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  • 20.04.2015           142      Teilen:   |

Katholische Kirche

Lesbische Hortleiterin der Caritas muss gehen

Artikelbild
Die Caritas ist für alle da - nur Schwule und Lesben sollen draußen bleiben (Bild: dierkschaefer / flickr / cc by 2.0)

In Oberbayern verliert eine Hortleiterin ihren Job, weil sie eine Frau liebt. Die Schwusos kritisieren, dass es für Schwule und Lesben in der Kirche noch immer "No-Go-Areas" gebe.

Eine Hortleiterin kann ihre Arbeit beim katholischen Wohlfahrtsverband Caritas im Holzkirchen (Landkreis Miesbach) nicht fortsetzen, weil sie im Juli eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen will. Das Lokalblatt "Holzkirchner Stimme" berichtete am Freitag, das Ausscheiden der Frau stehe nicht im Zusammenhang mit ihrer Arbeit, sondern mit ihrer sexuellen Orientierung und ihrem Wunsch, ihrer Freundin das Ja-Wort zu geben.

Unklar ist dem Bericht zufolge, ob die Hortleiterin gekündigt wurde oder ob sie selbst kündigte. "Ich werde im Juli meine Freundin heiraten. Weil dieser Schritt nicht mit der Grundordnung der katholischen Kirche vereinbar ist, muss ich die Hortleitung abgeben", hatte die Frau in einen Brief an die Eltern geschrieben. "Es gibt Momente, da muss man eine Wahl treffen."

Von der Zeitung befragte Eltern reagierten betroffen über den Abschied und kritisierten die "Diskriminierung" der Frau: "Es ist nicht schön, wenn man aufgrund einer Liebe herausgeschmissen wird."

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Kirche verteidigt Benachteiligung Homosexueller

Der Diözesanverband München, der mit Verweis auf Persönlichkeitsrechte keine Details zu dem Fall angeben wollte, verwies allgemein auf das kirchliche Arbeitsrecht, in dem Schwule und Lesben keinen Diskriminierungsschutz genießen. Zwar erhielten "homosexuelle Mitarbeitende" nicht per se ein Berufsverbot in katholischen Einrichtungen. "Allerdings schließt die Grundordnung bei eingetragenen Lebensparterschaften eine Tätigkeit als Führungskraft, vor allem auch im erzieherischen Dienst, aus", so der Diözesanverband.

Allerdings entlässt die Kirche nicht nur Führungskräfte: So wurde in Nordrhein-Westfalen eine Putzfrau in einem katholischen Kindergarten gefeuert, weil sie eine Lebenspartnerschaft eingegangen war (queer.de berichtete). Auch wer keine Lebenspartnerschaft eingehen will, lebt als homosexueller Arbeitnehmer eines katholischen Unternehmens gefährlich: So entließ ein katholischer Kindergarten in Neu-Ulm eine Lesbe, nachdem ihr der Dorfpfarrer eine "unnatürliche" Lebensweise attestiert hatte (queer.de berichtete).

Schwusos empört

Der oberbayerische Verband der Lesben und Schwulen in der SPD (Schwusos) kritisierte, dass die Kirche ihre Ablehnung von Homosexuellen durchsetzen wolle, obwohl sie mit dem Hort staatliche Aufgaben übernimmt und auch vollständig vom Staat finanziert wird: "Es darf auch in der Arbeitswelt keine No-Go-Areas für Lesben und Schwule geben, die auch zu ihrer/m Partner/in stehen und mit ihr/ihm eine Lebenspartnerschaft eingehen wollen!", betonte Schwusos-Oberbayern-Chef Daniel Jazdzewski. "Ehe zu propagieren, Homosexualität formal zu akzeptieren, aber Lebenspartnerschaft als automatischen Kündigungsgrund zu sehen, zeugt für mich für Scheinheiligkeit!"

Die Caritas gehört in Deutschland mit rund 600.000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern und wird zum großen Teil aus Steuergeldern finanziert. Auf ihrer Website schreibt der Verband, man würde "ohne Ansehen der Nation, des Status oder der Konfession den Menschen mit Liebe und Achtung begegnen – in Deutschland und weltweit".

Erst im November letzten Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die katholische Kirche "Sündern" kündigen darf, auch wenn ihre Arbeit von Steuergeldern finanziert wird (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: hort, katholische kirche, bayern, caritas
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Reaktionen zu "Lesbische Hortleiterin der Caritas muss gehen"


 142 User-Kommentare
« zurück  12345...1415  vor »

Die ersten:   
#1
20.04.2015
16:34:05


(+11, 13 Votes)

Von goddamn liberal


Pater-Rupert-Mayer-Haus - Zentrale
Caritasverband der Erzdiözese München und Freising e. V.
Hirtenstraße 4
80335 München
Kontakt

Telefon: +49 89 55169-0 Fax: +49 89 550420

Nicht jammern,

sich beschweren!

Und dabei nicht vergessen:

Die leben von den Staatsgeldern ALLGEMEINER Steuern (nicht Kirchensteuer!) und schmeißen Leute raus, die vom Grundgesetz geschütztes staatliches Familienrecht in Anspruch nehmen!


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#2
20.04.2015
16:35:36


(+8, 10 Votes)

Von GeorgG


"Erst im November letzten Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die katholische Kirche "Sündern" kündigen darf, auch wenn sie von Steuergeldern finanziert werden"

So ist es - leider. Ändern kann dies nur die Politik. Aber Deutschland ist ein konservatives Land, so dass eine schnelle Änderung nicht zu erwarten ist.
Auch war es wohl nicht so intelligent von der Hortleiterin, zu schreiben, dass sie ihre Freundin "heiraten" wolle. Das war Wasser auf die Mühlen der Amtskirche, die ja zur Zeit geradezu darum kämpft, den Unterschied zwischen einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft und einer (heterosexuellen) Ehe aufrecht zu erhalten.
Juristisch gesehen ist in Deutschland eine "Heirat" von gleichgeschlechtlichen Paaren (noch) nicht möglich.


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#3
20.04.2015
16:37:51


(+13, 15 Votes)

Von 746i57kmnbf


Schuld sind die Politiker, die die Diskriminierung von Homosexuellen im Arbeitsrecht verteidigen.


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#4
20.04.2015
16:38:38


(+14, 16 Votes)

Von 8654rggnhgt


Ich kann nur jedem Homosexuellen empfehlen nicht für die Kirche zu arbeiten, auch nicht indirekt.

www.kirchenaustritt.de


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#5
20.04.2015
16:47:29


(+12, 14 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


Hier geht es nicht um irgendeine Sündentheologie, sondern um die Wahrnehmung eines staatlichen Rechtsinstituts.

Da der Caritasleiter den beiden Frauen wohl kaum unters Bett kriechen wird, bleibt die Frage, ob der Solidarpakt Lebenspartnerschaft mit 'Sünde'. 'Unzucht' etc. verbunden ist, offen.

Hier nimmt sich eine Staatskirche raus, staatliches Recht mit Füßen zu treten.


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#6
20.04.2015
16:52:47


(+9, 11 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


"ach hätt sie nur geschwiegen, wär alles beim alten geblieben.."

noch so eine "gesprächsoffene " denkmöglichkeit..
so viele schlupflöcher, in die wir uns doch zurück ziehen könnten.
Warum auch etwas wollen, dass in der mitchristlichen nächstenliebe auf so wenig wiederhall stösst.

Nun wird die bedauernswerte kircheneinrichtung durch einen gelenkten homolobbyshitstorm gar in misskredit gebracht.. gerade jene, die bekanntlich doch in allen teilen der welt die frohe botschaft des christentums bringt und nebenbei als großunternehmen die staatliche fürsorge privatisiert hat..
verfolgte christen allerortens wo ich hinblicke.
Der himmel bricht über mir zusammen.


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#7
20.04.2015
17:02:54


(+2, 12 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


""Ändern kann dies nur die Politik. Aber Deutschland ist ein konservatives Land, so dass eine schnelle Änderung nicht zu erwarten ist.""..

Die Form von "vorauseilender Resignation" ist ebenso typisch für eine Schrankschwester, wie sie erbärmlich daherkommt..


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#8
20.04.2015
17:14:33


(+11, 11 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Die Sonderregelungen für Kirchen müssen endlich abgeschafft werden, daran geht kein Weg vorbei!


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#9
20.04.2015
17:17:48
Via Handy


(+13, 15 Votes)

Von Felix


Wir brauchen endlich ein AGG ohne Ausnahmen und eine Aufnahme in Art. 3 GG, damit sowas menschenverachtendes endlich ein Ende hat.

Das ist übrigens auch wieder mal ein Beweis, dass Art. 3 GG in seiner jetzigen Form eben nicht ausreichend ist...


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#10
20.04.2015
17:21:41
Via Handy


(+10, 14 Votes)

Von Alex


"Schwusos empört"

Die brauchen jetzt gar nicht die Empörten zu spielen...

Deren Partei, die SPD, ermöglicht der Union doch erst, alles beim alten zu lassen und sowas weiterhin zu ermöglichen.


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