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  • 08.03.2015           12      Teilen:   |

Interview zur "This Is M.E."-Tour

Melissa Etheridge: "Wenn wir uns ändern, ändern sich auch die Bigotten"

Artikelbild
Die lesbische Rock-Ikone beim Interview Anfang Februar in Köln: Melissa Etheridge, Jahrgang 1961, hat seit 1988 insgesamt 13 Alben veröffentlicht (Bild: Christian Leinweber)

Im Interview spricht die US-Rocksängerin über ihre bevorstehende Tour, furchtlose Liebe als Lebensphilosophie und ihre Überzeugung, auch Homophoben die Hand zu reichen.

Von Christian Leinweber

Mit Ihrer aktuellen, bluesgetränkten Scheibe "This Is M.E." im Gepäck werden Sie im April durch Deutschland touren. Was dürfen wir erwarten?

Ich werde solo unterwegs sein. Ich liebe es, so eine Tour alle paar Jahre zu machen, weil ich als Künstlerin wachse. Ich bin heute eine bessere Gitarristin. Und ich liebe es, damit auf meinen Solo-Konzerten zu prahlen.

Wenn man an so ein Konzert denkt, dann stellt man sich jemanden vor, der einfach nur auf einem Hocker sitzt und spielt. Meine Show sieht anders aus, meine Show ist Rock'n'Roll. Die Fans lieben meine Solo-Tourneen, da die Konzerte sehr intim sind.

Intim und rockend.

Ja, das ist der Schlüssel.

Sie machen Heartland Rock, Blues und Roots Rock – alles Musikrichtungen, die stark von Männern dominiert werden. War es 1988, zu Beginn Ihrer Karriere, schwierig, sich zu behaupten?

Meine Plattenfirma (Island Records) und deren Gründer Chris Blackwell haben mich immer in allem unterstützt. Probleme gab es mit den Radiosendern. Die sagten immer: "Oh, wir spielen bereits eine Frau, wir können nicht auch noch Dich spielen." Das war damals. Heute sieht es anders aus. Wenn du nicht locker lässt und dein Ding durchziehst, müssen sie es irgendwann als das anerkennen, was es ist.

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Das Album zur gleichnamigen Tour mi bewusst unscharfem Cover: "This Is M.E." ist bereits im Januar erschienen
Das Album zur gleichnamigen Tour mi bewusst unscharfem Cover: "This Is M.E." ist bereits im Januar erschienen

2012, bei einem Frage-Antwort-Spiel mit Zuhörern auf Livestream.com, sagten Sie, dass man lieben müsse, was man tue, und für all jene singen müsse, die zuhören wollen. Wer hört Ihnen zu? Wie sieht Ihre Fangemeinde aus?

Ich liebe meine Fangemeinde. Natürlich habe ich immer die Unterstützung der ganzen LGBT-Community, wofür ich sehr dankbar bin. Sie macht aber nur ungefähr die Hälfte meines Publikums aus. Der Rest sind Männer und Frauen, die heterosexuell oder was auch immer sind, junge und alte Menschen unterschiedlicher Hautfarbe, sehr verschiedene Typen also. Ich liebe die Mischung. Für Menschen zu spielen, die einen auch hören wollen, ist das Beste.

Ihre Texte sind persönlich und universell zugleich. Mit ihnen erheben sie nicht nur Ihre Stimme als lesbische Frau, sondern als Mensch, der beschreibt was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Soll sich jeder, egal welchen Geschlechts, mit Ihren Texten identifizieren können?

Ich will, dass meine Musik universell ist und für mich selbst muss sie wahrhaftig sein. Mit "Like the Way I Do" habe ich damals herausgefunden: Je persönlicher ich werde, umso universeller ist es. Es war nur so ein Song, den ich schrieb, weil ich eifersüchtig war. (lacht) Als ich anfing, in den Bars zu spielen, also noch bevor ich das Stück überhaupt aufgenommen hatte, wurde es plötzlich von den Leuten gewünscht. Es war mein erstes eigenes Stück, das sich Zuschauer wünschten. Daher: Ja, den Leuten etwas Allgemeingültiges zu geben, ist mir wichtig.

Denken Sie, dass Menschen – egal welche sexuelle, kulturelle oder ethnische Identität sie haben – im Kern gleich sind?

Oh ja. Ich glaube an ein wunderschönes Einssein im Geiste eines jeden. Je mehr wir uns damit verbinden können, umso besser wird unsere Welt gestellt sein. Dieses Einssein beschreibt auch mein Song "A Little Bit of Me" vom aktuellen Album. Inspiriert dazu wurde ich von Yoga, was ich selbst sehr oft praktiziere. Am Ende eines jeden Trainings sagt man "Namaste", was so viel bedeutet wie "Der Geist in mir erkennt denselben Geist in Dir". Ein kleiner Teil von mir ist in einem kleinen Teil von Dir, das ist das Einssein.



Sie sind ein Star, eine Rockmusikerin, die von Tausenden verehrt wird. Denken Sie wirklich, dass die Leute Ihnen glauben, wenn Sie sagen, dass ein kleiner Teil von Ihnen in jedem steckt und umgekehrt?

Ich weiß es nicht. Aber ich hoffe, dass sie darüber nachdenken werden und begreifen können, dass es so ist. Vielleicht denken sie plötzlich beim Mitsingen: Moment mal, was meint sie da eigentlich? Was bedeutet das? Und wenn sie es verstehen, dann erkennen sie auch, dass wir alle eins sind. Dieses Einssein ist uns eigen. Wenn sie jenen Teil von sich entdecken, der ein Rockstar ist, dann kann ich ihnen vielleicht etwas Stärke geben. Und Inspiration.

Wenn wir im Kern gleich sind, wie können wir dann unsere Unterschiede überwinden?

Der Weg zum Überwinden der Differenzen ist, sich selbst zu lieben, samt den Unterschieden, die man in sich trägt. Wir sollten erreichen, dass wir als Menschen uns betrachten und sagen: Ich liebe es, eine Frau zu sein, ich liebe es, ein Homosexueller zu sein, ich liebe es was auch immer zu sein. Wenn man das lieben kann, dann weiß man auch die Verschiedenheiten anderer Menschen zu schätzen.

Und da ich weiß, dass das Einssein uns verbindet, lasse ich sie sein, wie sie sind und kann gut damit leben. Es ist der Punkt an dem man aufhört, sich Gedanken über wir und sie zu machen, über sie gegen uns. Wenn du in jemandem, der ganz anders ist als du, Gemeinsamkeiten entdeckst, dann ist das der Anfang zur Überwindung von Unterschieden.

Dennoch kämpfen wir als LGBT-Community für unsere Rechte und daher auch gegen sie, also gegen alle, die uns diese Rechte verweigern wollen, oder nicht?

Ich denke, wir müssen den Kampf für unsere Rechte immer auch mit dem Verständnis abwägen, dass wir sie nur bekommen, wenn wir als LGBT-Individuen aufhören, gegen unsere eigenen Gefühle zu kämpfen. Und das ist schwierig, denn wir wurden in einer Welt geboren, in der wir nun mal anders sind. Aber eben diesen Gedanken muss man verwerfen. Je mehr wir herauskommen, je mehr wir uns als Teil der Gesellschaft wohl fühlen, umso mehr werden sich andere mit uns wohl fühlen. Wir sind die Ersten, die herauskommen müssen. Die Veränderung in uns hat die Welt bereits verändert.

Der Kampf für LGBT-Rechte ist also nicht zwangsläufig ein Kampf gegen Bigotterie?

Nicht die Bigotten müssen wir ändern, wir müssen uns ändern. Dann werden auch sie sich ändern.

Im vergangenen Jahr heiratete Melissa Etheridge ihre langjährige Partnerin Linda Wallem
Im vergangenen Jahr heiratete Melissa Etheridge ihre langjährige Partnerin Linda Wallem

2009 haben Sie Barack Obamas Entscheidung unterstützt, den evangelikalen Pastor und Kämpfer gegen Homo-Rechte, Rick Warren, eine Rede bei seiner Amtseinführung als Präsident halten zu lassen. Warum?

Weil ich denke, dass wir genau das tun müssen. Wir können nicht in einer Welt leben, wo es ein wir und ein sie gibt und sie der Feind sind. Ich weiß, dass diese fundamentalen Christen sehr streng erzogen werden, aber eben nicht nur in Bezug darauf, dass Homosexualität falsch ist – Sexualität generell ist bei ihnen etwas, das unterdrückt und verdrängt werden muss.

Wenn das der Ansatzpunkt ist, dann ist ein Homosexueller für fundamentale Christen natürlich etwas… Du weißt schon: Wir haben Sex einfach so zum Spaß, wie dekadent kann man denn noch werden? (lacht) Für sie stimmt da etwas nicht, denn sie leben in einer Welt, in der es richtig und falsch gibt, die sehr dualistisch ist. Und sie wollen gut sein.

Ich kann also vollkommen verstehen, dass Homosexualität ihnen Angst macht. Ich will auch gar nicht in Deiner Kirche heiraten, ich will Dich nicht verändern, ich lasse Dir Deinen Glauben. Und ich kann meinen haben. Meine Vielfalt wird Dich nicht betreffen. Wir können koexistieren. Deswegen habe ich versucht, meine Hand zu reichen.

Diese Sache mit Rick Warren war sehr erhellend für mich. Ich habe mit ihm gesprochen. Er ist ein Fan meiner Musik. Er liebt "Bring Me Some Water". Siehst du? Ich werde für ihn menschlich, er wird für mich menschlich und die Dinge verändern sich.

Wenn man jemanden persönlich kennenlernt, dann mag sich die Meinung über diese Person ändern…

So ist es. Und deswegen müssen wir uns zeigen. Oftmals wissen Leute gar nicht, dass sie schwule und lesbische Menschen kennen. Weil wir uns verschlossen halten, weil wir Angst haben. Wir müssen die Liebe wählen und tapfer sein.

Über Ihr Album "Fearless Love" sagten Sie, es handle davon, furchtlos zu sein und Liebe der Angst immer vorzuziehen. Das sei eine Lebensphilosophie, die zu Ihnen passe. Wie schaffen Sie es, die Liebe der Angst vorzuziehen?

Es ist eine Entscheidung, die ich jeden Tag, jeden Moment treffe. Ich habe erkannt, dass das, was meine Welt ausmacht, meine Gedanken darüber sind. Wenn meine Gedanken von Liebe und nicht von Angst geprägt sind, dann kann ich auf diesem Pfad bleiben.

Nehmen wir an, ich ginge auf die Straße und es käme ein großer schwarzer Mann auf mich zu. In diesem Moment habe ich die Wahl, wie ich darüber denken soll, wie ich darauf reagiere. Ich könnte Angst haben oder aber mir eine andere Geschichte über diesen Mann erzählen. Nämlich, dass er sanftmütig ist, dass er ein wundervoller Mensch ist, dass er vielleicht Kinder hat. Diesen Gedanken kann ich kreieren, und wenn wir dann aufeinander treffen, bringe ich ihm bereits Liebe entgegen und nicht Angst. Es ist meine Wahl.



Manchmal hat man allerdings keine Wahl und wird vor vollendete Tatsachen gestellt. 2004 etwa wurde bei Ihnen Brustkrebs diagnostiziert.

Ja, ich hatte Krebs und bin jetzt seit fast zehn Jahren krebsfrei.

Dennoch fielen Sie der Krankheit zum Opfer…

Man nennt sie Krebsopfer, ein Opfer des Krebs'. Man kämpfe mit Krebs, wird gesagt. Und dann sei man ein Überlebender. Ich mag nichts von dem. Was ich jetzt sage, hat mir bisweilen schon Ärger eingebracht, aber ich glaube ganz fest daran, dass mein Krebs ein Resultat meiner negativen Gedanken über mich selbst war. Ein Resultat des negativen Essens, das ich aß, den industriell verarbeiteten Lebensmitteln, den Tonnen von Zucker, die ich zu mir nahm. Und ein Resultat des Stresses.

Deswegen fing ich vor zehn Jahren damit an, einen weitaus spirituelleren Weg zu gehen. Essen ist heute Medizin für mich. Essen aus biologischem Anbau ist mir sehr wichtig, Gemüse, Früchte, die Lebensmittel, die uns die Erde gibt.

Lassen Sie uns ein paar Jahre zurückgehen. Warum haben Sie sich 1993 auf dem Triangle Ball – eine schwul-lesbische Feier zu Bill Clintons erster Amtseinführung – geoutet?

Ich war damals in Hollywood und da gab es eine starke Gruppe von uns. Wir lebten offen gegenüber unseren Freunden, unserer Familie, sogar in der Branche waren wir geoutet. Jeder wusste, dass ich lesbisch war, und das wusste auch jeder über Ellen DeGeneres, Rosie O'Donnell und k.d. lang. Wir waren eine starke Gemeinschaft. Wir hatten die Aids-Krise mitgemacht und ich sah Leute in unserer Community, starke Anführer, die daran arbeiteten, das innerpolitische Klima zu verändern.

In der Musikindustrie verfuhr man nach dem Motto "Don't ask, don't tell". Da hätte mich niemand gefragt, ob ich lesbisch sei, und niemand hat erwartet, dass ich es ihm erzähle. Ich merkte, dass meine Musik populärer wurde – bis dato hatte ich bereits drei Alben veröffentlicht – und ich wusste, dass sich die Leute für den persönlichen Teil dahinter interessierten. Ich kam an den Punkt, wo ich mich nicht mehr so fühlen wollte, als würde ich etwas verbergen. Zumal ich es vor niemandem verbarg, auch nicht vor meiner Familie, meinen Eltern, die mich immer sehr unterstützt haben.

1992 hatte ich viel mit den Leuten der Clinton-Gore-Kampagne zusammengearbeitet, daher wurde ich zu einem Amtsantritts-Ball eingeladen, dem Triangle Ball, dem großen Lesben- und Schwulen-Ball, der natürlich immer der lustigste von allen ist. Wir wissen eben, wie man's macht. Es war eine wundervolle Feier, ich war dort mit meinen Freunden und ich wusste, dass ich mein öffentliches Coming-out haben wollte – ich dachte nicht, dass es dort sein würde, eher in einer Talk Show oder sowas. Wir feierten also den Sieg des ersten Präsidenten, der überhaupt jemals die Worte schwul und lesbisch ausgesprochen hatte, und ich wurde gebeten, eine kurze Rede zu halten. Also ging ich ans Mikro und sagte: Ich bin stolz darauf eine Lesbe zu sein. Und dann – puff – ging es los.

Hat Ihr Coming-out die allgemeine Wahrnehmung von Ihnen als Künstlerin verändert?

Ja, sehr sogar. Für einige Jahre war man sehr daran interessiert. Dass ich lesbisch bin, war alles, worüber ich sprach. (lacht) Ich machte einen Deal mit mir, dass ich jede Frage dazu beantworten würde, denn bis dahin hatte niemand diese Fragen gestellt.

Ich wollte offen über meine Erfahrungen sprechen, tat es – und das veränderte alles: Statt einer Million Platten verkaufte ich plötzlich sechs Millionen. Es war ein großes Ding. Zumindest in Amerika. Bis zum heutigen Tag kommen Menschen aus der LGBT-Community zu mir und sagen "Danke Dir". Ich fühle mich wohl damit, Kinder zu haben und eine Ehefrau und ich bin sehr glücklich und froh, dass ich es tat.

Wo Sie gerade von Ihrer Ehefrau Linda Wallem sprechen, die Sie 2014 geheiratet haben (queer.de berichtete). Das war wohl ein ziemlich guter Tag in Ihrem Leben…

Es war ein wunderschöner Tag, einer meiner besten. Einfach schön. Sie ist eine ganz besondere Person, sie rettet mir jeden Tag das Leben. Sie ist sehr intelligent. Sie ist Produzentin fürs Fernsehen und verantwortlich für die Serie "Nurse Jackie". Sie ist sehr kreativ, sie unterstützt und inspiriert mich. Und sie sagt mir: "Ja, Du kannst es schaffen." Es ist wunderbar. Dürfen Schwule und Lesben in Deutschland heiraten?

Man kann nur eine eingetragene Lebenspartnerschaft schließen. Im Vergleich zur Zivilehe hat man die gleichen Pflichten, aber weniger Rechte.


Ja, die Rechte. Es ist ein gutes Gefühl, wenn die Leute realisieren, dass ihnen nichts weggenommen wird, sobald man diese Rechte LGBT-Menschen gibt. Man bekommt Solidarität und Sicherheit für die eigene Familie. Es ist gut, dass meine Kinder sehen: wir sind verheiratet, wir sind anerkannt. Zu heiraten ist eine schöne Sache. Ich hoffe, dass dies auch in Deutschland bald möglich sein wird.

Youtube | Video zum Song "Take My Number" aus dem aktuellen Album "This Is M.E."
  Tourdaten "This Is M.E."
15. April – München, Muffathalle
16. April – Wien, Museumsquartier
17. April – Zermatt Unplugged Festival
19. April – Frankfurt, Batschkapp
21. April – Hamburg, Große Freiheit 36
22. April – Berlin, Astra Kulturhaus
23. April – Köln, Live Music Hall
Links zum Thema:
» In das Album "This is M.E." bei Amazon reinhören
» Homepage von Melissa Etheridge mit Online-Vorverkauf
» Fanpage auf Facebook
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Reaktionen zu "Melissa Etheridge: "Wenn wir uns ändern, ändern sich auch die Bigotten""


 12 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
08.03.2015
09:49:22


(+5, 7 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


"Wenn wir uns ändern, ändern sich auch die Bigotten"

Ja.... irgendwie.... too much harmony für meinen Geschmack. Da fehlt nur noch pancake mit maple syrup, peanut butter und marshmallow.

Ob man damit weiter kommt?


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#2
08.03.2015
09:51:08


(+8, 10 Votes)

Von Luca


Wieso sollte wir "Homophoben die Hand reichen"?

Ein Schwarzer käme nie auf die Idee, einem Rassisten, der in ihm nur ein Stück Dreck sieht, auch noch die Hand zu reichen. Ein Jude käme niemals auf die Idee, einem Antisemiten, der ihn vergasen will, auch noch die Hand zu reichen.

Aber wir sollen wieder mal allen die Hand reichen und all das Leid, was diese Menschen anrichten, vergessen.

Genau diese unterwürfige Haltung ist es, weshalb wir immer noch diskriminiert werden.

Nein!

Ich gebe niemandem die Hand, der in mir einen Menschen 2. Klasse sieht und das auch rechtlich festschreiben will. Ich gebe niemandem die Hand, der mit dazu beiträgt, dass sich Schwule und Lesben das Leben nehmen. Ich gebe niemandem die Hand, der zu einem Klima beiträgt, wo es Gewalt gegen Schwule gibt.

Wenn Frau Etheridge den Mördern von Matthew Shepard, Irsane Jarfi, etc. auch noch gratulieren will, ist das ihr Ding. Aber genauso muss sie respektieren, dass andere das anders sehen...


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#3
08.03.2015
10:52:25


(+4, 6 Votes)

Von Heiner


"Wenn wir uns ändern, ändern sich auch die Bigotten"

Wieso sollten wir uns irgendwie ändern, nur um von Homohassern akzeptiert zu werden?

Die Homohasser sind im Unrecht, nicht wir! Also haben die sich zu ändern, nicht wir!

Das ist ja beinahe so, als würde man einem Schwarzen sagen, er solle sich weiß anmalen um kein Opfer von Gewalt zu bekommen oder als würde man einer Frau sagen, sie solle sich als Mann ausgeben um gleiches Gehalt für gleiche Arbeit zu bekommen.

Nein, die Diskriminierer sind im Unrecht. Nicht die Opfer. Zu fordern, die Opfer sollten sich ändern, damit sich die Täter ändern, ist an Zynismus kaum noch zu überbieten.


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#4
08.03.2015
12:13:55


(+3, 3 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Deswegen habe ich versucht, meine Hand zu reichen."

Das ist ja das Problem der erzkonservativen, die wollen ja nicht einmal die Hand annehmen, die man ihnen reicht.
Die lehnen doch alles ab, was ihnen nicht passt, die wollen ja gar nicht nachdenken, das es auch noch was anderes gibt neben dem ihrigen Gedankengut.


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#5
08.03.2015
12:14:15


(+4, 4 Votes)

Von Carsten AC
Antwort zu Kommentar #3 von Heiner


Volle Zustimmung!

Zumal es mir herzlich egal ist, was irgendwelche Homohasser oder andere Faschisten von mir denken.

Es wird immer irgendwelche Fanatiker geben, die uns hassen, egal wie sehr wir uns anbiedern. Ich würde mir nur wünschen, dass die dann nicht gerade in der Regierung sitzen bzw. dass die Regierung nicht auf solche hasszerfressenen Subjekte hört.


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#6
08.03.2015
12:18:55


(+3, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Diesen Gedanken kann ich kreieren, und wenn wir dann aufeinander treffen, bringe ich ihm bereits Liebe entgegen und nicht Angst. Es ist meine Wahl."

Aus Ihrer Sicht, aus dem Showbusines mag das stimmen, aber trifft das auf alle Lebensberreiche?
Warum gehen dann Profisportler u.a. nicht an die Öffentlichkeit?
Wie kann ich jemandem Liebe entgegenbringen, der ja schon lange vorher schon ein unumkehrbares Urteil über mich gesprochen hat?


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#7
08.03.2015
13:39:19


(0, 4 Votes)

Von Theral


Einen Bigotten gebe ich nicht die Hand, sondern trette ich höchstens.


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#8
08.03.2015
14:28:45
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von Gay Pride


Statt uns zu verstellen und in Duckmäusertum zu verfallen, sollten wir stolz auf uns sein und zu uns selbst stehen.

Melissa Etheridge hat wohl noch nie etwas von Gay Pride gehört. Mit ihren unüberlegten Äußerungen macht sie jahrzehntelange Emanzipation zunichte.


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#9
08.03.2015
19:48:05


(+3, 5 Votes)

Von Fa2b
Antwort zu Kommentar #8 von Gay Pride


Weniger Drama, bitte! Weder ME noch sonst irgendjemand hat die Deutungshoheit über den Begriff "Gay Pride" oder kann offizielle Stellungnahmen für (alle) LGBTI abgeben. "Wir" sind weder ein Verein, noch haben wir eine vom Polit(schwestern)büro vorgegebene Parteilinie. Manche Leute erreicht man eben mit Tritten, andere besser mit offenen Händen.


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#10
09.03.2015
08:15:58


(+3, 5 Votes)

Von PFriedrich
Aus Trier (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 19.02.2015


Niemand will das Elend abstreiten, das durch Homophobe und Religioten in die Welt getragen wird.
Melissa deutet hier allerdings ein grosses Drama der menschlichen Zivilisation an, nämlich die Prägung der Kinder durch die Eltern.
Gerade in homophob - religiotischen Elternhäusern werden Kinder oft regelrecht zu Tode indoktriniert. Ausbaden müssen das später wir alle gemeinsam.
In diesem Sinne versucht sie auf jene Menschen zuzugehen, die von sich selbst entfremdet worden sind: Schenkt man ihnen - durchaus unverdienterweise! - eine Art "Kredit" an Verständnis und Güte, läßt sie spüren, daß sie auch abseits "Gott" und religiöser Sprüche wertgeschätzt werden,können sie eher aufhören damit, ihren eigenen Schaden zombieartig, wie unter Zwang, an andere Menschen weiterzugeben.
Das hindert mich auch nicht daran, für mich selber - oder hier in dieser Runde - wütend auf das Treiben dieser Leute zu sein.


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