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Zahlen des Statistischen Bundesamtes

Mikrozensus: Nur 35.000 verpartnerte Paare in Deutschland


Die niedrigen Zahlen überraschen: Wollen Lesben und Schwule keine Ehe zweiter Klasse? Oder wollen sie ganz andere Beziehungsmodelle? (Bild: Enrique Mendez / flickr / by 2.0)

Nicht einmal 0,1 Prozent der Menschen in Deutschland lebten 2013 nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft.

Im Jahr 2013 lebten in Deutschland rund 35.000 gleichgeschlechtliche Paare als Eingetragene Lebenspartnerschaft in einem Haushalt zusammen. Dies teilt das Statistische Bundesamt am Dienstag auf der Basis von Ergebnissen des Mikrozensus mit, der größten jährlichen Haushaltsbefragung in Deutschland.

Im Mikrozensus wird dieser Familienstand seit 2006 abgefragt. Die Zahl der Eingetragenen Lebenspartnerschaften hat sich seitdem fast verdreifacht. 2006 hatte es knapp 12.000 eingetragene Lebenspartnerschaften in Deutschland gegeben. Im Vergleich zu 2011, an dem erstmals seit der Wiedervereinigung eine genauere Volkszählung durchgeführt wurde, hat sich die Zahl der verpartnerten Paare allerdings nach Angaben der Statistiker nur um 1.000 erhöht.

Eingeführt wurde die Eingetragene Lebenspartnerschaft 2001 durch die damalige rot-grüne Bundesregierung – damals gegen den erbitterten Widerstand der Union. Anfangs noch mit sehr wenigen Rechten und vielen Pflichten versehen, wurde die Lebenspartnerschaft über die Jahre immer mehr der (verschiedengeschlechtlichen) Ehe angepasst. LGBT-Aktivisten glauben, dass sich bei einer Öffnung der Ehe mehr Schwule und Lesben das Ja-Wort geben werden.

Mehr Schwule als Lesben auf dem Standesamt

Die im Jahr 2013 bestehenden Eingetragenen Lebenspartnerschaften wurden zu 57 Prozent von Männern geführt, das entspricht 20.000 Paaren. 15.000 Paare beziehungsweise 43 Prozent waren Verpartnerungen von Frauen.

Im Mikrozensus wird nicht erfasst, ob bei gleichgeschlechtlichen Paaren auch Kinder leben. Im vergangenen Jahr hatte die grüne Fraktion im Bundestag beantragt, Daten über Regenbogenfamilien im Mikrozensusgesetz abzufragen. Das wurde aber von der Großen Koalition abgelehnt (queer.de berichtete). (pm/dk)



#1 goddamn liberalAnonym
  • 18.03.2015, 14:36h
  • Die Zahl der Verpartnerungen steigt durchaus an.

    Eine eingetragene Lebenspartnerschaft bedeutet aber ein amtliches Bekenntnis zur Homosexualität. Vor einem Staat, der bis weit in die Nachkriegszeit in einer Entrechtungs- und Vernichtungstradition stand.

    In einem Land, in dem Homophobie absolut salon- und regierungsfähig ist (siehe z. B. Staatssekretärin Katherina Reiche).

    Wenn man dann noch eventuelle berufliche Nachteile einkalkuliert, dann kann man schon verstehen, dass viele Paare immer noch sehr zurückhaltend sind und den Schritt ins Amt nicht wagen.
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#2 SebiAnonym
  • 18.03.2015, 14:45h
  • Kein Wunder!

    Viele Paare warten lieber auf die Eheöffnung statt eine Ehe 2. Klasse für Menschen 2. Klasse einzugehen, die einem fast alle Pflichten, aber kaum Rechte gibt.
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#3 HeinerAnonym
  • 18.03.2015, 15:14h
  • Die "Eingetragene Lebenspartnerschaft" hat gegenüber der Ehe nach wie vor über 100 Nachteile!

    Kein Wunder, dass die nicht auf großes Interesse stößt.

    Es wird Zeit, endlich die Ehe zu öffnen!

    Alle anderen Staaten, die die Ehe geöffnet haben, haben bewiesen, dass dann auch die Eheschließungen zunehmen...
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#4 SilencioProfil
  • 18.03.2015, 15:45hBerlin
  • Ach ja? Dann wohl noch nie eine gemeinsame Steuerveranlagung gemacht, die auch für eingetragene Partnerschaften gilt. Vor ein paar Jahren hätte ich zugestimmt bei so einer Aussage, aber heute nicht mehr.
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#5 Markus44Anonym
  • 18.03.2015, 16:14h
  • Also ich habe gern meinen Mann am Standesamt geheiratet.

    Das bisher nicht im Mikrozensus angegeben wird, wieiviele dieser verpartnerten Paare Kinder haben, empfinde ich als beleidigend. Als wenn es diese Kinder überhaupt nicht geben würde. Die Anzahl mag gering sein, aber gleichwohl ist auch diese Anzahl der Kinder im Mikrozensus zu nennen.
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#6 DocmortemProfil
  • 18.03.2015, 16:27hBerlin
  • Bei aller Liebe bleibe ich Realist und da geht es dann ums Prinzip. Entweder die öffnen die Lebenspartnerschaft für Heteros und geben die Ehe an die Religionen (die meinen das sie sie erfunden haben zurück) oder die Lebenspartnerschaft wird abgeschafft und die Ehe wird für alle geöffnet(staatlich ... was die Religionen machen ist mir wumpe)

    Wenn dann wer meint, dass nur die christliche (oder anders religiöse Ehe) die "wahre" Ehe ist ... dann sollen sie das meinen ... Hauptsache der Staat behandelt Verbindungen von Menschen, die auch eine wirtschaftlich sicherere Zelle sind gleich.
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#7 BundesamtAnonym
  • 18.03.2015, 16:59h
  • 61.946.900 Bürger waren 2013 in Deutschland wahlberechtigt.

    Die linken Abgeordneten der französischen Nationalversammlung feierten den Abstimmungssieg für die -vor den Wahlen angekündigte- Einführung der Homo-Ehe mit Takt-Klatschen und dem rhythmischen Rufen: Egalité,egalité.

    www.youtube.com/watch?v=jPRNXTx2G4o
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#8 JanoschAnonym
#9 RalfAnonym
  • 18.03.2015, 18:02h
  • Antwort auf #4 von Silencio
  • Mein Mann und ich wählen immer Einzelveranlagung - da zahlen wir weniger Steuern als bei Zusammenveranlagung. Gerade etwa gleich verdienende Paare würden bei gemeinsamer Versteuerung erheblichen Verlust einfahren. Zusammenveranlagung rentiert sich nur bei hohen Einkommensunterschieden.
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#10 Rosa SoliAnonym
  • 18.03.2015, 18:07h
  • Dann werde ich mal die Gegenrede übernehmen. :-)

    Ich glaube nicht, dass die geringe Zahl der eingetragenen Lebenspartnerschaften auf die immer noch bestehenden Nachteile gegenüber der Ehe zurückzuführen ist.

    Ich denke vielmehr, dass die eingetragene Partnerschaft bzw. auch die Ehe kein Modell ist, das Lesben und Schwule für sich favorisieren würden, wenn man von den (wenigen) Ausnahmen absieht.

    Jenseits des Trauscheins haben wir eine eigene Beziehungskultur entwickelt. Selbst viele Heten betrachten die Ehe als Auslaufmodell. Und die, die sich dafür entscheiden, dienen häufig als schlechtes Beispiel, denn jede dritte Ehe wird geschieden.

    An der mangelnden Nachfrage werden auch die "Heile-Welt-Kampagnen" des LSVD nichts ändern. Vielmehr beweisen die Zahlen des Bundesamtes, wie sehr der LSVD mit seinem Regenbogenfamilien-Hype an der Lebenswirklichkeit von 98,5 Prozent aller Schwulen und Lesben vorbeischrammt.

    Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass es auch dann keinen Heiratsboom gibt, wenn die Ehe geöffnet wird.

    Wir sind eben schlauer als die Heten! ;-)
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