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  • 26.04.2015               Teilen:   |

"MG" von MG

Martins Reste-Album

Artikelbild
Martin Lee Gore ist seit 1980 Keyboarder, später Songwriter, Gitarrist und Sänger der britischen Synthie-Pop-Band Depeche Mode (Bild: Mute Artists Ltd)

"MG", das zweite offizielle Soloalbum von Depeche-Mode-Mastermind Martin L. Gore, bietet einen – na ja – interessanten Einblick in dessen Festplatte.

Von Michael Thiele

Ich würde ja gerne schreiben, dass der – und das meine ich ganz unironisch – furchtbar geniale Martin L. Gore mit "MG" ein furchtbar geniales Album aufgenommen hat. Hauptberuflich seit über 30 Jahren das Mastermind von Depeche Mode, ist er immerhin für unzählige Synthie-Pop-Großtaten verantwortlich.

Dass eben dieses Hauptprojekt seit Abschluss der "Delta Machine"-Tour im Frühjahr 2014 pausiert, gab Gore erneut die Gelegenheit, an eigenen Songs zu basteln. Mit diesen wiederum schwimmt er musikalisch eher im Fahrwasser eines anderen Nebenprojekts – und zwar dem aus ihm und Vince Clark bestehenden Techno-Duos VCMG, weshalb er sich für sein nun erscheinendes Album auch ein neues, passenderes Alter Ego zugelegt hat, namentlich MG.

Seine Genialität jedoch scheint Gore auf halber Strecke zwischen VCMG und MG abhanden gekommen zu sein. Denn an "MG" haftet unverkennbar das trübe Etikett "Reste-Album".

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16 kurze Stücke zwischen Techno, Synthie-Pop, Industrial und Ambient

Wo wir schon grad bei der Festplatten-Assoziation sind: Erinnert das Cover von "MG" nicht irgendwie an eine 5,25″-HD-Diskette?
Wo wir schon grad bei der Festplatten-Assoziation sind: Erinnert das Cover von "MG" nicht irgendwie an eine 5,25″-HD-Diskette?

Zunächst einmal die hard facts: "MG" besteht aus 16 Stücken, die für Gore-Verhältnisse ziemlich überschaubar sind. Das kürzeste dauert gut zwei, das längste gerade einmal viereinhalb Minuten. Weiterhin ist "MG" komplett instrumental, abgesehen vielleicht von dem Hauch eines Hintergrundchors im Opener "Pinking".

Stilistisch rotiert die Platte zwischen Techno, Synthie-Pop, Industrial und Ambient, sie ist in der Tat ein kleines Festival der Synthesizer. Aufgenommen wurde "MG", das nach "Counterfeit²" Gores zweites offizielles Soloalbum ist, relativ zügig im eigenen Studio im kalifornischen Santa Barbara.

Da man sich mit 53 Jahren wohl künstlerisch nicht ganz neu erfinden kann, stellt MG auf "MG" etliche Querverbindungen zu anderen, vorwiegend jüngeren Werken her. "Sprial" etwa erinnert an "Playing The Angel", "Creeper" an "Delta Machine", "Stealth" dagegen könnte auch ein Bonus auf "Music For The Masses" gewesen sein. Das verträumt-verwunschene "Elk" hätte auch auf "Sounds Of The Universe" Platz gefunden. Und "Brink" geht locker als Demoversion von "Spock", erschienen 2012 auf dem VCMG-Debüt "Sssss", durch.

Prima Songs für einen Soundtrack

Da ich mir dessen bewusst bin, dass derartige Zuordnungen immer auch willkürlich und müßig und auf Dauer vor allem langweilig sind, höre ich damit auf und weise lieber darauf hin, wie gut sich viele der 16 Songs als Soundtrack zu einem Film oder Videospiel eignen würden. Wenn ich etwa "Swanning" mit seiner finsteren Mundharmonika höre, denke ich an einen Western, eine Zeitlupe, gelb wehenden Staub, eine Hand, die langsam zum Colt greift – Schnitt! Bei "Exalt" mit seinen Druck-, Press- und Störgeräuschen wie zischende Flammenwerfer denke ich an eine Fabrik. Oder Krieg.

"MG" ist ein interessanter Einblick in Martin Gores Arbeitszimmer, oder besser in seine Festplatte. Hier scheinen sich in den letzten Jahren etliche Ideen, Fragmente und vor allem Reste angesammelt zu haben, die der Brite nun zu einem Album gebündelt hat.

Dieses ist im Ansatz nicht verkehrt, was aber nicht bedeutet, dass es in der Ausführung auch richtig ist. Den Stücken fehlt es an gore'ischer Tiefe, die allein aufgrund der Kürze derselben überhaupt nicht erreicht werden kann. Songtexte hätten da womöglich geholfen, aber auf die habe zumindest ich gar nicht erst gewartet.

Die eigentliche Leistung von "MG" besteht darin, dass es eine einigermaßen starke Atmosphäre aufbaut. Ja, nach mehrmaligem Hören fühle ich mich tatsächlich etwas irritiert, entrückt.

Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Homepage von Martin Gore
» Fanpage auf Facebook
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Tags: martin gore, depeche mode
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