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  • 17.03.2015           42      Teilen:   |

Boykottaufruf gegen D&G: Politiker beschimpfen "schwule Taliban"

Artikelbild
Domenico Dolce und Stefano Gabbana erhalten viel Applaus von erbitterten Homo-Gegnern (Bild: newsonline / flickr / cc by 2.0)

Der Boykottaufruf gegen Dolce & Gabbana wird in Italien zum Politikum: Insbesondere Elton John, der negative Aussagen der Designer über Regenbogenfamilien kritisiert hatte, ist das neue Feindbild rechter Politiker.

Die Kritik an Regenbogenfamilien von Domenico Dolce und Stefano Gabbana hat zu scharfen Reaktionen geführt. Während internationale Schauspieler und Künstler ankündigten, keine Dolce-und-Gabbana-Mode mehr zu kaufen, lobten insbesondere rechtsgerichtete Politiker in Italien die Modemacher.

Dolce und Gabbana hatten in einem Interview mit dem am Donnerstag erschienen Magazin "Panorama" erklärt, dass die "traditionelle" Familie die einzig wahre Familie sei, und "synthetische Nachfahren" in Regenbogenfamilien kritisiert (queer.de berichtete).

Daraufhin wurde unter #BoycottDolceGabbana eine Boykottkampagne gegen das Luxus-Modelabel gestartet, die mit Elton John einen ersten prominenten Unterstützer fand. Später gaben weitere Promis ihre Unterstützung bekannt, darunter die Sänger Ricky Martin, Victoria Beckham und Courtney Love, der Fernsehproduzent Ryan Murphy ("Glee", "Nip/Tuck") und Schauspieler John Barrowman ("Torchwood").

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"Elton John ist ein Taliban"

Für viele italienische Politiker ist Elton John der neue Osama bin-Laden - Quelle: David Shankbone / flickr / cc by 2.0
Für viele italienische Politiker ist Elton John der neue Osama bin-Laden (Bild: David Shankbone / flickr / cc by 2.0)

Viel Lob ernteten die Modemacher dagegen von italienischen Politikern rechter und rechtspopulistischer Parteien. Senator Roberto Formigoni von der christdemokratischen NCD erklärte etwa: "Ich stehe auf der Seite von Dolce & Gabbana. Ich applaudiere dieser mutigen Aussage. Das ist Redefreiheit!" Er erklärte, Elton John sei wegen seines Boykottaufrufs ein Terrorist: "Die von Elton John gestartete Kampagne ist eine Schande und darf nicht toleriert werden. Elton John ist ein Taliban und er benutzt die selben Taktiken, die von den Taliban gegen 'Charlie Hebdo' genutzt worden sind."

Sein Parteifreund Carlo Giovanardi, der bereits vor ein paar Jahren das Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare als "Menschenhandel" bezeichnet hatte, setzte Kritiker von Dolce und Gabbana ebenfalls mit der afghanischen Terrormiliz gleich: "Die schwulen Taliban boykottieren Dolce und Gabbana nur, weil die Designer die Wahrheit gesagt haben", so der Politiker, der in zwei Regierungen von Silvio Berlusconi als Minister für parlamentarische Angelegenheiten gearbeitet hatte.

Auch die Berlusconi-Partei Forza Italia schloss sich der Kritik an Elton John an. Parteisprecherin Elwira Svavino nutzte dabei ebenfalls einen Islam-Vergleich: "Elton John ist eine intolerante Person, der gegen jeden vorgeht, der anders denkt als er. Die Fatwa gegen Dolce und Gabbana ist einfach nur hysterisch."

In den USA zeigte sich auch die "American Family Association" entzückt, die größte evangelikale Organisation im Kampf gegen Homo-Rechte. Die AFA, die vom "Southern Poverty Law Center" als Hassgruppe eingestuft wird, erklärte auf ihrer Website, dass Dolce und Gabbana "wundervolle Fürsprecher für die wahre Definition von Ehe und Familie" seien.

"Je Suis D&G"

Unterdessen haben Domenico Dolce und Stefano Gabbana in einer Pressemitteilung erklärt, dass ihre Ansichten "persönlicher Natur" seien und sie andere Menschen nicht vorverurteilten. Sie erklärten, sie hätten nur von ihrem Recht auf freie Meinungsäußerung Gebrauch gemacht.

Ein Rückzug ist das allerdings nicht: Am Montag bezeichnete Gabbana in einem Eintrag in sozialen Medien Elton John ebenfalls als "Faschisten" und postete auf seiner Instagram-Seite ein Bild mit der Aufschrift "Je Suis D&G".



Dolce und Gabbana waren bis 2005 rund 20 Jahre lang ein Paar. Nach der Trennung erklärte Gabbana bereits, dass er ein Kind mit einer Frau haben wolle, weil Kinder nicht bei gleichgeschlechtlichen Eltern aufwachsen sollten (queer.de berichtete).

Nach der neuesten "Forbes"-Liste gehören Dolce und Gabbana mit einem Vermögen von je 1,65 Milliarden Dollar die reichsten schwulen Männern der Welt (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: domenico dolce, stefano gabbana, elton john, boykott, forza italia
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Reaktionen zu "Boykottaufruf gegen D&G: Politiker beschimpfen "schwule Taliban""


 42 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
17.03.2015
12:54:39


(-5, 11 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


ein modernes Schimpfwort "Taliban" in allen Variationen: Taliban im eigentlichen islamischen Sinne, Katholiban und jetzt schwule Taliban ... wo soll das noch ende`? Es hat halt niemand ein Patent darauf, wer wen "Taliban" in welchem Zusammenhang nennt.


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#2
17.03.2015
12:59:24


(+14, 16 Votes)

Von Luca


Jeder hat das Recht, die Produkte zu kaufen, die man kaufen will!

Und wenn ein Hersteller sich homophob verhält, hat man natürlich auch das Recht, dessen Produkte nicht mehr zu kaufen!

Und noch leben wir in einer Demokratie, wo freie Rede gilt: wenn D&G das Recht hat, entgegen aller wissenschaftlichen Fakten gegen Regenbogenfamilien hetzen zu dürfen, haben wir auch das Recht zu Boykotten aufzurufen!

Die Nutzung demokratischer Grundrechte mit einer Terrororganisation zu vergleichen, die Menschen foltert und ermordet ist nicht nur geschmacklos, ignorant und dumm, sondern auch sehr gefährlich, weil damit wieder Hass gegen uns erzeugt wird!

Solche Aussagen wie von diesen rechten Politikern zeugen von einem sehr bedenklichen Demokrateiverständnis!


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#3
17.03.2015
13:08:23


(+12, 14 Votes)

Von Heiner


Wollen die Homohasser uns jetzt sogar noch vorschreiben, was wir zu kaufen haben?

Nach dem Motto: Ihr müsste bei Konzernen kaufen, die Homohass fördern...

Ich kann schon selbst entscheiden, was ich mit meinem Geld mache. Das ist ja MEIN Geld, das ich verdient habe. Wenn die Homohasser mir ihr Geld schenken, dürfen sie mir vorschreiben, was ich damit zu tun habe, aber nicht mit meinem Geld.

Mal abgesehen davon, dass D&G eh überteuerter Schund von minderer Qualität ist, wo man nur den eingedruckten Namen bezahlt.

Aber ich kaufe auch nicht bei Leuten, die Homophobie fördern - auch wenn sie selbst schwul sind.


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#4
17.03.2015
13:13:44


(+6, 8 Votes)

Von ADAC
Antwort zu Kommentar #1 von wiking77


"wo soll das noch ende`? "

Autoban

Youtube-Video:


"wo soll das noch ende`? "

Am Kamener Kreuz !
(Oder an einem anderenKreuz Ihres Vertrauens)


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#5
17.03.2015
13:14:29


(+12, 14 Votes)

Von goddamn liberal


Was Faschisten sind, sollte man in Italien, im Land, in dem der Faschismus erfunden wurde, eigentlich wissen:

Faschisten (auch italienische!) verfolgen und töten schwule Menschen.

Taliban töten uns ebenfalls.

Die Strategie der Rechten in Italien und anderwo ist nicht weiter als eine infame Täter-Opfer-Umkehr.


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#6
17.03.2015
13:22:09


(+11, 13 Votes)

Von Peter 1


Na da bedanken wir uns doch recht herzlich bei Dolce & Gabbana, Nestbeschmutzer und Tucken die sich in ihrem Reichtum wälzen und sich für ihre Kohle alles kaufen können. Dumme Sprücheklopper. Kann muir D&G sowie so nicht leisten, aber selbst wenn ich es könnte würd ich lieber in "Sack und asche" gehen. Pfui !


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#7
17.03.2015
13:22:20


(+12, 14 Votes)

Von Doppelmoral


Das beweist nur wieder mal die Scheinheiligkeit und Doppelmoral der Homohasser:

Für die ist es völlig akzeptabel, zu Boykotten aufzurufen gegen Firmen, die ihre GLBTI-Mitarbeiter gleichstellen, sich für Homorechte aussprechen, etc. Oder gegen Fernsehsender, die einen schwulen Film zeigen. Oder gegen Parteien, die was für uns tun wollen. Etc. etc. etc.

Aber wenn ein Konzern Regenbogenfamilien ihre Rechte nehmen will und den Kindern massiv schadet, indem sie das Mobbing noch verstärken, dann muss man das alles stumm ertragen. Und wenn man dann auch mal über einen Boykott nachdenkt (was die Homohasser ständig tun), dann wird man plötzlich in die Nähe terroristischer Vereinigungen gerückt.

Das zeigt wieder mal deren totalitäres Weltbild: sie selbst nehmen sich alles raus was sie wollen, aber andere sollen gar keine Rechte haben.


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#8
17.03.2015
13:25:24


(+12, 14 Votes)

Von Julian S


Dolce & Gabana schaden nicht nur Schwulen und Lesben. Sie schaden vor allem auch den Kindern dieser Familien!

Und obendrein verhöhnen sie auch noch alle Terror-Opfer und deren Angehörige durch diesen unpassenden Vergleich.

Die Rechten spucken sogar auf Terror-Opfer, wenn es ihren Zielen nützt...


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#9
17.03.2015
13:26:57


(+6, 10 Votes)

Von Osama Bin Putin
Antwort zu Kommentar #1 von wiking77


Sind Sie ein Gabana-Versteher? Ein Dolcefreund?


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#10
17.03.2015
13:32:33
Via Handy


(+14, 16 Votes)

Von Alex
Antwort zu Kommentar #7 von Doppelmoral


Genau das ist das perverse an der Sache:

Die Homohasser rufen ständig zu Boykotten auf. Gegen Firmen, Medien, Organisationen, Veranstaltungen, einzelne Personen, etc.

Aber wenn wir dasselbe machen, werden wir mit Terroristen verglichen.


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