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  • 10.03.2015           122      Teilen:   |

Schmutziger Wahlkampf

Katholischer Bischof: Homosexualität ist wie Down-Syndrom

Artikelbild
Kevin Doran stellt Homosexualität in eine Reihe mit Krankheiten - und spricht Schwulen und Lesben daher das Recht auf Eheschließung ab

Homosexualität ist nach Ansicht eines irischen Bischofs wie eine ernste Erkrankung kein Teil von Gottes Plan – deshalb sollten Schwule und Lesben nicht die gleichen Rechte erhalten.

Der irische Bischof Kevin Doran hat am Montag im Radiosender "Newstalk" erklärt, dass Homosexualität ebenso wie die genetische Störung Down-Syndrom oder der Spaltwirbel, eine bei Embryonen diagnostizierte Fehlbildung des Nervensystem, von Gott nicht gewollt sei.

Der Bischof der irischen Diözese Elphin mit Sitz in der Kleinstadt Sligo rief mit diesem Vergleich seine Mitbürger auf, bei einem Volksentscheid zur Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht mit "Nein" zu stimmen. Die Bürger der Republik Irland werden im Mai darüber abstimmen, ob die Ehe geöffnet werden soll.

Auf die Frage, ob Gott Homosexualität beabsichtigt habe, antwortete der Bischof: "Das wäre so, als ob man sagt, dass mit Down-Syndrom oder Spaltwirbel geborene Menschen von Gott so gewollt wurden". Diese Krankheiten und Homosexualität entsprächen nicht "dem Willen Gottes", ist der Bischof überzeugt.

Auf Nachfrage wollte Doran nicht sagen, ob er Homosexualität für eine Krankheit oder eine Behinderung hält. Er erklärte nur, dass nicht alles, was in der Natur vorkäme, von Gott so gewollt sei.

Weiter sagte der Bischof, dass es zwar keine Sünde sei, "gay" zu sein – es sei aber eine Sünde, sich wie ein Homosexueller "zu verhalten".

Doran war erst im Mai 2014 von Papst Franziskus ernannt worden.

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Kirche im Wahlkampfmodus

Die katholische Kirche betreibt derzeit einen Wahlkampf gegen die Ehe-Öffnung. Immer wieder empfehlen Bischöfe und Pfarrer den Gläubigen, beim Referendum gegen die Gleichstellung zu stimmen. Dabei benutzen sie oft eine aggressive Rhetorik. So warf die nationale Bischofskonferenz gleichgeschlechtlichen Paaren in einer im Dezember herausgebenen Werbebroschüre vor, dem Gemeinwohl zu schaden (queer.de berichtete).

Obwohl rund acht Neuntel der Iren der katholischen Kirche angehören, befürworten laut der neuesten Umfrage 76 Prozent der Bevölkerung die Öffnung der Ehe. LGBT-Aktivisten warnen aber, das Ergebnis könne knapper ausfallen, wenn die Kirche viele Homo-Hasser an die Wahlurnen lockt. Allerdings hat die Kirche in den letzten Jahren erheblich an moralischer Autorität eingebüßt, nachdem 2009 herauskam, dass die Bischöfe jahrzehntelang den Missbrauch von Kindern durch Pfarrer vertuscht hatten.

Bereits vergangenen Monat hatte Papst Franziskus ein Referendum gegen schwul-lesbische Rechte in der Slowakei unterstützt (queer.de berichtete). Obwohl auf Plakaten mit dem Pontifex geworben wurde, wurde das Quorum von den Homo-Gegnern deutlich verfehlt (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: katholische kirche, irland, ehe-öffnung, bischof kevin doran
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Reaktionen zu "Katholischer Bischof: Homosexualität ist wie Down-Syndrom"


 122 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
10.03.2015
14:08:56


(+16, 16 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Die Pathologisierung von Menschen, die man nicht akzeptiert bzw. gegen die man hetzen möchte, gehört leider zum Grundinstrumentarium der Menschenschinder verschiedenster Provinienz.
Der Verweis auf den vorgeblichen "Willen" eines Gottes, an den Mr. Doran glaubt, ist argumentativ in einer aufgeklärten Welt so erbärmlich wie die Pathologisierung von Lesben und Schwulen primitiv ist. Man sollte ihm seine Hetzstrategie nicht durchgehen lassen.


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#2
10.03.2015
14:11:49


(+14, 16 Votes)

Von David77


Ahhhjaaa...
Aber sein enthaltsamer Lebensstil und seine Weigerung Leben weiter zu geben, wie es die RKK sonst gerne ihren Schäfchen vorschreibt, ist etwa "gottgewollt"???


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#3
10.03.2015
14:23:15


(-21, 23 Votes)

Von Klaro
Antwort zu Kommentar #2 von David77


Der Zölibat ist ein sehr ausdruckstarkes Zeichen dafür, dass es noch Wertvolleres gibt als Ehefrau, Kinder oder Sexualität. Wer freiwillig auf diese Dinge "um des Himmelreiches willen" verzichtet, zeigt seinen Mitmenschen, dass er es mit dem christlichen Glauben ernst meint.


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#4
10.03.2015
14:24:39


(+19, 19 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Um zu illustrieren, auf welchem historischen Boden der Hetzbischof erntet, sei nur auf folgendes hingewiesen:

"Im Mittelalter riefen Behinderungen in der Regel nicht Zuneigung und Fürsorge hervor, sondern führten in erster Linie zu rechtlichen Nachteilen. Vielmehr noch: Menschen, die nicht der Vorstellung vom menschlichen Ebenbild Gottes entsprachen oder deren Gebrechen auf eine Verwandtschaft mit dem hinkenden Satan schließen ließen, waren verdächtig, vom Teufel besessen zu sein.

Die Überzeugung, ein neugeborenes Kind, das nicht den damaligen Vorstellungen von Normalität entsprachen, sei ein ausgewechseltes, von satanischen Mächten untergeschobenes Kind, ein 'Wechselbalg', schmälerte die Überlebenschancen behinderter Kinder. Um satanische Machte zur Rückgabe des Kindes zu bewegen, wurde geraten, den Wechselbalg mit 'geweihten Ruten' bis auf das Blut zu schlagen, ihm die Nahrung zu entziehen, es auszusetzen oder zu töten."

Link zu www.trisomie21.de

Insofern sind seine Vergleiche mit dem Down Syndrom oder der spina bifida aufschlussreich.


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#5
10.03.2015
14:30:06


(+17, 17 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von David77


Spannend, wie die Maske fällt.

Katholische Kleriker haben bislang so getan, als sei ihnen das Lebensrecht von Menschen mit Down-Syndrom (die machen heutzutage sogar manchmal Abitur) besonders am Herzen, v.a. dann, wenn es um Abtreibung ging.

Inzwischen versteigen sie sich in ihrem pathologischen Hass von unsereinen sogar dazu, ihren Gott als Pfuscher hinzustellen.

Und eine Menschengruppe, die Opfer der NS-Euthanasie war, gilt als nicht gottgewollt.

Das das Ganze aus Irland kommt, kann nicht verwundern. Als die katholische Kirche dort noch so mächtig war wie heute in Polen, war es um das Lebensrecht von Schutzbefohlenen in kirchlichen Einrichtungen auch nicht gut bestellt.


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#6
10.03.2015
14:34:17


(+14, 14 Votes)

Von splattergay
Antwort zu Kommentar #3 von Klaro


Und weil Homophobie nicht reicht, werden behinderte Menschen gleich noch mit diskriminiert.

Normalerweise geht die Kirche mit behinderten Menschen aber rücksichtsvoller um.

Vielleicht hat der Bischof auch Alzheimer (wobei man Leuten mit dieser Krankheit bestimmt unrecht tut) und hat gedacht, er wäre bei der Gestapo. Aber der Unterschied zur kath. Kirche ist ja auch nur marginal.


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#7
10.03.2015
14:34:32


(+13, 15 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #3 von Klaro


Ach??
Was soll diese verlogene Doppelmoral, du Christofaschist?
Die RKK verurteilt andere dafür, weil es ja verwerflich sei, wenn beim Sex keine Kinder weitergegeben werden und faselt was von "göttlicher Natur" oder was auch immer, hält sich selber aber eben NICHT an ihr Diktat, was sie anderen aufzwängt!

"Wer freiwillig auf diese Dinge "um des Himmelreiches willen" verzichtet, zeigt seinen Mitmenschen, dass er es mit dem christlichen Glauben ernst meint."

Ja und? "Freiwillig verzichten" machen schwule Männer auch!
Und WO ist da im Ergebnis der Unterschied? Im Resultat läuft es auf das Gleiche hinaus: Keine Kinder.

Nenn mal EINEN Grund, weshalb die RKK da irgendeine Autorität darstellen soll, anderen Menschen etwas vorzuschreiben, woran sie sich NICHT hält! Sie soll sich erstmal an die eigene Nase packen!
Sollte die RKK sich noch einmal zum Thema Familie äußern: Es gibt doch wichtigeres als Kinder! Dein Zitat!


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#8
10.03.2015
14:42:11


(+15, 15 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #3 von Klaro


Lass mich das eben mal klarstellen:

"Der Zölibat ist ein sehr ausdruckstarkes Zeichen dafür, dass es noch Wertvolleres gibt als Ehefrau, Kinder oder Sexualität."

Wertvolleres nach wessen Maßstab? Den des erdachten Wüstengottes Yahweh? Und wenn das angeblich wertvoller ist, warum gehen dann nicht alle seine Anhänger ins Zölibat "um des Himmelreichs willen"?

"zeigt seinen Mitmenschen, dass er es mit dem christlichen Glauben ernst meint."

Er zeigt damit lediglich, dass er es mit seinem realitätsverweigernden Katholizismus (vorgeblich) ernst meint, nichts weiter. Das bedeutet, er liegt als theologischer Nichtsnutz dem Steuerzahler auf der Tasche und macht dabei hin und wieder Unschuldigen das Leben schwer, ohne dafür eine rationale Begründung liefern zu können.


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#9
10.03.2015
14:44:46


(+10, 12 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Katholische Kirche macht sich mit ihren doofen und nichtssagenden Metaphern zunehmend immer lächerlicher! Bischof Kevin Doran und seine Clique müssen endlich akzeptieren, daß die Iren bald mit großer Mehrheit für die Homoehe stimmen werden und das ist auch gut so!


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#10
10.03.2015
14:47:16


(+10, 12 Votes)

Von PFriedrich
Aus Trier (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 19.02.2015


Herr Doran, du bist völlig bekloppt.


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