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  • 04.04.2015           49      Teilen:   |

Repräsentative Studie

Jeder zweite Russe will keine homosexuellen Nachbarn

Artikelbild
Das lesbische Paar Irina und Antonina lebt zusammen in Moskau, verhält sich aber diskret: "Unsere Beziehungen sind irgendwo zwischen legal und illegal. Es ist alles sehr traurig." (Bild: Anastasia Ivanova)

Nach einer repräsentativen Umfrage des amerikanischen Instituts NORC ist die Akzeptanz gegenüber Lesben und Schwulen in Russland deutlich gesunken.

Mit dem 2013 eingeführten Gesetz gegen sogenannte Homo-Propaganda hat sich das Klima für Russlands Homosexuelle deutlich verschlechtert: Bei einer repräsentativen Umfrage des US-amerikanischen Meinungsforschungsinstituts NORC, die Ende vergangenen Jahres durchgeführt wurde, gaben 51 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie keine Schwulen und Lesben als Nachbarn haben möchten. Im Jahr 2012 teilten "nur" 38 Prozent diese Auffassung.

Noch unbeliebter als homosexuelle Nachbarn waren lediglich Drogenabhängige (90 Prozent), Alkoholsüchtige (76 Prozent) und verurteilte Straftäter (62 Prozent). Bei keiner anderen Gruppe gab es im Zwei-Jahres-Vergleich einen derart großen Akzeptanz-Verlust wie bei Schwulen und Lesben.

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63 Prozent der Russen akzeptieren keine Homosexuellen

In der NORC-Studie sprachen sich zudem mit 63 Prozent fast zwei Drittel der befragten Russen dagegen aus, dass die Gesellschaft Homosexuelle akzeptiert. Lediglich 20 Prozent waren gegenteiliger Meinung. 14 Prozent zeigten sich unentschieden.

Nach der Umfrage geht die Verurteilung von Lesben und Schwulen oft mit anti-westlichen Ansichten einher. So sind zwei Drittel der Russen, die keinen homosexuellen Nachbarn haben wollen, auch negativ gegenüber den Vereinigten Staaten eingestellt. Bei den Befragten, die mit lesbisch-schwulen Nachbarn keine Probleme haben, äußerten sich "nur" 62 Prozent kritisch gegenüber den USA.

Die Ablehnung des Westens hat gegenüber 2012 deutlich zugenommen: Insgesamt hatten fast zwei Drittel der Umfrage-Teilnehmer eine negative Meinung von den USA, 49 Prozent fanden die EU schlecht. Vor zwei Jahren waren das nur 25 beziehungsweise 11 Prozent der Befragten.

Für die Umfrage interviewte das National Opinion Research Center (NORC) der Universität Chicago vom 22. November bis 7. Dezember 2014 insgesamt 2009 Russen im Alter ab 18 Jahren. (cw)

Links zum Thema:
» Zusammenfassung der NORC-Umfrage (auf Englisch)
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Tags: russland, nachbarn, norc, akzeptanz
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Reaktionen zu "Jeder zweite Russe will keine homosexuellen Nachbarn"


 49 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
04.04.2015
18:58:30


(+12, 14 Votes)

Von Willie


Da kann man wieder sehen, dass öffentliche Meinung von oben und von den Medien gemacht wird.


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#2
04.04.2015
18:58:38


(+4, 12 Votes)
 
#3
04.04.2015
19:08:59


(+10, 12 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Die Gehirnwäsche der russischen Medien scheint erfolgreich zu sein. Leider!


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#4
04.04.2015
19:09:08


(+3, 9 Votes)
 
#5
04.04.2015
19:55:30


(+5, 7 Votes)

Von sandor


@ #2, #4

danke für die hinweise


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#6
04.04.2015
20:04:37


(+6, 8 Votes)

Von bundl
Antwort zu Kommentar #4 von SOVINFORMBUREAU


Menschen, die die Putinokratie als Gegner oder Feind sehen, nutzen auch dieses Tool zur Beobachtung des Gegners oder zur Feindaufklärung.

Link:
fortruss.blogspot.de/2015/04/putin-wages-quiet-rev
olution-during-his.html


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#7
04.04.2015
20:08:31


(+4, 12 Votes)

Von anonym


"geht die Verurteilung von Lesben und Schwulen oft mit anti-westlichen Ansichten einher"
Nein... einfach nur Nein.

Zwei Drittel Contra-USA-Stimmen bei Contra-LGBT-Stimmen sind 67%, das sind gerade mal 5% Unterschied zu den 62% Contra-USA-Stimmen bei den Pro-LGBT-Stimmen.

"Oft" ist etwas anderes als eine Korrelation von gerade einmal 0.13. Das wird auch durch ein "nur" in Anführungszeichen nicht besser.

Wer den Begriff nicht kennt: 0.0 zeigt eine Unabhängigkeit, 1.0 zeigt eine Abhängigkeit. Ein starker Zusammenhang (also im Sprachgebrauch "oft") zwischen "kritisiert USA" und "kritisiert LGBT" besteht ab 0.7.

Es wäre schön, wenn die Redaktion die Zahlen durchrechnen würde, bevor solche gewagten wie falschen Aussagen getroffen werden. Eine Quadrantenkorrelation sind 3x "+", 1x "-" und 1x "/" in Excel, das kann doch wohl nicht zu viel verlangt sein. =/


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#8
04.04.2015
20:25:50


(+3, 9 Votes)

Von nebenbei
Antwort zu Kommentar #7 von anonym


Eine direkte und indirekte Wirkung von Aussagen, Annahmen und Auswirkungen kann man hier beschauen:

Link:
de.sputniknews.com/meinungen/20150404/301767190.ht
ml


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#9
04.04.2015
20:53:28


(-2, 8 Votes)
 
#10
04.04.2015
21:52:43
Via Handy


(+6, 8 Votes)

Von Miepmiep
Antwort zu Kommentar #7 von anonym


Gut gerechnet! Und völlig korrekt interpretiert. Der statistisch schwache Zusammenhang an sich jedoch nichts an der Feststellung ändert: Deutlich mehr als die Hälfte der Russen ist nicht nur antiwestlich, sondern auch homophob eingestellt. Wer Korrelationen > 0.7 in der Befragungsforschung findet, kann sich gern bei mir melden, dann diskutieren wir nämlich entweder über Trivialitäten, über Tautologien oder über Meß- und Kodierfehler. ^^

Das eigentlich Bedenkliche ist allerdings die signifikante Verschlechterung des Meinungsklimas im Zeitverlauf. Wasser auf die Mühlen der Hypothese, daß die Einstellungen der Bevölkerung maßgeblich durch die Gesetzgebung beeinflusst werden können (Allport 1954, für alle wissenschaftlich Interessierten!^^), zum Positiven und leider auch zum Negativen.


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