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  • 27.03.2015           4      Teilen:   |

Der neue Film von Oskar Roehler

"Wir haben es schwerer, du Scheißhetero"

Artikelbild
Szene aus "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk": Der schwule Gries (Frederick Lau, rechts) stellt seinem Hetero-Kumpel Robert (Tom Schilling) Rainer Werner Fassbinder vor (Bild: X-Verleih)

In Oskar Roehlers schrägem Kinofilm "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk" spielt Frederick Lau einen Neonazi, der in Westberlin zur Ledertunte wird.

Von Peter Fuchs

"Arschficken für alle!" Diese Provokation geht immer. Laut hallt sie durch die tristen Hallen eines westdeutschen Internats in den 1980er Jahren. Geruch: tiefste Provinz.

Gries (Frederick Lau) brüllt sie, weil ihm die dort herumlungernden Hippies und Atomkraftgegner auf den Zeiger gehen. Er ist auch Neonazi, hat zum Liebkosen nur seine Schäferhündin und zum Sex bloß einen Leder-Opa, der ihn im Park an einen Baum lehnt und mit heruntergelassener Hose knallt.

Dieses Leben ist erst recht kein Ponyhof, wenn einem selbst der sogenannte beste Freund Robert (Tom Schilling) das Zukunftsszenario düster ausmalt: "Schwule, die andere ficken, können hetero werden. Schwule, die gern gefickt werden, nicht."

Aber bald geht es ab nach Westberlin…

Fortsetzung nach Anzeige


Die eigene Lebensgeschichte verfilmt

Poster zum Film: "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk" läuft seit 26. März 2015 im Kino
Poster zum Film: "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk" läuft seit 26. März 2015 im Kino

Regisseur Oskar Roehler nimmt nach "Quellen des Lebens" mit "Tod den Hippies!! Es lebe der Punk!" erneut seine Lebensgeschichte als Vorlage für einen Film. Herauskam diesmal ein Sittenbild Westberlins vor dem Mauerfall, das die Attribute laut, surreal und subjektiv in sich vereint. Roehlers Alter Ego Robert (hetero) flieht aus bereits erwähnter Provinz in die geteilte Stadt und will Schriftsteller werden.

Dabei taucht er in den Untergrund ein und erlebt eine schüchterne Lovestory mit einer amerikanischen Stripperin (Emilia Schüle), nimmt ganz viel Drogen und versucht, den Punk zu leben. Sein Kumpel Schwarz (Wilson Gonzalez Ochsenknecht) verschafft ihm einen Job in einer Peep-Show, in der er das Sperma aus den Zuschauerkabinen wegputzen muss.

Zwischendurch schaut auch Blixa Bargeld (Alexander Scheer) mit Nick Cave (Marc Hosemann) vorbei, beide busseln sich herzlich, bevor sie zu den Nutten gehen. Dazu kommen Drogendeals, kriminelle Geldbeschaffungsmaßnahmen, missglückte Auftragsmorde und Hektoliter von Wodka in der Szenekneipe "Risiko".

Oskar Roehler will keine tiefen Einsichten verkaufen

In Westberlin geht Gries komplett in der schwulen SM-Szene auf
In Westberlin geht Gries komplett in der schwulen SM-Szene auf (Bild: X-Verleih)

Das plätschert so dahin und wird erst spannend, wenn Hannelore Hoger als Mutter in Roberts Abstellkammer-Wohnung beim Sohn Drogen kaufen will. Das ist grotesk und lässt erahnen, wie böse und krank diese Frau im wirklichen Leben gewesen sein muss.

Zum Glück will Oskar Roehler in seinem Rückblick keine tiefen Einsichten verkaufen. Die hätten wir ihm ohnehin nicht abgenommen, weil er in Interviews so exzentrische Formulierungen wählt: "Ich bin so unschwul, dass ich mein Ferienhaus direkt von hinten habe zumauern lassen." So kann der Film mit seinen grotesken Szenen auch wieder ganz witzig sein.

Ein Highlight: In Westberlin treffen Gries und Robert wieder aufeinander. Gries ist mittlerweile ganz in der schwulen SM-Szene aufgegangen, was Robert ungläubig fragen lässt: "Warum lässt du dich auspeitschen, bis du blutest, und dann anpissen? Das brennt doch." Was antwortet der erboste Gries? "Wir haben es schwerer, du Scheißhetero."

Youtube | Offizieller Trailer zum Film
  Infos zum Film
Tod den Hippies!! Es lebe der Punk. Drama. Deutschland 2014. Regie: Oskar Roehler. Darsteller: Tom Schilling, Frederick Lau, Emilia Schüle, Samuel Finzi, Hannelore Hoger, Götz Otto, Wilson Gonzalez Ochsenknecht. Laufzeit: 104 Minuten. Verleih: X Verleih. FSK 16. Deutscher Kinostart: 26. März 2015
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Tod den Hippies!! Es lebe der Punk.

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Tags: oskar roehler, punk, westberlin, frederick lau
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Reaktionen zu ""Wir haben es schwerer, du Scheißhetero""


 4 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
27.03.2015
13:59:24


(+3, 5 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


Klingt nach einem nicht allzu cleveren Film über nicht sonderlich clevere Leute von einem nicht allzu cleveren Regisseur ...


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#2
28.03.2015
15:17:06


(+2, 4 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #1 von HonestAbe


klingt für mich nach einem film, der eine interessante kontrastierende perspektive auf die eigenarten der heutigen zeit ermöglichen könnte.


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#3
28.03.2015
15:43:48


(+2, 4 Votes)

Von niccinicci


klingt nach einem film, der einfach nur das zu sein scheint, was er sollte: unterhaltsam sein!


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#4
29.03.2015
13:57:54


(+3, 3 Votes)

Von joerg Neubauer
Antwort zu Kommentar #1 von HonestAbe


genauso ist es. Alles, was man beim Zusehen erwartet, tritt kurz darauf auch exakt so ein. Im Film werden Klischees wie "schwuler Nazi" und "Hardcore SM" zusammengerührt. Dabei sind die Ledertypen, die auf Fuß-Fisten stehen, bekanntlich extrem spießig, wenn es zb. um den Abwasch in der Küche oder um Dinge des täglichen Lebens geht (kleiner Scherz). Mich hat der Film gelangweilt.


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