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Hillary Clinton will die nächsten 19 Monate im Wahlkampfmodus verbringen

Die demokratische Favoritin auf das Präsidentschaftsamt zeigt bereits in ihrem ersten Werbespot, dass sie gerne die Stimmen von Schwulen und Lesben erhalten würde.

Am Sonntag ist Hillary Clinton offiziell in den Wahlkampf als Präsidentschaftskandidatin eingestiegen – nicht vor großer Kulisse mit lauter Musik und herunterfallenden Ballons, sondern mit einem 140-Sekunden-Werbevideo in sozialen Medien.

Darin präsentiert sich eine Reihe sympathischer Amerikaner, die einfach kurz über ihr Leben erzählen. Mit dabei ist auch ein schwules Paar, das heiraten will. Am Ende des Videos taucht auch noch ein lesbisches Paar auf.



Hier das am Sonntagnachmittag veröffentlichte Video, das kurz nach dem Hochladen von allen US-Nachrichtensender gefühlte 1.000 Mal gezeigt wurde:

Clinton muss sich in den nächsten Monaten zunächst dem demokratischen Vorwahlkampf stellen, muss aber bisher keinen ernstzunehmenden Gegner fürchten. Im Hauptwahlkampf gegen die Republikaner wird sie auch auf die Stimmen von Schwulen und Lesben bauen.

2008 hatte sie noch – wie damals auch Obama – die Gleichstellung im Ehe-Recht abgelehnt. Erst 2013 änderte sie ihre Position zur Ehe-Öffnung (queer.de berichtete).

Als Außenministerin setzte sie sich allerdings zwischen 2009 und 2013 engagiert für weltweite Homo-Rechte ein und wurde deshalb mit dem "World LGBT Award" ausgezeichnet (queer.de berichtete). Vor wenigen Tagen hat sie mit Robby Mook einen schwulen Mann zum Wahlkampfmanager gemacht.

Derweil bemühen sich die republikanischen Kandidaten im Gegensatz zu Clinton, die christliche Rechte zu umgarnen, die insbesondere in den Vorwahlen eine große Rolle spielt. Das führt zu teils eigenartiger Wortakrobatik, wie Rand Paul in einem CNN-Interview am Wochenende bewies.



Der "libertäre" Kandidat, der sich in vielen Fragen beispielsweise zur Privatsphäre liberal gibt, erklärte allen ernstes, dass es keine nichtreligiöse Zivilehe gebe:

Ich denke, es gibt religiöse Assoziationen zur Ehe. Ich glaube in diesem Fall an die traditionellen religiösen Assoziationen. Aber ich glaube auch, dass die Menschen vom Gesetzgeber fair behandelt werden müssen. Ich sehe keinen Grund, warum – wenn der Ehevertrag bestimmte Dinge beinhaltet – Sie [die CNN-Moderatorin] diese nicht als Vertrag festlegen können, wenn Sie eine andere Frau heiraten wollen. Aber wichtig sind mir die religiösen Assoziationen der Ehe, die es seit Tausenden von Jahren gibt. Diese will ich erhalten. Man kann wahrscheinlich beides haben. Man kann die traditionelle Ehe haben, an die ich glaube, aber man kann auch von der Neutralität des Gesetzes profitieren, der es Menschen erlaubt, Verträge miteinander zu schließen.

Hier das Video:

Profiteure des Präsidentschaftswahlkampfs sind übrigens besonders Fernsehkomiker. So beschäftigte sich die NBC-Sketchshow "Saturday Night Live" bereits mit den Hintergründen zu Hillary Clintons Werbevideo:

Clinton wird bei SNL von der lesbischen Komikerin Kate McKinnon dargestellt, die unter anderem auch Angela Merkel und Justin Bieber spielt.



Da die Wahl erst im November 2016 stattfindet, geht der Kampf um Aufmerksamkeit erst los. Mit geschätzten Gesamtausgaben von 2,5 Milliarden Dollar wird Hillary in diesen Wahlzyklus ihre Botschaften unter die Leute bringen. (dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
#2 Patroklos
#3 goddamn liberalAnonym
  • 13.04.2015, 11:42h
  • Antwort auf #1 von reiserobby
  • Überlebenswichtig!

    Bis unsere Pastorentochter soweit ist, können wir lange warten. Wahrscheinlich bis zum St. Nimmerleinstag.

    Natürlich steigt Clinton in die Fußstapfen Obamas, der im Gegensatz zu ihr den Mut besaß, in seinem strukturkonservativen Land früh für uns Partei zu ergreifen.

    Es ist aber angesichts der Reaktion in Osteuropa elementar wichtig, dass eine wie Clinton die Wahl gewinnt, und ein Gegengewicht setzen kann (was Clinton als Außenministerin in der UN auch schon getan hat).
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#4 Tony RodhamAnonym
  • 13.04.2015, 11:42h
  • Ich bin gespannt, wie die US-Oligarchen über ihre Clubs, Lobbyisten und Strohmänner/-frauen diesmal die Milliarden verteilen, um die Demokratie zu lenken.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 TfjouAnonym
  • 13.04.2015, 11:51h
  • Clinton hatte sich 2008 noch gegen die eheöffnung ausgesprochen,nach eigenen Aussage nicht aus politischen Gründen, sondern aus innerer Überzeugung.

    Kaum sind mehr als 50 % der Amis für die eheöffnung, spricht sie sich für die eheöffnung aus.

    Clinton ist verlogen.

    besser wäre Elizabeth Warren. Aber die ziert sich vor einer Kandidatur, obwohl sie sogar Clinton in den Vorwahlen schlagen kann.

    Republikanische Alternativen sind aber in jedem Fall schlimmer als demokratische. Republikaner sind so unglaublich dämlich.
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#6 goddamn liberalAnonym
  • 13.04.2015, 12:01h
  • Antwort auf #4 von Tony Rodham
  • Bin ich auch.

    Zumal die Demokratie in den USA von vielen in UNSERE Richtung gelentk wird.

    Auf Arbeitnehmerseite:

    Unions and Labor Organizations

    American Federation of Labor-Congress of Industrial Organizations (AFL-CIO)
    American Federation of State, County, and Municipal Employees (AFSCME)
    American Federation of Teachers (AFT)
    Change to Win (CtW)
    Communications Workers of America (CWA)
    National Education Association (NEA)
    Pride at Work (P@W)
    Service Employees International Union (SEIU)
    UNITE HERE
    United Food and Commercial Workers (UFCW)

    Und auch auf der anderen Seite:

    www.huffingtonpost.com/2015/03/05/marriage-equality-amicus_n
    _6808260.html
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#7 food stamp dinerAnonym
  • 13.04.2015, 12:34h
  • Antwort auf #6 von goddamn liberal
  • Ja, das wird interessant sein. In Frankreich z. B. gingen bei den letzten Wahlen, nach der enthusiastischen und hoffnungsvollen Wahl Hollandes, die meisten Wähler des unteren Einkommensdrittels nicht wählen. Das Wohngeld wurde gestrichen, Mini-Renten besteuert, usw., usf..

    Mal sehen, was dieses Drittel in den USA machen wird. (Hispanics, Afroamericans, etc.)
  • Antworten » | Direktlink »
#8 goddamn liberalAnonym
  • 13.04.2015, 13:44h
  • Antwort auf #7 von food stamp diner
  • Frankreich kann man heute leider nicht mehr mit den USA vergleichen (die Freiheitsstatue war im 19. Jahrhundert mal ein transatlantisches Projekt beider Revolutionsrepubliken).

    Ich kenne Leute die jahrelang in Frankreich Sozial- und Armenarbeit gemacht haben. Trotz 'linker' und rechter bürokratischer Staatsvergottung haben die Meinungsführer im heutigen Frankreich weder wirklichen Respekt vor Individualrechten noch vor Sozialrechten. Im 'Social Progress Index' liegt das Land nicht nur hinter den Skandinavien und selbst den USA, sondern sogar hinter dem mittlerweile in jeder Hinsicht skandinavisierten Estland.

    en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_Social_Progress_I
    ndex


    In den USA hat Obama wenigstens so etwas Ähnliches wie eine allgemeine Krankenversicherung hingekriegt (das war Frau Clinton ja beim ersten Anlauf nicht gelungen).
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#9 Markus44Anonym
  • 13.04.2015, 13:47h
  • Wenn ich US-Amerikaner wäre, würde ich sofort Frau Clinton wählen.

    In den USA wäre meine Wahlentscheidung sehr leicht: dort würde ich IMMER die Demokraten wählen. Die Alternative der Republikaner ist KEINE Alternative.

    Hier in Deutschland hingegen ist dies anders: hier gibt es aus LGBT-Sicht mehrere Parteien, die wählbar sind.

    Linkspartei, SPD, FDP. Grüne/Bündnis90 und Piratenpartei: wollen alle die Eheöffnung.

    Die CDU hat zumindest das Lebenspartnerschaftsinstitut akzeptiert und verabschiedet nunmehr dazu mit der SPD ein Rechtsereinigungsgesetz im Herbst. Aber die CDU verweigert weiterhin die Eheöffnung

    Nicht wählbar sind AfD und NPD/Repubilkaner !!!

    Frau Clinton wünsche ich viel Glück im Wahlkampf.
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#10 wählerpotentialAnonym
  • 13.04.2015, 14:01h
  • Antwort auf #7 von food stamp diner
  • Das Wahlverhalten des unteren Einkommensdrittels wird nach der möglichen Einführung von TTIP auch in Europa immer relevanter werden.

    Nichtwähler? Rechtspopulisten? Linkspopulisten?

    "Eine vom Global Delevopment and Environment Institute an der amerikanischen Tufts-Universität veröffentlichte Studie kommt zu einem ernüchternden Ergebnis. In einem Working Paper beschreibt Jeronim Capaldo, dass das TTIP auf die EU-Staaten eine geradezu verheerende Wirkung haben dürfte. 600.000 Arbeitsplätze würden demnach bis 2025 verlorengehen. Das wären so viele wie in den Krisenjahren 2010 und 2011. Selbst wenn der Arbeitsplatz-Abbau über mehrere Jahre gestreckt ist, würde er zu gravierendenen sozialen Veränderungen in den heute noch vergleichsweise reichen EU-Staaten führen. Zum Vergleich: Die von Capaldo analysierte Studie der Bertelsmann-Stiftung kommt auf einen sagenhaften Zuwachs von 1,3 Millionen neuer Jobs allein in der EU, die das TTIP angeblich bringen soll.

    Aufgeschlüsselt verliert Deutschland 134.000 Jobs, Frankreich 130.000 und Nordeuropa gar 223.000 Jobs.

    Auch die Exporte würden Schaden nehmen, eine besonders für Deutschland gefährliche Entwicklung: Capaldo hat für Deutschland einen Rückgang der Exporte um 1,14 Prozent errechnet. Das ohnehin schon krisengeplagte Frankreich müsste einen Rückgang von 1,9 Prozent verkraften. Die Nordeuropäer verlieren gar 2,07 Prozent.

    Dies hätte zur Folge, dass das Bruttoinlandprodukt (BIP) schrumpft: In Deutschland um 0,29 Prozent, in Frankreich um 0,48 Prozent, in Nordeuropa um 0,50 Prozent.

    Dadurch würden auch die Steuereinnahmen sinken: In Deutschland minus 0,28 Prozent, Frankreich minus 0,64 Prozent, Nordeuropa 0,34 Prozent.

    Außerdem würden die Netto-Haushaltseinkommen kleiner werden: In Deutschland um 3.402 Euro pro Jahr, in Frankreich um 5.518 Euro, in Nordeuropa würde die Arbeitnehmer 4.848 Euro pro Jahr verlieren."
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