Wirklich extrem klassische Disco-Musik und ein im besten Sinne Retro-Album.

Aber wie es der Autor richtig schreibt, man muss diese Musik (nach wie vor) lieben und eben auch Jimmys hohe Gesangslage dazu.

Sehr schöne Produktion.


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