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  • 08.03.2015           40      Teilen:   |

Seminare von Wüstenstrom & Co.

Birgit Kelle und Homo-"Heiler" bei evangelikaler Familienfreizeit

Artikelbild

Zum sechstägigen Glaubensfestival "Spring" im Sauerland werden bis zu 3.000 Eltern mit Kindern und Jugendlichen erwartet. Für sie wird ein ein buntes Programm geboten – und christlicher Fundamentalismus.

Von Norbert Blech

Im hessischen Teil des Sauerlands steht in den nächsten Wochen ein evangelikales Frühlingserwachen bevor: Zu einem "Ferien-Festival" für die ganze Familie mit dem Titel "Spring" kommen vom 6. bis 11. April bis zu 3.000 Teilnehmer nach Willingen (Upland).

Geboten wird ein umfangreiches Programm: Für Kinder Pfadfindertrips oder Spiel- und Sportprogramme, für Jugendliche kreative Bastelstunden und Discos, für Erwachsene christliche Seminare. Dazu für alle Teilnehmer Gottesdienste und Angebote zum gemeinsamen Beten – sowie eine Beeinflussung durch Menschen, die Schwule und Lesben "heilen" wollen.

Organisiert wird die Freizeit von der Deutschen Evangelischen Allianz, dem großen Netzwerk evangelikaler Gruppen. Ihr Generalsekretär ist Hartmut Steeb, der spätestens durch TV-Talks gegen den Bildungsplan deutschlandweit bekannt wurde. Die Allianz unterstützt offensiv Homo-Gegner und Homo-"Heiler" in den eigenen Reihen (mehr dazu in den Links unter dem Artikel). Trotzdem machen ihr Politiker immer wieder eine Aufwartung, trotzdem findet die evangelische Kirche kaum eine Abgrenzung.

Grußworte in dem rund 200 Seiten starken Programmheft kommen vom parteilosen Bürgermeister von Willingen, Thomas Trachte, und vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem bayerischen Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm.

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Aufklärung mit Wüstenstrom und Weißem Kreuz

Die Homo-"Heiler" von "Wüstenstrom" sind mit einem Stand und Seminaren zur Sexualethik vertreten
Die Homo-"Heiler" von "Wüstenstrom" sind mit einem Stand und Seminaren zur Sexualethik vertreten

Mit einem prominent platzierten Info-Tisch direkt am Eingang des Konferenzzentrums von "Spring" ist die umstrittene Homo-"Heiler"-Organisation "Wüstenstrom" vertreten. Ihr Gründer Markus Hoffmann, der zuletzt auch mit einer Organisation für angeblich enthaltsam lebende Schwule Schlagzeilen machte, hält ihm Rahmen des offiziellen Programms zwei Seminare im Hotel Best Western ab.

In einem geht es um die "Ehe als Auslaufmodell": "In unseren Tagen wird die Ehe zwischen Mann und Frau an den Rand gedrängt", heißt es in der Ankündigung. "Im Seminar wollen wir uns mit einer biblisch, anthropologischen Perspektive auf Ehe, Leiblichkeit und Sexualität beschäftigen. Sie kann uns eine wichtige Orientierungshilfe für drängende sexualethische Fragen in unseren Ehen und Gemeinden sein."

Im anderen Seminar, "Jugend und Sexualität", stellt er die Frage: "Wie können wir Jugendliche in ihren Fragen der Sexualität begleiten? Und wie können wir ihnen eine positive, christliche Haltung zum Thema und zum Umgang mit Sexualität vermitteln?" Man wolle ein Modell entwickeln, "das auf der Einheit von Herausbildung männlicher oder weiblicher Identität und Geschlechtsentwicklung, positiver Beziehung zur eigenen Leiblichkeit und Entwicklung gesunder Sinnlichkeit beruht. Im Seminar werden wir gemeinsam der Frage nachgehen, wie Eltern und Erzieher/Jugendmitarbeiter diesen Prozess entwicklungssensibel begleiten und unterstützen können."


Das Festival findet zum 17. Mal statt, zum sechsten Mal in Willingen. Veranstaltungen finden neben der Kongresshalle im ganzen Ort statt.


Nebenbei bietet das Festival auch eine Alternative zur staatlichen Sexualerziehung. In einem Vortrag "Verliebt, verlobt und andere Katastrophen – Sex hat seinen Preis", der sich an Jugendliche richtet, will Heidi Kersten vom Weißen Kreuz erklären, warum es wichtig sei, "mit dem Sex bis zur Ehe zu warten" – und das in der staatlichen Uplandschule als Veranstaltungsort.

Das Weiße Kreuz, der evangelische Fachverband für Sexualethik und Seelsorge, gilt ebenfalls als Homo-"Heiler"-Organisation. In einer Handreichung (PDF) heißt es: "Homosexuelle mit Änderungswunsch und -willen können ihre sexuelle Orientierung durch Therapie, Seelsorge oder Selbsthilfegruppen ändern." Im letzten Jahr hatte die Organisation in Kassel einen Workshop zur Sexualethik durchgeführt, mit Vertretern von "Wüstenstrom" und der ebenfalls umstrittenen Christl Ruth Vonholdt vom "Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft" (DIJG).

Gegen Gender mit Birgit Kelle

Birgit Kelle darf mal wieder gegen Feminismus, Homo-Rechte und "Gender Mainstreaming" austeilen
Birgit Kelle darf mal wieder gegen Feminismus, Homo-Rechte und "Gender Mainstreaming" austeilen

Ein weiterer Gast in Willingen ist die Publizistin Birgit Kelle, eine der Vorkämpferinnen der Anti-Bildungsplan-Bewegung und Autorin manch homophober Kolumne, die in diesen Tagen mit einem neuen Buch, "Gender-Gaga", und einem Auftritt bei "Hart aber fair" Schlagzeilen machte (queer.de berichtete).

Im Rahmen des Festivals darf sie zwei Seminare abhalten, in der katholischen Kirche des Ortes. "Brauchen wir einen neuen Feminismus?", fragt sie in einem. In dem anderen geht es um "Sinn und Unsinn von Gender Mainstreaming": "Der Nutzen des Ganzen ist zweifelhaft, die wissenschaftliche Basis fehlt, aber es verschlingt Millionen Steuergelder für Unisextoiletten, gendergerechte Sprache, Sexualkundeunterrricht, unzählige Lehrstühle und immer mehr 'Gender-Kompetenz'. Braucht das jemand? Nein. Doch wie geht man dagegen vor?"

Gender Mainstreaming und alles, was für Kelle & Co. in bewussten Falschdarstellungen damit zusammenhängt, wird ferner das Thema einer Diskussion auf der Bühne des Konferenzzentrums sein – das Progamm-"Highlight" eines Abends. Ihr gut eingespielter Diskussionspartner ist Hartmut Steeb.


Hartmut Steeb bei seinem Festival. Copyright der Bilder: GemeindeFerienFestival SPRING

Mehr zum Thema:
» Kassel: Evangelische Gruppe will für Homo-"Heilung" werben (11.04.2014)
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Tags: evangelische allianz, spring, hartmut steeb, birgit kelle, wüstenstrom, weißes kreuz, homo-heiler, willingen, hessen, sauerland
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Reaktionen zu "Birgit Kelle und Homo-"Heiler" bei evangelikaler Familienfreizeit"


 40 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
08.03.2015
11:58:52


(+10, 10 Votes)

Von Klaro


Die großen Volkskirchen haben ausgedient. Die Zukunft liegt bei den aggressiven Evangelikalen bzw Charismatikern. Sie haben Zulauf. Zu Beginn des 20. Jahrhundert gab es überhaupt noch keine Charismatiker. Inzwischen gibt es weltweit mehr als 500 Millionen. Diese Strömungen sind es, die junge Familien, junge Eltern und Aktive zu ihren Veranstaltungen locken können. Und sie sind es auch, die anderen konkurrierenden Weltreligionen etwas entgegen setzen können.
Für Schwule bedeutet dies, dass die Zeiten härter werden.


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#2
08.03.2015
12:10:17


(+9, 11 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


Birgit Kelle diskutiert mit Hartmut Steeb.
Was soll das denn für eine Diskussion sein? Die beiden leiden doch unter dem gleichen Gehirnparasiten.


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#3
08.03.2015
12:10:37


(+11, 11 Votes)

Von Klaro


Hartmut Steeb (ausgebildeter Beamter, 10 Kinder) ist es, der schon seit Jahrzehnten gegen Schwule wettert. Ganz sicher kennt er alle Gegenargumente, aber er geht auf kein Argument ein, sondern bleibt beharrlich bei seiner homophoben Position. Er ist also ein Beispiel dafür, dass die Emanzipation von Schwulen und Lesben nicht durch Argumente erreicht werden kann, sondern am ehesten noch durch Visibilität. Menschen, die täglich in ihrer eigenen Familie oder an ihrem Arbeitsplatz mit Schwulen und Lesben zusammen sind, werden zur Akzeptanz neigen.


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#4
08.03.2015
12:15:53


(+10, 12 Votes)

Von Carsten AC


Schlimm, dass solche Gehirnwäsche-Clubs nicht längst verboten sind. Das sind gefährliche Psycho-Sekten, die schwerste psychische Schäden bis hin zum Selbstmord verursachen. Sowas gehört endlich verboten...


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#5
08.03.2015
12:18:43


(+8, 12 Votes)

Von Luca
Antwort zu Kommentar #4 von Carsten AC


Ja, eigentlich gehört solche menschenverachtende Gehirnwäsche verboten. Und in genug anderen Staaten ist solche angebliche "Homo-Heilung" wegen ihrer Gefährlichkeit längst verboten.

Aber unsere schwarz-rote Bundesregierung hat ja kürzlich nochmal auf eine Anfrage der Grünen bestätigt, dass sie keinen Anlass sieht, sowas zu verbieten. Zynismus pur!


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#6
08.03.2015
12:28:10


(+11, 13 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Sie erwartet ein buntes Programm und christlicher Fundamentalismus.

Widersprüchlicher kann ein Satz nicht sein!
Wie kann ein christliches fundamentalistisches Programm bunt sein?"


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#7
08.03.2015
12:29:26


(+8, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"evangelikales Frühlingserwachen bevor"

Ein Erwachen mitten ins finsterste menschenfeindliche Mittelalter.


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#8
08.03.2015
12:32:26


(+7, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"...und Discos,"

Die verlogenen evangelikalen wie ich sie kenn.
Und was für Musik wird in der Disko gespielt? Na! Dreimal darf man raten!!
Schlimmere verlogener Gehirnwäsche für jugendliche gibt es gar nicht.


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#9
08.03.2015
12:35:54


(+8, 12 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Grußworte in dem rund 200 Seiten starken Programmheft kommen vom parteilosen Bürgermeister von Willingen, Thomas Trachte, und vom Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, dem bayrischen Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm."

Ab sofort werde ich auch gegen die evangelische religion wettern, wie auch gegen die evangelikalische und katholischen.
Wenn die mich verarschen wollen mit ihrer "weltoffeneit" bitte nur zu.


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#10
08.03.2015
12:39:00


(+9, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #4 von Carsten AC


Wer soll den soweas verbieten, wenn die selber in den höchsten Ämtern sitzen?
Ich kann nur mich immer wieder wiederholen, Leute wacht endlich auf, wählt keine Konservativen mehr.


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