Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?2338
  • 27. Januar 2005, noch kein Kommentar

Die Kult-Science Fiction-Serie ist zurück. Man kann sich auf 70er-Retro und ein bisschen Öko-Bewegung auf dem Mond freuen.

Von Christian Scheuß

Dr. Helena Russell sitzt an ihrem geschwungenen Arbeitstisch und schreibt einen medizinischen Bericht. Auf einer elektrischen Schreibmaschine. Währenddessen dreht sich Commander John Koenig noch einmal in seinem Bett um, der Klappzahlenwecker zeigt gerade mal sechs Uhr morgens. Es ist noch still in der Mondbasis Alpha 1 auf dem Mond im Jahre 1999. Doch die nächste Katastrophe kommt bestimmt.

Wer in den Siebzigern seine Kindheit verbracht hat, wird sich mehr oder weniger lebhaft an die Szenen der kultigen Science Fiction Serie erinnern. Die filigranen Fluggeräte, die Adler, die in jeder Folge zu Bruch gingen. Die große Zentrale der Mondbasis, wo junge Männer und Frauen in hautengen cremefarbenen Uniformen ihren Dienst tun. Die Fernbedienungen am breiten Plastikgurt, mit denen man umständlich die Türen öffnen und schließen mußte, und die zugleich kleine Videotelefone waren. Die große Computerwand, aus der immer die Rechenergebnisse bevorstehender Kollisionen per Papierstreifen ausgespuckt wurden. Die Kulissen sind – was man beim Wiedersehen noch viel stärker empfindet, als damals, reine 70er. So manchen geschwungenen Plastiksessel hätte man heute gern in der eigenen Wohnung stehen.

Aber auch die Handlungen sind so fest im Zeitgeist der Siebziger verankert, dass man kreischen möchte. Der Mond wird aus der Bahn gerissen, man erinnert sich, weil die Atommüll-Lager explodieren. Der technikgläubige Wissenschaftler auf der Station wird von Folge zu Folge belehrt, dass Maschinen eben nicht alles können. Ständig fliegt der Mond an esoterisch angehauchten Aliens oder Flower-Power-Planeten vorbei. Die vermeintlichen Peace-Paradiese entpuppen sich aber stets als Trugbilder oder als wahre Horrortrips. In der zweiten Staffel kam die außerirdische Maya dazu, eine vermeintliche Frau, die - ganz transgender – jede beliebige Lebensform und jedes Geschlecht annehmen konnte. Nicht nur wegen dieser Figur, auch wegen der ständigen Suche nach dem besseren Leben, die eigentliche Botschaft der Serie, gab und gibt es eine schwul-lesbische Fangemeinde. Die ist zwar nicht ganz so groß wie bei Star Trek, aber eine Fansite im Internet, die "Gaybase Alpha" exisitiert seit Jahren.

Das ZDF strahlte die aufwändig produzierte britische Serie, die im Original "Space 1999" hieß, Ende der Siebziger Jahre aus. Mit den damals üblichen Ärgernisse für alle Fans: Rund zehn Minuten pro Folge wurden rausgeschnitten, die chronologische Reihenfolge durcheinander gebarcht, und manche Folge wurde gar nicht erst gezeigt. Jetzt liegt erstmals die komplette Serie in restaurierter Fassung in Deutschland von E-M-S auf DVD vor. Die nachsynchronisierten Stellen hört man zwar raus, doch tut das dem Spaß keinen Abruch. Mit ein paar Gimmicks, wie dem Original-Vor- und Abspann der deutschen Version, kann man abtauchen in Kindheitserinnerungen. Und vielleicht hat ja der ein oder andere noch seine selbstgebauten Adler-Modelle im Keller, die er jetzt wieder ohne Scham neben die DVD-Sammlung stellen kann.

Mondbasis Alpha 1 GB 1975/76, Bildformat: Vollbild 4:3, Sprache/ Tonformat: Deutsch DD 2.0 mono, Englisch DD 2.0 mono, Extras: Generischer Trailer "Mondbasis Alpha1", alter deutscher Vor- und Abspann, Generischer Trailer, Slideshow mit internationalem Artworkmaterial, Auflistung der geschnittene Szenen der alten deutschen Episoden, Episoden Besonderheiten, Gaststar-Informationen (Christopher Lee, Peter Cushing, Catherine Schell, Julian Glover)

28. Januar 2005