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  • 11.03.2015           23      Teilen:   |

Homophobe Gesetze

Oklahoma: Parlament schafft standesamtliche Hochzeiten ab

Artikelbild
Der republikanische Parlamentsabgeordnete Todd Russ will verhindern, dass Standesbeamte Homo-Paare trauen müssen (Bild: Oklahoma House)

In mehreren US-Staaten wollen Homo-Gegner die Uhren zurückdrehen: In Oklahoma sollen jetzt sogar nichtreligiöse Eheschließungen verboten werden, um die Ehe-Öffnung zu umgehen.

Das Repräsentantenhaus von Oklahoma hat am Dienstag mit 67 zu 24 Stimmen dafür gestimmt, dass Standesämter keine Ehescheine mehr ausgeben. Das Gesetz HB1125 (PDF) wird nun an den Senat weitergeleitet. In beiden Kammern des Parlaments verfügen die Republikaner über eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Das Gesetz ist eine Reaktion auf die im Oktober 2014 von einem Bundesgericht angeordnete Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare (queer.de berichtete). Die Richter hatten entschieden, dass das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der US-Verfassung verstößt.

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Ehe "in erster Linie" religiös

Der Autor des Gesetzes, der republikanische Abgeordnete Todd Russ, argumentierte, dass mit dem Rückzug des Staates die alte Ordnung wiederhergestellt werde: "Die Ehe war historisch in erster Linie eine religiöse Verbindung und nur in zweiter Linie ein von der Regierung anerkannter Vertrag", so Russ. "Mein Gesetz wird die gleichgeschlechtliche Ehe nicht erlauben oder verbieten. Die Ehe wird lediglich eine Angelegenheit der Geistlichkeit." Mit dem Gesetz wolle er Beamte schützen, die aus religiösen Gründen keine Ehescheine an Homosexuelle ausgeben wollen.

Bereits jetzt dürfen Pfarrer und andere Geistliche in den USA rechtskräftig Paare vermählen, ohne dass diese im Standesamt heiraten müssen.

Der Staat erkennt dem neuen Gesetz nach Ehen weiter an, aber Ehescheine müssen in Nachbarstaaten oder von einem registrierten Pfarrer oder anderen Geistlichen ausgestellt werden. Die Registrierung als Pfarrer erfordert allerdings wenig Voraussetzungen und kann von jedem Bürger durchgeführt werden. Dennoch würde das Gesetz eine erhebliche Einschränkung für heiratswillige Schwule und Lesben bedeuten, da die meisten Kirchen im Staat nur heterosexuelle Paare trauen.

Der Supreme Court der USA will bis Ende Juni entscheiden, ob die Ehe für Schwule und Lesben im ganzen Land geöffnet werden muss (queer.de berichtete). Eine mündliche Anhörung zum Thema wird am 28. April stattfinden. Bislang leben drei Viertel der Amerikaner in Regionen, die Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt haben.

Homo-Gegner machen mobil

Auch in weiteren konservativen Staaten führt die zunehmende Bewegung in Richtung Gleichstellung zu Gegenreaktionen: So hat der Oberste Gerichtshof von Alabama die Ehe-Öffnung rückgängig gemacht, obwohl sie von den Verfassungsrichtern aus Washington D.C. angeordnet worden war (queer.de berichtete).

Zudem gibt es in mehreren Bundesstaaten Gesetzentwürfe, die den Diskriminierungsschutz von Homosexuellen einschränken sollen. Der Bundesstaat Arkansas hat ein derartiges Gesetz bereits beschlossen (queer.de berichtete). Damit sollen christliche Geschäftsleute geschützt werden, die keine homosexuellen Kunden akzeptieren. Als Anlass für die homophoben Gesetze werden Urteile gegen eine strenggläubige Floristin und eine christliche Bäckerei genannt, die Schwule wegen ihrer sexuellen Orientierung nicht bedienen wollten. (dk)

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Tags: homo-ehe, ehe-öffnung, oklahoma, usa, todd russ
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Reaktionen zu "Oklahoma: Parlament schafft standesamtliche Hochzeiten ab"


 23 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
11.03.2015
15:21:27


(+6, 6 Votes)

Von 23476uhgf


Ende Juni 2015 ist der Spuk vorbei.

Dann spricht der US Supreme Court sein Machtwort.

Alles andere ist nur Rumgeplänkel und das letzte verzweifelte Aufbäumen von ewiggestrigen Arschlöchern.


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#2
11.03.2015
15:28:21


(+9, 9 Votes)

Von J-eye


Wow, eines muss man ihnen lassen: Um ihre verrückten Vorstellungen durchzusetzen greifen diese Menschen zu sehr kreativen Tricks. Nein, das ist keine Bewunderung, ich denke nur: "Was, wenn man all diese Energie in wirklich sinnvolle Dinge investieren würde, die die Menschheit weiterbringen?"

Mal abgesehen davon, dass dieses Gesetz völlig wahnwitzig ist: Was ist mit Atheisten, dürfen die nicht mehr heiraten? Wenn man so sehr darauf beruht, dass die Ehe eine rein "geistliche" Geschichte ist, dann sollte man auch konsequent sein und ALLE Privilegien und Gesetze, die die Ehe betreffen abschaffen. Nur das wollen diese Gestalten natürlich nicht. Die Ehe sollte für jeden offen sein, ganz unabhängig von irgendwelchen kirchlichen (nicht-staatlichen) Institutionen und allen die gleichen Rechte liefern!


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#3
11.03.2015
15:31:56


(-4, 8 Votes)

Von Markus44
Antwort zu Kommentar #1 von 23476uhgf


"Ende Juni 2015 ist der Spuk vorbei. Dann spricht der US Supreme Court sein Machtwort. Alles andere ist nur Rumgeplänkel und das letzte verzweifelte Aufbäumen von ewiggestrigen Arschlöchern."

--> Genauso ist es. Ich freue mich schon auf das Urteil des Supreme Court im Juni. So lange ist es bis dahin gottseidank nicht mehr.


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#4
11.03.2015
15:34:05


(+4, 6 Votes)
 
#5
11.03.2015
16:00:39


(+5, 5 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011
Antwort zu Kommentar #3 von Markus44


Schön dass ihr so optimistisch sein. Trotzdem mache ich mir Sorgen. Es könnte so gut in die Hose gehen.


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#6
11.03.2015
16:29:10


(+8, 8 Votes)

Von noch frei
Antwort zu Kommentar #4 von doktor


Kleine Auswahl, alles auch im Plural!

Er war nicht, er ist nicht, er wird nie sein.

Gott ist tot.

Ich glaube, dass ich nichts glaube.


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#7
11.03.2015
17:23:27


(+9, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von J-eye


"Was ist mit Atheisten, dürfen die nicht mehr heiraten? "

Ob Atheist oder nicht: Jetzt haben wir jedenfalls viele heiratswillige konfessionslose Heteros in Oklahoma auf unserer Seite.

Hass macht kreativ.


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#8
11.03.2015
17:42:34


(+7, 7 Votes)

Von Ralf


Auf die Idee, die Zivilehe abzuschaffen und die Rechtslage einzuführen, wie sie in Israel besteht (nach altem osmanischen Recht werden dort Ehen ausschließlich von den Religionsgemeinschaften geschlossen, d.h. Ehen zwischen Atheisten oder zwischen Juden und Moslems sind verboten) muss man erst mal kommen. Das auch noch damit zu begründen, dass man Beamte schützen will, die ihre Beamtenpflicht verletzen, ist die Kapitulation des Rechtsstaats vor dem religiösen Extremismus. Damit ist Oklahoma der erste US-Staat, der die Eheschließung nach dem Gesetz des türkischen Sultanats regelt, d.h. das islamische Recht (Scharia) hält triumphalen Einzug in den USA.

Übrigens: Israel erkennt unter Umgehung seiner Gesetze im Ausland geschlossene Ehen (auch gleichgeschlechtliche) an.


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#9
11.03.2015
17:42:54


(+8, 8 Votes)

Von Gerd Nunmehr
Antwort zu Kommentar #6 von noch frei


Zu den feuchtesten Träumen tiefgläubiger katholischer Schwuler dürfte der gehören, dereinst vom Papst selbst getraut zu werden.

Nunmehr macht sich die KPCh dafür stark, dass eine Trauung buddhistischer Schwuler durch den Dalai Lama traumbar bleiben soll.

Diese Nachricht dürfte für das obere schwule Einkommens- und Besitzsegment nicht unwichtig sein. In Betracht kommen auch Meinungsumsätze religions-politischer Sprecher.

Hintergrund:

"Hintergrund des Streits über die Seelenwanderung sind Aussagen des Dalai Lama, dass es nach seiner Auffassung nicht unbedingt einen weiteren Dalai Lama geben müsse. Der 79-Jährige hatte in den vergangenen Monaten wiederholt gesagt, dass er seine politische Macht schon 2011 freiwillig abgegeben habe und die mehr als 500 Jahre alte Institution damit auch enden könne. Padma nannte diese Pläne am Montag "Blasphemie gegen den tibetischen Buddhismus".

Der von Peking eingesetzte Vorsitzende des Regionalparlaments von Tibet, Padma Choling, sagte bezüglich der Reinkarnation "das hat nicht der Dalai Lama zu entscheiden".


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#10
11.03.2015
17:56:19


(+6, 6 Votes)

Von Pino


Also zurück ins Mittelalter...

Da wird der Supreme Court wohl auch noch ein Wörtchen mitzureden haben.

Und hoffentlich auch die Heteros, die nicht kirchlich heiraten wollen oder mangels Mitgliedschaft nicht können.


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