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Ikea setzt im Jahr fast 30 Milliarden Euro um, einen Teil davon mit schwulen Kunden (Bild: Sasha Kargaltsev / flickr / by 2.0)

Die schwedische Möbelkette wird in Putins Russland wegen des homophoben "Propaganda"-Gesetzes kein Kundenmagazin mehr anbieten.

Ikea stellt in Russland sein kostenloses Online-Magazin "Ikea Family Live" ein. Als Grund führt der schwedische Konzern am Freitag auf seiner russischen Website das Homo-"Propaganda"-Gesetz aus dem Jahr 2013 an.

Das Magazin werde für 25 Länder produziert und zeige Menschen im Wohnumfeld "unabhängig von deren Alter, Geschlecht, sexueller Orientierung, Nationalität und Religion", erklärte die Möbelfirma. Man richte sich mit "Ikea Family", das die Werte des Konzerns wie "gleiche Rechte und Möglichkeiten für alle" vertrete, an alle Allersgruppen und sehe sich nicht als Magazin nur für Erwachsene.

Allerdings könnte der Inhalt in Russland als Homo-"Propaganda" ausgelegt werden und das Magazin dürfte daher nur an Personen über 18 Jahren abgegeben werden. "Wir befolgen die Gesetze in den Ländern, in denen wir tätig sind, und daher haben wir uns entschieden, die Produktion des Magazins in Russland einzustellen, um Störungen zu vermeiden", so der Konzern.

2013 hatte Ikea noch für Aufregung gesorgt, als das Möbelhaus kurz nach Inkrafttreten des homophoben Gesetzes ein Interview mit einem lesbischen Paar aus der russischen Ausgabe strich (queer.de berichtete). LGBT-Aktivisten hatten Ikea deswegen scharf kritisiert. Mit der Einstellung des Magazins kann der Konzern so weitere Auseinandersetzungen vermeiden.

In der Vergangenheit hatte das schwedische Möbelhaus bereits für Kritik gesorgt, als es für einen saudi-arabischen Katalog Bilder von Frauen herausretuschierte. Der Konzern entschuldigte sich nach einer Welle der Kritik und erklärte, dies sei ein Verstoß "gegen die Werte der Ikea-Gruppe" gewesen.

Ikea hatte bereits früher als andere Firmen homofreundliche Werbeaktionen gestartet. Bereits 1994 zeigte der Konzern etwa im amerikanischen Fernsehen einen Werbespot mit einem schwulen Paar. Immer wieder kam es zu Kritik an den Aktionen: 2008 führte in Polen ein essendes Männerpaar im Ikea-Katalog für Aufregung – Konservative riefen daraufhin zu einem Kaufboykott auf (queer.de berichtete). Drei Jahre später warb Ikea in Italien mit einem händchenhaltenden Paar, was zu heftiger Kritik in der von Silvio Berlusconi kontrollierte Presse führte (queer.de berichtete). (dk)

Youtube | So warb Ikea bereits vor über 20 Jahren in den USA


#1 FreeyourgenderProfil
#2 userer
  • 13.03.2015, 17:07h
  • Antwort auf #1 von Freeyourgender
  • Ich bin da hin und her gerissen. Der Stopp sämtlicher Verbindungen, auch bei Konsumgütern, scheint mir u. U. die schlechtere Lösung zu sein, weil die Reibungsfläche dadurch immer häufiger fehlt. Auf jeden Fall finde ich es positiv, dass das Unternehmen die Kataloginhalte nicht mehr an die Forderungen des faschistischen Putinstaates anpasst.
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#3 James TownAnonym
#4 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 13.03.2015, 17:26h
  • Antwort auf #1 von Freeyourgender
  • "Mit der Einstellung des Magazins kann der Konzern so weitere Auseinandersetzungen vermeiden." Konzerne sind eben niemals humanistisch, auch nicht "gayfriendly" hin und wieder, falls es dem Marketing verkaufsfördernd dient, geben sie es vor...
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#5 Patroklos
#6 -hw-Anonym
#7 herve64Profil
  • 13.03.2015, 20:42hMünchen
  • Na, hauptsächlich, dass es dem Umsatz dient. Das ist die einzige Bewertung, die mir dazu einfällt. IKEA geht es nur darum, dass niemand in die Gewinnoptimierung herein funken kann, denn nichts anderes besagt der Satz "Wir befolgen die Gesetze in den Ländern, in denen wir tätig sind, und daher haben wir uns entschieden, die Produktion des Magazins in Russland einzustellen, um Störungen zu vermeiden" im Grunde genommen. Das mag ja aus wirtschaftlicher Sicht verständlich sein, aber dann sollte dieser Konzern es auch konsequenterweise unterlassen, von Werten zu faseln, zumindest so lange, bis er seine Geschäftsverbindungen mit Russland einstellt, denn DAS wäre die eigentlich richtige Antwort auf das menschenverachtende Regime dort.
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#8 TomorrowEhemaliges Profil
  • 14.03.2015, 06:19h
  • Für Geld würde IKEA auch die Großmutter verkaufen. Ein Konzern der aus 100 Töchterfirmen besteht- nur zu einem Ziel: Null Steuern zahlen. Jeden Abend ist IKEA buchhalterisch "Pleite"- dafür ist das Konto auf den Caman-Inseln prall gefüllt. Pfui! Ich setze seit Jahren keinen Fuß mehr in dieses zwielichtige Unternehmen...
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#9 SchwTAAnonym
  • 14.03.2015, 07:38h
  • Konsequent gehandelt, Daumen hoch! Nun ist das IKEA-Kundenmagazin sicherlich kein Bestseller wie z.B. das Telefonbuch, aber hier wird deutlich gezeigt, dass "wir" Teil der Zielgruppe sind. Kein marktwirtschaftlich arbeitendes Unternehmen wird freiwillig Märkte aufgeben - es geht ja auch um Sicherung von Arbeitsplätzen -, aber so etwas Banales wie das eingestellte Kundenmagazin inklusive des Hinweises, warum es eingestellt wurde, ist schon eine gute Form des Protestes.
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#10 -hw-Anonym