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  • 13.03.2015           15      Teilen:   |

Staatshomophobie

Homo-"Propaganda": Ikea stellt Kundenmagazin in Russland ein

Artikelbild
Ikea setzt im Jahr fast 30 Milliarden Euro um, einen Teil davon mit schwulen Kunden (Bild: Sasha Kargaltsev / flickr / cc by 2.0)

Die schwedische Möbelkette wird in Putins Russland wegen des homophoben "Propaganda"-Gesetzes kein Kundenmagazin mehr anbieten.

Ikea stellt in Russland sein kostenloses Online-Magazin "Ikea Family Live" ein. Als Grund führt der schwedische Konzern am Freitag auf seiner russischen Website das Homo-"Propaganda"-Gesetz aus dem Jahr 2013 an.

Das Magazin werde für 25 Länder produziert und zeige Menschen im Wohnumfeld "unabhängig von deren Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Nationalität und Religion", erklärte die Möbelfirma. Man richte sich mit "Ikea Family", das die Werte des Konzerns wie "gleiche Rechte und Möglichkeiten für alle" vertrete, an alle Allersgruppen und sehe sich nicht als Magazin nur für Erwachsene.

Allerdings könnte der Inhalt in Russland als Homo-"Propaganda" ausgelegt werden und das Magazin dürfte daher nur an Personen über 18 Jahren abgegeben werden. "Wir befolgen die Gesetze in den Ländern, in denen wir tätig sind, und daher haben wir uns entschieden, die Produktion des Magazins in Russland einzustellen, um Störungen zu vermeiden", so der Konzern.

Fortsetzung nach Anzeige


2013 hatte Ikea noch für Aufregung gesorgt, als das Möbelhaus kurz nach Inkrafttreten des homophoben Gesetzes ein Interview mit einem lesbischen Paar aus der russischen Ausgabe strich (queer.de berichtete). LGBT-Aktivisten hatten Ikea deswegen scharf kritisiert. Mit der Einstellung des Magazins kann der Konzern so weitere Auseinandersetzungen vermeiden.

In der Vergangenheit hatte das schwedische Möbelhaus bereits für Kritik gesorgt, als es für einen saudi-arabischen Katalog Bilder von Frauen herausretuschierte. Der Konzern entschuldigte sich nach einer Welle der Kritik und erklärte, dies sei ein Verstoß "gegen die Werte der Ikea-Gruppe" gewesen.

Ikea hatte bereits früher als andere Firmen homofreundliche Werbeaktionen gestartet. Bereits 1994 zeigte der Konzern etwa im amerikanischen Fernsehen einen Werbespot mit einem schwulen Paar. Immer wieder kam es zu Kritik an den Aktionen: 2008 führte in Polen ein essendes Männerpaar im Ikea-Katalog für Aufregung – Konservative riefen daraufhin zu einem Kaufboykott auf (queer.de berichtete). Drei Jahre später warb Ikea in Italien mit einem händchenhaltenden Paar, was zu heftiger Kritik in der von Silvio Berlusconi kontrollierte Presse führte (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | So warb Ikea bereits vor über 20 Jahren in den USA
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Tags: ikea, russland, schweden, homo-propaganda
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Reaktionen zu "Homo-"Propaganda": Ikea stellt Kundenmagazin in Russland ein"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
13.03.2015
16:03:57


(+11, 13 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Katalog nicht umdesignen, sondern den Export stoppen !

Das wäre das einzige Zeichen für diese menschenrechtsverletzende Politik.

Slowenien zeigte hier Modernität,
Rußland will zurück ins Mittelalter.
>

Link zu www.freeyourgender.de


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#2
13.03.2015
17:07:14


(+5, 7 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Freeyourgender


Ich bin da hin und her gerissen. Der Stopp sämtlicher Verbindungen, auch bei Konsumgütern, scheint mir u. U. die schlechtere Lösung zu sein, weil die Reibungsfläche dadurch immer häufiger fehlt. Auf jeden Fall finde ich es positiv, dass das Unternehmen die Kataloginhalte nicht mehr an die Forderungen des faschistischen Putinstaates anpasst.


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#3
13.03.2015
17:21:59


(+5, 11 Votes)

Von James Town


Holzwege

Wir arbeiten gemeinsam an Projekten in wichtigen Holz produzierenden Regionen wie Russland, China, Bulgarien und Rumänien. Seit Beginn der Kooperation 2002 konnten die zertifizierten Waldflächen in China verdoppelt werden. Russland liegt nun auf Platz Zwei weltweit, was zertifizierte Waldflächen betrifft.

Link zu www.ikea.com

Seidenstraßen

Link zu www.jamestown.org


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#4
13.03.2015
17:26:40


(+6, 10 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von Freeyourgender


"Mit der Einstellung des Magazins kann der Konzern so weitere Auseinandersetzungen vermeiden." Konzerne sind eben niemals humanistisch, auch nicht "gayfriendly" hin und wieder, falls es dem Marketing verkaufsfördernd dient, geben sie es vor...


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#5
13.03.2015
17:55:16


(+4, 6 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


IKEA hat genau richtig gehandelt!


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#6
13.03.2015
18:28:31


(+5, 7 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #3 von James Town


"Der schwedische Möbel-Hersteller Ikea will trotz der Krise in Russland expandieren.

Im vergangenen Jahr hatte Ikea auf dem russischen Markt einen Umsatz von sechs Milliarden Euro verzeichnet.

In den kommeden Jahren sollen Warenhäuser, Shopping-Center und sogar Produktions-Stätten in Russland ausgebaut werden. [...] Allerdings habe er noch nicht beobachten können, dass schwedische Firmen den russischen Markt aufgegeben hätten. Russland ist ein großer Markt, der sich geographisch in der Nähe von Schweden befindet, sagt Giallourakis."

Link:
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/01/21/tro
tz-sanktionen-ikea-plant-milliarden-investitionen-
in-russland/


Link:
deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2013/12/08/20-
000-spanier-bewerben-sich-fuer-400-jobs-bei-ikea/


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#7
13.03.2015
20:42:30


(+4, 10 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


Na, hauptsächlich, dass es dem Umsatz dient. Das ist die einzige Bewertung, die mir dazu einfällt. IKEA geht es nur darum, dass niemand in die Gewinnoptimierung herein funken kann, denn nichts anderes besagt der Satz "Wir befolgen die Gesetze in den Ländern, in denen wir tätig sind, und daher haben wir uns entschieden, die Produktion des Magazins in Russland einzustellen, um Störungen zu vermeiden" im Grunde genommen. Das mag ja aus wirtschaftlicher Sicht verständlich sein, aber dann sollte dieser Konzern es auch konsequenterweise unterlassen, von Werten zu faseln, zumindest so lange, bis er seine Geschäftsverbindungen mit Russland einstellt, denn DAS wäre die eigentlich richtige Antwort auf das menschenverachtende Regime dort.


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#8
14.03.2015
06:19:20


(+4, 6 Votes)

Von ehemaligem User Tomorrow


Für Geld würde IKEA auch die Großmutter verkaufen. Ein Konzern der aus 100 Töchterfirmen besteht- nur zu einem Ziel: Null Steuern zahlen. Jeden Abend ist IKEA buchhalterisch "Pleite"- dafür ist das Konto auf den Caman-Inseln prall gefüllt. Pfui! Ich setze seit Jahren keinen Fuß mehr in dieses zwielichtige Unternehmen...


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#9
14.03.2015
07:38:59


(+5, 5 Votes)

Von SchwTA


Konsequent gehandelt, Daumen hoch! Nun ist das IKEA-Kundenmagazin sicherlich kein Bestseller wie z.B. das Telefonbuch, aber hier wird deutlich gezeigt, dass "wir" Teil der Zielgruppe sind. Kein marktwirtschaftlich arbeitendes Unternehmen wird freiwillig Märkte aufgeben - es geht ja auch um Sicherung von Arbeitsplätzen -, aber so etwas Banales wie das eingestellte Kundenmagazin inklusive des Hinweises, warum es eingestellt wurde, ist schon eine gute Form des Protestes.


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#10
14.03.2015
15:29:14


(+5, 9 Votes)

Von -hw-
Antwort zu Kommentar #6 von -hw-


"geographisch in der Nähe von Schweden befindet" (#6)

"Baltische Länder - der Plan B heisst China
[...]
Lettland: Handelsfortschritte mit China
[...]
Litauen: Warteschleife wegen Dalai Lama
[...]
Estland: Tauwetter in den Beziehungen zu China
[...]
China hat viel vor: der Gegenentwurf zur Nordmeer-Route

Link zu www.heise.de


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