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  • 21.03.2015           17      Teilen:   |

Weiterer homophober Prozess

Russland: "Kinder 404" vor Schließung

Artikelbild
Immerhin Spott bleibt den Jugendlichen - und diverse Ausweichmöglichkeiten im Internet

Die Generalstaatsanwaltschaft will das Projekt für LGBT-Jugendliche wegen Homo-"Propaganda" aus dem Internet verbannen.

Dem wichtigen russischen Online-Projekt "Kinder 404" droht das Aus: Die Staatsanwaltschaft hat am Freitag angekündigt, vor Gericht eine Abschaltung der Internet-Seite und der Präsenz der Gruppe im sozialen Netzwerk VK erzwingen zu wollen.

Erst im Januar war die Gründerin des Projekts, die Journalistin Elena Klimowa, zu einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Rubel (rund 695 Euro) verurteilt worden, weil "Kinder 404" gegen das Gesetz gegen Homo-"Propaganda" verstoßen habe (queer.de berichtete). Wie im neuen Fall war die Staatsanwaltschaft auf Drängen der russischen Medienbehörde Roskomnadsor sowie der kremltreuen Jugendorganisation Junge Garde tätig geworden.

Roskomnadsor hatte zuvor bekannt gegeben, dass die Behörde "Kinder 404" nach über 150 Beschwerden aus der Bevölkerung überprüft habe und zu dem Schluss gekommen sei, dass ein Verstoß gegen das Gesetz vorliegen könnte, das die "Bewerbung von nicht-traditionellen sexuellen Beziehungen unter Minderjährigen" unter Strafe stellt.

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Der Kampf geht erst los

Bei "Kinder 404", das im Namen auf die Fehlermeldung für nicht gefundene Seiten im Internet anspielt, handelt es sich um eine Gruppe in dem populären sozialen Netzwerk VK (inzwischen gibt es auch eine Webseite und eine Facebookgruppe). Klimowa hatte sie im März 2013 gegründet, nachdem sie einen Artikel über die Situation von LGBT-Jugendlichen verfasst hatte und daraufhin viele Briefe von Jugendlichen erhielt, in denen sie um Hilfe baten.

In der Online-Gruppe schildern die Jugendlichen ihre positiven und negativen Erlebnisse. "Wenn diese Gruppe geschlossen wird, verlieren die Jugendlichen ihre einzige Möglichkeit, offen über sich zu sprechen und Ratschläge zu bekommen, die ihnen helfen. Das wäre eine Katastrophe!", erklärte Klimowa im letzten Jahr während eines früheren Prozesses gegen sie.

Am Freitag zeigte sich Klimowa über die seit langem abzusehende Schließung der Gruppe resigniert und zugleich kämpferisch: "Selbst die mächtige Medienaufsicht wird nicht so einfach die Gruppe auf Facebook zerstören können." Im Geldstrafen-Prozess hat sie inzwischen Berufung eingelegt, auch gegen die Schließung würde sie notfalls bis zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ziehen wollen.

Youtube | Eine Doku über "Kinder 404" war beim 22. Filmfest in Hamburg im letzten Herbst als bester politischer Film ausgezeichnet worden

Bürgermeister lobt verstärkte Repression

Zuletzt hatte Russland das Vorgehen gegen LGBT-Organisationen verschärft: Anfang März wurde mit Maximum aus Murmansk eine weitere Gruppe dazu verurteilt, sich als "ausländischer Agent" eintragen zu lassen (queer.de berichtete). Neben der Stigmatisierung und einer Geldstrafe drohen damit zusätzliche Auflagen und weitere Bestrafungsmöglichkeiten.

Der Bürgermeister von Kaliningrad, Alexander Jaroschuk, machte derweil am Freitag Schlagzeilen, als er meinte, das Russland ein cooles Land sei, das sich andere Länder noch zum Vorbild nehmen würden. Europa sei derzeit besessen von "Pädophilie, Gay-Paraden und Sodomie": "Wir werden noch Zeugen sein, dass sich nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren alles ändert und jeder unserem Beispiel folgt." (nb)

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Tags: russland, kinder 404, homo-propaganda
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Reaktionen zu "Russland: "Kinder 404" vor Schließung"


 17 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
21.03.2015
10:11:49


(+10, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Wenn diese Gruppe geschlossen wird, verlieren die Jugendlichen ihre einzige Möglichkeit, offen über sich zu sprechen und Ratschläge zu bekommen, die ihnen helfen. Das wäre eine Katastrophe!",

Das ist ja, was die russische nomenklatura beabsichtigt, die Jungen Leute könnten ja zu denken anfangen und wer denkt ist der gefährlichste Feind eines barbarischen diktators und barbarischen diktatur.


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#2
21.03.2015
10:15:49


(+10, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Der Bürgermeister von Kaliningrad, Alexander Jaroschuk, machte derweil am Freitag Schlagzeilen, als er meinte, das Russland ein cooles Land sei, das sich andere Länder noch zum Vorbild nehmen würden. Europa sei derzeit besessen von "Pädophilie, Gay-Paraden und Sodomie": "Wir werden noch Zeugen sein, dass sich nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren alles ändert und jeder unserem Beispiel folgt." (nb)

Ich kann nur noch mit dem Kopf schütteln, nicht wegen der dummheit (dumm sind die nicht) der hetzer sondern der dreistigkeit mit der sie ihre unmenschlichen Werte propagieren.
Sollange diktaturen in der UNO sitzen wird sich auch für uns nie was ändern. Es ist einfach nur schade, das Menschen Menschen drangsalieren.


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#3
21.03.2015
10:32:11


(+9, 9 Votes)

Von asdf


Jetzt wollen diese Faschisten auch noch das letzte Hilfs- und Beratungsangebot vernichten.

Die wollen wirklich Homosexualität ausrotten...


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#4
21.03.2015
10:45:16


(+8, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #3 von asdf


Nicht nur Homosexualität sondern das freie Denken!


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#5
21.03.2015
12:03:15


(+2, 6 Votes)

Von Micha St
Antwort zu Kommentar #4 von hugo1970


Die Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland wird bestimmt toll.


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#6
21.03.2015
12:10:32


(+4, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #5 von Micha St


Die Olympische Spiele im dritten reich, und andere haben auch in diktaturen stattgefunden und haben nichts verändert.
Da sieht man das auch der Sport nicht dazu da ist für was er eigentlich stehen müßte.


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#7
21.03.2015
17:53:39


(+7, 11 Votes)

Von standortvorteil


"Europa sei derzeit besessen von "Pädophilie, Gay-Paraden und Sodomie": "Wir werden noch Zeugen sein, dass sich nach zehn, zwanzig, dreißig Jahren alles ändert und jeder unserem Beispiel folgt." "

Er geht davon aus, dass sich das Lohn- und Sozialgefälle des Alten Europas dem amerikanischen, osteuropäischen und asiatischen Gefälle nähert.

Er spekuliert darauf, dass die heilige Familie und die Religionsgemeinschaft der letzte Rest einer zuverlässigen Sozialversicherung in Zeiten großer und kleiner Krisen ist.


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#8
22.03.2015
01:43:19


(+5, 5 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von standortvorteil


"und jeder unserem Beispiel folgt."

Der russische Messianismus konnte schon vor 1917 die eigenen materiellen Defizite in spirituelle Vorteile ummünzen.

Geist kann man nicht sehen und nicht essen, den Heiligen Geist des Heiligen Russlands sowieso nicht.

Fakten helfen weiter:

"Die heutige Russische Föderation ist, auch nachdem sie sich als Macht- und Territorialstaat berappelt hat, noch immer nur ein Staatswesen mit einem Sozialprodukt, vergleichbar dem Italiens, das zum übergroßen Teil aus Energie- und Rohstoffexporten generiert wird, in zweiter Linie aus Rüstungsgütern [...] Es hat sich in der Ära Putin bis tief in die Gesellschaft hinein remilitarisiert, nicht zuletzt in Form paramilitärischer, von Reservisten geführter, von Priestern gesegneter, von Geheimdienstlern instruierter Verbände, die jetzt auch das Rückgrat der Donbass-Verteidiger und Neurussland-Eroberer bilden."

"Denn Russland als Gesellschaft schrumpft und keineswegs nur an seiner sibirischen Peripherie, sondern mitten in seinen Zentralprovinzen, in denen Zehntausende Dörfer verlassen sind und ehemalige industrielle "Monotowns" veröden. Die Bevölkerungszahl sinkt rapide, von den neunziger Jahren bis heute um acht Millionen. Diese demografische Abwärtsspirale ist mit den entsprechenden Phänomenen in den entwickelten Ländern Europas nicht zu verwechseln. Vielmehr kombiniert sich darin eine niedrige Geburtenrate mit der massiven Abwanderung gerade der jüngeren, gebildeten, städtischen Schichten (eine Million im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends), vor allem aber mit der fast auf afrikanischem Niveau stagnierenden Lebenserwartung der Männer, die wenig älter als 60 Jahre werden." (Die Zeit)

Gut zusammengefasst wird das dann z. B. Im Human development Index u.a.

Lenin lebte lange in München und Zürich. Heute ziehen viele junge Russen auch nach Westen. Die von Peter dem Großen gegründete Akademie der Wissenschaften wird neoliberal abgewickelt. Das ist der echte Geist Russlands, der als Dampf im Kessel von den Popen exorziert wird.

Dumm buckelt besser.


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#9
22.03.2015
02:39:49


(+5, 5 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Einfach nur traurig. Die gehen noch radikaler vor und glauben allen Ernstes, wenn sie die Sichtbarkeit ihrer LGBTIQ-Menschen vernichten, vernichten sie auch die Existenz dieser Menschen bzw. Jugendlichen.

Wie der eine Junge schon meinte, seit es dieses Homo-Propaganda-Gesetz gäbe, würde man ihm an der Schule einbläuen, Menschen wie er existierten nicht.

Man sollte in der ganzen Welt überall das Logo von den 404-Kindern an Flächen, Mauern und Wände sprayen, damit weitum sichtbar bleibt, was die in Russland unsichtbar machen wollen.
Wohl wird es wenig bringen, an deren Politiker zu schreiben?

Der blonde Junge konnte das Beste machen, nach Canada an die Uni zu gehen. Das wäre auch was für andere Betroffene. Sie würden als politisch Verfolgte wahrscheinlich sogar einen Sonderstatus zur Einwanderung erhalten. Ist die Frage, ab welchem Alter das geht.


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#10
22.03.2015
09:19:36


(+5, 5 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #9 von Homonklin44


"Das wäre auch was für andere Betroffene. Sie würden als politisch Verfolgte wahrscheinlich sogar einen Sonderstatus zur Einwanderung erhalten."

Dan dürfte man auch keine konservative mehr wählen, so das auch queers Flüchtlinge als Flüchtlinge anerkannt werden.


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