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Scott Matthew macht Leid zu Lied. Jetzt ist sein fünftes Album "This Here Defeat" mit zehn eigenen Kompositionen erschienen (Bild: Michael Mann)

  • 20. März 2015, noch kein Kommentar

Mit seinem neuem Album "This Here Defeat" hat sich der australische Singer-Songwriter überzeugend weiter entwickelt – Schmerz, Leid und Sehnsucht dominieren aber weiterhin.

Von Michael Thiele

Es gibt nur einen Song auf "This Here Defeat", in dem Scott Matthew seine ganze wohlig-traurige Ernsthaftigkeit ablegt. Und wie ernst es ihm ist, geht aus Songtiteln wie "Ruined Heart", "Palace Of Tears" und "Soul To Save" nun wirklich zweifellos hervor. Ruinierte Herzen, Tränenpaläste, Seelen, die zu retten sind – meine Güte, wenn es hier nicht nur so wimmelt vor Abschied, Schmerz, Leid, Sehnsucht, Verlust, Tränen, Erlösung und hundert anderen grausamen Liebeserfahrungen.

Aber es gibt diesen einen Song, der das Scott-Matthew-Schema durchbricht. Es ist der Titelsong seines neuen, fünften Albums, und in diesem singt der gebürtige Australier über einen Ex (was nicht so überraschend ist) mit einer angenehm ironischen Distanz (sehr überraschend).

Nein, beteuert Matthew, er werde jetzt kein Lied über diesen Ex schreiben, keine Verse dichten, um der Welt zu sagen, dass er weg ist, dass die gemeinsame Zeit vergeudet und der Typ ohnehin mies im Bett war. Aber genau dieses Lied und diese Reime schreibt Matthew ja, gerade indem er das Gegenteil behauptet.

Jeder Liedtext ein gebrochenes Herz


"This Here Defeat" wurde in Zusammenarbeit mit Matthews' deutschem Gitarristen Jürgen Stark aufgenommen

Apropos Reime. So wie der schwule Singer-Songwriter seinen ganzen elenden Kummer in ganz wunderbare Lieder rahmt, so sind auch die Texte zu diesen Liedern gerahmt. Weiß auf schwarz im Booklet. Wie Grabsteine aus einem Schauerroman blicken sie einen an, jeder Liedtext ein Lover, ein Drama, ein einziges gebrochenes Herz, das offenbar täglich aufs Neue gebrochen wird.

Tatsächlich zählt der Titelsong mit zu den besten Stücken auf "This Here Defeat". Es ist ein wirklich toller Country-Pop-Song, ebenso wie "Bittersweet", beiden gelingt ein beeindruckender Spagat zwischen inhaltlicher Tiefe und melodischer Leichtigkeit. Auch überzeugen sie, weil sie wie "Here We Go Again" zu den Stücken auf "This Here Defeat" gehören, die umfangreicher instrumentiert sind. In denen also mehr als nur eine Gitarre und ein Bass oder ein Cello zu hören sind. Wie auch im sehr schönen Opener "Effigy", der von seinem Spiel mit i- und y-Lauten lebt. Jedes gefühlt zweite Wort ist ein Abbild von "Effigy".

Gleichwohl steht Scott auch das Reduzierte, Minimalistische bekanntermaßen gut. In "Constant" etwa – Achtung, es geht um das ungewöhnliche Thema Trennung! – wird lediglich eine E-Gitarre angeschlagen, zwischendurch kommt ein leiser, schlichter Chorgesang hinzu, dann wieder nur die Gitarre. Das gleiche in "Soul To Save", nur das hier Matthews Markenzeichen, die Ukulele, zum prominenten Einsatz kommt.

Mit "This Here Defeat" entwickelt sich Scott Matthew überzeugend weiter, und das umso mehr, als "Unlearned", sein 2013 erschienener Abstecher in die Welt des Coverns, arg bemüht und selbstmitleidig wirkte. Abgesehen von "Ruined Heart", das etwas mager ist – eher eine Idee, ein Gedanke als ein veritables Lied – glänzt "This Here Defeat" mit 34 Minuten Liebesleidliedern, in die sicher jeder mehr oder weniger einstimmen kann.

Youtube | Offizielles Video zum Song "Skyline"
Youtube | Offizielles Video zum Song "Ruined Heart"
Scott Matthew auf Tour

23.03.15 Berlin, Bar jeder Vernunft (Album-Release-Konzert, ausverkauft)
04.04.15 Nürnberg, Künstlerhaus
05.04.15 Leipzig, UT Connewitz
06.04.15 Potsdam, Waschhaus
07.04.15 Dresden, Schauburg
08.04.15 Stuttgart, Longhorn
09.04.15 Frankfurt, Mousonturm
10.04.15 Hamburg, Mojo
11.04.15 Husum, Harbour Festival
12.04.15 Münster, Gleis 22
21.04.15 Köln, Kulturkirche
23.04.15 München, Muffathalle
24.04.15 Heidelberg, Karlstorbahnhof
25.04.15 CH-Zürich, Bogen F
28.04.15 A-Graz, PPC
29.04.15 A-Salzburg, ARGEkultur
30.04.15 A-Linz, Posthof
01.05.15 A-Krems, Donaufestival
02.05.15 A-Innsbruck, Weekender