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  • 15.03.2015           30      Teilen:   |

Rimming für alle

Sextrend Anilingus: Verpönt war gestern

Artikelbild
Lange galt Anilingus in der heteronormativen Gesellschaft als unhygienisch, abstoßend und war mit homophoben Zuschreibungen besetzt

Früher galt das Arschlecken als schwul und ekelhaft, jetzt wird es vom heterosexuellen Mainstream mehr und mehr vereinnahmt.

Von Julia Martin

Was lange als Tabu galt, ist mittlerweile salonfähig geworden und sogar im heterosexuellen Mainstream angekommen: Anilingus, auch "booty eating", "salad tossing", "rimming" oder "eating cake" genannt.

Die Aufmerksamkeit auf diese lange verkannte Sexualpraktik wurde nicht zuletzt auch wegen der Rapperin und Popsängerin Nicki Minaj angestoßen, die den Anilingus in ihren Songs häufig aufbringt. So macht sie nicht nur in ihrer Hit-Single "Anaconda" klar, dass ihre Boytoys auch an ihren Allerwertesten müssen: "He toss my salad like his name Romaine", singt sie. Oder auch sehr bildlich: "[I] let'em eat my ass like a cupcake".

Aber Nicki ist nicht die Einzige, die den Genuss von Anilingus zugibt. So taucht das Thema schon seit einiger Zeit in zahlreichen Hip-Hop-Liedern auf; ebenso scheint es ein beliebtes und schockierendes Motiv in TV-Serien zu sein, die sich besonders an weiße, heterosexuelle und vornehmlich hippe Frauen richtet. In einer im Internet viel diskutierten Folge von "Sex and the City" lässt sich die Anwältin Miranda von ihrem Lover den Po lecken, was zunächst als absurd und komisch, dann jedoch als äußerst lustvoll dargestellt wird.

Auch die Regisseurin und Indie-Ikone Lena Dunham greift diesen Trend auf und zeigt in der vierten Staffel von "Girls" ihre Figur Marnie beim Anilingus während eines heißen Quickies in der Küche.

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"Ass is the new p*ssy"?

Der gefeierte Trend vom "neuen Oralsex" scheint solch hohe Wellen zu schlagen, dass sich selbst ernstzunehmende Portale wie salon.com zu so gewagten und homofeindlichen Aussagen wie "Ass is the new p*ssy" hinreißen lassen.

Dass eine solche Formulierung hoch problematisch ist und die Erfahrungen von Queers komplett unsichtbar macht, wird dabei nicht mitgedacht. Nur weil irgendwelche Heten jetzt den Anilingus für sich entdeckt und in ihr Standard-Repertoire aufgenommen haben, heißt das nicht, sie hätten das Rad neu erfunden. Es scheint viel eher, als wollen alle in Zeiten von "50 Shades of Grey" ein bisschen Kink in ihr Schlafzimmer bringen…

Lange galt Rimming in der heteronormativen Gesellschaft als unhygienisch, abstoßend und war mit homophoben Zuschreibungen besetzt. Jetzt wird diese Praktik aus dem (bisher vornehmlich) schwulen Kontext herausgenommen und heterosexualisiert. Dass dies jedoch in der queeren Kultur schon lange ein Bestandteil marginalisierter Sexualität dargestellt hat, wird dabei komplett vergessen.

Mit der Aneignung solcher Praktiken durch den heterosexuellen Mainstream findet einerseits auch eine begrüßenswerte Enttabuisierung des Anilingus statt, gleichzeitig stellt dies jedoch eine Unsichtbarmachung derjenigen dar, die lange dafür verpönt waren und sich anhören mussten, dass dies "ekelhaft" sei.

Ein neues Phänomen ist das jedoch nicht: Sobald etwas innerhalb der Gesamtgesellschaft vom heterosexuellen Mainstream vereinnahmt und somit sozial anerkannt wird, ist es schnell reingewaschen und gilt nicht weiter als verwerflich.

Der Anus ist das queerste Sexualorgan von allen

Doch diese bisher überwiegend queere Sexualpraktik soll nun ausgerechnet das neue kulturelle Pop-Phänomen sein?

Es gibt viele Gründe, Anilingus zu mögen, denn der Anus hat gegenüber anderen Sexualorganen einige Vorteile: Er ist super empfindlich und für Stimulationen hoch empfänglich. Er hat glücklicherweise keine reproduktiven Eigenschaften, sondern ist im Rahmen von Sex alleine für Lustempfinden und Genuss zuständig.

Hand aufs Herz: Der Anus ist das queerste Sexualorgan von allen. Nicht nur haben alle Menschen einen, unabhängig von Gender und biologischen Gegebenheiten können theoretisch sogar alle in den Anus penetriert werden und ihn geleckt bekommen – egal, wer sich wie identifiziert!

Wer bei solchen Fakten dann noch behauptet, der Arsch sei "die neue Pussy", hat anscheinend keinen blassen Schimmer davon, dass man nicht zwingend einen Schwanz und eine Pussy braucht, um guten, geilen Sex zu haben.

Links zum Thema:
» Gesundheitsrisiken beim Rimming
» Buchtipp zum Thema: "Das Arschbuch"
Mehr zum Thema:
» Rimming für Anfänger (13.06.2008)
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Tags: anilingus, arschlecken, rimming
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Reaktionen zu "Sextrend Anilingus: Verpönt war gestern"


 30 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
15.03.2015
11:12:22
Via Handy


(+3, 7 Votes)

Von Robin


Danke für die Rundfunkgebühr.


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#2
15.03.2015
11:17:14


(0, 14 Votes)

Von Naja


Naja, der Beitrag ist wohl ziemlich doll kritisch und unsachlich heterosexuellen Menschen und deren Sexleben gegenüber. Wenn wir akzeptiert werden wollen müssen wir auch die sexuellen Gewohnheiten anderer akzeptieren! Es ist völlig egal wer das rimming zuerst gemacht hat, da hat man doch jetzt was gemeinsam. Und wenn Frauen meinen, ihr Hintern ist ihre neue pussy? Na und? Es gibt erheblich wichtigere Probleme!


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#3
15.03.2015
11:29:25


(-1, 11 Votes)

Von Christian_r


Und was will uns die Autorin jetzt sagen? Warum werden arschleckende Queers unsichtbar, nur weil weil nun auch die Heteros auf den Geschmack gekommen sind? Das sollte nochmal erlärt werden. Für mich klingt es sonst wie "Hilfe man nimmt uns den Marginalisierten-Status!" Wollt ihr nun nicht marginalisiert werden oder doch? Seufz, noch nicht einmal den Status "Perverse" lassen sie uns, oder was? Das ist aber unser Schäufelchen!

"Bisher überwiegend queere Sexualpraktik" halte ich auch für reichlich übertrieben, unhistorisch und wirklichkeitsfremd. Analsex wurde schon im Kamasutra beschrieben, und das ist ungefähr 1800 Jahre alt, und bestimmt nicht nur für Queere geschrieben.

Und was spricht dagegen, wenn Heteros ein bisschen Shades of Grey und Anal-Kink in ihre Schlafzimmer bringen wollen? Oder dürfen nur LGBTI eine lustvolle und experimentierfreudige Sexualität haben? Ziemliches Privilegiendenken, finde ich.


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#4
15.03.2015
12:49:00


(+13, 13 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008


"Der Anus ist das queerste Sexualorgan von allen.": wie schön, dass die Autorin auch nicht frei vom heterosexistischen Schubladendenken ist und offenbar immer noch insgeheim herum sinniert, wo ein schwuler Mann seinen Schwanz wohl hinein stecken mag. Zumindest unterstelle ich ihr das jetzt mal.

Und dass Anilingus, was in unseren Kreisen als Rimming bekannt ist, nun auch von Heti & Plethi "entdeckt" wird (wie kommt sie eigentlich auf diesen Schwachsinn? Die kannten das auch schon lange, nur mit dem Unterschied, dass halt bisher nicht darüber gesprochen wurde), ist wohl vollkommen uninteressant.

Womit ich generell ein Problem habe, ist der Umstand, dass jede Sexualpraktik alle heilige Zeit mal als "trendy" verkauft wird, obwohl Vorlieben nun wirklich nichts, aber auch gar nichts mit Mode- und Zeitgeistströmungen zu tun haben. Diese Spielarten sind einfach da, und es gibt Leute, die sie mögen und andere, denen sie halt nicht zusagen. Das ist aber eine individuelle Geschmacksfrage, und sonst gar nichts.

Insofern ist es einfach Quatsch, etwas hypen zu wollen was an sich nicht zu hypen ist.


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#5
15.03.2015
13:27:17
Via Handy


(0, 10 Votes)

Von suspekt


Ach du meine Güte,

tief betroffen die Autorin, wa!?
Übrigens: DIE Heten gibts so nicht. Auch wenn es ohne dieses Feindbild für die eigene Identitätsbestätigung dann schwieriger wird.
Was für eine gequirlte Sch***.


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#6
15.03.2015
13:32:06


(+4, 10 Votes)

Von Enrik
Aus Kiel (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 15.03.2015


Rimming mögen nicht einige oder viele homosexesuelle Menschen. Selbst wenn (was eine absurde Behauptung ist!) dies "erfunden" wurde von uns Homo-schwestern&-brüdern. Lasst den Heten auch Ihren Spass.
Was für ein abgrundtief verfehlter Artikel!!!!!


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#7
15.03.2015
14:46:10


(+3, 7 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Rimming oder der Anilingus setzt höchste Hygiene voraus und es ist schon verständlich, daß manche das nicht mögen. Bei mir ist es so, daß ich bei der Praktik meine Rosette lieber "bewässern" (lecken) bzw. meine Kirsche liebkosen lasse, als es dann bei meinem Partner zu machen. Ich habe zwar, das war in meiner Zeit ohne festen Partner, versucht, diese Praktik bei meinem Sexualpartner zu machen, nur habe ich es gelassen, war aber zu gehemmt mit der Annahme, es könne dabei etwas passieren (z. B. es könnte eine Blähung entweichen. Ich weiß, es hört sich absurd an, aber muß ich mich jetzt schämen?)!

Ich bitte um Euer Verständnis und Nachsicht!


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#8
15.03.2015
15:03:16


(+5, 11 Votes)

Von Anti-Vernebelung


Der Autorin ist aber hoffentlich aufgefallen, dass "Anilingus"-Genuss für Männer weiterhin in keiner Weise im "Mainstream" angekommen ist?! Sondern dass die angebliche "Lockerheit" lediglich Bestandteil kapitalistisch getriebener, (hetero-) sexistischer Objektifizierungen von Frauen ist, die eben Darstellungen der zum allergrößten Teil Frauen erniedrigenden Pornoindustrie in den "Mainstream" tragen, um ihre Geschäftsmodelle "neu" (faktisch: immer aggressiver sexistisch, und heteronormativ sowieso) zu verpacken?

Hier werden einmal wieder die gesellschaftlichen Verhältnisse ignoriert, die im Rahmen der immer aggressiver von den Massenmedien verbreiteten (Hetero-) Sexismen und einer Dauerobjektifizierung von Frauen auch immer wieder Pseudo-"Flexibilisierungen" beinhalten, in Wahrheit aber die herrschende Geschlechterordnung und sexuelle Normativität brutal zementieren. Wie in dem zitierten Film "Fifty shades of grey" wird dann das übliche bürgerliche Loblied auf angebliche "freie Entscheidungen" des Individuums gesungen, dabei ist es praktisch unmöglich, sich u. a. der Brutalisierung der allgegenwärtigen Heterosexismen und den damit verbundenen Prägungen, Programmierungen und Konformitätszwängen, von Kindesbeinen an, zu entziehen. All dies ist Teil kapitalistischer Ausbeutungs, Verwertungs- und Unterdrückungsmodelle, bei denen es um die Sicherung der Profite einiger Weniger geht, aber gewiss nicht um die freie und lustvolle Entfaltung von Sexualität.

Sexuelle Emanzipation kann daher nur stattfinden, wenn - als Grundvoraussetzung - die beschriebenen gesellschaftlichen Verhältnisse nicht verklärt, sondern objektiv benannt und in diesem Bewusstsein angegriffen werden.


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#9
15.03.2015
15:21:25


(+9, 9 Votes)

Von business insider
Antwort zu Kommentar #8 von Anti-Vernebelung


sie meinen, die rapperin und popsängerin nicki minaj wackelt nicht mit ihrem nackten hinterteil für die jugendliche zielgruppe u. a. bei spotify und mtv und singt "ich lasse sie (männer!) meinen arsch essen", weil sie das so lustvoll findet und weil das angeblich ein zeichen sexueller befreiung ist?


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#10
15.03.2015
16:02:18


(-3, 11 Votes)

Von GeorgG


Auch der Anilingus bei Heteros ist nicht sicherer als das Rimming bei Schwulen. Es ist gut, dass queer.de unter den Artikel einen Verweis zu den Gesundheitsrisiken angehängt hat.
Wenn diese Praktiken in der Gesellschaft immer noch weitgehend tabuisiert sind, so wegen der gesundheitlichen Gefahren, die damit verbunden sind.


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