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  • 17.03.2015           47      Teilen:   |

"Gräuel vor dem Herrn"

Schweizer Bischof: Homosexualität ist ein "Gräuel"

Artikelbild
Bischof Vitus Huonder hat wiederholt die Gleichbehandlung von Homosexuellen kritisiert (Bild: Wiki Commons / Michael Beat / CC BY 2.0)

Im Streit um die Segnung von Schwulen und Lesben in der katholischen Kirche bedient sich Bischof Vitus Huonder des G-Wortes.

Der Churer Bischof Vitus Huonder hat sich erneut gegen die kirchliche Anerkennung von Schwulen und Lesben ausgesprochen und Homosexualität als "Gräuel" bezeichnet. In einer vom Bistum Chur veröffentlichten Predigt vom 9. März sagte der Bischof bei einem Priestertreffen: "Wenn die heilige Schrift sagt, etwas sei ein Gräuel vor dem Herrn (Lev 18,22; 20,13), dürfen wir die Menschen nicht in der Meinung lassen, wenn es 'aus Liebe' (in Anführungszeichen) geschehe, sei es gut und es könne durch eine sogenannte Segnung gleichsam saniert werden."

In den beiden zitierten Textstellen aus dem 3. Buch Mose (Levitikus) wird es als "Gräueltat" bezeichnet, "wenn ein Mann beim "Knaben [liege] wie beim Weibe". In der zweiten Bibelstelle wird sogar die Todesstrafe für Männer angeordnet, die sich nicht an diese Regel halten ("beide werden mit dem Tod bestraft; ihr Blut soll auf sie kommen"). Zur Todesandrohung in der Bibelstelle nahm der Bischof allerdings in seiner Predigt keine Stellung.

Die zitierten Stellen in Levitikus sind umstritten: Viele Religionswissenschaftler interpretieren diese Bibelstellen nicht als generelle Abwertung von Homosexuellen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass viele weitere, heute akzeptierte Dinge im Alten Testament als "Gräuel" dargestellt werden, etwa das Essen von Schalentieren (Levitikus 11,10). Außerdem werden in der Bibel beispielsweise Foltermethoden oder die Sklaverei verteidigt (Exodus 21) – beides Themen, zu dem die katholische Kirche ihre Haltung bereits seit längerem der Zeit angepasst hat.

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Streit um Segnung von Homosexuellen

Grund für die Aussage des Bischofs war eine Segnung eines lesbischen Paares durch einen katholischen Dorfpfarrer: Wendelin Bucheli aus der Gemeinde Bürglen im Kanton Uri hatte im letzten Herbst die beiden Frauen gesegnet. Nach Bekanntwerden der Segnung hatte Huonder seinen Rücktritt gefordert und später erklärt, dass der Dorfpfarrer sein Fehlverhalten eingesehen und die Abberufung akzeptiert habe. Das wird allerdings von Bucheli bestritten. In einer Online-Petition haben bereits über 44.000 Menschen gefordert, dass Bucheli Pfarrer von Bürglen bleiben müsse.

Huonder hat sich als Bischof wiederholt gegen Rechte für Schwule und Lesben ausgesprochen: So sagte er 2013 anlässlich des Tages der Menschenrechte, dass die Gleichbehandlung von Homosexuellen "psychische Störungen" verursachen würde (queer.de berichtete). Im vergangenen Jahr forderte er, dass Homosexuelle (ebenso wie Geschiedene) wegen ihrer "irregulären Situation" keine Hostien bei Gottesdiensten mehr erhalten sollten (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: katholische kirche, chur, vitus huonder, schweiz
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 Römisch-katholische Kirche
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Reaktionen zu "Schweizer Bischof: Homosexualität ist ein "Gräuel""


 47 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
17.03.2015
14:13:36


(+13, 13 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Jaja, Katholiban mal wieder! Die am meisten gegen Schwule und Lesben widerwärtig hetzen, haben ja persönlich selbst Dreck am Stecken:

Link zu www.tagesschau.de

Link zu www.sueddeutsche.de

Was die Katholische Kirche veranstaltet, ist eine weitere Demütigung für die Mißbrauchsopfer und ist nicht mehr in Worte zu fassen!


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#2
17.03.2015
14:34:17


(+12, 14 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der einzige wirkliche "Gräuel"

ist die Katholische Kirche bzw. sind die ganzen Katholiban mit ihrem Wahnglauben und ihrem menschenverachtenden Gedankengut.

Dabei ekelt mich.


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#3
17.03.2015
14:39:48


(+11, 11 Votes)

Von Gott


Nicht Homosexualität ist mir ein Gräuel, sondern natürlich die Homophobie dieses selbsternannten Vertreters meiner Wenigkeit. Ich werde mich darum bemühen, unten bei meinem satanischen Nachbarn ein 'warmes Plätzchen' für diese verirrte Seele zu finden.


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#4
17.03.2015
14:58:35


(+10, 12 Votes)

Von ursus


große überraschung: der bischof ist katholisch und vertritt die katholische lehre.


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#5
17.03.2015
14:59:57


(+12, 14 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Der nächste Hetzbischof, der demonstriert, dass das Gefasel seines Chefs im Vatikan keinen Pfifferling wert ist, wenn der medientauglich Kreide gefressen zu haben scheint. Die Täuschungsmanöver des Herrn Bergoglio dienen wohl einzig dem Zweck, die Zustimmungswerte zu seiner Organisation im angeblich "dekadenten Westen" aufzuhübschen. Bei Licht besehen bleiben nur warme Worte ohne Substanz.


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#6
17.03.2015
15:02:46


(+13, 15 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #1 von Patroklos


Mit Leviticus zu kommen ist - wie der Artikel schon selbst sagt - absoluter Schwachsinn, da Leviticus alles mögliche verbietet, was nach heutiger Sicht kein Verbrechen ist und im selben Atemzug unfassbare Grausamkeiten fordert, wie bspw. Leviticus 20,9: "Wer seinem Vater oder seiner Mutter flucht, der soll des Todes sterben. Seine Blutschuld komme über ihn, weil er seinem Vater oder seiner Mutter geflucht hat."
Wann kommt also die Forderung dieses ekelhaften, bigotten Pfaffen, unartige Kinder zu steinigen? Kommt nicht? Ach was!


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#7
17.03.2015
15:02:57


(-11, 13 Votes)

Von Respekt


Keine unglücklichen Ausrutscher oder irrationalen Wutanfälle können etwas an der Tatsache ändern, dass der Respekt vor Homosexuellen als Menschen in der katholischen Kirchenlehre spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil tief verwurzelt ist.

Hier ist die Rede aber von einer "Segnung", die in der katholischen Kirche nicht erlaubt ist, zumindest noch nicht. Insofern war die Reaktion des Bischofs von Chur auf den Alleingang dieses Dorpfarrers, der sich gegen Regelungen seiner eigenen Kirche verstoss, im Prinzip richtig. Ein Verstoss ist ein Verstoss, so was kann in keiner Organisation toleriert werden.

Auch die Bibel ist nun mal so wie die ist, da kann nichts umgeschrieben werden.

Allerdings kann keine Stelle in der Heiligen Schrift die katholische Kirche hindern, in der Frage Beurteilung des gleichg. Geschlechtsverkehrs zwar bibeltreu zu bleiben, gleichzeitig aber homosexuelle Menschen als Gottesgeschöpfe zu betrachten, sie nicht nur zu respektieren, sondern sie zu lieben. Deus Caritas est: vielleicht sollte auch der Bischof Huonder von mal zu mal darüber besser nachdenken.


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#8
17.03.2015
15:18:59


(-8, 10 Votes)

Von GeorgG


Die katholische Kirche der Schweiz ist -für katholische Verhältnisse- ungewöhnlich liberal. Die einzige Ausnahme hiervon ist Bischof Huonder von Chur, der offensichtlich die Aufgabe hat, die erzkonservativen Katholiken, die es in der Schweiz ja auch noch gibt, wenn es auch nicht viele sind, bei Laune zu halten. Chur war immer schon die erzkonservative Hochburg der katholischen Schweiz. Mit dem Vorgänger von Huonder, Bischof Wolfgang Haas, war es so schlimm geworden, dass der Vatikan extra für ihn das Bistum Liechtenstein gegründet und ihn dann nach dort weggelobt hatte. Also, alles was von Huonder kommt, ist nicht typisch für die Schweizer katholische Kirche. Das wird jeder Insider bestätigen.


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#9
17.03.2015
15:20:27
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von puschelchen
Aus irgendwo in nrw
Mitglied seit 18.12.2009


Hab nur drei Fragen an den Herrn "Würdenträger":

Youtube-Video:


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#10
17.03.2015
15:57:05


(+11, 11 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #7 von Respekt


"dass der Respekt vor Homosexuellen als Menschen in der katholischen Kirchenlehre spätestens seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil tief verwurzelt ist"

Du meinst mit "Respekt" wohl "Achtung, Mitgefühl und Takt"?
Wie schade nur, dass dieser "tief verwurzelte Respekt" die katholische Kirche nicht davon abhält, Homosexuelle nach Gutdünken zu diskriminieren, was dank Ausnahmeregelung im AGG ja auch deren "gutes Recht" in diesem Lande ist.

"Auch die Bibel ist nun mal so wie die ist, da kann nichts umgeschrieben werden."

Völlig falsch! Die Bibel wurde jahrhundertelang kanonisiert und durch Übersetzungen verfremdet. Alles Unliebsame wurde - maßgeblich durch die katholische Kirche - einfach als apokryph gebrandmarkt, manches sogar vernichtet oder nach Gutdünken hinzuerfunden.

Fakt ist, die Bibel ist zu 100 % menschengemacht und daher selbstverständlich veränderbar. Genauso ist es jahrhundertelang geschehen, also könnte es genauso gut auch jetzt geschehen.

Oder aber man tut das einzig vernünftige und packt die Bibel dahin, wo sie hingehört: In ein Museum!


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