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  • 22.03.2015           50      Teilen:   |

"Sodomite Suppression Act"

Kalifornier sollen über Todesstrafe für Homosexuelle abstimmen

Artikelbild
Lesben und Schwule sollen nach dem Willen von Matthew Gregory McLaughlin "mit dem Tode durch Kugeln in den Kopf oder jede andere geeignete Methode bestraft" werden (Bild: Greta Ceresini / flickr / cc by 2.0)

Ein religiöser Rechtsanwalt hat allen Ernstes eine Volksabstimmung beantragt: Sein "Sodomite Suppression Act" fordert die Erschießung von Lesben und Schwulen.

Donald Bentz, Geschäftsführer des Sacramento LGBT Community Center, nannte die Initiative "erschreckend und zugleich nahezu lächerlich": Der religiöse Rechtsanwalt Matthew Gregory McLaughlin aus Huntington Beach hat bei der Generalstaatsanwaltschaft von Kalifornien eine Volksabstimmung über die Todesstrafe von Lesben und Schwulen beantragt. Die notwendigen Bearbeitungsgebühren in Höhe von 200 US-Dollar habe er entrichtet, teilte die Behörde mit.

McLaughlins "Sodomite Suppression Act" (PDF) fordert allen Ernstes die Exekution von Homosexuellen. Wörtlich heißt es in dem Antrag: "Vor dem Hintergrund, dass es besser ist, wenn die Täter sterben anstatt dass wir alle durch Gottes gerechten Zorn getötet werden, weil wir Bosheit in unserer Mitte dulden, empfiehlt das Volk von Kalifornien mit Bedacht und Ehrfurcht vor Gott, dass jede Person, die freiwillig eine andere Person des gleichen Geschlechts zu Zwecken der sexuellen Befriedigung berührt, mit dem Tode durch Kugeln in den Kopf oder jede andere geeignete Methode bestraft wird."

Darüber hinaus fordert der Gesetzentwurf eine Strafe von bis zu einer Million Dollar oder Haft für "sodomitische Propaganda" sowie ein Verbot für Lesben und Schwule, öffentliche Ämter zu bekleiden.

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Keine rechtliche Handhabe gegen verfassungsfeindliche Initiative

Auszug aus dem "Sodomite Suppression Act". Das vollständige Dokument kann als PDF heruntergeladen werden
Auszug aus dem "Sodomite Suppression Act". Das vollständige Dokument kann als PDF heruntergeladen werden

Das Büro der Generalstaatsanwaltschaft teilte mit, dass der Antrag wie alle anderen geprüft werde. Sollte er angenommen werden, muss Matthew Gregory McLaughlin als nächsten Schritt 365.880 Unterstützungs-Unterschriften sammeln. Erst dann würden die Kalifornier über den "Sodomite Suppression Act" abstimmen. Frühestmöglicher Termin wäre November 2016.

Rechtsexperten in den USA sehen aufgrund der sehr liberalen gesetzlichen Anforderungen an Volksabstimmungen in Kalifornien wenig Handhabe, die Initiative zurückzuweisen – auch wenn der "Sodomite Suppression Act" niemals Gesetz werden dürfte. Jura-Professor Vikram Amar von der University of California in Davis nannte die Forderung nach einer Exekution von Lesben und Schwulen etwa einen "eklatanten Verstoß" sowohl gegen die US-Verfassung als auch die kalifornische Verfassung. So wurde erst im vergangenen Jahr die Todesstrafe als unvereinbar mit der Verfassung des Bundesstaates eingestuft. "Es steht außer Frage, dass dies niemals umgesetzt wird", so Amar. "Aber die Frage ist, zu welchem Zeitpunkt man der Initiative ein Ende setzen sollte."

Unterdessen bekommt Matthew Gregory McLaughlin einigen Gegenwind zu spüren. Über 12.000 Menschen haben bereits eine Petition unterschrieben, die den Entzug seiner Zulassung als Anwalt fordert. Darin heißt es, seine Volksabstimmungs-Initiative sei mit der Klausel der kalifornischen Anwaltskammer, die einen "guten moralischen Charakter" verlangt, unvereinbar.

Vor über zehn Jahren hatte McLaughlin übrigens schon einmal eine Initative für eine Volksabstimmung gestartet – und war damit gescheitert. Damals wollte er die King-James-Bibel als Lehrbuch in allen öffentlichen Schulen durchsetzen. (cw)

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Tags: sodomite suppression act, kalifornien, referendum, volksabstimmung, todesstrafe, matt mclaughlin
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Reaktionen zu "Kalifornier sollen über Todesstrafe für Homosexuelle abstimmen"


 50 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
22.03.2015
15:42:24


(+18, 18 Votes)

Von Robin


Wenn es überhaupt zu der Abstimmung kommt, wird das natürlich grandios scheitern.

Aber dennoch ist das natürlich Volksverhetzung und indirekte Anstiftung zu Verbrechen gegen Minderheiten. Dieser fanatische Homohasser gehört in die geschlossene Psychiatrie...


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#2
22.03.2015
15:51:06


(+17, 17 Votes)

Von Heiner


Wie gut, dass wir intelligenter als solche Faschisten sind. Sonst würden wir jetzt die Todesstrafe für solche Fanatiker fordern.

Aber ich stimme zu: in die Psychiatrie gehört dieser Gestörte natürlich auf jeden Fall.


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#3
22.03.2015
16:09:40


(+14, 16 Votes)

Von herve64
Aus München (Bayern)
Mitglied seit 09.12.2008
Antwort zu Kommentar #1 von Robin


Nee, du: derartige Volksverhetzer gehören hinter Schloss und Riegel. Es wird doch wohl in den USA und Kalifornien auch Gesetze wegen Volksverhetzung geben, oder?


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#4
22.03.2015
16:44:53


(+3, 5 Votes)

Von Gurkenhobel
Antwort zu Kommentar #3 von herve64


Meines Wissens nach nicht. Die USA haben eine sehr extensive Auslegungsweise der Meinungsfreiheit, wie sie im 1. Verfassungszusatz garantiert ist.


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#5
22.03.2015
16:50:16


(+4, 10 Votes)

Von oder auch so
Antwort zu Kommentar #3 von herve64


Es gibt auch Richter und Urteile:

"Kaum elf Jahre später: U.S.-Gericht ordnet Veröffentlichung der Abu Ghraib-Fotos an"

Link zu www.radio-utopie.de


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#6
22.03.2015
16:50:28


(+8, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Das ist der Anfang vom Ende der Demokratie, wenn er damit Erfolg haben würde.


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#7
22.03.2015
16:53:26


(+8, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Bei so einer eklatanten Volkshetze muß der internationale Strafgerichtshof für Menschenrechte sich einschalten, wenn auch sollche Aktionen wie diese regional sind.


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#8
22.03.2015
16:54:43


(+12, 12 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Ich hab sogleich ich den Link im Text zur Petition gelesen habe, gleich draufgecklickt und unterschrieben.


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#9
22.03.2015
18:13:31


(+11, 11 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Tja, da tippe ich mal auf religiösen Wahn und ähnliche Störungsbilder, denn das gesamte Weltverständnis des Mannes begründet sich auf biblischen Texten und mythologische Lebensrelevanz.
Ginge er in seinen kruden Ideen etwas weiter zurück, könnte er auch verlangen, dass alle Schwarzen erschossen werden sollten, oder noch viel krassere Ideen sich destillieren lassen.

Das scheint der US-amerikanische Christen-IS-Macker zu sein. Enthebt ihn seines Amtes, er ist eine Gefahr für das Wohl aller, und gehört in Counselling .. besser noch in ein Sanatorium. Aber nicht in dasselbe, in dem Santorum herum eiert.

Wahnsinnige in juristischen Positionen ... das erinnert mich fast an Deutschland.


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#10
22.03.2015
18:19:51


(+8, 10 Votes)

Von gatopardo
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Sollte dieser religiotische Kalifornier noch im zeugungsfähigen Alter sein, ist ihm als Strafe zu wünschen, dass sein Kind schwul oder lesbisch auf die Welt kommt.


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