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  • 18.03.2015           21      Teilen:   |

Ende der Debatte?

Dolce & Gabbana: Schadensbegrenzung auf CNN

Artikelbild
Stefano Gabbana (l.) und Domenico Dolce auf CNN

In einem neuen Interview versuchten die in Kritik geratenen Modedesigner, die Wogen im Streit um Regenbogenfamilien zu glätten.

Die italienischen Modedesigner Dolce & Gabbana haben am Mittwoch auf den anhaltenden Shitstorm gegen sie mit einem Exklusiv-Interview auf CNN reagiert (Ausschnitte). Interviewaussagen des Paares über Homo-Paare mit Kindern aus der letzten Woche sorgen noch immer für Empörung.

Stefano Gabbana sagte gegenüber dem TV-Sender zunächst, dass er die Ansichten seines Ex-Partners nicht teile und etwa künstliche Befruchtung befürworte. Dabei war es Gabbana, der den Streit mit Einträgen à la "Je suis D&G" in sozialen Netzwerken zunächst noch befeuert hatte. Elton John, der zu einem Boykott des Labels aufgerufen hatte, hatte er einen "Faschisten" genannt.

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Privatmeinung auf Magazin-Cover

Der Anstoß einer tagelangen Debatte
Der Anstoß einer tagelangen Debatte

In dem Interview mit "Panorama" hatte Domenico Dolce die Zeugung "synthetischer" Kinder kritisiert und sich gegen "Experimente" wie Leihmutterschaft und Samenspende ausgesprochen (queer.de berichtete). Gabbana hatte dem nicht widersprochen, allerdings gesagt, dass er sich Kinder wünsche. Dolce sagte dazu, dass es gut sei, sich zu beschränken. Das Lebe haben einen "natürlichen Weg" und man dürfe manche Dinge wie die Familie nicht ändern.

Gegenüber CNN sagte Dolce am Mittwoch, er habe nur seine private Sicht klargestellt: "Du denkst, was Du denkst, Basta". Er glaube an die "Tradition der Familie"; für ihn sei es unmöglich, die Traditionen seiner Heimat Sizilien hinter sich zu lassen. Aber jeder habe die "Freiheit, das zu wählen, was er will", so Dolce. Er wolle Personen nicht verurteilen, die einen anderen We gingen.

Gabbana ergänzte, man liebe homosexuelle Paare, die Adoption durch Homo-Paare. Zugleich sprach er sich gegen einen Boykott der D&G-Produkte aus: "Ein Boykott weswegen? Weil sie nicht denken wie du? Das ist falsch. Wir leben im Jahr 2015. Das ist mittelalterlich, nicht korrekt." Er gab allerdings zu, dass man die Wirkung der Zitate unterschätzt habe.

Beifall vom rechten Rand

Die "Initiative Familienschutz" fand die Äußerungen Dolces zitierenswert
Die "Initiative Familienschutz" fand die Äußerungen Dolces zitierenswert

Dolce unterschätzt wohl auch die Wirkung seiner "privaten" Meinung, wenn sie auf dem "Panorama"-Titel mit den Worten "Es lebe die (traditionelle) Familie" erscheint. Die Äußerungen in dem Interview hatten für Beifall vom rechten Rand in Italien gesorgt (queer.de berichtete), in Deutschland jetzt auch von den Organisatoren der "Demo für Alle" – von Leuten, die die Freiheit anderer also beschränken wollen.

Während viele Prominente sich deshalb halbwegs glaubhaft an der #boycottdolcegabbana-Kampagne beteiligten, wird die Kritik an Elton John zugleich ebenfalls lauter. So wurde er nach der Boykott-Forderung mit einer D&G-Tasche gesichtet, stritt das zunächst ab, musste das Tragen dann aber am Mittwoch doch kleinlaut zugeben. Schwerer wiegen sein mehrfaches Lob für den Papst oder ein bezahlter Privatauftritt beim homophoben US-Radio-Kommentator Rush Limbaugh (queer.de berichtete) – das alles lässt den Boykott-Aufruf wenig glaubwürdig erscheinen.

Kritik an Elton John kam am Mittwoch auch vom schwulen CDU-Politiker Jens Spahn, dem er "mehr Gelassenheit zugetraut" hätte. Dem Magazin GQ sagte Spahn: "Als schwuler Mann und Christ kann ich mich persönlich nur sehr schwer mit der Idee eines gemieteten Mutterbauchs anfreunden. Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut. Ob ich das aufbringen kann, weiß ich nicht. Aber eines erwarte ich schon: dass man meine Zurückhaltung in dieser zutiefst ethischen Frage respektiert, ohne mich als rückständig zu beschimpfen."

Die Interview-Äußerungen von Dolce & Gabbana hatten allerdings auch intern für Zerwürfnisse gesorgt: Am Dienstag war deswegen Giuliano Federico als Kreativchef des Online-Magazins swide.com zurückgetreten, das vom Modelabel betrieben wird (queer.de berichtete).

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Tags: domenico dolce, stefano gabbana, elton john, boykott, panorama
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Reaktionen zu "Dolce & Gabbana: Schadensbegrenzung auf CNN"


 21 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
18.03.2015
19:11:43


(+14, 14 Votes)

Von antos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Zu akzeptieren, dass ich nicht auf natürlichem Weg Vater werde, verlangt ein großes Maß an Demut."

Eben! Rolemodel Spahn sagt wie's ist: "Demut" vor der Natur aka Schöpfung muss einfach sein, und zwar ein großes Maß davon, am besten gleich eine Doppelmaß, damit's bloß keinen CSUler vergrätzt. Schließlich übt er als Mensch mit Sehstörung und Christ diese Demut ja selbst - dazu muss man sich nur anschauen, wie demütig er zum Beispiel die Kurz-, Weit- oder Flachsichtigkeit hinnimmt, die Gott und Natur ihm reingeschöpft hat. Respekt!

Ach nein, Moment, der trägt ja eine Brille. - Lügner.


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#2
18.03.2015
19:25:49


(+7, 13 Votes)

Von Karl Marx


Die russische Mama, die indische Mama, die chinesische Mama, geht mit Töchtern shoppen.
Mitbringsel für die Männer und die lieben Kleinen.

Der Westen ist gesättigt

Link:
diepresse.com/home/meingeld/aktien/4590656/Anleger
n-kommt-aufstrebende-Mittelschicht-zugute


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#3
18.03.2015
20:51:30


(+7, 11 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Die ganze Diskussion ist doch eine Farce. Sowohl Elton John, als auch die Herren Modeschoepfer zeigen nur eines: Nicht jeder Promi ist zugleich ein kluger Kopf, der differenziert denken und reden kann.

Elton John ist fuer mich nicht glaubwuerdig. Ihn aergert nur ganz persoenlich die Aussage der "dolcen Cabanas". Er haette, angesichts seiner eigenen Aussagen (und Luegen) selbst ein Boykott von schwuler Seite aus verdient gehabt.

Der Mann aus Sizilien kann "seine"Tradition nicht ablegen - und hatte doch ein "suendiges" Verhaeltnis mit seinem Partner. Wie "untraditionell" ist das denn? Wie bigott!

Und hat er jetzt eine Familie gegruendet? Natuerlich nicht.

Sowas kommt eben dabei heraus, wenn man solche Typen zu Dingen befragt, die ausserhalb ihrer Modewelt liegen. Lohnt sich selten.

In einem Punkt neige ich sogar zur Zustimmung der Aussagen von D&C. Das ist die Sache mit dem Kind. Muss es tatsaechlich sein, dass ein schwules oder lesbisches Paar unbedingt Kinder hat? Kann man sich nicht gegenseitig um seiner selbst lieben? Das gilt nach meiner Ansicht im uebrigen auch fuer Hetero-Paare, die keine Kinder bekommen koennen.

Es ist doch manchmal geradezu krank, wie ein Kinderwunsch mit aller Gewalt und allen moeglichen Tricks erfuellt werden soll. Trotz aller Widrigkeiten, die die Situation nun mal mit sich bringt. Da wird manchmal gehandelt, als ginge es um Leben oder Tod.

Aber das ist nur meine Meinung. Jemandem, der in einer kinderreichen Familie aufwuchs. In einer Siedling fuer kinderreiche Familen. Und der immer nur eines im Kopf hatte: niemals eigene Kinder haben zu wollen. Sehnsucht nach ein bisschen Stille und einem Eckchen ganz fuer sich allein.

Was solls. Jeder mag es halten, wie moechte.

Aber zum Schluss jetzt mal ganz ehrlich. Elton John als Vater? Echt jetzt?


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#4
18.03.2015
21:22:32


(-15, 17 Votes)

Von GeorgG


Es erschreckt mich zutiefst, dass über zwei Männer, die selbst offen schwul sind, ein sog. Shitstorm, wohl überwiegend durch andere schwule Männer, herein bricht, nur weil sie über die Adoption durch Schwule und Lesben anderer Meinung sind als der schwule Mainstream. Das ist Meinungsterror im höchsten Maße!


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#5
18.03.2015
22:12:16


(+8, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von GeorgG


""nur weil sie über die Adoption durch Schwule und Lesben anderer Meinung sind als der schwule Mainstream.""..

Das war nicht das Thema !

Das lautete "Leihmutterschaft" und nicht Adoption..
Thema wie so oft verfehlt..


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#6
18.03.2015
22:13:54


(+12, 12 Votes)

Von Mensch 2015
Antwort zu Kommentar #4 von GeorgG


Jeder heterosexuelle linke französische Abgeordnete der für die Gleichheit der Bürger- und Menschenrechte für homosexuelle Staatsbürger stimmte, steht mir näher als ein User "GeorgG" oder schwule Modefuzzis die von Klassismus, Rassismus und Homophobie leben.


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#7
18.03.2015
22:24:42


(+3, 11 Votes)
 
#8
18.03.2015
22:48:01


(+8, 8 Votes)

Von Roman Bolliger


Zur sizilianischen Tradition der "Familie" gehört auch die Mafia mit all ihren diversen menschenfreundlichen Praktiken.

Da D&G an der sizilianischen Familientradition festhalten und die Traditionen "der Heimat Sizilien" also die "Cosa Nostra" nicht hinter sich lassen können, darf man D&G gewiss als mafiös angehaucht betrachten. Oder?


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#9
19.03.2015
00:26:21
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #4 von GeorgG


Ach?! Welchen meinungsterror meinst du? Den der rkk in italien? Dass die beiden ihre ablehnung genauso argumentieren wie jene, von denen sie SELBER (!!!!) ebenfalls abgelehnt werden - "in sizilien denkt man halt so" - findest du etwa nicht erschreckend? Ach nee, du bist ja selber ein homophober troll. Beweist du ja dauernd. Also spar dir deine lächerliche geheuchelte empörung!!


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#10
19.03.2015
04:26:42


(+2, 10 Votes)
 
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