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Die Lokalmedien haben im Vorfeld des Prozesses ausführlich über den Fall Nasser berichtet (Bild: Screenshot RBB)

Mit einer moderaten Geldstrafe endet nach nur wenigen Minuten der Prozess von Nasser El-A. gegen Verwandte, die den 18-Jährigen entführt haben sollen, um ihn zwangszuverheiraten.

Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hat am Donnerstagvormittag eine Geldstrafe gegen den Vater und zwei Onkel des 18-jährigen Schwulen Nasser El-A. verhängt. Der Teenager hatten seinen Verwandten vorgeworfen, ihn im Oktober 2012 in den Libanon entführt haben zu wollen, um ihn zwangsweise mit einer Frau zu verheiraten. Die drei Beschuldigten waren mit dem damals 15-jährigen Nasser auf dem Rücksitz an der rumänisch-bulgarischen Grenze aufgehalten worden.

Das Gericht sprach einen Strafbefehl in Höhe von je 1.350 Euro (90 Tagessätze á 15 Euro) gegen die drei Männer aus, die zu der Verhandlung nicht erschienen sind. Sie gelten damit als nicht vorbestraft. "Ich habe es zumindest geschafft, diesen Fall vor Gericht zu bekommen", erklärte Nasser kurz nach dem Termin gegenüber den zahlreich erschienen Journalisten. "Für mich ist das Kapitel damit abgeschlossen."

Der Kläger sagte weiter, er habe damit gerechnet, dass sein Vater und seine Onkel nicht zu Verhandlung kommen. "Nicht jeder hat die Kraft dazu hier zu erscheinen", so Nasser. Bei der Verhandlung trug Nasser einen Aufkleber mit der Aufschrift: "Stop Homophobia".

Misshandlung vorgeworfen

Nasser hatte seiner Familie vorgeworfen, ihn wegen seiner Homosexualität drangsaliert und bedroht zu haben. So habe ihn sein Onkel auf Geheiß seines Vaters mit Benzin übergossen und gedroht, ihn anzuzünden. Man habe auch kochenedes Wasser über ihn gegossen und gedroht, ihm ein Messer in den Hals zu rammen.

Offenbar aufgrund mangelnder Beweise ging es im Verfahren allerdings allein um die Entführung des Jugendlichen zu einem Zeitpunkt, als er unter Pflegschaft des Jugendamtes stand.

Der Anwalt von Nassers Vater erklärte nach dem Verfahren laut "Berliner Zeitung", dass er noch nicht sagen könne, ob sein Mandant den Strafbefehl annimmt: "Ich werde meinem Mandanten den Strafbefehl zusenden und ihm dazu raten", erklärte der Anwalt. Die Einspruchsfrist beträgt zwei Wochen.

Dass junge Männer zu Ehen gezwungen werden, ist kein Einzelfall: Laut dem Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung sind den Behörden 2013 insgesamt 460 Fälle von Zwangsheiraten bekannt geworden, davon betreffen 29 Fälle Männer. (dk)

Youtube | Enough is Enough hat dieses Interview von Nasser mit Rosa von Praunheim veröffentlicht


#1 FinnAnonym
  • 12.03.2015, 11:08h
  • "Die Beschuldigten waren zu der Verhandlung nicht erschienen."

    Brauchen Angeklagte jetzt nicht mal mehr zu Gerichtsverhandlungen zu erscheinen, wenn sie keine Lust haben?

    Da braucht man sich dann über solche Umstände nicht zu wundern...
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#2 ZadamAnonym
#3 SophiaAnonym
#4 TraditionAnonym
  • 12.03.2015, 11:56h
  • Geldstrafen bis zu 90 Tagessätzen werden nicht ins Führungszeugnis aufgenommen. Das sieht mir nach einem echten Geschenk an die Täter aus! Alles nicht so schlimm, weil es "nur ein Schwuler" war, dem Gewalt angetan wurde?

    Die geringe Höhe des Tagessatzes scheint zu zeigen, dass die Täter allesamt Hartz IV beziehen, also (samt Auto) auf unsere schwulen Steuerkosten leben und offenbar ohne große Konsequenzen versuchen dürfen, den damals minderjährigen schwulen jungen Mann zu entführen und gewaltsam zu verheiraten. Tolles Rechtssystem, das wir da haben.
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#5 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 12.03.2015, 12:16h
  • "Fühle mich verpflichtet, eine Brücke zu bauen, zwischen islamischer und homosexueller Welt. Man darf sich nicht nur auf den Islam fixieren. Jede Religion ist homophob. Ich möchte ein Zeichen für Toleranz setzen." (Nasser El-A.)

    youtu.be/27KC6nN3JxA
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#6 KurdeAnonym
  • 12.03.2015, 12:39h

  • Für mich ist es ein Beweis, das homosexuelle Deutsche mit Migrationshintergrund, quasi Freiwild für ihre eigenen Familien und ihre Community sind, in der sie hinein geboren wurden.
    Ich weiß, was mir widerfährt, wenn ich mich outen sollte, egal ob gewollt oder ungewollt.
    Der Dreck unter deren Schuhsohlen ist mehr Wert, als ein homosexueller Sohn, der deren Ansehen nur schmälern würde......
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#8 burgerbergProfil
  • 12.03.2015, 13:07hberlin
  • Da hatte die libanesische Großfamilie wohl keine "Eier" in der Hose! Oder war die Familie gleichzeitig zu einem anderen Prozess geladen?
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#9 UweBerlinProfil
  • 12.03.2015, 13:16hBerlin
  • Toller Typ dieser Nasser.

    Ich hoffe, er kann in Sicherheit und freier leben.
    In diesen Kreisen kennt man keinen Pardon wie Hatun Sürücü, Arzu Ö. und viele andere Opfer zeigen.
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#10 FOX-NewsAnonym
  • 12.03.2015, 13:17h
  • Letztendlich zahlt der Steuerzahler sowohl die Gerichtskosten, als auch die Strafe, da es alles H4 Empfänger sind. Sicher hat das Gericht mit dem kulturellen Hintergrund der Familie argumentiert und daher ist das Straßmaß so gering ausgefallen ... Das Urteil ist eine Farce.
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