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Staat und Bevölkerung in Ägypten stehen Schwulen und Lesben äußerst feindlich gegenüber (Bild: sebwhite / flickr / by-sa 2.0)

Wer schwul oder lesbisch ist, fliegt: Die ägyptischen Behörden dürfen Ausländer wegen ihrer sexuellen Orientierung ausweisen und ihnen die Wiedereinreise verbieten.

Ein ägyptisches Verwaltungsgericht hat am Dienstag den Einspruch eines wegen angeblicher Homosexualität ausgewiesenen Libyers zurückgewiesen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtet, hatte das ägyptische Innenministerium den Studenten bereits 2008 des Landes verwiesen und ihm die Wiedereinreise untersagt.

Das Gericht hat nun entschieden, dass die Behörden generell das Recht haben, der Homosexualität verdächtigte Ausländer auszuweisen. Dies sei im öffentlichen Interesse, weil so religiöse und gesellschaftliche Werte geschützt werden könnten.

Der ausgewiesene Student hatte an der Arabischen Akademie für Wissenschaft, Technologie und Seetransport in Alexandria studiert. Aus den Gerichtsunterlagen ging nur hervor, dass der Libyer angeblich homosexuell sein soll, es wurde aber nicht näher beschrieben, ob der Mann wegen einer Straftat verurteilt wurde.

"Moralische Verdorbenheit"

Homosexualität ist in Ägypten nicht direkt strafbar, insbesondere schwule Männer werden allerdings mit Hilfe von Gummiparagrafen verurteilt. Ihnen wird beispielsweise zur Last gelegt, dass sie die öffentliche Ordnung gefährdeten oder sich der "moralischen Verdorbenheit" oder "der Verletzung der Lehren der Religion" schuldig gemacht hätten.

Für die Regierung sind derartige Verurteilungen auch heute noch eine willkommene Gelegenheit, Stärke zu zeigen, denn laut einer Umfrage des "Pew Research Global Attitudes Project" aus dem Jahr 2013 glauben 95 Prozent der Ägypter, dass Homosexualität in der Gesellschaft nicht geduldet werden dürfe.

Mit der neuen Militärregierung unter Staatschef Abdel Fattah al-Sisi wurde die Lage von Schwulen und Lesben noch ernster: Die Organisation "Egyptian Initiative for Human Rights" (EIPR) erklärte im November letzten Jahres, dass seit der Machtübernahme der Militärs bereits über 150 Menschen wegen ihrer Homosexualität verhaftet worden seien (queer.de berichtete). Zuletzt gab es im vergangenen Monat Berichte, dass in einem Nachtclub sieben mutmaßliche Homosexuelle festgenommen worden sind (queer.de berichtete). (dk)


 Update  15.30 Uhr: Volker Beck fordert Eingreifen der Bundesregierung
Der Grünen-Politiker Volker Beck hat die Bundesregierung aufgefordert, beim ägyptischen Botschafter in Deutschland gegen die Homophobie im nordafrikanischen Land zu protestieren: Einreiseverbote und
Ausweisungsentscheidungen allein wegen der sexuellen Identität eines Ausländers sind völlig inakzeptabel", sagte Beck am Nachmittag. Er bezeichnete die Gerichtsentscheidung als "herben Rückschlag für Homosexuelle".



#1 Akku BerlinAnonym
  • 15.04.2015, 11:53h
  • Immer schön weiter in islamische Länder fahren.
    Leider checken es westliche liberale und linke nicht,dass DER Islam eben nicht tolerant ist, weder zu Homosexuellen noch zu anderen Minderheiten...
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#2 TheDadProfil
  • 15.04.2015, 11:53hHannover
  • Dann wird wohl bald Schluß sein mit Pyramiden kucken und Kamelreiten..

    Denn wer in den Reiseunterlagen stehen hat "verpartnert", kriegt kein Visum..

    Und so "organisieren" die Ägyptischen Regierungsbehörden, nachdem die Behörden anderer Länder die Selektion durchgeführt haben..

    Institutionalisierte Diskriminierung wirkt international, auch durch beste "Zusammenarbeit"..
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#3 David77Anonym
  • 15.04.2015, 12:05h
  • Antwort auf #1 von Akku Berlin
  • Ahja. Und wer checkt es nicht, dass Staaten mit einer streng-religiösen Ausrichtung (auch andere!!) generell nicht tolerant sind?
    Wie ist das noch mit einem bestimmten christlichen "Zwergstaat", der nicht tolerant ist und einen homosexuellen Diplomaten auf eine Weise auch nicht "einreisen" lassen will?

    Fazit:
    Da der arabische Frühling ja nichts gebracht hat, sollte sich der Westen generell dort raushalten und die Beziehungen abbrechen. Sollen die doch sehen, wie sie untereinander klarkommen.
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#5 LINKSAnonym
#6 DynamoAnonym
#7 Patroklos
#8 Danny387Profil
  • 15.04.2015, 12:36hMannheim
  • Antwort auf #3 von David77
  • Ich selbst würde in solche Länder auch nicht fahren und denen noch mein Geld geben. Am meisten aber tun mir die homosexuellen Ägypter leid. (Und natürlich auch die in anderen islamischen Staaten.) Mit was für einem schrecklichen Selbstbild müssen die aufwachsen, wenn 95% der Menschen um sie herum der Meinung sind, sie seien in der Gesellschaft nicht zu tolerieren? Furchtbar!! Schon hier ist es nicht immer leicht, schwul zu sein. Dafür sorgen Frau Kelle, Kuby, Storch und wie sie alle heißen.

    "Der Westen soll sich dort raushalten, und die sollen sehen, wie sie klarkommen" ist daher im Interesse der dortigen Minderheiten doch leider auch recht kurzsichtig.
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#9 AlexAnonym
  • 15.04.2015, 12:49h

  • Eigentlich sollte niemand mehr in solche Barbarenstaaten fahren. Auch keine Heteros.

    Da Tourismus deren wichtigstes Geschäft ist, würden die dann schon sehen, was sie davon haben.
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#10 David77Anonym
  • 15.04.2015, 10:55h
  • Antwort auf #8 von Danny387
  • Ich würde es auch nicht machen, aber da ich mir das nicht leisten kann, erübrigt sich die Überlegung.

    "Mit was für einem schrecklichen Selbstbild müssen die aufwachsen, wenn 95% der Menschen um sie herum der Meinung sind, sie seien in der Gesellschaft nicht zu tolerieren? "

    Man kann das annehmen, aber woher will man wissen, dass es 95% sind?

    " "Der Westen soll sich dort raushalten, und die sollen sehen, wie sie klarkommen" ist daher im Interesse der dortigen Minderheiten doch leider auch recht kurzsichtig."

    Ja gut, aber ich bezog mich auf den Versuch von Außen Einfluss auf die Revolution zu nehmen.
    Das hat nichts gebracht und letztendlich muss sowas von innen zustande kommen.
    Der ganze nahe Osten ist ein Pulverfass und die Versuche dort einzugreifen haben die Lage eher verschlimmbessert.
    Sobald ein Diktator weg ist und ein Machtvakuum hinterlässt, stehen die 3 Nächsten bereit und verschlimmern es eher.
    Was der Westen aber machen sollte: ENDLICH die sexuelle Orientierung als Verfolgungsgrund anzuerkennen. "Sichere Herkunftsländer".
    Es ist ziemlich verlogen, wenn dieselben Leute, die die Verfolgung aufgrund der Religion anprangern (nicht, dass ich das verharmlosen will), die Verfolgung aufgrund der sexuellen Orientierung aber negieren und das als "man muss es ja nicht zeigen" abtun...
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