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  • 20.03.2015           47      Teilen:   |

Ergebnis der Befragung

Bistum Essen: Gläubige für Segnung von Homo-Paaren

Artikelbild
Der Essener Dom bei Nacht

Das Ruhrbistum sendet klare Forderungen zum Umgang mit Schwulen und Lesben und ihren Kindern zur Familiensynode nach Rom.

Es ist noch nicht lange her, da hat Franz-Josef Overbeck, der katholische Bischof von Essen, das Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft für Homo-Paare als "moralisch nicht vertretbar" bezeichnet und gesagt, dass Homosexualität eine Sünde sei und gegen die Natur verstoße.

Overbeck hatte dazu immer nachgeschoben, dass er niemanden diskriminieren wolle, was viele als Hohn empfanden. Nun findet man auf der Webseite des Bistums ganz ohne Hohn einen Text mit der Zwischenüberschrift "Segnung homosexueller Paare als Zeichen der Gerechtigkeit".

In dem Text wird die Befragung der Gläubigen zusammengefasst, die das Bistum zur Familiensynode im Oktober in Rom durchgeführt hat. Die Antworten seien "nicht repräsentativ, wollen aber vor allem durch ihre inhaltliche Tiefe und konkrete Anregungen einen Beitrag für die Diskussionen in Rom liefern", heißt es.

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"Ritus der Segnung" entwickeln

Essens Bischof Franz-Josef Overbeck hatte sich in Talkshows und Interviews mehrfach bewusst homophob geäußert, hatte sich später aber auch mit LGBT-Aktivisten getroffen, sich dann aber auch wieder homophob geäußert
Essens Bischof Franz-Josef Overbeck hatte sich in Talkshows und Interviews mehrfach bewusst homophob geäußert, hatte sich später aber auch mit LGBT-Aktivisten getroffen, sich dann aber auch wieder homophob geäußert

Insgesamt hatte das Bistum nur 14 Fragebögen zurückerhalten. "Bei Fragen des Ehelebens und der Sexualität werden viele Aussagen der Kirche als lebensfern angesehen", heißt es in der Zusammenfassung des Bistums (PDF). "Bei Fragen der Empfängnisverhütung ist die Plausibilität der kirchlichen Lehre fast gar nicht zu vermitteln. Hier scheint eine Öffnung der fast ausschließlich auf dem Naturrecht basierenden kirchlichen Aussagen auf andere moraltheologische Positionen dringend erforderlich."

Fast eine ganze Seite des achtseitigen Dokuments widmet sich Schwulen und Lesben. Diese gehörten "im besten Fall" in die Gemeinden und erlebten keine Diskriminierung. "Es gibt in vielen Gemeinden Homosexuelle, die sich in den Räten oder in anderer Weise selbstverständlich engagieren", stellt das Dokument fest. "Ein selbstverständlicher akzeptierender Umgang entspricht dem Wunsch homosexueller Menschen". Vor allem Kinder Homosexueller sollten "ohne Diskussion" Zugang "zu den Gruppen und Gemeinschaften in den Gemeinden" haben.

Dann heißt es: "Ausgehend davon, dass es unter Katholiken und Katholikinnen einerseits eine deutliche Tendenz gibt, die rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften und deren Gleichbehandlung gegenüber der Ehe als ein Gebot der Gerechtigkeit anzuerkennen, andererseits die Öffnung der Ehe als solche für gleichgeschlechtliche Paare überwiegend abgelehnt wird, sollte ein Ritus der Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren entwickelt werden"

Nur Anerkennung ist Nicht-Diskriminierung

Nach den Äußerungen von Overbeck hatten LGBT-Aktivisten noch Thesen an den Essener Dom "angeschlagen"
Nach den Äußerungen von Overbeck hatten LGBT-Aktivisten noch Thesen an den Essener Dom "angeschlagen" (Bild: Dietrich Dettmann)

Damit solle die Lebenspartnerschaft nicht mit der Ehe gleichgesetzt werden, auch gebe es Voten gegen eine solche Segnung. "Dieser Schritt erscheint aber folgerichtig und glaubwürdig angesichts der immer wieder aufgestellten kirchlichen Forderung der 'Nichtdiskriminierung' homosexueller Menschen. Der Ritus würde kirchlich anerkennen, dass auch sie von Gott geliebte Menschen sind, dass sie in ihrer Partnerschaft Liebe und Treue leben und sich dafür zu Recht Gottes Segen wünschen."

Ansonsten wird in dem Dokument gefordert, die Kirche müsse wieder ein Teil der Gesellschaft werden und sich der Gegenwart stellen; eine "echte Zuwendung zu den Menschen", anstatt von oben herab auf die Menschen zu schauen. Geschiedene sollten die Möglichkeit zur Neuheirat erhalten. Zur "Geburtenrolle" heißt es: "Die fast ausschließlich auf dem Naturrecht basierenden kirchlichen Aussagen werden weder verstanden noch geteilt." (nb)

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Tags: bistum essen, franz-josef overbeck, familiensynode, katholische kirche
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Reaktionen zu "Bistum Essen: Gläubige für Segnung von Homo-Paaren"


 47 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
20.03.2015
20:56:53


(+13, 13 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


"Ansonsten wird in dem Dokument gefordert, die Kirche müsse wieder ein Teil der Gesellschaft werden"

Oh, bitte nicht!

Umso weniger die Kirchen "Teil der Gesellschaft" sind, umso besser! Religion soll bitte mehr und mehr Privatsache werden und auch bleiben.


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#2
20.03.2015
21:04:49


(+10, 10 Votes)

Von Miguel53de
Aus Wuppertal (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 23.07.2012


Wenn von einem kompletten Bistum lediglich 14 Frageboegen zurueckgegeben werden, ist das eine bezeichnende Antwort an die Kirche. Und wenn in den wenigen Boegen auch noch die Haltung der RKK in Fragen des Familienlebens und der Sexualitaet als falsch bezeichnet wird, was sagt das uns und was sagt das der Kirche selbst?

Eines ganz sicher: Sie sollte sehr bescheiden auftreten. Ihre "Schaefchen" laufen ihr offensichtlich davon oder scheren sich einen Teufel um deren Thesen.

Doch was wird daraus innerhalb der RKK in Rom gefolgert? Ich wage mal eine Prognose: Nichts. Es wird sich nichts bewegen. Und da kann sich jetzt auch unser Tim&Struppy noch so ins Zeug legen. Nunmehr aendert sich nichts.

Aber schoen, dass wir mal drueber gesprochen haben.


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#3
20.03.2015
21:45:49


(+6, 8 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Miguel53de


""kompletten Bistum lediglich 14 Frageboegen zurueckgegeben werden""..

Und da wird dann die all-missionierende Multiple Versammlung von "vollständiger anerkennung" und "überdeutlichem zeichen" faseln, und das Bistum zum "liberalstem der welt" erklären..

Ich kann den Kommentar schon förmlich riechen..


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#4
20.03.2015
22:02:31


(-5, 9 Votes)

Von Layo


Die Zukunft liegt in der Regionalisierung der RKK. Papst Franziskus hat sich schon öfter dafür ausgesprochen und er macht es vor, indem er nur die italienische Sprache gebraucht und nicht 50 Sprachen wie sein Vorgänger. Damit zeigt der Papst, dass er in erster(!) Linie Bischof von Rom ist und dann erst das Oberhaupt der Weltkirche. Für Schwule ist diese Regionalisierung enorm wichtig, denn sie können nicht darauf warten, bis auch die letzten Homophoben in Afrika und Asien ihre Vorurteile abgebaut haben.
Die (neue) Linie von Overbeck liegt also auf der Linie des Papstes Franziskus. Wäre Benedikt noch Papst, würde Overbeck weiterhin so reden wie früher.
Es ist jetzt wichtig, dass möglichst schnell die Segnung von schwulen Paaren in mitteleuropäischen und amerikanischen Bistümer eingeführt wird, und zwar so deutlich, dass ein späteres Zurückschrauben kaum noch möglich sein wird.


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#5
20.03.2015
22:35:04


(-2, 10 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


warum die meisten vernünftigen Menschen, die hier als "Homo-Paare" subsumiert werden die Segnung eines Popen brauchen, verstehe ich nicht. Genügt den das gegenseitig gegebene Wort bzw. Versprechen füreinander einzustehen nicht? Warum nicht? Ja warum eigentlich nicht, das ist schon eine interessante Frage.

Warum soll auf einer Beziehung den mehr Glück und Segen liegen, wenn ein christlicher Schamane sein Heile-Heile-Gänschen darüber spricht?


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#6
20.03.2015
22:37:21


(+8, 8 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #4 von Layo


"Für Schwule ist diese Regionalisierung enorm wichtig"

Ich würde eher sagen, für schwule KATHOLIKEN könnte das wohl wichtig sein. Aber es liegt nun mal in der katholischen Natur, sich selbst für den Nabel der Welt zu halten. Und ja, in dieser Hinsicht sind schwule und nicht-schwule Katholiken offenbar bereits vollständig gleich.

Wohlgemerkt gilt dies alles auch nur für überzeugte praktizierende Katholiken, denn wie wir alle wissen, überwiegt schließlich die Anzahl jener Christen, welche dies nur dem Papiere nach sind, ganz enorm.


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#7
20.03.2015
23:49:37


(-9, 13 Votes)

Von Markus44


Nach 13 von 15 Landeskirchen der EKD und zwei weiteren EKD-Landeskirchen, die nunmehr folgen wollen, nach der altkatholischen Kirche, nach einer Reihe weiterer Kirchen insbesondere aus dem Protestantismus nun also die ersten sichtbaren Forderungen in den Reihen der RKK, das dort homosexuelle Paare ethisch und theologisch anerkannt und akzeptiert werden und dort nicht als sündhaft bewertet werden.

Mich freut es, wenn zumindest nunmehr in den deutschen Bistümern wie Essen und Hamburg oder auch im Bistum Osnabrück die Mehrheit der römisch-katholischen Gläubigen öffentliche Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare befürworten.


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#8
21.03.2015
00:06:45


(+4, 6 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Solange die Katholiken unter sich bleiben, und religiöse Schwule von der Not eines Segens nicht auf andere schließen, kann man doch die "Gesellschaft", die sich der Kirche zuwendet, auch unter sich gedeihen lassen.

Bisher hat das eher den Eindruck, dass sich diese Gesellschaft verkleinert und in ihr engräumiges Schneckenhaus zurück zieht, wenn man mal die schaumtriefenden, geifernden und von Verächtlichkeiten durchsetzen Äußerungen mancher Priester und Kirchlichen weg lässt.

Aber das kann eine Gesellschaft freier ( auch glaubensbefreiter ) Menschen schon gewähren lassen.

Solange die unter sich bleiben und ihre Segnungen im Privaten leben, können sie von mir aus auch Hostien in Regenbogen-Lebensmittelfarben backen.

Nur wenn es wieder damit los geht, anderen Lebensvorschriften machen zu wollen, wird es natürlich auch Widerstand und Mecker geben.


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#9
21.03.2015
01:08:27


(+8, 8 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012
Antwort zu Kommentar #7 von Markus44


"Nach 13 von 15 Landeskirchen der EKD und zwei weiteren EKD-Landeskirchen, die nunmehr folgen wollen, nach der altkatholischen Kirche, nach einer Reihe weiterer Kirchen insbesondere aus dem Protestantismus nun also die ersten sichtbaren Forderungen in den Reihen der RKK, das dort homosexuelle Paare ethisch und theologisch anerkannt und akzeptiert werden und dort nicht als sündhaft bewertet werden."

Wie schon mehrfach angemerkt und von dir weiterhin "gekonnt" ignoriert, betrachtet die EKD gelebte Homosexualität zwar nicht als Sünde, doch von Akzeptanz kann keine Rede sein! Homosexuelle, die ihre Homosexualität auch ausleben (sprich: Sex haben) werden lediglich "ausgehalten". Akzeptanz sieht anders aus! Siehe:
Link:
ekd.de/familie/spannungen_1996_2.html



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#10
21.03.2015
07:19:50


(+3, 7 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von HonestAbe


"Oh, bitte nicht! "

So ist es aber.

Die Kirchen sind natürlich nicht nur ein Teil dieser Gesellschaft, sie dominieren sie als mit Milliarden aus ALLGEMEINEN Steuermitteln geförderte Staatskirchen ohne staatliche Kontrolle (wie in Skandinavien).

Als in der traditionsvergessenen SPD ein harmloser Laizisten-Verein, dem bekannte Politikerinnen wie Matthäus-Meier angehören, Arbeitskreis werden wollte, gab es dafür im Vorstand keine einzige Stimme!

Angesichts dieser kirchlichen Totaldominanz ist das gut gemeinte Votum aus Essen beim Kampf gegen den letzlich vernichtenden Hass von Kuby u. Co. möglicherweise durchaus hilfreich.

Denn dass sich die konfessionsfreie relative Mehrheit in diesem Land mal schlagkräftig organisiert, ist leider nicht abzusehen.


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