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Eigentlich eine schöne Kulisse für einen CSD: Die Burg Hohenzollern ist Wahrzeichen und Namensgeber des Zollernalbkreises (Bild: Jim Trodel / flickr / by-sa 2.0)

Im vergangenen Jahr buchte ein schwules Paar Stars für einen CSD im Zollernalbkreis, der jedoch nie stattfand – jetzt muss es sich wegen Betrugs verantworten.
Im Zollernalbkreis, mitten im Regierungsbezirk Tübingen im tiefsten Baden-Württemberg, sollte im vergangenen Jahr erstmals eine schwul-lesbische CSD-Woche stattfinden. Und zwar kein kleines Fest in einem Vereinsheim oder in einer Dorfgaststätte, sondern ein richtig großes Event mit Dolly Buster und "Gay Model Schwäbische Alb 2014"-Contest. Das war zumindest die Idee von Manuel und Stefan S., einem verpartnerten schwulen Paar aus der Region.

Bei der Braunschweiger Agentur World Concerts buchten die beiden mit ihrer "Rainbow Company" unter anderem Ross Antony, Big Soul, Lucy von den No Angels und Culture Beat, außerdem kündigten sie ein CSD-Magazin in einer stolzen Auflage von 60.000 Exemplaren an, das in Reutlingen, Tübingen, Rottweil, Sigmaringen und Freudenstadt verteilt werden sollte. Erschienen ist das Heft nie, auch der CSD fand nicht statt.

Kurz vor dem CSD verschwanden Manuel und Stefan S.

Stattdessen machte sich das Paar kurz vor dem Termin aus dem Staub. Die beiden seien unbekannt verzogen, wurde die Großmutter damals in der Lokalpresse zitiert. Nicht nur Marita Peters von World Concerts wandte sich daraufhin an die Polizei, auch Mitstreiter des von den Verpartnerten initierten Vereins CSD Zollernalb fühlten sich übers Ohr gehauen. Dutzende Anzeigen lägen vor, erklärte Michael Pfohl, Leitender Oberstaatsanwalt der Staatsanwaltschaft Hechingen. Eine Gerichtsverhandlung sei bereits angesetzt gewesen, doch die Angeklagten seien nicht erschienen.

Nun sind Manuel und Stefan S. nach einem Bericht des "Schwarzwälder Boten" wieder aufgetaucht – in Chemnitz, unter leicht geänderten Namen sowie mit einer neuen Geschäftsidee. Für die Event- und Werbeagentur "3 for factory" hatte das Paar bereits sieben Mitarbeiter eingestellt, um ein Hochglanz-Modemagazin für Sachsen zu produzieren. Nach Chemnitz seien sie gezogen, weil es im Zollernalbkreis so viel Homophobie gebe, sollen sie ihren Angestellten erzählt haben.

In Chemnitz wieder aufgetaucht – mit neuer Geschäftsidee

Doch Ende März bekamen die beiden jungen Unternehmer in ihrem Büro Besuch von der Kriminalpolizei – und wurden vor den Augen der Mitarbeiter festgenommen. Seitdem sollen sie in Zwickau in Untersuchungshaft sitzen.

Ihre neue Geschäftsidee drohte allerdings schon vorher zu scheitern: So soll die IT-Firma, die die Chemnitzer Büroräume eingerichtet hatte, sämtliche Computer und Möbel wieder abgeholt haben, weil die Rechnung noch offen war. Die Mitarbeiter wurden inzwischen von der Mutter einer der beiden mutmaßlichen Betrüger, die laut Online-Impressum Geschäftsführerin von "3 for factory" ist, entlassen. Geld sei keines mehr da, soll sie erklärt haben, das habe "jemand" an die "Rainbow Company" gespendet.

Ein weiterer Betrugsvorwurf gegen das schwule Paar stammt bereits aus dem Jahr 2013: Damals hatte der Abschluss-Jahrgang des Gymnasiums Meßstetten bei den beiden die Erstellung einer Abi-Zeitung in Auftrag gegeben, diese jedoch trotz Zahlung eines Vorschusses nie zu Gesicht bekommen. Manuel und Stefan S. flogen stattdessen in ihre Flitterwochen nach Barcelona. (cw)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 01.04.2015, 11:20h
  • Perfider April-Scherz: Mit Homophobie-Vorwürfen, der heiligen schwulen Partnerschaft und den Bemühungen von Aktivisten macht man keine Scherze.
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#2 OsterAnonym
#3 andreMucAnonym
#4 SvenAnonym
  • 01.04.2015, 14:02h

  • Das ganze ist absolut kein Aprilscherz.
    Bin selber auch ein geschädigtes und geprelltes Mitglied des CSD-Zollernalb.

    Wurde aber auch langsam Zeit, dass denen beiden das Handwerk gelegt wird.
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#6 Sag malAnonym
#7 Harry1972Profil
#10 MiepmiepAnonym
  • 01.04.2015, 22:35h

  • "Wegen zuviel Homophobie in BaWü mach Chemnitz umgezogen." - Das hat mir irgendwie am besten gefallen!
    Ich hoffe, die Jungs haben im Zwickauer Knast ne Doppelzelle bekommen. ;)
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