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Fürst sieht in seinem Segnungsverbot "keine Herabwürdigung" von Schwulen und Lesben (Bild: Wiki Commons / Harald Gehrig / CC BY 3.0)

Nach der Kritik an seiner Ablehnung einer Segnung der Beziehung des Politikers Stefan Kaufmann hat sich Gebhard Fürst vermeintlich versöhnlich gezeigt.

"Zum gegenwärtigen Zeitpunkt" werde es keine Segnungsfeier für schwule oder lesbische Paare innerhalb der katholischen Kirche geben. Mit dieser Aussage reagierte Gebhard Fürst, der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, auf die anhaltende Kritik an seiner Person. "Für die Zukunft schließt er dies demnach nicht aus", schreiben dazu die "Stuttgarter Nachrichten".

Anfang der Woche war publik geworden, dass der 66-Jährige eine Segnungsfeier für den CDU-Bundestagsabgeordneten und Stuttgarter Kreisvorsitzenden Stefan Kaufmann und dessen eingetragenen Lebenspartner abgelehnt hatte (queer.de berichtete).

Fürst beteuerte in der Zeitung, dass das Verbot "keine Herabwürdigung dieser Lebensform" darstelle. Demnach verdiene jede Lebensgemeinschaft, die auf christlichen Werten beruhe, Respekt und Anerkennung. Der Bischof stellte jedoch klar, dass er Homo-Paare weiter als Gefahr für Hetero-Paare ansieht: Eine Gleichbehandlung von Homo- und Heterosexuelle könne dazu führen, dass das Eheverständnis "um wesentliche Dimensionen" verkürzt werde. Das Sakrament der (heterosexuellen) Ehe müsse in seiner "unverwechselbaren Form" gewahrt bleiben. Die Aussage zum "gegenwärtigen Zeitpunkt" scheint sich allein auf die anstehende Bischofssynode in Rom zu beziehen, in der es erneut um das Verhältnis der Kirche zu Homo-Paaren gehen wird.

Unterdessen gibt sich Kaufmann wortkarg. Gegenüber der "Stuttgarter Zeitung" erklärte das Büro des Christdemokraten lediglich: "Wir respektieren, dass die katholische Kirche auch den von uns gewünschten und mit Pfarrer Seeberger konzipierten Dankgottesdienst anlässlich unserer Verpartnerung derzeit nicht durchführen will."

Lob in der CDU für Segungsverbot

In Kaufmanns Partei gibt es allerdings auch Unterstützung für die harte Linie der Kirche gegenüber Nicht-Heterosexuellen. So lobte CDU-Funktionär Karl-Christian Hausmann aus Kaufmanns Stuttgarter Kreisverband den Bischof für seinen "Mut", Homosexuellen den Segen zu verweigern. Es sei gut, dass die Kirche nicht mit dem Zeitgeist gehe, der es darauf anlege, alles gleichzumachen. Hausmann gilt als erbitterter Gegner von Homo-Rechten und nahm bereits wiederholt an der homophoben "Demo für alle" teil.

Für CDU-Politiker in Baden-Württemberg kann eine zu kritische Haltung gegenüber der katholischen Kirche das Karriereende bedeuten, wie 2006 der damalige Landessozialminister Andreas Renner erfahren musste. Er wurde nach einem Streit mit Bischof Gebhard Fürst über seine Unterstützung des Stuttgarter CSD zum Rücktritt gedrängt (queer.de berichtete). Heute ist er nur noch kommunalpolitisch tätig. (dk)



#1 ursus
  • 10.04.2015, 11:10h
  • untertitel: wenn ihr lieb seid und keine übertriebenen forderungen stellt (z.b. wie richtige menschen behandelt zu werden), dann denken wir uns vielleicht, später, irgendwann, eventuell, möglicherweise mal irgendeinen minderwertigen firlefanz für euch aus. vielleicht aber auch nicht. das wird aber nicht dazu dienen, euch ein gutes gefühl zu geben, sondern uns davor schützen, dass jemand unsere allzu offensichtliche menschenverachtung kritisiert. vor allem werden wir, solange die menschheit besteht, auf mehr oder weniger subtile weise weiterhin klarstellen, dass eure bloße existenz eine gefahr für heterosexuelle, die schöpfungsordnung und die menschheit als solche darstellt. und zwar ganz gleichgültig, wie sehr ihr euch jetzt hier bei mir anwanzt, ihr naiven deppen.
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#3 FelixAnonym
  • 10.04.2015, 12:21h

  • Wenn Menschen sich lieben und füreinander Verantwortung übernehmen wollen, wie kann das dann irgendwas "entwerten"?

    Das ist doch ein Wertegewinn...

    Diese völlig haltlose, einfach so in den Raum gestellte Behauptung wird auch nicht wahrer, wenn man sie immer und immer wieder wiederholt.

    Aber um Wahrheit und Fakten geht es denen ja gar nicht. Die unterdrücken und schüren Hass, um ihr Geschäftsmodell zu retten.
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#4 Patroklos
#5 Markus44Anonym
  • 10.04.2015, 12:35h
  • Es ist erfreulich, das mittlerweile in den katholisch geprägten Staaten Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Slowenien, Argentinien, Uruguay und Brasilien die Eheöffnung staatlicherseits umgesetzt wurde.
    In weiteren katholisch geprägten Staaten wie in Chile, Kolumbien, Ecuador, einigen mexikanischen Bundesstaaten, in Liechtenstein, in Malta, in Österreich, in Irland und in Kroatien gibt es zumindest ein Lebenspartnerschaftsinstitut. Und in Italien und in Polen sind derzeit Gesetzentwürfe auf dem Weg, wo ebenso ein Lebenspartnerschaftsinstitut geplant ist.

    Es fehlen dann vor allem noch die katholisch geprägten Staaten Litauen, Monacco, San Marino in Europa und die katholisch geprägten Staaten Paraguay, Bolivien, Peru, Guyana, Trinidad und Tobago, Panama, Costa Rica, Honduras, Nicaragua, El Salvador, Guatemala, Kuba, Philippinen, Demokratische Republik Kongo, Gabun, Kamerun, Angola, Mosambique, Madagaskar und paar weitere kleine Inselstaaten der Karibik sowie im Pazifik.

    Fazit: Nach den meisten evangelisch geprägten Staaten hat nunmehr auch eine Mehrheit der römisch-katholischen geprägten Staaten (insbesondere in Europa und in Südamerika) die Eheöffnung umgesetzt oder zumindest ein Lebenspartnerschaftsinstitut ermöglicht.

    Diese guten Entwicklungen bei den staatlichen Anerkennungen homosexueller Paare in den katholisch geprägten Staaten ist leider in den islamisch geprägten Staaten (Naher Osten, Nordarfika) als auch in orthodox geprägten Staaten Osteuropas nicht zu beobachten. Ebenso fehlt dies in den einst anglikanisch geprägten Staaten Afrikas (Ausnahme Südafrika).

    Die katholische Kirchenleitung in Rom kommt daher immer mehr unter Druck, weil dort wo die katholische Kirche ihre historischen Verbreitungsgebiete weltweit hat, dort gibt es Eheöffnungen oder zumindest Lebenspartnerschaftsinstitute.

    Und wenn hier der Vatikan nicht Reformen einläutet, bekommt die römisch-katholische Kirche in zunehmedem Maße ein Glaubwürdigkeitsproblem, was sie heute schon massiv hat. Insbesondere da viele andere christliche Kirchen (insbesondere die lutherischen, reformierten, unierten, altkatholischen und presbyterianischen Kirchen) Segnungsgottesdienste oder auch kirchliche Trauungen ermöglicht haben.
    ---------------------------------
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#6 AlexAnonym
  • 10.04.2015, 12:38h

  • Ich habe Neuigkeiten für den:
    auf irgendwelche "Segnungen" oder andere okkultistische Zeremonien von denen legen wir gar keinen Wert.

    Uns würde es schon genügen, wenn die endlich mit ihrer Hetze und Stimmungsmache aufhören würden. Und wenn die endlich die demokratische Trennung von Staat und Kirche akzeptieren würden und nicht mehr auf Politik und Gesetzgebung Einfluss nehmen würden.
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#7 GeschäftsmodellAnonym
  • 10.04.2015, 12:44h
  • Antwort auf #3 von Felix
  • Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Nordrhein-Westfalens stellvertretende Ministerpräsidentin Sylvia Löhrmann, sitzen im Zentralkomitee der deutschen Katholiken.
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#8 Sebastian FAnonym
  • 10.04.2015, 12:51h
  • "Lob in der CDU für Segungsverbot"

    Klar, alles wo Schwule, Lesben, Bi-, Trans- und Intersexuelle diskriminiert und wie Untermenschen behandelt werden, findet die CDU gut...
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#9 Jonathan77Anonym
  • 10.04.2015, 10:53h
  • Antwort auf #5 von Markus44
  • "Es ist erfreulich..."
    Wo hast du die "Es ist erfreulich..." Taste auf der Tastatur eigentlich belegt?

    "das mittlerweile in den"

    OBWOHL (!!)

    "katholisch geprägten Staaten Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, Luxemburg, Slowenien, Argentinien, Uruguay und Brasilien die Eheöffnung staatlicherseits umgesetzt wurde."

    "In weiteren katholisch geprägten Staaten wie in Chile, Kolumbien, Ecuador, einigen mexikanischen Bundesstaaten, in Liechtenstein, in Malta, in Österreich, in Irland und in Kroatien gibt es zumindest ein Lebenspartnerschafts institut. Und in Italien und in Polen sind derzeit Gesetzentwürfe auf dem Weg, wo ebenso ein Lebenspartnerschafts institut geplant ist."

    Und WARUM WOHL gibt es dort keine Eheöffnung und in Italien und Polen noch immer nicht die ELP?
    Zufall?

    Warum findet sich hier
    www.queer.de/detail.php?article_id=23559

    mal kein Kommentar? Zufall?
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#10 DiversityAnonym
  • 10.04.2015, 13:01h
  • Ich höre immer nur: "Die traditionelle Ehe ist in Gefahr. Homo-Paare gefährden Hetero-Paare."
    Kann mir mal jemand erklären, auf welche Art das passieren soll? Heiraten weniger Hetero-Paare, wenn Homo-Paare auch heiraten dürfen? Verändert sich die Qualität der Hetero-Ehe, wenn Schwule und Lesben heiraten dürfen? Wo ist das Problem? Ich sehe keins!
    Und im Übrigen: Auf die Kirche (egal welche) kann die Menschheit getrost verzichten!
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