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  • 19.03.2015           11      Teilen:   |

Beifall von falscher (?) Seite

Besorgte Christen für Dolce & Gabanna

Artikelbild
Die Unterschriften sollen "in wenigen Wochen an die beiden berühmten Modeschöpfer überreicht" werden, schreibt das reaktionäre Portal

Das europaweite Petitions-Portal CitizenGo hat angeblich schon rund 115.000 Unterschriften zur "Bewahrung" der "traditionellen Familie" gesammelt.

Der Wirbel um Äußerungen der schwulen Modedesigner Stefano Gabbana und Domenico Dolce über Regenbogenfamilien reißt nicht ab. Vor rund einer Woche hatte Dolce im italienischen Magazin "Panorama" die Zeugung "synthetischer" Kinder kritisiert und sich gegen "Experimente" wie Leihmutterschaft und Samenspende ausgesprochen (queer.de berichtete). Das Magazin hatte das Paar daraufhin mit der Überschrift "Es lebe die (traditionelle) Familie" auf seinen Titel gebracht.

Die Äußerungen hatten zu zahlreichen Boykott-Aufrufen geführt, sowohl in sozialen Netzwerken als auch durch Prominente wie Elton John (queer.de berichtete). Nachdem die Designer darauf zunächst verzickt reagiert hatten (queer.de berichtete), gaben sie schließlich am Mittwoch CNN ein Interview, um die Wogen zu glätten. Dolce sagte darin, er habe seine privaten Ansichten geäußert, wolle aber niemandem vorschreiben, wie er zu leben habe (queer.de berichtete).

Doch die Geister, die der Designer rief, wird er so schnell nicht los. Nach Beifall unter anderem von Forza Italia oder von den Organisatoren der "Demo für Alle" in den letzten Tagen hat er nun auch eine vermeintlich unterstützende Online-Petition am Hals: Auf citizengo.org bedankten sich bislang knapp 115.00 Menschen für seine "Geradlinigkeit" in der "Verteidigung der Familie".

Fortsetzung nach Anzeige


Tausendfacher Dank für "Courage" der Designer

Die in Madrid sitzende, europaweite Plattform CitizenGO hat sich in den letzten zwei Jahren mit erzkonservativen Online-Petitionen einen Namen gemacht, sie ist auch mit der "Initiative Familienschutz" aus dem Haus der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch verbunden. Mit über 100.000 Unterschriften machte man etwa Front gegen den sogenannten Lunacek-Bericht des EU-Parlaments (queer.de berichtete).

Auch gegen Homo-Rechte wurde auf der Plattform immer wieder Stimmung gemacht, aus Deutschland unterzeichneten etwa über 1.500 Personen eine Petition, die eine Werbeaktion der Stadt München für den Rabatt-Familenpass kritisiert, weil sie Regenbogenfamilien zeigt. In anderen Petitionen wurde das russische Gesetz gegen Homo-"Propaganda" oder das Verbot der Homo-Ehe in Kroatien gelobt.

In der neuen Petition, die wie die nächste "Demo für Alle" am Samstag in Stuttgart inzwischen vom Hetzportal "Politically Incorrect" beworben wird, bedanken sich die Petenten bei den Designern für die "Courage in besagtem Interview" und das "Eintreten zur Unterstützung und Verteidigung der natürlichen Familie": "Sie haben damit Prinzipien der 'political correctness', wie Leihmutterschaft oder künstliche Befruchtung, offen in Frage gestellt."

In dem in zahlreichen Sprachen vorgefertigten Schreiben heißt es weiter: "Trotz massivstem Druck und Boykottversuchen bestärke ich Sie, weiterzumachen. In der Vergangenheit haben sich manche Unternehmer aus Angst vor möglichen Konsequenzen aufgrund ihrer Aussagen bezüglich der Verteidigung der Familie entschieden, sich zu 'entschuldigen' und sich dem dominanten Diktat der politischen Korrektheit zu beugen." Die Modedesigner hätten aber keinen Grund, sich zu entschuldigen.

"Danke, dass Sie Praktiken wie In-Vitro-Fertilisation oder Leihmutterschaft eine klare Absage erteilen", endet das Schreiben. "Ihr öffentliches Zeugnis ist ein Zeichen großer Hoffnung!" Im Begleittext schreibt CitizenGo, mit der Petition setze man sich gegen eine "maschinell ablaufende Medienhysterie" und "Lobbygruppen" ein.

Protest in London

In der britischen Hauptstadt haben derweil am Donnerstag rund 100 Schwule und Lesben vor dem Geschäft von Dolce & Gabbana an der Old Bond Street demonstriert. "Hass ist nie in Mode", lautete eines der Plakate in London. "Mit Liebe erzeugt, nicht mit Mode" ein anders.

"Dolce und Gabbana verbreiten schlecht-informierte, veraltete und homophobe Vorurteile über gleichgeschlechtliche Eltern", meinte der bekannte britische LGBT-Aktivist Peter Tatchell. Sie ignorierten den Stand der Wissenschaft und das Wohl der Kinder und spielten "in die Hände des Vatikans und von Parteien am rechten Rand, die Regenbogenfamilien ablehnen."(nb)

Youtube | Kurzer Eindruck von dem Protest in London, eingefangen von den Kollegen von Gay Star News
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Tags: domenico dolce, stefano gabbana, boykott, citizengo
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Reaktionen zu "Besorgte Christen für Dolce & Gabanna"


 11 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
19.03.2015
17:07:13
Via Handy


(+5, 7 Votes)

Von Backstein


Ich habe vor einem halben Jahr eine Petition auf CitizenGo unterschrieben, die gegen die Todesstrafe an einer pakistanischen Christin war. Zu dem Zeitpunkt war mir das Portal noch nicht bekannt, die Petition wurde mir auf Facebook geteilt. Im Laufe der Zeit erhielt ich per Mail immer mehr Anfragen, Petitionen "zum Schutz der Familie in der Slowakei" oder auch sonst wo zu unterschreiben.

Auch wenn ich glaube, dass hinter diesem Portal keine "Erzreaktionäre" (schon wieder so ein Wort, mit dem man alles missfällife diffamieren darf hier) stecken, sondern einfach nur Menschen, die mit einem anderen Weltbild noch aufgewachsen sind (das Portal hat seine Ursprünge in besonders gläubigen Teilen Spaniens), werde ich das Portal tunlichst meiden, auch wenn viele Belange von aus meiner Sicht richtigem Ansatz sind. In Sachen LGBTTIQ leider nicht und daher ein Nein zu CitizenGo.


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#2
19.03.2015
17:16:05


(+10, 10 Votes)

Von dosenwurst


"Beifall von falscher (?) Seite"

Eine Sonnenbrille ist eine Sonnenbrille.
D&G ist mehr. Ein Statement. Du bist arm, ich nicht. So soll es bleiben.

Daher erfolgt der Beifall von der richtigen Seite.
Die Putinokratie, das indische Kastensystem, die chinesischen Mandarine brauchen geordnetes Wachstum. Frischfleisch im Wertekorsett.


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#3
19.03.2015
17:37:47


(+8, 8 Votes)

Von Just me


Beifall von besorgten Christen, rechtspopulistischen Pollitikern etc.? Spätestens jetzt sollten sie merken, wem sie damit in die Hände gespielt haben. Das scheint leider nicht der Fall zu sein. Völlig lernresistent, die beiden Trottel. Schade.


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#4
19.03.2015
18:31:24


(+9, 9 Votes)

Von Verstehse


Aha! Die bigotten Christen wieder! Sonst hauen sie massiv auf jede Lesbe und jeden Schwulen. Die zwei Oberschwestern nehmen sie jetzt in Schutz. Wie denn jetzt?


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#5
19.03.2015
18:46:51


(+6, 8 Votes)

Von fashion
Antwort zu Kommentar #2 von dosenwurst


" Nach Beifall unter anderem von Forza Italia oder von den Organisatoren der "Demo für Alle" in den letzten Tagen ..."

Die Lega Nord, welche die Russland-Sanktionen scharf kritisiert, gewinnt an Zulauf. In diversen Meinungsumfragen der letzten Wochen kommt die Lega auf nunmehr 13 bis 15 Prozent und überrundet damit Berlusconis Forza Italia.

Die Lega Nord orientiert sich ideologisch am französischen Vorbild Le Pens. Damit will sie zur führenden Kraft der italienischen Rechten werden.

Aufgrund der wirtschaftlichen Folgen der Russland-Sanktionen sind die italienische Exporte von zehn Milliarden Dollar im Jahr 2013 auf 8,8 Milliarden Dollar im Jahr 2014 gefallen.

Der italienische Lederwaren-Hersteller Piquadro, der über zehn Geschäfte in Russland verfügt, meldet für 2014 im Vorjahres-Vergleich einen Einnahmen-Rückgang von 40 Prozent. Das Mode-Unternehmen Roberto Cavalli erwartet für das aktuelle Jahr im Vorjahres-Vergleich einen Export-Rückgang nach Russland von 20 Prozent.


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#6
19.03.2015
19:37:12


(+8, 8 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Da seht Ihr, was Ihr angerichtet habt, Signore Dolce und Signore Gabbana! Ihr habt den Ewiggestrigen, Fundamentalistenreligioten und Neofaschisten mit Euren Aussagen einen Bärendienst und somit eine Steilvorlage geliefert, Cretini!


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#7
20.03.2015
00:16:53


(-1, 7 Votes)

Von giliatt


D&G haben uns Schwulen eigentlich bereits seit Ewigkeiten gute Dienste geleistet. Mehr durch ihre Erfolgsgeschichte, denn durch ihre Plünnen.

D&G sind keineswegs homophob!

Die von D&G kritisierten Themen stehen weltweit in der Diskussion. Man muss auch Schwulen zugestehen, dass sie nicht mit allem einverstanden sind, selbst wenn es um eigene zu erkämpfende Rechte geht.

Ich Schwuler wäre der glücklichste Mensch auf der Welt. wenn ich ein KIND hätte. Habe darüber nachgedacht, per Samenspende ein Lesbenpaar zu interessieren. Habe auch meinen Kontostand geprüft, ob er ausreicht, eine Leihmutter zu bezahlen, bzw. abzufinden für die Aufgabe des in ihrem Leib gewachsenen Kindes.

Bei all den Überlegungen stiessen mir moralische Bedenken entgegen. Keine Mutter, keine richtige Mutter, gibt ihr Kind so einfach per Vertrag weg.

Man muss auch daran denken, unter welchen Umständen ein Leben gezeugt wurde. Denkt mal an die Tochter von Boris Becker. Sieben Sekunden Hamster-Gerammel in der Besenkammer. Damals war das Göhr eine glubschäugige Karikatur des Vaters. Heute ist sie eine exotische Teenager-Schönheit. Wie aber soll sie mit dem Umstand ihrer Herstellung fertigwerden? Sieben Sekunden Besenkammer.

Was die Wissenschaft heute als Möglichkeiten der Fortpflanzung und Familiengründung anbietet, ist zwar toll, aber nicht das non plus ultra. Heten-Ehe-Paaren, die erfolglos pimperten, sollte beispielsweise mit in-vitrio-fertilisation geholfen werden.

Der erste Weg, schwulen Partnern den Kinderwunsch zu erfüllen, sollte die Freigabe der Adoption sein. Es gibt nämlich reichlich Kinder, die ein gutes fürsorgliches Elternhaus suchen und verdienen. Diesbezüglich zickt die Politikerkaste noch herum.

Erst hernach sollte man darüber nachdenken, andere Möglichkeiten der REPRODUKTION ins Kalkül zu ziehen, welche uns die Wissenschaft zu offerieren sich bemüht.


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#8
20.03.2015
08:48:20


(0, 6 Votes)

Von Silencio
Aus Berlin
Mitglied seit 21.06.2013


Tja, wenn die ständig empörten immer bei jeder Gelegenheit laut aufschreien und alle Medien nutzen müssen, um ihrer Empörung Ausdruck zu verleihen, muss man sich nicht wundern, wenn aus einer recht unbedeutenden Meinung, die kaum einer wohl beachtet hätte (schon gar nicht irgendwelche besorgten Christen), dann so ein Fass aufgemacht wird, das eben auch die wirklich Homophoben dann nutzen. Es geht manchmal auch eine Spur weniger ohne dass man immer einen Medienhype machen muss...vor allem wenn es ein Zickenkrieg ist zwischen einem abgehalfterten Musiker und irgendwelchen Schneidern.


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#9
20.03.2015
10:17:52


(+4, 4 Votes)

Von Yannick


Genau das ist das Problem, was die beiden überhaupt nicht kapieren:
sie schüren mit ihren Aussagen Homohass und unterstützen nur radikale Homohasser.

Dolce & Gabanna haben einen riesigen Schaden angerichtet...


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#10
20.03.2015
11:06:48


(0, 4 Votes)

Von Silencio
Aus Berlin
Mitglied seit 21.06.2013
Antwort zu Kommentar #9 von Yannick


Äh, ich glaube nicht, dass D&G auch nur einen einzigen Homophoben mehr in die Welt gesetzt hat durch ihre Äußerungen. Die, die sie jetzt unterstützen waren vorher schon homophob. Man muss denen jetzt nicht alles Übel der Welt anlasten, das wäre zu einfach gedacht.


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