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  • 30.03.2015           37      Teilen:   |

"Nur für Heteros"

Scharfe Kritik an Gesetz zu Homo-Diskriminierung in Indiana

Artikelbild
Ein Modell für Indiana: Im letzten Jahr sorgte ein Copy-Shop in Kentucky für Unruhe, weil er Homosexuellen den Einlass verweigerte - Pistolen sind dagegen willkommen.

Von Sängerin Miley Cyrus bis Apple-Chef Tim Cook hagelt es Kritik an einem Gesetz in Indiana, das Homo-Diskriminierung aus religiösen Gründen erlaubt.

Nach der Unterzeichnung eines "Gesetzes für Religionsfreiheit" in Indiana durch Gouverneur Mike Pence gibt es in den ganzen USA scharfe Kritik und Boykottdrohungen. Das Gesetz soll religiösen Unternehmern erlauben, Menschen aufgrund ihrer Homosexualität Dienstleistungen zu verweigern. Es ist unter anderem eine Reaktion auf Klagen von Homosexuellen, die wegen ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert worden waren, gegen eine christliche Blumenhändlerin und eine Bäckerei. Das Gesetz soll im Juli in Kraft treten.

Pence erklärte am Sonntag im Fernsehsender ABC, dass sich das Gesetz nicht gegen Homosexuelle direkt richte: "Es geht nicht um Diskriminierung. Es geht darum, Menschen vor der Überregulierung des Staates zu schützen." Er wollte allerdings trotz sechsmaliger Nachfrage eines Journalisten nicht bestätigen oder dementieren, dass Schwulen und Lesben künftig wegen ihrer sexuellen Orientierung jegliche Dienstleistung verwehrt werden kann.

Kritik kam nicht nur von LGBT-Aktivisten, sondern auch aus der Wirtschaft. So legte das Internet-Unternehmen Angie's List eine 40 Millionen Dollar teure Erweiterung seines Firmensitzes wegen des Gesetzes auf Eis. Auch mehrere in Indiana geplante Sportveranstaltungen stehen auf der Kippe, weil Organisationen wie der Unisportverband NCAA bereits im Vorfeld mit Kosequenzen gedroht hatten. Die NCAA erklärte etwa, dass sie nur Veranstaltungen in Bundesstaaten organisieren werde, in denen alle Menschen gleichbehandelt werden.

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Apple-CEO vergleicht neues Gesetz mit Rassentrennung

Apple-Chef Tim Cook hatte vergangenes Jahr sein Coming-out und setzt sich für die Gleichstellung ein - Quelle: lemagit / flickr / cc by-sa 2.0
Apple-Chef Tim Cook hatte vergangenes Jahr sein Coming-out und setzt sich für die Gleichstellung ein (Bild: lemagit / flickr / cc by-sa 2.0)

Auch Apple-Chef Tim Cook zeigte sich beunruhigt: Gesetze wie das in Indiana "versuchen eine rationale Begründung für Ungerechtigkeit zu geben, indem angeblich etwas verteidigt wird, was uns allen wichtig ist", sagte der 55-Jährige am Wochenende. Er verglich das neue Gesetz mit der Rassentrennung, die bis vor einem halben Jahrhundert in großen Teilen der USA geherrscht hat: "Die Tage der Rassentrennung und der Schilder, auf denen 'Nur für Weiße' auf den Eingangstüren von Läden, Wasserspendern oder Toiletten stand, müssen in unserer Vergangenheit bleiben."

Aus dem Showbusiness kam es ebenfalls zu scharfer Kritik an dem homofeindlichen Gesetz. So bezeichnete Sängerin Miley Cyrus den Gouverneur von Indiana auf Twitter wegen seiner Unterschrift unter das Gesetz als "Arschloch". Schauspieler Ashton Kutcher wunderte sich über weitere Konsequenzen des Gesetze: "Dürfen in Indiana dann christliche Geschäfte auch Juden den Eintritt verwehren?"

Kiffer-Kirche will Gesetz ausnutzen

Tatsächlich planen auch andere Gruppen, sich das gegen Homosexuelle gerichtete Gesetz zunutze zu machen: So hat sich am Wochenende die "First Church of Cannabis" gegründet, bei der jeder für 4,20 Dollar Mitglied werden kann. Diese Kirche will mit ihrem "Glauben" das Marihuana-Verbot im Staat umgehen. Schließlich, so argumentieren die Gründer, sei Marihuana nachweislich weniger gefährlich als Alkohol – und dieser dürfe schließlich bereits jetzt in anderen Kirchen in Form von Wein verwendet werden.

Bereits im Februar war ein Gesetz gegen Homosexuelle in Arkansas beschlossen worden (queer.de berichtete). In etwa der Hälfte der Bundesstaaten gibt es weitere Initiativen. Sie stehen erheblichen Erfolgen von Anhängern der Gleichstellung gegenüber: So hat sich die Zahl der Bundesstaaten, in denen Schwule und Lesben heiraten dürfen, in den vergangenen drei Jahren von sieben auf 37 erhöht. Voraussichtlich Ende Juni wird der Supreme Court eine endgültige Entscheidung zur Ehe-Öffnung in allen 50 Staaten treffen. (dk)

Youtube | Indiana ist ein großartiges Reiseziel für Homo-Hasser, heißt es in einem von Komikern erstellten "Werbespot"
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Tags: indiana, miley cyrus, tim cook, ashton kutcher
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Reaktionen zu "Scharfe Kritik an Gesetz zu Homo-Diskriminierung in Indiana"


 37 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
30.03.2015
14:15:14
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Nico


Kann man dagegen nicht vor dem Supreme Court klagen?

Das verstößt doch garantiert gegen die Verfassung.


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#2
30.03.2015
14:30:53


(+7, 7 Votes)

Von Jan B


Dann will ich aber auch Religioten und andere Spinner diskriminieren dürfen...


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#3
30.03.2015
14:56:04
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von puschelchen
Aus irgendwo in nrw
Mitglied seit 18.12.2009
Antwort zu Kommentar #2 von Jan B


"Dann will ich aber auch Religioten und andere Spinner diskriminieren dürfen..."

In dem Fall würden die was von "Religionsfreiheit" und "Christenverfolgung" faseln...


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#4
30.03.2015
15:04:07
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von Nico


Ganz sicher verstößt es gegen die Verfassung, aber die Religioten und andere, von Haß erfüllte Spinner versuchen es immer wieder. Schon um mit ihren vorvorgestrigen Ansichten im Gespräch zu bleiben. Die sind auf ihre überhebliche Dummheit auch noch stolz.
Unfaßbar.


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#5
30.03.2015
15:51:34


(+5, 5 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Man könnte darauf damit reagieren, solche Geschäfte zu boykottieren und Vertreter der diskriminierenden Glaubensrichtungen nur noch NACKT nach Deutschland einreisen zu lassen...


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#6
30.03.2015
16:41:04
Via Handy


(-10, 12 Votes)

Von USA fanboy


Evt. haben manche hier die Meinungsfreiheit in den USA nicht ganz verstanden.

Die ist dort nach allen Seiten offen.

Nehmen wir mal an ein Schwuler besitzt eine Bäckerei.

Nun kommt ein blonder Nazi und verlangt für seine Hochzeit eine Hakenkreuztorte.

Ihr weigert euch, er verklagt euch und ruiniert euch finanziell total...

Wer jetzt jammert..."das kann man doch nicht vergleichen blabla"

Doch!! In den USA schon.


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#7
30.03.2015
16:47:48


(+7, 7 Votes)

Von Silencio
Aus Berlin
Mitglied seit 21.06.2013


Ashton Kutcher bringt es auf den Punkt. Ich bin gespannt, wie groß dann der Aufschrei sein wird, wenn Juden der Zutritt zu Läden verwehrt wird.


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#8
30.03.2015
16:50:42


(+8, 8 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


> Auch mehrere in Indiana geplante Sportveranstaltungen stehen auf der Kippe, weil Organisationen wie der Unisportverband NCAA bereits im Vorfeld mit Konsequenzen gedroht hatten. Die NCAA erklärte etwa, dass sie nur Veranstaltungen in Bundesstaaten organisieren werde, in denen alle Menschen gleich behandelt werden.<

Das würde ich mir auch von Olympischen Komitee und der FIFA wünschen.


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#9
30.03.2015
16:57:29


(+7, 9 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #6 von USA fanboy


""Evt. haben manche hier die Meinungsfreiheit in den USA nicht ganz verstanden.

Die ist dort nach allen Seiten offen.""..

Eventuell läßt sich diese Sicht verändern indem man einfach mal die Verfassung liest..
In diesem Fall die US-Amerikanische..

Dort dann ganz besonders den Passus in dem erklärt wird das die "Allgemeine Erklärung der Menschenrechte" von 1948 Teil der US-Verfassung ist, und dann noch den Teil über die "Meinungsfreiheit", die sich auch in den USA NICHT gegen andere Menschen und deren Lebenssituationen richtet, sondern gegen den Staat, dem damit verboten wird, eine freie Meinungsäußerung zu unterbinden..
Insgesamt versteht sich die "Meinungsfreiheit" in den USA übrigens auch eher als Pressefreiheit, und ist damit ein "institutionalisiertes recht", und kein allgemeines, persönliches Recht..

Interessanterweise wird von "Verstehern" solcher "Gesetze" immer wieder auf diese völlig falsch verstandene "Meinungsfreiheit" und bei Widerstand auf die "Religionsfreiheit" verwiesen..

Rassismus ist aber keine Meinung und auch keine Religion !

Was Dein untaugliches Beispiel betrifft..
Die Frage ob der blonde Nazi wüßte wo man solche Verzierungen bekommen könnte, weil man die gerade nicht am Lager hätte, und die Bitte das Geschäft zu verlassen weil man gerade zum Kotzen auf die Toilette müsse, würden das Gespräch beendet haben, bevor eine Bestellung zum Tragen kommt..

Und außerdem kann man eine solche Torte auch ruhig anfertigen..
Und in sie reinkacken und pissen..

Und wer jetzt jammert..."das kann man doch nicht tun..blabla"

Doch!! Und sogar in den USA..


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#10
30.03.2015
17:24:49
Via Handy


(-11, 13 Votes)

Von USA fanboy
Antwort zu Kommentar #9 von TheDad


" und die Bitte das Geschäft zu verlassen weil man gerade zum Kotzen auf die Toilette müsse, würden das Gespräch beendet haben, bevor eine Bestellung zum Tragen kommt.."

@ the dad

Hab ich kein Problem mit.

Solange du nicht rumjammerst wenn du genauso behandelt wirst...

Aber daran habe ich so meine Zweifel...

Und genau das!! ist das Problem.


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