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Heinz-Christian Strache ist der Anführer der rechtspopulistischen Freiheitlichen Partei Österreichs (FPÖ), die bei den letzten Wahlen mehr als 20 Prozent der Stimmen erreichen konnte (Bild: Multimedia-Blog Brundespraesident.in / flickr / by-sa 2.0)

Die österreichische Medienbehörde KommAustria hat eine Beschwerde des Rechtspopulisten Heinz-Christian Strache als unbegründet abgewiesen.

Niederlage für den rechtspopulistischen Oppositionsführer in Österreich: Die Medienbehörde KommAustria hat eine Beschwerde des FPÖ-Vorsitzenden Heinz-Christian Strache als unbegründet zurückgewiesen.

Der Vorsitzende der Freiheitlichen hatte sich wegen der beliebte ORF-Serie "Vorstadtweiber" bei der Behörde beschwert. So sei er in einer Passage der am 9. Februar ausgestrahlten Folge als schwul bezeichnet worden (queer.de berichtete). Die KommAustria kam jedoch zum Schluss, dass eine solche Behauptung gar nicht aufgestellt wurde.

Wörtlich hieß es in dem von Strache beanstandeten Dialog: "In Deutschland der Westerwelle oder dieser Berliner Bürgermeister. Oder bei uns der Strache. Die sind doch alle schwul und stehen dazu. – Der Strache? – Nein, den mein ich gar nicht. Der Kärntner da. – Da kommen einige in Frage."

Die Serie "Vorstadtweiber" persifliert die bessere Gesellschaft der Wiener Nobelbezirke und lockt jedesmal fast eine Million Österreicher vor die Fernsehgeräte.

Medienbehörde: Schwul wird nur "der Kärntner" genannt

Die Behauptung, dass Strache selbst schwul sei, lasse sich dem Dialog nur bei isolierter Betrachtung eines einzelnen und zugleich aus dem unmittelbar folgenden Zusammenhang gerissenen Satzes unterstellen, was aber "nicht Maßstab der Beurteilung sein kann", schrieb die Medienbehörde in ihrem Bescheid: "Wortlaut und Abfolge des Dialogs lassen in ihrer Gesamtheit keinerlei Zweifel daran offen, dass sich die Behauptung einer möglichen homosexuellen Lebensweise gerade nicht auf den Beschwerdeführer bezieht, sondern auf einen – nicht näher bezeichneten – Kärntner."

Gegen die Entscheidung von KommAustria kann "HC" Strache noch Beschwerde beim österreichischen Bundesverwaltungsgericht einlegen.

Obwohl der Dialog über Westerwelle und Strache bereits vor Ausstrahlung der Sendung herausgeschnitten worden und nur in der (vergessenen) untertitelten Version für Hörbehinderte zu lesen war, hatte die FPÖ dem ORF eine "Vorwahl-Diffamierungskampagne" gegen die Partei vorgeworfen. So sprach Generalsekretär Harald Vilimsky in einer Pressemitteilung vom "völligen Verlust aller Hemmungen der ORF-Führung gegenüber der FPÖ und ihrem Obmann". Den Chef der größten Oppositionspartei als Schwulen zu bezeichnen, verletze "die Grenzen des guten Geschmacks". Strache selbst hatte als Reaktion das Ende der "Zwangsgebühren" für den "ORF-Regierungsfunk" gefordert.

Die FPÖ gilt als äußerst homofeindliche Partei und bekämpfte beispielsweise die Einführung von Eingetragenen Lebenspartnerschaften. Strache selbst bezeichnete in einem früheren Wahlkampf Homosexualität als "Krankheit" (queer.de berichtete). (cw)



#1 Wolfgang_AustriaAnonym
#2 CsanadAnonym
  • 03.04.2015, 13:05h
  • "20 Prozent der Stimmen erreichen konnte"

    Wie blöd kann man sein? Man hat erst kürzlich bei Kärnten gesehen das nur Scheiße rauskommt wenn Rechtspopulisten an die Macht kommen -.-
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#3 PanicAnonym
  • 03.04.2015, 13:41h

  • Haider war übrigens schwul.
    Das dürfen österreichische Medien vielleicht nicht schreiben, aber es ist ein offenes Geheimnis
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#4 PascalAnonym
  • 03.04.2015, 14:19h
  • Ist ja klar, dass die rechtspopulistische FPÖ diese Diskussion vermeiden will, weil das dem Wahlerfolg schadet.

    Aber wenn die damit erfolgreich gewesen wären, wäre das ein schwerer Eingriff in die Rede- und Pressefreiheit gewesen!
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#5 Patroklos
  • 03.04.2015, 15:26h
  • Eine krachende Niederlage für Strache und somit ein wichtiger Sieg sowohl für die Meinungs- als auch die Medienfreiheit (sprich Grundrechte)!
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#6 qwertzAnonym
  • 03.04.2015, 19:24h
  • leider ist der grund nur, dass strache nicht gemeint war. als schwul "diffamiert" hat die kommaustria lt. artikel nicht kommentiert :/
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#7 Carsten FAnonym
  • 04.04.2015, 08:35h
  • Da sieht man, wie solche rechtspopulistischen Parteien ticken.

    Die wollen ein totalitäres System errichten, wo alle Menschen, die Medien, die Kultur, etc. nach deren Willen gleichgeschaltet sind.

    Und es gibt eben auch rechte Schwule, die dann ihr eigenes Leben verleugnen wollen um in so einem rechten System Karriere zu machen.

    Gut, dass es wenigstens noch einige unabhängige Medien gibt... Diese Freiheit muss jeden Tag aufs Neue gegen solche demokratiefeindlichen Kräfte verteidigt werden!!
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#8 Miguel53deProfil